Autor: Andreas Oswald

"Es ist erstaunlich, welche Dinge manche Menschen aus Liebe tun", resümiert Nebendarsteller Jason Beghe in einer von ihm moderierten Featurette über Gefängnisausbrüche von Liebespaaren. Zu einer halsbrecherischen Verzweiflungstat aus Liebe entschließt sich auch College-Dozent John Brennan (Russell Crowe). Nachdem alle Rechtsmittel erschöpft sind, um seiner unschuldig inhaftierten Ehefrau Lara (Elizabeth Banks) eine lebenslange Haftstrafe zu ersparen, plant der Familienvater seine Partnerin im Alleingang aus dem Gefängnis zu befreien. Was folgt, ist eine nicht immer glaubhafte, aber unterhaltsame Mischung aus schnittigem Gefängnisausbruchs-Thriller und emotionalem Drama. Dass Regisseur Paul Haggis ("L.A. Crash") das Remake des französischen Thrillers "Ohne Schuld" (2008) 36 Minuten…

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Ein Jahr Schinderei im Ballet-Training, fünf Stunden pro Tag, dazu Schwimmen und Bodybuilding. "Eine harte Zeit", wie Natalie Portman im nachhinein konstatierte. Doch die immensen Anstrengungen, die die zierliche Actrice über sich ergehen ließ, gepaart mit einer bravourösen Schauspielleistung brachten am Ende den verdienten Lohn: den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Die 30-Jährige spielt die New Yorker Ballerina Nina, die die Hauptrolle in einer ambitionierten Neuauslegung von Tschaikowskys "Schwanensee" ergattert. Doch professioneller und privater Druck sowie Ninas an Selbstzerstörung grenzendes Streben nach Perfektion ziehen die Tänzerin in einen mentalen Abgrund. Diese Abgründigkeit und Regisseur Aronofskys unaufhörliches Drehen an der Psycho-Schraube machen…

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Alex (Romain Duris) ist professioneller Verführer. Im Auftrag besorgter Eltern oder Freunde soll er Frauen davon überzeugen, dass der Mann ihrer Träume der Falsche ist. Doch die kecke Juliette (Vanessa Paradis) erweist sich als Härtefall. Vergnügliche Romanze mit charmanten Darstellern. Bild: Der 2,35:1-Transfer strahlt mit leuchtenden Farben, ins meist scharfe und detailreiche Bild (45:06) mischen sich hier und da weichere Szenen. Leichte Bewegungsunschärfen (Kamerafahrt bei 23:30) stören gelegentlich. Dicke vier Punkte. Ton: Pop- und Rockmusik gefällt mit guter Dynamik und teils kräftigem Bass ("Dirty Dancing"-Tanz bei 76:20), klingt aber frontlastig. Pianomusik bringt etwas mehr Räumlichkeit in die auf Sprachverständlichkeit bedachte…

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Ein Unfall kostet Formel-1-Pilot Pete Aron (James Garner) den Job, seinen Mannschaftskollegen fast das Leben. Mit der Konkurrenz tritt er im Kampf um den Titel gegen sein altes Team an. Das spektakulär inszenierte Rennfahrerdrama (siehe Fakten-Check) wurde mit drei Oscars ausgezeichnet. Bild: Der erstklassig restaurierte 65mm-Transfer (daher das 2,20:1-Format) zeigt die Wagenrennen scharf und detailreich (9:33), wenn auch nicht ganz auf dem Niveau aktueller PS-Spektakel. Dicke 4 Punkte. Ton: Die deutsche Tonspur tönt in kraftlosem Mono, der englische 5.1 Upmix lässt die Motoren hingegen lebendig röhren. Extras: "Das Making-of Grand Prix" (29:08), "Volle Pulle: Regel Nr.1 der 60er Jahre"…

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Ronny (Vince Vaughn) und Nick (Kevin James) sind seit dem College die besten Kumpels. Doch als Ronny Nicks Frau (Winona Ryder) beim Fremdgehen erwischt, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Niemand Geringeres als Oscar-Preisträger Ron Howard ("The Da Vinci Code") zeichnet für diesen unausgewogenen Mix aus klassischer Buddy-Comedy und Beziehungsdrama verantwortlich. Bild: Der Cinemascope-Transfer gefällt mit vielen Details, selbst Krawattenmuster (14:30) und Wolkenkratzer (28:28) werden gestochen scharf abgebildet. Innenaufnahmen könnten allerdings heller und plastischer sein. Dicke vier Punkte. Ton: Der frontlastige 5.1-Mix bietet eine mäßige Dynamik, selbst ein Sportwagen röhrt kaum lauter als Dialoge (103:20). Extras: Einziges Extra…

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1968 arbeiten bei Ford im englischen Dagenham 55.000 Männer und 187 Frauen. Als man den Näherinnen den Lohn kürzt, wird kurzerhand gestreikt. Schnell entwickelt sich die Arbeitsniederlegung zum Kreuzzug für die Gleichberechtigung der Frau in der Arbeitswelt. Charmante Brit-Comedy, die auf wahren Begebenheiten beruht. Bild: Der von Sepiatönen geprägte Cinemascope-Transfer wirkt oft weich, selbst Close-Ups von Gesichtern fehlt es an Schärfe (36:47, 43:58). Zudem sind hier und da leichte Doppel­konturen sichtbar (65:26). Ton: Während die unauffällige Filmmusik räumlich und transparent klingt, tönen die Oldies meist nur von vorn. Extras: Audiokommentar, Making of (12:15), Interviews (24:18), entfallene Szenen (13:28), Outtakes…

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Pixar-CGI-Ikone John Lasseter fasste die Bedeutung von "TRON" für das Genre der computeranimierten Filme einst vortrefflich zusammen: "Ohne TRON gäbe es keine Toy Story." Und in der Tat: Die heute simpel anmutenden CGI-Hintergründe und -Animationen setzten 1982 Effekt-Maßstäbe. Ebenso das Verfahren, die Schauspieler in Schwarz-Weiß aufzunehmen und ihre Anzüge nachträglich zu kolorieren. Doch die Story des rebellischen Programmierers Flynn (Jeff Bridges), der beim Versuch, sich ins System seines Ex-Arbeitgebers zu hacken, vom hinterlistigen Master Control Programm digitalisiert wird und schließlich im Inneren des Systems ums Überleben kämpfen muss, war ihrer Zeit weit voraus. Zu weit, denn das Einspielergebnis blieb mit…

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Die Bombe platzte auf der Comic-Con 2008: Nicht nur gab Disney bekannt, mit "TRON: Legacy" eine Fortsetzung des SciFi-Kultfilms von 1982 zu produzieren, der anschließende Teaser-Trailer versetzte die 7.000 anwesenden Convention-Besucher in Ekstase. Als Beleg enthält der Bonus­beitrag "Die Welt von Tron Legacy" den Teaser samt jener Zuschauerreaktionen aus dem Saal. Doch so cool der erste Blick auf das Sequel auch war – das Endprodukt setzt dem Ganzen die visuelle Krone auf. Wie der Vorgänger erschafft "Legacy" mit sensationellen Spezialeffekten ein elektronisches Reich, das in seiner optischen Opulenz seinesgleichen sucht, auch wenn der 3D-Effekt enttäuschend ausfällt. Dass die Story zuweilen…

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Film: Nach einem fehlgeschlagenen Juwelenraub macht sich die durchtriebene Gaunerin Wanda (Jamie Lee Curtis) an den ehrenwerten Rechtsanwalt (John Cleese) des inhaftierten Bandenchefs heran, um das Versteck der Beute in Erfahrung zu bringen. Geniales Comedy-Juwel über die Hassliebe zwischen Amerikanern und Briten, dass sein volles komödiantisches Potenzial allerdings erst im englischen Originalton entfalten kann. Bild: Ein teils unruhiger Bildstand, grobes Rauschen, Helligkeitsflackern und viele Verschmutzungen zeugen von der Tatsache, dass MGM für diese Blu-ray-Veröffentlichung auf jegliches Remastering verzichtet hat. Entsprechend enttäuschen Schärfe, Detailzeichnung und Plastizität – der Qualitätsgewinn gegenüber der DVD fällt gering aus (siehe Fakten-Check). Ton: Zwar…

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Film: "Wenn bei John Ford jemand ein Fens­ter aufmacht, blickt er in eine strahlende Zukunft. Wenn er dasselbe bei mir macht, wird er erschossen." Mit diesen Worten brachte Regisseur Sergio Leone einst die Quintessenz seiner erfolgreichen "Dollar"-Trilogie ("Für eine Handvoll Dollar", "Für ein paar Dollar mehr", "Zwei glorreiche Halunken") auf den Punkt: Zynismus. Die drei legendären Italo-Western, die Mitte der Sechziger den Mythos vom dreckigen und unmoralischen Westernhelden aufbauten, machten nicht nur Clint Eastwood zum internationalen Superstar, sondern lösten Leone auch das lang ersehnte Ticket nach Hollywood. Mit ”Spiel mir das Lied vom Tod” schuf er vor über 40 Jahren…

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