Autor: Andreas Oswald

Für die "Progress Live"- Tour standen Gary Barlow, Howard Donald, Jason Orange, Mark Owen und Robbie Williams erstmals seit 1995 gemeinsam auf der Live-Bühne. Die Tournee durch 30 europäische Stadien wurde zur erfolgreichsten in der britischen Musikgeschichte. Der scharfe und detailreiche 60i-Transfer liefert ein plastisches Bild mit kräftigen Farben und leicht überhöhtem Kontrast, der das Konzert in schmuckem Hochglanz erstrahlen lässt. Aliasing-Effekte machen sich leider ebenso bemerkbar wie Kompressionsartefakte in Hintergründen. Vereinzelt rauscht es zudem stark (98:15). Der dynamische 5.1-Sound überzeugt mit guter Räumlichkeit, die Rears liefern natürlich klingenden Hall und Publikumsgeräusche. Instrumente und Gesang wurden zum Großteil auf die…

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"Von allen 3D-Szenen ist das eine der besonders aggressiven" gibt Kameramann Shelly Johnson zu Beginn eines unterhalt­samen Audiokommentars zu Protokoll. Dabei bezieht er sich aber nicht auf eine aufwändige Actionszene, sondern auf das computeranimierte Paramount-Logo. Leider hat er recht, denn der dreidimensionale Rest des Films fällt eher enttäuschend aus. Der 3D-Effekt Denn wie bei der Leinwand-Adaption von "Thor" wurde "Captain America" nicht in 3D gedreht, sondern nachträglich am Computer in die dritte Dimension gebracht. Die Konvertierung verfügt zwar über einen harmonischen 3D-Eindruck, der aber nicht sehr ausgeprägt ausfällt. Während Personen wie Objekte differenziert und gestaffelt im dreidimensionalen Raum wahrnehmbar…

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Im Herbst 2008 kündigte Joaquin Phoenix ("Walk the Line") seinen Rückzug aus dem Film­geschäft an, um sich als Hip-Hop-Musiker neu zu erfinden. Casey Affleck porträtiert seinen Schauspielkollegen und Schwager ein Jahr lang bei dessen Eskapaden und zeigt ein Panorama von gespielten Entgleisungen und Fehltritten: unter anderem grandios scheiternde Live-Auftritte, entsetzte Agenten, irritierte Kollegen wie Ben Stiller, der Phoenix zu einer Rolle in "Greenberg" überreden will, ein grotesker Versuch, P. Diddy als Produzenten zu gewinnen, Phoenix beim Koksen, Phoenix mit Prostituierten und mehr. Die Scripted-Reality-Doku (siehe Faktencheck) hat zwar einen gewissen Unterhaltungswert, doch am Ende fragt man sich – wozu das…

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Um die anstehende Hochzeit zu bezahlen und seinem zukünftigen Schwiegervater aus finanziellen Schwierigkeiten zu helfen, beschließt Ben (Joe Hursley) als Striptease-Tänzer Geld zu verdienen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Peinlichkeiten wird schnell klar, dass er ein bisher verborgenes Talent hat. Kurzweilige Sexkomödie von "Wayne’s World"-Regisseurin Penelope Spheeris mit prominenten Nebendarstellern (Mimi Rogers, Christopher McDonald). Bild: Die vielen Stripauftritte sind scharf, bunt und kontrastreich. Anderen Szenen fehlt es hingegen an Detailzeichnung und Tiefenwirkung. Ein feines Dauergrießeln stört kaum. Ton: Die Effektkulisse klingt in Deutsch zwar teilweise prägnanter als im Original (Autofahrt bei 8:53), echter Raumklang will sich aber nicht einstellen. Noch drei…

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Anwalt Mike Weiss (Chris Evans) vertritt eine HIV-positive Krankenschwester, die sich an einer kontaminierten Spritze infiziert hat. Bei seinen Ermittlungen kommt er illegalen Machenschaften der Pharmaindustrie auf die Spur. Der "Captain America"-Mime zeigt in diesem packenden, auf einer wahren Geschichte basierenden Justizdrama, was er wirklich draufhat. Ein starkes Stück Independent-Kino. Bild: Bei gut ausgeleuchteten Szenen verfügt der rausch- und defektarme Transfer über viele Details und hohe Tiefenwirkung (Gerichtssaal bei 35:35 oder Skyline bei 94:46). Selbst düstere Innenaufnahmen sind stets ausreichend scharf. Ton: Dialoge sind zwar gut verständlich, doch fällt die Effektkulisse meist im Center zusammen. Auch die Musik sorgt nur…

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Ein schweigsamer Martial-Arts-Mönch (Hongkong-Star Chow Yun-Fat) und ein großmäuliger Taschendieb (Seann William Scott) versuchen eine geheimnisvolle Schriftrolle, die den Schlüssel zu unbegrenzter Macht enthält, vor Alt-Nazis zu schützen. Nette Actionkomödie mit coolem Cast. Bild: Die Auswirkungen elektronischer Filter, eine eingeschränkte Detailauflösung sowie eine geringe Plastizität lassen das Bild wie eine hochskalierte DVD aussehen, obwohl der subjektive Schärfeeindruck gut ist. Auch der Schwarzwert gibt Anlass zur Klage (Schwarz sieht wie Dunkelgrau aus). Ton: Musik wie Effekte nutzen die Rears intensiv, mit aktuellen Produktionen kann der 5.1-Mix aber nicht konkurrieren. Extras: Audiokommentar, "Hinter den Kulissen Featurettes" (41:58), entfallene Szenen (11:38), alternatives Ende…

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Eine Nobelhure (Paz Vega) mit brisantem Wissen und die sie beschützenden Privatdetektive (Scott Mechlowitz, Alphonso McAuley) sind auf einer atemlosen Flucht vor der montenegrinischen Mafia, einem korrupten US-Senator und sadistischen Auftragskillern. Mit oft dämlichen Dialogen und viel Blutvergießen auf Hip getrimmter Eurothriller vor ungewöhnlicher Kulisse. Bild: Abhängig von der Szenenausleuchtung bietet der rausch- und defektarme Cineamscope-Transfer ein ordentliches bis gutes Schärfe-/Detailniveau. Gelegentlich rauscht’s. Ton: Nach verhaltenem Beginn rumst es beim explosiven Showdown ordentlich, aber nie so detailreich und räumlich wie bei Big-Budget-Produktionen. Extras: Audiokommentar, "Hinter den Kulissen" (15:31), entfallene Szenen (14:31), Trailer. Die Wertung Film 3 von 6 Punkten…

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Das werbelastige Making-of anzuschauen kommt einer Zeitverschwendung gleich. Wer es trotzdem sehen will, sollte dies unbedingt nach dem Film tun. Denn es verrät den finalen Plot-Twist, der leider auch das inhaltliche Highlight des vierten "Final-Destination"-Aufgusses darstellt. Den Rest des Konzepts rührten die Macher nicht an: Einmal dem Tod entwischt, macht er Jagd auf die Überlebenden, bis der letzte auf grausige Art verunglückt. Diesmal überleben acht Arbeitskollegen einen Brückeneinsturz dank der Vorahnung von Mitarbeiter Sam (Nicholas D’Agosto). Zumindest die Schauwerte gefallen, auch weil man wie beim Vorgänger in nativem 3D drehte. Wenn sich bei 17:18 Eisenstangen durch den Schädel eines Opfers…

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Als Studiocanal (ehemals Kinowelt) die "Scream"-Trilogie 2009 auf Blu-ray veröffentlichte (Test in audiovision 11-2009), waren Horrorfans nicht sonderlich angetan. Denn die Box hatte mit Defiziten zu kämpfen: 1. Da "Scream" damals noch auf dem Index stand, war die ungeschnittene Fassung nur schwer zu bekommen und obendrein recht teuer. 2. Selbst bei der Uncut-Fassung handelte es sich nur um den Kinocut und nicht um den längeren Director’s Cut, den Studiocanal auf DVD anbietet. 3. "Scream 2" hatte das falsche Bildformat (1,78:1 statt 2,35:1). 4. Die Bildqualität aller Teile war für HD-Verhältnisse bescheiden. Die jetzt neu veröffentlichte Box, gut zu erkennen an…

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Der Kreis schließt sich. Im Beitrag "Der Traum hinter Super 8" erfährt man, dass Regisseur J.J. Abrams vor 15 Jahren die alten Super-8-Filme von Steven Spielberg restaurierte. Jetzt inszeniert der "Lost"-Schöpfer einen Film namens Super 8, den niemand Geringeres als Steven Spielberg produziert. Doch Spielberg gab nicht nur das Geld, sondern stand auch inszenatorisch mit Rat und Tat zur Seite, was die optischen und inhaltlichen Anleihen bei "E.T." erklärt. So gelang zwei der krea­tivsten Köpfe Hollywoods der beste Blockbuster des letzten Jahres. Eine US-Kleinstadt Ende der Siebziger. Als sechs Freunde einen Super-8-Film drehen, werden sie Zeugen eines Zugunglücks – und…

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