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    Philips 55POS901F (Test)

    24. März 20176 Minuten Lesezeit

    Mit seinem ersten OLED-Fernseher setzt Philips UHD-Inhalten das Sahnehäubchen auf. Und das nicht nur wegen des einzigartigen Ambilight-Farbenspiels.

    philips-55-pos-901-f-procontraErst Ende letzten Jahres hat Philips die Katze aus dem Sack gelassen und seine ersten HDR-Fernseher präsentiert. Während uns das erste LCD-Modell PUS 7601 nicht in allen Belangen überzeugen konnte, bringt der neue 55 POS 901 F die Erleuchtung. Schließlich erfüllt er die „Ultra HD Premium“-Spezifikationen der UHD Alliance, die für OLEDs unter anderem eine Mindesthelligkeit von 540 Candela sowie erweiterte Farbräume vorschreibt. Der Preis ist trotz besserer Ausstattung niedriger als beim Marktführer LG.

    Ausstattung und Praxis

    tv_phi_55pos901_fb
    Verschieden und doch gleich: Zusätzlich zur Fernbedienung mit rückseitiger Tastatur (rechts) liegt dem Philips-OLED ein zweiter Signal­geber bei, welcher eine verbesserte Tastenanordnung verspricht.

    Unterstreichen die OLED-TVs der Südkoreaner den technologischen Fortschritt mit einem eher futuristischen Design sowie teilweise gebogenen Displays, setzt Philips bei seinem Gerät auf ein klassisches Erscheinungsbild. Ungeachtet dessen sind sie miteinander verwandt, stammen die Panels doch – wie bei allen aktuellen OLED-Modellen – von LG. Allerdings verzichtet der POS 901 auf die Polfilterscheibe und damit auf 3D, was ihm einen Preisvorteil einbringt. Hinzu kommt der Verzicht auf Dolby Vision, wobei sich der Standard mittels Software-Update nachrüsten lassen würde. Ob oder wann das passiert, steht aber nicht fest; nach eigenen Angaben legt Philips den Fokus derzeit auf HDR-10. Entsprechende Inhalte können über alle vier HDMI-Eingänge, den Mediaplayer sowie einige, wenige Streaming-Portale zugespielt werden.

    Ab Werk ist einzig Netflix als HDR-kompatible Smart-TV-Anwendung installiert. Jedoch findet sich in der Philips-eigenen „App Gallery“ zusätzlich die Online-Videothek von Amazon, die man im Google Play Store vergeblich sucht. Das Angebot soll in Zukunft noch wachsen. In jedem Fall setzt die ruckelfreie Wiedergabe dynamikreicher Videos eine flotte Breitband-Internetverbindung voraus.

    Obwohl die Anzahl an Prozessor-Rechenkernen im Vergleich zu älteren Spitzenmodellen des Hauses von sechs auf vier reduziert wurde, reagiert das Android-Betriebssystem angenehm schnell auf Befehle. Etwas gewöhnungsbedürftig finden wir das verschachtelte Menü und die irreführende Bezeichnung mancher Punkte. So wird über „Kontrast“ die Leuchtkraft der OLEDs angepasst, während der eigentliche Kontrastregler in den erweiterten Einstellungen steckt. Zugriff auf das Farbmanagement erlauben lediglich die isf-Bildmodi – früher war dafür ein Code erforderlich. Apropos Code: Die Swipe-Funktion des Fernbedienung-Touchpads lässt sich durch Eingabe der Zahlen „8687“ gefolgt von der „Mute“-Taste aus- oder einschalten.

    Hinter einer Abdeckung stehen alle wichtigen AV-Anschlüsse zur Verfügung. Rechts finden sich die Kopfhörerbuchse sowie jeweils zwei HDMI-, USB- und CI+ Ports Oben im Bild ist ein Teil des dreiseitigen Ambilights zu sehen.
    Hinter einer Abdeckung stehen alle wichtigen AV-Anschlüsse zur Verfügung. Rechts finden sich die Kopfhörerbuchse sowie jeweils zwei HDMI-, USB- und CI+ Ports Oben im Bild ist ein Teil des dreiseitigen Ambilights zu sehen.

    TV-Freunde kommen in den Genuss eines Twin-Tuners für Satellit, Kabel und DVB-T2. Der zweite CI+ Slot ermöglicht sogar die gleichzeitige Wiedergabe und Aufnahme mehrerer Pay-TV-Programme. Ungeachtet dessen macht das dreiseitige Ambilight Fernseh- beziehungsweise Filmabende zum echten Erlebnis: LEDs beleuchten die Wand hinter dem Gerät mit buntem Licht, was für ein schönes Ambiente sorgt und in dunkler Umgebung die Augen schont.

    Typisch Android: Die Benutzeroberfläche ähnelt der von Sony-Fernsehern, die auf das gleiche Betriebssystem setzen. Das Smart-TV-Angebot lässt keine Wünsche offen.
    Typisch Android: Die Benutzeroberfläche ähnelt der von Sony-Fernsehern, die auf das gleiche Betriebssystem setzen. Das Smart-TV-Angebot lässt keine Wünsche offen.

    Die Beschallung übernimmt eine fest montierte Soundbar mit 30 Watt Ausgangsleistung. Ihre sechs nach vorne gerichteten Treiber und der rückseitige Tieftöner spielen zwar recht kraftvoll auf, verfärben allerdings schon bei gehobener Zimmerlautstärke und büßen an Dynamik ein. Stimmen klingen dann zunehmend blechern und aufdringlich.

    HDR in vollen Zügen genießen
    Qual der Wahl: Der Philips-OLED stellt auch im HDR-Betrieb neun Bildmodi zur Verfügung. Wir empfehlen „HDR-Film“ oder (nach Korrekturen) „HDR-Natürlich“.
    Qual der Wahl: Der Philips-OLED stellt auch im HDR-Betrieb neun Bildmodi zur Verfügung. Wir empfehlen „HDR-Film“ oder (nach Korrekturen) „HDR-Natürlich“.

    Der Philips 55 POS 901 F ist schon ab Werk für die HDR-Wiedergabe vorbereitet und offeriert eine ganze Palette an entsprechenden Bildmodi. Unsere Wahl fiel zunächst auf „HDR-Film“, der im Vergleich die natürlichsten Farben mit einer Temperatur von rund 6.600 Kelvin liefert. Allerdings erscheinen sie etwas blass und leicht unterstättigt, was sich über den Sättigungsregler allerdings gut kompensieren lässt.

    HDR-Upscaling: Die Funktion versteckt sich unter dem Punkt „Kontrast“ und lässt SDR-Inhalte heller wirken. Der Farbraum wird dabei nicht erweitert.
    HDR-Upscaling: Die Funktion versteckt sich unter dem Punkt „Kontrast“ und lässt SDR-Inhalte heller wirken. Der Farbraum wird dabei nicht erweitert.
    Gute Alternative: Mit ein wenig Feintuning erreicht der Bildmodus „HDR-Natürlich“ eine bessere DCI-P3-Abdeckung als „HDR-Film“ und liefert sattere Farben.
    Gute Alternative: Mit ein wenig Feintuning erreicht der Bildmodus „HDR-Natürlich“ eine bessere DCI-P3-Abdeckung als „HDR-Film“ und liefert sattere Farben.

    Eine interessante Alternative stellt der Bildmodus „HDR-Natürlich“ dar, sofern man einige Korrekturen vornimmt. Standardmäßig ist die mit 8.700 Kelvin zu kühle Farbtemperatur „Normal“ aktiviert. Das Preset „Warm“ kommt mit 6.600 Kelvin deutlich näher an das Ideal heran, was auch sehr neutrale Graustufen zur Folge hat. Einen Ausrutscher leistet sich der Fernseher bei der übersättigten, stark in Richtung Blau verschobenen Mischfarbe Cyan. Der Fehler entsteht durch die Funk­tion „Farboptimierung“. Schaltet man sie ab, gehört das Problem der Vergangenheit an. Angenehme Nebeneffekte des Bildmodus sind ein besonders reines und intensives Rot sowie generell kräftigere Farben, die sogar noch eher dem DCI-P3-Standard entsprechen.

    Die Helligkeit klettert im HDR-Betrieb von 420 auf knapp 654 Candela im zehnprozentigen Messfeld, im vollflächigen Weiß fällt der Zugewinn geringer aus: Von 116 Candela (SDR) steigert er sich nur auf 142 Candela.

    Bildqualität

    Der 55 POS 901 F ist nicht nur der bislang beste Philips-TV aller Zeiten, sondern sticht auch etliche Kontrahenten aus. Zur Höchstform läuft er im Bildmodus „Film“ auf: Dieser zeigt ab Werk die besten Farben, weshalb uns das gesperrte Farbmanagement kaum stört. Dieses bleibt den beiden Presets „isf Tag“ und „isf Nacht“ vorbehalten, die aufgrund des eingeschränkten Farbumfangs beziehungsweise der geringen Leuchtdichte jedoch zusätzliche Korrekturen erfordern. Leider stehen im Menü keine erweiterten Farbräume zur Auswahl, obgleich der OLED das Spektrum bei HDR-Wiedergabe automatisch von BT.709 auf DCI-P3-Niveau vergrößert. Außerdem nimmt die Maximalhelligkeit um über 50 Prozent zu.

    Dem Ziel nahe: Der Philips-OLED-TV reproduziert auch komplexe Mischfarben originalgetreu. Blautöne tanzen aber etwas stärker aus der Reihe als wärmere Nuancen.
    Dem Ziel nahe: Der Philips-OLED-TV reproduziert auch komplexe Mischfarben originalgetreu. Blautöne tanzen aber etwas stärker aus der Reihe als wärmere Nuancen.

    Im SDR-Betrieb schafft der POS 901 F dennoch respektable 420 Candela. Das gilt allerdings nur für Spitzlichter beziehungsweise kleine Weißanteile – je größer die Fläche wird, desto stärker geht die Helligkeit zurück (bis circa 150 Candela). Der Schwarzwert bleibt davon im wahrsten Sinne des Wortes unbehelligt: Mit 0,0007 Candela zeigen die Dioden praktisch kein sichtbares Licht mehr. Folglich erscheinen etwa Aufnahmen eines Sternenhimmels und dunkle Szenen im Allgemeinen extrem plastisch sowie perfekt differenziert; auch aus seitlicher Perspektive.

    Die Bewegungsdarstellung gehört ebenfalls zu den Stärken der OLED-Technik. So werden selbst rasante Motive – egal, ob TV-Material oder Kino­filme – knackscharf durchgezeichnet. Eventuelle Einbrenneffekte verschwinden nach kurzer Zeit.

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    AuVi_AWARD-PreistippAuVi_AWARD-Highlight

     

    Der Testbericht Philips 55POS901F (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 3500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2017 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Philips 55POS901F (audiovision 2-2017)In den Warenkorb

      Philips 55POS901F (audiovision 2-2017)

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    AV-Fazit

    0 Sehr gut

    Betrachtet man das Gesamtpaket, ist der Philips 55 POS 901 F nicht weniger als eine Sensation. Zwar mag das farbbrillante sowie kontraststarke OLED-Panel nicht aus eigener Produktion stammen, die Holländer haben es jedoch gekonnt in ein toll ausgestattetes und äußerst schickes Gerät integriert. Das Ambilight bringt weitere Sympathiepunkte ein.
    Martin Ratkovic, Udo Ratai

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