Die überarbeitete Aurora-Boxenserie von Heco mit ihrem Namens-Zusatz „XT“ lockt wie ihr Vorgänger mit interessantem Design und überraschender Technik zu einem günstigen Preis. Kein Wunder, dass wir uns dieses 5.1-Ensemble einmal genauer anhören wollten.
Die Aurora-Serie vom deutschen Boxenbauer Heco ist bereits seit 2017 auf dem Markt – und damit zwangsläufig etwas in die Jahre gekommen. Deshalb haben die Entwickler ihr ein technisches wie optisches Facelift verpasst, wobei man in Bezug auf Äußerlichkeiten bei der von uns getesteten 2.500-Euro-Kombi mit einer Einschränkung leben muss.
So ist der Korpus der Stand-Frontbox Aurora XT 700 und der Surroundlautsprecher Aurora XT 300 nur noch in den eher dunkleren Dekorfolien Walnuss und Eiche erhältlich, die hellere Variante hat Heco aussortiert. Auch die Front und Deckelflächen gibt es lediglich in Seidenmatt schwarz. Der Aurora XT Center 30 und der Aurora XT Sub 30 müssen sich sogar mit einer mattschwarzen Folie für die Korpusse begnügen. Für eine Verwendung im dedizierten Heimkino ist das nachvollziehbar, aber dann sollten die restlichen Lautsprecher ebenfalls in einer derartigen Variante erhältlich sein.
Nichts zu meckern haben wir an der Verarbeitung, hier leistet Heco wie gewohnt gute und routinierte Arbeit. Die nicht sonderlich breiten Frontboxen bekamen zur Erhöhung der Standsicherheit je zwei Sockeltraversen mit auf den Weg, an die sich ansehnliche Aluminium-Spikes anschrauben lassen. Mit im Karton liegen auswechselbare Gummispitzen, damit sie auf kratzempfindlichen Böden wie Parkett oder Laminat keine ungebührlichen Spuren hinterlassen (siehe Kasten). Geblieben ist es bei den auf Aluminium-Platten montierten Anschlussterminals, die für Front- und Surround boxen sogar Biwiring ermöglichen, und der stabilen, im Falle der Aurora XT 700 zudem mehrfach innen versteiften Gehäusebauweise – alles keine Selbstverständlichkeit für diese Preisklasse.
Eine Aufstellung auf Spikes verringert die Kontaktfläche zum Boden, um damit die Übertragung von Vibrationen in die Standfläche zu minimieren. Zudem sind die Spikes meist am Rand des Lautsprecherbodens oder gar in Auslegern außerhalb davon positioniert, wo die Amplitude etwaiger Schwingungen geringer ist als in der Mitte. Boxenspikes sind meist per Gewinde höhenverstellbar, so dass sie sich an den Untergrund anpassen lassen und für einen kippelfreien Stand sorgen. Ein weiterer Grund für Spikes ist, dass diese durch das Gewicht der Box mit einem hohen Flächendruck auf den Boden gepresst werden. Das sorgt für einen festen Stand und verhindert Bewegungen der Box auch bei kräftigen Tieftöner-Membranbewegungen und entsprechender Impulseinwirkung auf das Gehäuse.
Allerdings können Spikes aus genau diesem Grund Fußböden beschädigen. Das lässt sich mit kleinen Metall-Untersetzern umgehen, die zwischen Spike-Spitze und Boden kommen und Kratzer verhindern. Eine alternative Lösung, wie sie Heco bei der Aurora XT 700 anbietet, besteht aus einer Gummispitze, die eingedreht werden kann. Damit muss niemand mehr Angst vor Beschädigung seines teuren Parkettbodens haben.

Die Technik
Das von Heco gewählte Design der Aurora XT-Serie hat auch akustische Auswirkungen: Das L-förmige Deckel- und Front-Element wird auf das bereits mit eigenen Front- und Deckelflächen versehene Gehäuse aufgesetzt und verdoppelt dadurch die Materialstärke. Dies führt zu weniger Vibrationen und geringeren Klangbeeinträchtigungen.
Selbstverständlich beschränkten die Entwickler sich bei der neuen Baureihe nicht auf die Optik, sondern ergänzten sie durch innovative Technik. So wurde der Hochtöner, genannt „Fluctus“, mit einer 28 Millimeter großen Gewebekalotte sowie einem Antrieb mit Ferrofluid-Kühlung ausgestattet. Dem geschulten Auge fällt sein Befestigungsflansch ins Auge, der mittels Computersimulations-Optimierung mehrere konzentrische Wellen bekam, um ein gleichmäßiges Rundstrahlverhalten über einen breiten Frequenzbereich zu erzielen.
Beim Membranmaterial für die Tief- und Mitteltöner setzt der Hersteller auf sogenanntes Kraftpapier, das aus langfaserigen nordischen Nadelhölzern und Wollfäden hergestellt wird. Dieses Material zeichnet sich durch eine hohe Steifigkeit und innere Dämpfung aus und soll besonders widerstandsfähig gegen Resonanzen sein.
Die Membranen bekamen zwar nur preis werte Blechkörbe mit auf den Weg, die werden aber immerhin durch glattflächige, stabile Zierringe jeweils sechsfach mit dem Gehäuse verschraubt und integrieren sich optisch sauber in die seidenmatt lackierten Fronten. Wer die Chassis partout nicht sehen will, kann auf die mitgelieferten Stoff-Abdeckungen zurückgreifen, die per Magneten an den Vorderseiten haften.
Die Frontlautsprecher Aurora XT 700 sind mit drei dieser 17-Zentimeter-Treiber ausgestattet. Einer davon sitzt oberhalb des Hochtöners und dient als Mitteltöner, während die beiden anderen unterhalb davon untergebracht sind und als reine Tieftöner arbeiten. Deren Trennfrequenz zum Mitteltöner liegt bei 260 Hertz. Der Übergang zum Hochtöner erfolgt bei allen Aurora XTs bei 3100 Hertz. Die Surroundboxen Aurora XT 300 verwenden ebenfalls ein 17-Zentimeter-Tieftonchassis, jedoch nur in einfacher Ausführung. Der Aurora XT Center 30 ist hingegen mit zwei kleineren 12,5-Zentimeter-Chassis bestückt. Alle drei Boxentypen sind Bassreflexkonstruktionen, ihre Öffnungen sind jeweils auf der Rückseite angebracht und dabei fest mit den Gehäusen verschraubt. Ein- und Auslass der Öffnungen sind jeweils trompetenförmig aufgeweitet, um Strömungsgeräusche bei hohen Pegeln zu unterbinden.
Der Subwoofer Aurora XT Sub 30A ist mit einem 30-Zentimeter-Chassis auf der Vorderseite ausgestattet. Seine beiden ähnlich gestalteten Bassreflexöffnungen befinden sich ebenfalls auf der Rückseite, oberhalb des Anschluss- und Bedienfelds. Der Sub bringt nur die notwendigsten Elemente wie Cinch-Eingänge und Drehregler für Pegel und Trennfrequenz mit, die Phase lässt sich lediglich von 0 auf 180 Grad umschalten und Hochpegel-Signale finden keinen Kontakt. Als Antrieb dient eine Class-D-Endstufe mit nicht gerade üppigen 125 Watt Leistung.



Tonqualität
Dank seiner gelungenen Abstimmung kann er damit 103 Dezibel Maximalpegel in unser Messmikrofon wuchten, was aller Ehren wert ist. In Sachen unterer Grenzfrequenz ist er mit 35 Hertz hingegen zurückhaltender, darunter setzt ein steilflankiges Subsonic-Filter ein, um den Treiber vor übermäßigem Hub zu schützen.
Schön linear und mit geringer Welligkeit verlaufen die Frequenzgänge von Front-, Center- und Surroundboxen. Allenfalls ein leichter Anstieg oberhalb von 20 Kilohertz ist anzumerken, was aber keine negativen Folgen für den Hörtest erwarten lässt. Nicht optimal ist hingegen das Rundstrahlverhalten des Centers, denn es zeigt zwischen 800 Hertz und 2 Kilohertz deutliche Einschnürungen – auch schon bei kleineren Winkeln.
Das 5.1-Set im Hörraum überzeugt durch ein angenehmes, sauberes Klangbild und bleibt dabei schön neutral, ohne bestimmte Frequenzen zu bevorzugen oder zu vernachlässigen. Die leichte Höhenanhebung der Lautsprecher fällt kaum auf, allenfalls wirkt der Klang etwas luftiger und klarer – wie man es bei „Listen Up!“ von Omar Hakim hören kann. Damit schafft das Set einen angenehmen, räumlichen Eindruck. Die Hecos meistern die dynamischen Sprünge in diesem anspruchsvollen Stück mit Leichtigkeit und lassen Snare- und Beckenschläge temperamentvoll erklingen.
Der Subwoofer fügt sich perfekt ins Klangbild und ist ebenfalls agil: Bei „Terminator – Die Erlösung“ bringt er die Schläge und Explosionen während der Verfolgungsjagd mit dem Abschleppwagen oder der Tankwagen-Explosion impulsiv und druckvoll. Auch als der Flugandroide unter der Brücke hindurchfliegt, schiebt er ordentlich Tiefbass in den Raum.
Feinsinnigere Anforderungen können sich ebenfalls hören lassen. Bei Aaron Coplands „Appalachian Spring“ von der San Francisco Symphony zeigt das Set seine Fähigkeit, Instrumente präzise´im Raum zu platzieren und eine bemerkenswerte Raumtiefe mit glaubwürdiger Atmosphäre zu erzeugen.
Als ausgewachsene Standbox ist die Aurora XT 700 im Stereobetrieb nicht auf eine Subwoofer-Unterstützung angewiesen. Auch hier spielt sie dynamisch, neutral und präzise, beweist aber mit der CD „40 Trips Around the Sun“ von Toto, bei der Hits der Rock-Veteranen wie „Rosanna“ oder „Africa“ neu gemastert wurden, einen ausgeprägten Sinn für Musikalität.


Der Testbericht Heco Aurora XT (Gesamtwertung: 82, Preis/UVP: 2.500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Das neue Aurora XT-Set von Heco vereint cleveren Gehäusebau mit schickem Design sowie ausgefeilter Klang-Technik – und das zu einem richtig günstigen Preis. Einzig bei der Farbgestaltung hätten wir uns mehr Auswahl gewünscht.
Michael Nothnagel

