Samsung UE 55 JU 6850 (Test)

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Die Quantum-Dot-Technik ist nicht länger Samsungs SUHD-TVs vorbehalten. Neuerdings verfügen auch die günstigeren Modelle der JU-6850-Serie über ein Nano-Crystal-Display, das mit einem größeren Farbspektrum sowie höheren Kontrasten brilliert.

Ausstattung und Praxis

samsung-pcDer 55 JU 6850 lässt das Herz höher schlagen – vor Schreck! Sein „V-Shape“-Standfuß macht nämlich einen etwas wackeligen Eindruck, so dass sich der Bildschirm allein beim Anschließen des Antennenkabels und der Gerätschaften aufschaukelt; auch das Gehäuse selbst wirkt arg kunststofflastig. Dafür kommt im Inneren solide Technik zum Einsatz: Neben der bereits erwähnten „Nano Crystal Color“-Technologie (siehe Kasten „Vorliebe für intensive, aber kühle Farben“) befördern der „Wide Color Enhancer (Plus)“, der „Contrast Enhancer“ und nicht zuletzt „UHD Dimming“ die Bildqualität auf ein hohes Niveau. Der „Picture Quality Index“ wird mit 1.400 angegeben, entspricht also dem der übergeordneten 7er-Serie. Auf Komfort-Features wie Twin-Tuner oder die One-Connect-Buchse zum Nachrüsten künftiger TV-Standards muss man aber verzichten.

Anders als bei den teureren Samsungs liegt dem 55 JU 6850 nur der normale Signalgeber bei; die Smart Control mit Bewegungssensor gehört nicht zum Lieferumfang.

Anders als bei den teureren Samsungs liegt dem 55 JU 6850 nur der normale Signalgeber bei; die Smart Control mit Bewegungssensor gehört nicht zum Lieferumfang.

Trotzdem bleibt der Bedienkomfort hoch. Schließlich eröffnet das Tizen-Betriebssystem dem Nutzer praktische Multitasking-Fähigkeiten, während der Quad-Core-Prozessor für kurze Reaktionszeiten sorgt. Um im riesigen Smart-TV-Angebot schnell die gewünschten Apps finden zu können, hilft die Suchfunktion: Sie zeigt schon nach der Eingabe des ersten Buchstabens treffende Schlagwörter und Icons an. Der Mediaplayer ist über die Eingangs- respektive Quellenwahl abrufbar und unterstützt alle wichtigen Dateiformate inklusive unserer Ultra-HD-Testvideos.

Der Klang haut uns nicht gerade vom Hocker. Zwar punkten die Zehn-Watt-Lautsprecher mit guter Sprachverständlichkeit, sie verzerren jedoch bei höheren Schallpegeln und lassen Bässe vermissen.

Tizen: Das Betriebssystem zeichnet sich durch eine Task­leiste aus, über die man auf alle Smart-TV-Funktionen des Samsung UE 55 JU 6850 zugreifen kann.

Tizen: Das Betriebssystem zeichnet sich durch eine Task­leiste aus, über die man auf alle Smart-TV-Funktionen des Samsung UE 55 JU 6850 zugreifen kann.

Der Zeit voraus: Die Aufnahmeplanung gelingt bis zum 31.12.2099. Mangels Twin-Tuner kann während des Mitschnitts aber keine andere Sendung angesehen werden.

Der Zeit voraus: Die Aufnahmeplanung gelingt bis zum 31.12.2099. Mangels Twin-Tuner kann während des Mitschnitts aber keine andere Sendung angesehen werden.

Nachschub: Wem die ab Werk installierten Apps nicht genügen, der wird in Samsungs Download-Portal fündig. Bemerkenswert ist die Vielzahl an Videoportalen.

Nachschub: Wem die ab Werk installierten Apps nicht genügen, der wird in Samsungs Download-Portal fündig. Bemerkenswert ist die Vielzahl an Videoportalen.

Ein kleiner Schritt für einen Hersteller, aber ein riesiger Sprung für die LCD-Technik. Okay, ganz so bahnbrechend ist der Einsatz von Quantenpunkten beziehungsweise Nanokristallen nicht (mehr), zumal Sony schon seit geraumer Zeit mit ihnen arbeitet – sogar im unteren Preissegment (siehe Test des KD-55 X 8505 C in audiovision 9-2015). Dennoch sind die Unterschiede bei der Farbwiedergabe zwischen dem JU 6850 und seinen Geschwistern ohne Quantum-Dot-Display bemerkenswert.

Bereits in den Werkseinstellungen lässt es das günstigste Nano-Crystal-Modell krachen: Der Bildmodus „Standard“ zeigt – ebenso wie „Dynamisch“ oder „Natürlich“ – einen deutlich erweiterten Farbraum, der extrem knallige Grün- und Rottöne hervorruft. Mit über 10.000 Kelvin herrscht allerdings in allen drei Modi eine beinahe frostige Bildwirkung. Im Vergleich wirken die 5.860 Kelvin unseres Favoriten „Film“ geradezu tropisch, wobei dieser einen Rot-/Gelbstich an den Tag legt. Das Farbtemperatur-Preset „Warm1“ schießt mit 7.630 Kelvin wiederum über das Ziel von 6.500 hinaus. Hier hilft letztlich nur ein manueller Weißabgleich.

An der Farbneutralität haben wir nichts auszusetzen: Weder bei den Mischfarben noch bei den Graustufen gibt es nennenswerte Ausreißer – die Delta-E-Abweichungen bewegen sich im sehr guten Bereich. Selbst aus seitlicher Perspektive bleiben die Farben weitgehend stabil. Einzig Weiß wandert ab einem Winkel von 20 Grad in Richtung Blau, was in Schwarz-Weiß-Klassikern wie „Casablanca“ natürlich stört. Außerdem wird das Bild sichtbar dunkler.

Zu Kopf gestiegen: Das Preset „Nativ“ erweitert den Farbraum stark in Richtung Grün und Rot; im Film „Der große Gatsby“ sieht das allerdings nicht gerade gut aus.

Zu Kopf gestiegen: Das Preset „Nativ“ erweitert den Farbraum stark in Richtung Grün und Rot; im Film „Der große Gatsby“ sieht das allerdings nicht gerade gut aus.

Wie ein Großer: In puncto Farbreproduktion steht der Samsung UE 55 JU 6850 den teureren Modellen in fast nichts nach – er meistert auch schwierige Mischfarben.

Wie ein Großer: In puncto Farbreproduktion steht der Samsung UE 55 JU 6850 den teureren Modellen in fast nichts nach – er meistert auch schwierige Mischfarben.

Bildqualität

Obwohl der JU 6850 ohne die „Peak Illuminator“-Schaltung daherkommt, erzielt er im Vergleich zu seinen teureren Brüdern  wie dem Samsung UE 55 JU 7090 (audiovision 9-2015) fast gleich hohe Leuchtreserven. Das Maximum von 397 Candela (statt 421 Candela) entlockt man dem Edge-LED-Backlight im Bildmodus „Dynamisch“; im farblich neu-tralsten und deshalb von uns empfohlenen Preset „Film“ sinkt die Spitzenhelligkeit auf 280 Candela.

Zero Connect: Samsung verzichtet beim UE 55 JU 6850 auf die One-Connect-Buchse, stattet ihn ansonsten aber mit allen wichtigen Anschlüssen aus.

Zero Connect: Samsung verzichtet beim UE 55 JU 6850 auf die One-Connect-Buchse, stattet ihn ansonsten aber mit allen wichtigen Anschlüssen aus.

Dennoch setzt sich das TV-Bild auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen durch – der Hellraumkontrast beträgt 1.005:1. Im abgedunkelten Wohnzimmer respektive Heimkino schwächelt der Fernseher allerdings. Hier messen wir magere Kontrastwerte zwischen 262:1 (ANSI-Schachbrett) und 729:1 (Zwei-Prozent-Weißfeld). Folglich sehen dynamikreiche und finstere Szenen wie in „Gravity“ nicht so plastisch aus wie auf den anderen Testkandidaten. In puncto Farbbrillanz macht dem Samsung dafür keiner was vor, worauf wir im Kasten oben näher eingehen. Störende Wolken oder Inhomogenitäten können wir nicht feststellen, jedoch fallen am oberen und unteren Bildrand gelegentlich Abschattungen auf. Kinofilme erscheinen geglättet oder mit originalem 24p-Ruckeln.

1.800 Euro: Der Samsung UE 55 JU 6850 bietet moderne Technik zum fairen Preis und ist der einzige Testkandidat mit erweiterbarem Farbraum. Das 60-Zoll-Modell schlägt mit 2.700 Euro zu Buche, der 50-Zöller kostet nur 1.550 Euro.

1.800 Euro: Der Samsung UE 55 JU 6850 bietet moderne Technik zum fairen Preis und ist der einzige Testkandidat mit erweiterbarem Farbraum. Das 60-Zoll-Modell schlägt mit 2.700 Euro zu Buche, der 50-Zöller kostet nur 1.550 Euro.

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AuVi_AWARD-Testsieger

Der Testbericht Samsung UE 55 JU 6850 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 1800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2016 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

80 sehr gut

Nicht zum ersten Mal gewinnt Samsung den Vergleichstest, wobei wir vom UE 55 JU 6850 etwas mehr erwartet hätten: Sein Kontrast liegt auf Einsteigerniveau und der One-Connect-Port wurde ersatzlos gestrichen. Dafür gefallen die brillanten Farben und die breite 4K-Unterstützung.

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