Sony BDP-S 5500 (Test)

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Sonys Blu-ray-Player des aktuellen Jahrgangs kommen im fast quadratischen Kompaktgehäuse daher. Die Schrumpfkur setzt sich leider im Inneren fort, selbst beim 2015er-Topmodell BDP-S 5500.

Nur das bereits letztes Jahr erschienene Blu-ray-Flaggschiff BDP-S 7200 (Test in Ausgabe 1-2015) kommt bei Sony noch in klassischer Machart mit Display und 43 Zentimeter Breite daher. Bei allen neuen Modellen ist hingegen Minimalismus angesagt: Das Gehäuse des BDP-S 5500 ist gerade so groß, dass Laufwerk und Steuerplatine hineinpassen (3,9 cm Höhe x 23 cm Breite x 19,3 cm Tiefe). Die Stromversorgung lagerten die Sony-Ingenieure deshalb in ein externes Netzteil aus.

Um das Gehäuse so kompakt wie möglich zu bekommen, wurde das Netzteil kurzerhand ausgelagert.

Um das Gehäuse so kompakt wie möglich zu bekommen, wurde das Netzteil kurzerhand ausgelagert.

Ausstattung und Bedienung

Klein, aber gut: Die Tasten könnten etwas größer sein, doch ihre sinnvolle Anordnung und eindeutige Beschriftung gefällt. Für den US-Streaming-Giganten Netflix gibt es sogar eine eigene Taste.

Klein, aber gut: Die Tasten könnten etwas größer sein, doch ihre sinnvolle Anordnung und eindeutige Beschriftung gefällt. Für den US-Streaming-Giganten Netflix gibt es sogar eine eigene Taste.

Anders als im BDP-S 7200 arbeitet im BDP-S 5500 kein Doppelkern-Prozessor, dennoch liegt die Startdauer mit 15 Sekunden und die Einlesezeit einer Blu-ray mit durchschnittlich 21 Sekunden im guten Mittelfeld. Eilige können den Schnellstart einschalten, der den Player sofort spielbereit macht; der Stromverbrauch erhöht sich auf moderate 4,2 Watt. Das neue Kachel-Menü wirkt modern und lässt sich durch Hinzufügen von App-Symbolen anpassen. Der Sony verwöhnt Technik-Interessierte mit einer Bitratenanzeige für Bild und Ton sowie einer Vorwärts/Rückwärts-Einzelbildsuche. Das Navigieren beim Abspielen klappt flott, Geduld ist allerdings beim Aufrufen des Setup-Menüs gefragt, wo sich der Player im Test eine Pause von sechs Sekunden gönnt – gut, dass man üblicherweise nur bei der Einrichtung darauf zugreifen muss. Alles in allem lässt sich der Player gut handhaben, auch wenn ein gedrucktes Handbuch auf unserer Wunschliste steht, die komplette Anleitung ist nur als Download von der Sony-Webseite erhältlich.

Als Extra heben die Japaner den WLAN-Chip in MIMO-Technik hervor, der mit Hilfe zweier integrierter Antennen eine besonders stabile Verbindung erzielen soll; auf das weniger überlaufene 5-GHz-Frequenzband versteht sich der Sony indes nicht. Besitzer Miracast-fähiger Smartphones können Bild und Ton drahtlos an den Player und damit den TV senden. Der Mediaplayer nimmt Fotos, Musik und Videos per Datendisc, USB (FAT, NTFS) und Netzwerk (DLNA) entgegen. Seine Stärke ist die 5.1-Wiedergabe von AC3-, DSD-, FLAC- und WAV-Audiodateien, die er als Dolby Digital und 5.1-PCM dem Verstärker zuführt. Die Video-Wiedergabe konnte uns trotz umfangreicher Formatunterstützung nicht überzeugen, da der Player 50-Hertz-Material mit 60 Hertz ausgibt, was zu stotternden Bildern führt. Details zu den Internet-Apps finden Sie im Kasten rechts.

Analog ade: Neben HDMI verfügt der Sony BDP-S 5500 nur über einen digitalen Tonausgang in elektrischer Form (Koaxial), eine LAN-Buchse und einen 12-Volt-Anschluss für das externe Netzteil.

Analog ade: Neben HDMI verfügt der Sony BDP-S 5500 nur über einen digitalen Tonausgang in elektrischer Form (Koaxial), eine LAN-Buchse und einen 12-Volt-Anschluss für das externe Netzteil.

Bild- und Tonqualität

Blu-rays reproduziert der Sony sowohl in den YCbCr- und RGB-Farbformaten (optional mit Deep Color) mit akkurater Schärfe, stimmigen Farben und Helligkeitsniveaus. Ultraweiße und ultra­schwarze Bildbereiche zeichnet er sauber durch. Die Halbbildverwebung klappt bei Film-DVDs wie 1080i-Doku-Blu-rays einwandfrei. Nur selten wie beispielsweise im zehnten DVD-Kapitel von „Sechs Tage, sieben Nächte“ stören flimmernde Zeilen das Bild, weshalb es bei der DVD-Wiedergabe nur zu neun Punkten langt. In solchen Fällen kann man das De-Interlacing testweise dem Receiver oder TV überlassen, da der Sony das Bild auch im Original-Format mit 480/576i ausgeben kann. Ferner lässt sich im Setup-Menü ein für TV-Material optimierter De-Interlacing-Modus aufrufen, sollte die Automatik kein sauberes Bild liefern.

Klar strukturiert: Bereits bei der Dateiauswahl im Audioplayer zeigt der Sony den Audiocodec an.

Klar strukturiert: Bereits bei der Dateiauswahl im Audioplayer zeigt der Sony den Audiocodec an.

Vor knapp drei Jahren führte Sony mit dem BDP-S790 (Test in audiovision 7-2012) die 4K-Skalierung bei Blu-ray-Playern ein. Ein Schritt, den wir begrüßten, resultiert dies doch meist in besseren Ergebnissen, als wenn man dem UHD-Display oder dem 4K-Beamer die Skalierung überlässt. Umso unverständlicher, dass Sony bei den neuen Playern auf dieses Feature verzichtet – das kostet Punkte beim Blu-ray-Sehtest. Ebenso sind die Möglichkeiten beim Bildtuning mit zwei Rauschfiltern und drei Voreinstellungen begrenzt: Neben dem neutralen Standard-Modus gibt es „Heller Raum“, der mittelhelle Bildbereiche aufhellt, während „Dunkler Raum“ sie entsprechend dunkler wiedergibt. Manuelle Regler fehlen, auch hier boten frühere Sony-Player mehr.

Display_Menu

Beim Ton gibt es hingegen wenig zu kritisieren, sowohl über den HDMI-Ausgang als auch den koaxialen S/PDIF-Ausgang kommt ein ausgewogener Klang zustande. Das geschlossene Laufwerk gehört zwar nicht zu den leisesten seiner Art, hält sich insgesamt aber zurück und nervt weder mit Fiepen noch mit auffälligen Positionier-Geräuschen des Motors. Im Audio-Setup ist die „AV-Sync“-Einstellung hervorzuheben, mit der man den Ton gegenüber dem Bild um bis zu 120 Millisekunden verzögern kann – ein nützliches Extra, weil nicht alle Fernseher über eine entsprechende Regelung verfügen. Wie der in der letzten Ausgabe getestete Samsung BD-J 5500 E setzt der Sony Mehrkanal-Ton von Dolby und DTS in Einstellung „PCM“ nicht zu 5.1/7.1-PCM um, sondern macht daraus einen Zweikanal-Downmix. Dies führt bei alten Receivern zu Schwierigkeiten, die PCM 5.1, nicht aber HD-Ton von Dolby und DTS verarbeiten können.

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Der Testbericht Sony BDP-S 5500 (Gesamtwertung: 75, Preis/UVP: 130 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

74 gut

Im Wohnzimmer macht der kompakte BDP-S 5500 optisch eine gute Figur und begeistert die Familie mit einem umfangreichen App-Angebot. Im ambitionierten Heimkino ist er aufgrund der fehlenden 4K-Skalierung und des limitierten Video-Equalizers hingegen weniger gut aufgehoben.
Florian Goisl

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