Sony KD-55XF8505 (Test)

0

Griffiger Steuerstab: Die Sony-Fernbedienung liegt gut in der Hand. Auf Netflix, Google Play und die TV-Aufnahmen hat man direkten Zugriff.

Ein schicker Gehäuserahmen aus Aluminium und ein im Standfuß verstecktes praktisches Kabelmanagement-System untermauern beim Sony KD-55XF8505, dass man auch bei einem vergleichsweise günstigen Flat-TV eines Markenherstellers nicht auf gute Verarbeitung und praktische Details verzichten muss. Der Apparat für 1.200 Euro arbeitet mit einem Edge-LED-Backlight. Beim Sideboard bzw. TV-Tisch sollte man nicht das kleinste Modell wählen, denn der Abstand zwischen den Standfüßen fällt mit gut 106 Zentimetern recht üppig aus. Für die Wandmontage werden alle VESA-Halterungen mit einem Lochabstand von 30 x 20 Zentimetern unterstützt.

Ausstattung & Praxis

Abgesehen vom fehlenden Time-Shift für die zeitversetzte Wiedergabe muss man beim KD-55XF8505 ausstattungstechnisch keine Kompromisse eingehen. Für Kabel, Satellit und DVB-T2 HD hat er jeweils Doppeltuner an Bord. Schaut man das Fußballspiel im Ersten, kann man so trotzdem die Serie im ZDF aufnehmen. USB-Anschlüsse beispielsweise zur flotten Wiedergabe von Fotos, Musik oder Videos hat der Sony gleich drei verbaut, auch eine Kopfhörerbuchse ist vorhanden.

Das doppelte Lottchen: Twin-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 ermöglichen bei TV-Aufnahmen mehr Flexibilität bezüglich der Programmauswahl.

Android 7.0 sorgt für schnelle Menüwechsel. Apps lassen sich ebenso flott aufrufen wie Aufnahmen von USB-Festplatte. Auch wenn man den Sony im intensiven Dauereinsatz hat: Wann man zur „Home“- und wann zur „Action Menu“-Taste greifen sollte, geht einfach nicht intuitiv in Fleisch und Blut über. Für Netflix, Google Play und das Aufnahme-Archiv stellt die Fernbedienung glücklicherweise separate Tasten bereit. Über die „Help“-Taste findet man Antworten auf die alltäglichen Fragen – etwa, welche USB-Festplatten kompatibel sind und wie man den Sony Channel Editor verwendet.

Schau mal einer an: Mosaikartige Galerie und Vollbilddarstellung – Fotos vom USB-Stick holt der KD-55XF8505 ohne Wartezeiten auf seinen Bildschirm.

Zuverlässiger Helfer: Google Assistant hat nicht nur Faktenwissen parat. Auf Wunsch erzählt der Sony-Fernseher auch mal einen Witz.

Android 7.0: Das auf Smartphones beliebte Betriebssystem erklärt sich auf dem Fernseher von selbst und erlaubt das schnelle Wechseln von Menüs und Apps.

Google Assistant steht prompt und zuverlässig über die Mikrofon-Taste bereit. Ob Wetter, Sport, Unterhaltung, generelles Wissen oder Verkehr – ein Zuruf genügt, und der clevere Helfer verrät beispielsweise die gewünschte Zugverbindung von A nach B.

Natürlich kann man Videos oder Musik auch direkt über den Sony-TV wiedergeben. Die App-Auswahl ist schließlich üppig. Da immer mehr Zeitgenossen ihr Smartphone aber ohnehin fast rund um die Uhr in der Hand haben und ein Clip auf dem großen Display des 55-Zöllers deutlich besser zur Geltung kommt als auf dem Mobiltelefon, ist Chromecast eine feine Sache. So genügt – eine kompatible App vorausgesetzt – ein Fingertipp oben rechts auf das Chromecast-Symbol, und schon lassen sich Inhalte blitzschnell auf den KD-55XF8505 übertragen.

Ein Fingertipp genügt: Über das Chromecast-Symbol oben rechts lassen sich die Inhalte vieler Apps auf den Sony-Fernseher spiegeln.

Eine Liste der unterstützten Apps findet man unter ­store.google.com/de/product/chromecast_2015_apps. Hierzu gehören Klassiker wie Netflix, Maxdome, DAZN, Sky Ticket, diverse Mediatheken und Musikdienste wie Spotify, Deezer, Tidal, Google Play Music und SoundCloud. Speziell YouTube-Anhänger werden den Chromecast-Support des Sony zu schätzen wissen. Video auswählen, Chromecast-Symbol antippen und auf dem Fernseher anschauen (Screenshot ganz rechts). Das klappt auch mit immer mehr TV-Diensten wie Digital TV von 1&1. Sowohl das Live-Programm als auch Aufnahmen lassen sich auf diese Weise kabellos auf den Flatscreen transportieren. Zum Spiegeln von Inhalten stellt Sony ebenfalls für iOS- und An­droid-Geräte die kostenlose App „Video & TV SideView“ bereit. Sie dient zusätzlich als Fernbedienung und als blitzschnelle Hilfe zum Starten von Apps.

Bild- und Tonqualität

Ob Fußballspiel, Nachrichten, Talkshow oder Spielfilm: Diese Alltagsaufgaben meistert der Sony mühelos. Die Farbdarstellung ist präzise, die Feinzeichnung gut, die Skalierungseigenschaften des 55-Zöllers überzeugen. Auch im klassischen Filmbetrieb mit den Cinemascope-Balken oben und unten leistet der preiswerte Flachmann mehr, als wir erwartet hätten. Die Balken sind erstaunlich gleichmäßig ausgeleuchtet.

Fast alles im Lot: Lediglich bei den Rot- und Orangetönen zeigt der Sony kleinere Abweichungen im SDR-Bereich. Ansonsten stimmen die Messwerte.

Von störenden Hinterleuchtungen ist nichts zu sehen. Ruft man sich die einheitlich schwarze Fläche eines Blu-ray-Vorspanns auf, so ist die positive Überraschung sogar noch ein wenig größer. Auch hier zeigt der Sony keine Schwäche, die Ausleuchtung ist homogen ohne spürbare Aufhellungen. Für einen Apparat mit Edge-LED-Backlight ist das alles andere als selbstverständlich. Bei frontaler Betrachtung verdient Schwarz diese Bezeichnung mit kleinen Abstrichen.

Etwas eingeschränkt: Wie die meisten Fernseher in dieser Preisklasse deckt auch der KD-55XF8505 das DCI-P3-Spektrum nicht zu 100 Prozent ab.

Hochwertig: Beim Gehäuserahmen setzt Sony auf Aluminium statt Kunststoff.

Im Modus „Cinema pro“ sollte der „Schwarzwert“ kleiner als 50 eingestellt sein. Jenseits der optimalen Blickwinkelachse nimmt die Bildqualität peu à peu ab. Weder hektische noch geschmeidige Bewegungen bereiten größere Schwierigkeiten, wenn die „Motionflow“ auf „Anwender“ steht. Butterweiche Ergebnisse wie bei den Spitzenmodellen erreicht man freilich nicht.

 

Auch für HDR-Darstellungen (nur HDR10 und HLG, kein HDR10+ und Dolby Vision) ist der Sony gerüstet: Im „Cinema pro“-Modus kommt er im vollflächigen Weiß auf 614 Candela. „Experte 2“ liefert mit 6.813 Kelvin die ab Werk beste Farbtemperatur, „Warm“ driftet mit 8.048 Kelvin deutlich ab. Der erreichte ANSI-Kontrast von 700:1 ist für diese Preisklasse ebenfalls beachtenswert.

 

Für den Ton zeichnen zwei Lautsprecher mit jeweils zehn Watt verantwortlich. Für klare Stimmen reicht das locker. Musik kommt bei höheren Pegeln an ihre Grenzen. Ihr fehlt es ein wenig an Wärme, Dynamik und satten Bässen.

Der Testbericht Sony KD-55XF8505 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 1200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2019 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

76 gut

Abgesehen von der limitierten Schwarzdarstellung ist der TX-55FXW784 dank seines authentischen Bildes das perfekte Gerät für Wohnzimmer-Kinos. Aufgrund vier unterschiedlicher Tuner eignet sich der Panasonic für jeden TV-Haushalt.
Jochen Wieloch

Diesen Artikel teilen

Antworten