Epson EH-TW7300 (Test)

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Groß und beleuchtet: Die Epson-Fernbedienung ist nicht gerade handlich, bietet aber reichlich Platz für zahlreiche Direkttasten.

prosconsGünstiger als mit dem EH-TW7300 von Epson kann der Einstieg in das Ultra-HD-Heimkino kaum gelingen. Trotzdem ist der mit 4K-Enhancement bestückte LCD-Projektor sehr hell sowie HDR-kompatibel.

Epsons eShift-Technik lässt das im Vergleich zu anderen Projektor-Technologien etwas grobe LCD-Raster verschwinden und erhöht die Detailauflösung gegenüber Full-HD deutlich. Dank der hohen Lichtausbeute sowie echter HDR-Kompatibilität ist das preisgünstigste Ultra-HD-Modell der Japaner eine starke Alternative zu ähnlich teuren DLP-Beamern mit XPR-Shifting.

Bei Helligkeit (bis zu 2.300 Lumen) und Farbwiedergabe steht der EH-TW7300 dem 3.700 Euro teuren Spitzenreiter EH-TW9300W (audiovision 1-2017) praktisch in nichts nach, der Kontrastumfang fällt aller-dings geringer aus.

Ausstattung und Bedienung

Der große LCD-Projektor geizt nicht mit Luxus-Funktionen wie einem voll motorisierten Objektiv, das Fokus, Zoom und 2D-Lens-Shift elektronisch steuert sowie zehn Bildformate und Optikpositionen speichert. Dank des 2,1-fachen Zooms und der Verschiebung um rund eine Bildhöhe vertikal beziehungsweise eine halbe Bildbreite horizontal meistert der EH-TW7300 jede Installationsaufgabe souverän. Bei Nichtgebrauch schützt ein automatischer Verschluss die Optik vor Staub und Schmutz.

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Zukunftssicher: Die erste HDMI-Buchse am Projektor-Terminal ist für den Kopierschutz HDCP 2.2 vorbereitet. Doch auch der zweite HDMI-Port nimmt Ultra-HD-Videos mit bis zu 60 Hertz Frequenz und HDR-Material entgegen. Bilder gleicher Framerate lassen sich dabei per PIP-Funktion anzeigen. Zudem ist noch ein analoger VGA-Eingang vorhanden.

Normale SDR-Videos kann man dank der hohen Lichtausbeute auch in der niedrigsten der drei Lampeneinstellungen (1.380 Lumen) auf bis zu 3,7 Meter breiter Leinwand genießen. Dann geht das Lüftergeräusch auf fast unhörbare 19,8 Dezibel zurück und die Lampenlebensdauer erhöht sich auf bis zu 5.000 Stunden. Für seine hervorragenden Praxiseigenschaften und die niedrigen Betriebskosten (der Preis für die Ersatzlampe ELPLP89 liegt bei 130 Euro) verdient dich der Epson ein extra Lob!

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Kino-Glättung mit Frame Interpolation: 24p-Filme von Blu-ray-Disc lassen sich vom Ruckeln befreien. Bei PAL-Material, aktivem „4K-Enhancement“ oder mit UHD-Quellen ist die Schaltung allerdings deaktiviert.

Weitere Highlights sind die Schärfefunktionen „Superresolution“ und „Detailverbesserung“ sowie die Bewegungstechnologie „Frame Interpolation“. Letztere steht allerdings nicht für UHD-Clips oder bei aktivem 4K-Enhancement zur Verfügung. Für weitere Features wie „PIP“ (funktioniert nur mit HDMI-Quellen gleicher Bildrate), „Color Mode“ (aktiviert Bildmodi mit und ohne Farbfilter) sowie „3D“ hält die Fernbedienung Direkttasten bereit. 3D-Brillen sind separat für je 80 Euro erhältlich.

Licht und Farbe

Im grünstichigen Preset „Dynamisch“ schafft der EH-TW7300 locker 2.300 Lumen, bis zu 1.932 sind es im farbneutralen Bildmodus „Natürlich“. Hier trifft er Grund- sowie Mischfarben selbst im Eco-Modus der Lampe (Stromverbrauch von 232 Watt) sehr genau, während viele andere Projektoren unterkühlt wirken. Auf mittlerer Lampenstufe (254 Watt) und bei voller Leistung (316 Watt) strahlen Rottöne aber noch intensiver. Im Vergleich zum Top-Modell TW9300 fällt der native Kontrast leider stark ab (1.430:1 statt 6.660:1), übertrifft jedoch die DLP-Konkurrenz mit XPR-Technik leicht.

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Begrenzte Wirkung der Iris: In völlig schwarzen Testbildern reduziert die Iris Restlicht auf ein Zehntel. Doch in praktischen HDR-Szenen, hier aus dem Sci-Fi-Film „Lucy“, tut sich wenig und der Schwarzwert bleibt schlecht.

Videoverarbeitung

Der De-Interlacing-Modus „Film/Auto“ wirkt bei Kinofilmen leider nicht (576i und 1080i). Darüber hinaus glättet die dreistufige Bewegungstechnologie „Frame Interpolation“ allein 1080/24p-Streifen (auch in 3D), steht für TV-Material sowie DVDs (hier beträgt die Bildrate 50 Hertz) aber nicht zur Verfügung. Auch für Camcorder-Clips (1080/30p) und im Modus „4K-Enhancement“ ist sie ausgegraut.

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Tolle Schärfewirkung: Auch wenn der EH-TW7300 keine nativen UHD-Panels benutzt, zeigt er die Details der in 4K-Qualität zugespielten Stadtaufnahme von San Francisco wesentlich akkurater als Full-HD-Projektoren.

Linienpaare von Full-HD-Testbildern wirken mit 4K-Enhancemment minimal flauer. Dafür beseitigt die Schaltung das LCD-Pixelraster, minimiert Einfärbungen in feinen Mustern, und in 4K-Auflösung zugespielte Fotos übertreffen die Schärfe einer Full-HD-Projektion klar. Allerdings stellt der Epson feinste senkrechte Konturen leicht gezackt dar und native UHD-Linienpaare bleiben grau. Recht farbecht gelingen HDR-Bilder, doch leider halbiert das DCI-Farbfilter nicht nur die Lichtausbeute, sondern reduziert zusätzlich den Kontrast.  

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Ultra-HD-Testbild: Linienpaare in Ultra-HD-Auflösung zeigt der Epson EH-TW7300 als graue Fläche und feine horizontale sowie vertikale Konturen sind leicht gezackt. Aus normalem Sehabstand stört das aber kaum noch.

Versteckt im erweiterten Signalmenü „Farbraum“ wird der Modus „BT.2020“ wahlweise automatisch oder manuell aktiviert. Die Farben im Preset „Digitalkino“ liegen dicht am DCI-P3-Standard, wie das CIE-Farbsegel oben zeigt. Bis auf das in Richtung Rot verschobene Magenta erfüllt der Epson EH-TW7300 die Ansprüche an die korrekte Farbwiedergabe von HDR-Kinofilmen recht gut. Graustufen zeigen allerdings einen leicht violetten Farbstich, insbesondere der minimal dunklere HDR-Bildmodus „Kino“.

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Gut getroffen: Im HDR-Preset „Digitalkino“ zeigt der EH-TW7300 deutlich erweiterte Farben – dicht an der Vorgabe des DCI-P3-Spektrums. Magenta ist aber nach Rot verschoben und die Graustufen wirken etwas kühl.

Die Farb- und Helligkeitsdarstellung im Preset „Digitalkino“ nimmt offenbar Rücksicht auf den beschränkten Kontrastumfang des Projektors und kappt zunächst ganz dunkle sowie helle Kontraste. Trotz der guten Abdeckung des DCI-P3-Spektrums wirken düstere HDR-Szenen zu dunkel und Gesichter plakativ. Nach dem Erhöhen der Helligkeit von „50“ auf „69“ und dem Absenken des Kontrastreglers auf „26“ werden jedoch alle Nuancen sauber ausdifferenziert. Wir haben zudem die Farbsättigung um zehn Punkte nach unten korrigiert und ein helleres Gamma aktiviert. So erscheinen praktisch alle Szenen aus dem HDR-Film „Lucy“ authentisch und recht natürlich.

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Für HDR gerüstet: Der Austausch von Metadaten mit der HDR-Quelle klappt ebenso wie die Zuspielung von 10 oder sogar 12 Bit. Dunkle Graustufen sowie helle HDR-Kontraste werden aber zunächst abgeschnitten.

Leider halbiert Epsons DCI-Farbfilter nicht nur die Lichtausbeute auf rund 970 Lumen, sondern reduziert wohl aufgrund von Streulicht den schwachen nativen LCD-Kontrast weiter. In dunklen Sequenzen oder in den schwarzen Letterbox-Streifen bleibt der Schwarzwert zu hell. Auch die Iris-Funktion kann das Problem nicht wirklich beseitigen: Zwar geht das Restlicht auf Stufe „Hoch“ in komplett schwarzen Bildern auf ein Zehntel zurück, doch in natürlichen Einstellungen verbessert sich die Darstellung nicht. Ähnliches passiert übrigens auch bei Aktivierung der Iris mit SDR-Filmen wie in der düsteren Montenegro-Szene aus „Casino Royale“.

einstellungen

bewertung

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Der Testbericht Epson EH-TW7300 (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 2600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2017 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

84 sehr gut

In seiner Preisklasse zählt der Epson EH-TW7300 zu den hellsten und schärfsten Projektoren. Dank Farbfilter deckt er das für HDR-Inhalte maßgebliche DCI-P3-Spektrum gut ab. Allerdings ist der native Bildkontrast alles andere als optimal und die Bewegungsglättung wirkt nicht bei UHD.
Udo Ratai

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