Panasonic TX-65DXW784 (Test)

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In Ermangelung eines 65-Zöllers aus der neuen 804er-Serie ist der TX-65 DXW 784 die nächstgünstigere Alternative zu Panasonics Überflieger TX-65 DXW 904 (audiovision 3-2016). Welche Abstriche Sie für den 2.200 Euro niedrigeren Preis hinnehmen müssen, verrät unser Test.

Ausstattung und Praxis

Panasonic-TX-65DXW784_PCDer DXW 784 wirkt nicht so edel wie das Flaggschiff, fügt sich mit seinem schmalen Alu-Rahmen und den kleinen Füßen aber dennoch schön in moderne Wohnumgebungen ein. Auch technisch ist er bestens ausgerüstet, obgleich einige Profi-Features und Zertifizierungen den teureren Modellen vorbehalten bleiben.

Am schmerzhaftesten dürfte die fehlende „Ultra HD Premium“-Unterstützung sein, die eine Einschränkung beim Schwarzwert und der Maximalhelligkeit bei der UHD-Wiedergabe bedeutet. Dafür beherrscht der Fernseher den HDR-10-Standard, wozu einerseits der „Studio Master HCX“-Prozessor und andererseits das „Cinema Display“ mit einem Full-LED-Backlight, erweiterbarem Farbraum und 1.800 Hertz Backlight Motion Rate beitragen. Allerdings sind bloß zwei der vier HDMI-Eingänge HDR-fähig; nur diese nehmen auch 4K/60p-Signale entgegen.

Panasonic-TX-65DXW784_Ideal

Mit Feingefühl: Am Cursor­feld geht es etwas eng zu, so dass man beim Navigieren schon mal die falsche Taste erwischen kann. Dafür sind viele Funktionen direkt abrufbar.

Mit Feingefühl: Am Cursor­feld geht es etwas eng zu, so dass man beim Navigieren schon mal die falsche Taste erwischen kann. Dafür sind viele
Funktionen direkt abrufbar.

Was den TV-Empfang angeht, wartet Panasonic buchstäblich mit dem vollen Programm auf: Kein anderer Hersteller spendiert eine derart umfangreiche Ausstattung mit doppeltem Universal-Tuner, zwei CI+ Einschüben und der TV-over-IP-Technik – welchen Mehrwert diese für eingefleischte Fußballfreunde bietet, erfahren Sie auf Seite 49. Das Smart-TV-Angebot kommt ebenfalls nicht zu kurz. Wem die ab Werk installierten Internet-Dienste nicht reichen, der kann im „Apps Market“ hunderte weitere Anwendungen und sogar Minispiele herunterladen. Darüber hinaus besticht das Firefox-Betriebssystem durch erstklassigen Bedienkomfort.

Das „VR-Audio True Surround“-System ist nicht gerade ein Ausbund an Dynamik, jedoch brillieren die Lautsprecher mit guter Sprachverständlichkeit.

Individuelle Sortierung: Auf dem Home-Screen finden sich nicht nur häufig genutzte Anwendungen, es können auch Apps und Lieblingssender darauf abgelegt werden.

Individuelle Sortierung: Auf dem Home-Screen finden sich nicht nur häufig genutzte Anwendungen, es können auch Apps und Lieblingssender darauf abgelegt werden.

Wissen, was anliegt: Panasonic spendiert seinen Fernsehern einen Kalender mit Terminfunktion. TV-Aufnahmen werden allerdings über ein anderes Menü programmiert.

Wissen, was anliegt: Panasonic spendiert seinen Fernsehern einen Kalender mit Terminfunktion. TV-Aufnahmen werden allerdings über ein anderes Menü programmiert.

Auch wenn ab Werk die beliebtesten Online-Videotheken installiert sind, stehen in Panasonics Apps Market zahlreiche weitere Dienste zum Download bereit.

Auch wenn ab Werk die beliebtesten Online-Videotheken installiert sind, stehen in Panasonics Apps Market zahlreiche weitere Dienste zum Download bereit.

Bildqualität

Ein Fernseher kann noch so farbintensiv und scharf sein – wenn es ihm an Leuchtkraft fehlt, sieht das Bild in heller Umgebung ausgewaschen und flau aus. Genau hier liegt die Schwachstelle des TX-65 DXW 784: Zwar lassen sich die im besten Preset „True Cinema“ viel zu niedrigen 108 Candela über den Backlight-Regler mehr als verdreifachen, doch stößt man an sonnigen Tagen selbst damit relativ schnell an Grenzen; leider gibt es im HDR-Modus keinen nennenswerten Zugewinn (siehe Kasten „HDR: satte Farben, aber kaum heller“).

Im grünen Bereich messen wir zwar ein paar Ausreißer, in der Praxis sind diese aber nicht zu sehen. Die mittleren Delta-E-Werte liegen mit 1,7 auf hervorragendem Niveau.

Im grünen Bereich messen wir zwar ein paar Ausreißer, in der Praxis sind diese aber nicht zu sehen. Die mittleren Delta-E-Werte liegen mit 1,7 auf hervorragendem Niveau.

Nur die Hälfte der vier HDMI-Eingänge kommt mit 4K-60p-Signalen und dem HDCP-2.2-Kopierschutz zurecht. Die TV-Funktionen lassen keine Wünsche offen.

Nur die Hälfte der vier HDMI-Eingänge kommt mit 4K-60p-Signalen und dem HDCP-2.2-Kopierschutz zurecht. Die TV-Funktionen lassen keine Wünsche offen.

Mehr sehen: Der Bildbeschnitt beziehungsweise Overscan lässt sich im Tuner-Betrieb komplett abschalten, was speziell bei SDTV-Sendern die Feinzeichnung verbessert.

Mehr sehen: Der Bildbeschnitt beziehungsweise Overscan lässt sich im Tuner-Betrieb komplett abschalten, was speziell bei SDTV-Sendern die Feinzeichnung verbessert.

Der Panasonic TX-65 DXW 784 setzt mit halber Kraft auf HDR: Wie bereits erwähnt, lassen sich nur zwei der vier HDMI-Inputs für HDR-Quellen konfigurieren. Zudem fällt der Gewinn an Leuchtdichte bescheiden aus und wächst von 347 Candela (im farbneutralen SDR-Bildmodus „True Cinema“) mit HDR-Quellen lediglich auf 443 Candela an. Spitzlichter und vollflächiges Weiß erscheinen im Preset „Niedrig“ der adaptiven Backlight-Einstellung annähernd gleich hell. Die Stufe „Hoch“ sollte man meiden, da sie die Leuchtdichte kleiner Weißfenster mehr als halbiert und nicht im Sinne einer dynamikreichen HDR-Darstellung funktioniert. Den Vergleich mit dem 1.300 Candela hellen und 4.000 Euro teuren Bruder TX-58 DXW 904 (audiovision 5-2016) oder dem HDR-tauglichen, ebenfalls deutlich teureren Samsung UE 65 KS 9590 (Test auf Seite 46), der bis zu 1.429 Candela erreicht, verliert er jedenfalls klar.
Umso satter und intensiver erstrahlen die Farben des Pansonic DXW 784 im HDR-Modus. Hier aktiviert er die Farbskala-Einstellung „Rec. 2020“, die einen zu allen Seiten deutlich erweiterten Farbraum abdeckt. Auch stark gesättigte Farbnuancen dröselt er sauber auf, ohne zu clippen oder zu verschmieren. In dunkleren Szenen kommt HDR-Feeling auf, doch der Punch für Spitzlichter oder plakative helle Motive fehlt.

Bei Zuspielung von HDR-Inhalten wechselt der DXW 784 auf die Farbskala „Rec. 2020“. Diese lässt sich auch bei SDR auswählen, wirkt dann aber überzogen.

Bei Zuspielung von HDR-Inhalten wechselt der DXW 784 auf die Farbskala „Rec. 2020“. Diese lässt sich auch bei SDR auswählen, wirkt dann aber überzogen.

Brillant: Zwar fehlt es dem TX-65 DXW 784 an Hellig­keit, dank des stark erweiterten Farbumfangs kommt in dunkleren Filmszenen aber dennoch HDR-Feeling auf.

Brillant: Zwar fehlt es dem TX-65 DXW 784 an Hellig­keit, dank des stark erweiterten Farbumfangs kommt in dunkleren Filmszenen aber dennoch HDR-Feeling auf.

Ungeachtet der eingeschränkten Helligkeitsreserven erzielt der 65-Zöller in unseren Kontrastmessungen sehr gute Ergebnisse zwischen 1.200:1 (Hellraum) und 1.867:1 (ANSI). Dunkle Filmszenen wie im Weltall-Thriller „Gravity“ profitieren dabei von der adaptiven Backlight-Steuerung, die finstere Bildbereiche auf bis zu 0,023 Candela herunterdimmt und so Spitzlichter sauber zu Geltung bringt.

Die Farbreproduktion gehört zweifelsohne zu Panasonics Stärken: Weder Graustufen noch komplexe Mischfarben wie Hauttöne tanzen aus der Reihe; die Delta-E-Werte gehen in beiden Fällen nicht über zwei hinaus. Allerdings wird der Farb-raum ab einem Betrachtungswinkel von 30 Grad sichtbar eingeschränkt – Rot und Grün driften besonders stark ab, der Weißpunkt verschiebt sich in Richtung Magenta bei 5.973 Kelvin. mr/ur/ff

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Panasonic-TX-65DXW784_Wertung

Stromsparer-2016

Der Testbericht Panasonic TX-65 DXW 784 (Gesamtwertung: 78, Preis/UVP: 2800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2016 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

78 gut

Der Panasonic TX-65 DXW 784 hebt sich mit seiner umfangreichen TV-Ausstattung von der Konkurrenz ab. Auch die Bildqualität ist gut, aus zentraler Perspektive gefallen die gleichermaßen neutralen und satten Farben. Seitlich sitzende Zuschauer müssen hingegen Abstriche in Kauf nehmen.

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