Denon AVR-X2200W (Test)

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Was vor einem Jahr selbst bei Receiver-Flaggschiffen noch nicht selbstverständlich war, gehört heute bereits in der 7.1-Einsteiger-Klasse zum guten Ton: So kann der AVR-X 2200W 3D-Sound mit Dolby Atmos und künftig auch DTS:X ebenso auf der Haben-Seite verbuchen wie die aktuellen Videostandards samt HDCP 2.2 zur Wiedergabe von UHD-/HDR-Material. Der 50-Euro-Aufpreis im Vergleich zum 650 Euro teuren Vorgänger AVR-X 2100W (Test in audiovision 8-2014) ist da allemal gerechtfertigt.

Ausstattung und Technik

Denon_AVR-X2200W-pcBei den Anschlüssen blieb alles unverändert, so sucht man koaxiale Audio-Digitaleingänge nach wie vor vergeblich. Ansonsten ist der Denon mit acht HDMI-Ein- und zwei HDMI-Ausgängen, zwei Toslink- und vier analogen Audio-Schnittstellen gut für den normalen Heimkino-Betrieb bestückt.

Schon Denons Drittkleinster kann mit einem diskreten Aufbau der Endstufen-Sektion aufwarten und soll laut Hersteller auch mit stromhungrigen 4-Ohm-Lautsprechern gut zurechtkommen. Im 5.2-Betrieb befeuern die beiden verbleibenden Endstufen des 7-Kanal-Receivers entweder zwei Höhenkanäle, zwei Back-Rear-Boxen oder zwei Lautsprecher in einem zusätzlichen Hörraum – oder man verwendet diese für das Bi-Amping der Frontboxen. Optional kann man eine zweite Hörzone auch über die Stereo-Pre-outs mit Tonsignalen versorgen. Mehr als zwei Höhenboxen steuert der AVR-X2200 aber nicht an, hierfür fehlen die benötigten Vorverstärker-Ausgänge (siehe Kasten „Einfach und hübsch: das Boxen-Setup“).

Übersichtlich: Die Denon-Fernbedienung wirkt aufgeräumt, ist sinnvoll untergliedert und liegt auch noch gut in der Hand.

Übersichtlich: Die Denon-Fernbedienung wirkt aufgeräumt, ist sinnvoll untergliedert und liegt auch noch gut in der Hand.

Am Feintuning der Boxen-Konfiguration gibt es nichts zu meckern. Die Pegel- und Distanzschritte fallen mit 0,5-Dezibel- respektive 1-Zentimeter-Schritten vorbildlich aus, die Crossover-Frequenz kann man zwischen 40 und 250 Hertz für alle Lautsprecher-Gruppen getrennt wählen. Zusätzlich zum Basis-Menü lassen sich im Schnellmenü – bequem zu erreichen über die „Option“-Taste der Fernbedienung – die Kanal-Pegel für jeden Quelleneingang separat speichern.

Trotz der Funktionsvielfalt gelingt es den Denon-Entwicklern, die Konfiguration der Lautsprecher so einfach wie möglich zu gestalten, hier gibt es kein Rätselraten und Herumexperimentieren. So kann man im manuellen Boxen-Setup unter dem Menüpunkt „Endstufen-Zuweis.“ wählen zwischen Setups mit und ohne Atmos-Höhenboxen, der Mehrzonenbeschallung über Boxenklemmen bzw. Pre-outs, dem Bi-Amping-Betrieb oder dem Einsatz von zwei Paar Frontboxen. Vier Höhenboxen kann man allerdings nicht nutzen.

Anschlusshilfe: Eine Grafik zeigt für jede Konfiguration an, wie die Lautsprecher richtig verkabelt werden.

Anschlusshilfe: Eine Grafik zeigt für jede Konfiguration an, wie die Lautsprecher richtig verkabelt werden.

Zone 2: Bei einem 5.1-Setup beschallt der Denon zusätzlich zwei passive Boxen in einem weiteren Raum.

Zone 2: Bei einem 5.1-Setup beschallt der Denon zusätzlich zwei passive Boxen in einem weiteren Raum.

Atmos-Setup 1: Deckenboxen können vorn oder mittig platziert werden, aber nicht hinten.

Atmos-Setup 1: Deckenboxen können vorn oder mittig platziert werden, aber nicht hinten.

Atmos-Setup 2: Auch Front-Height-Speaker sind für Atmos-Ton vorgesehen, Back-Heights jedoch nicht.

Atmos-Setup 2: Auch Front-Height-Speaker sind für Atmos-Ton vorgesehen, Back-Heights jedoch nicht.

Atmos-Setup 3: Aufsatz-Boxen können auf den Front- oder Surround-Lautsprechern platziert werden.

Atmos-Setup 3: Aufsatz-Boxen können auf den Front- oder Surround-Lautsprechern platziert werden.

Kritik gibt es dagegen am 9-Band-Equalizer, der erst ab – zumindest aus unserer Sicht – zu hohen 63 Hertz greift und zudem keinen der beiden anschließbaren Subwoofer regelt – Dröhnbässe im Hörraum lassen sich manuell also nur schwer beheben. Für die vollautomatische Korrektur des gesamten Frequenzgangs zeichnet Audysseys Einmess-System MultEQ XT verantwortlich, das bis zu acht Messpositionen berücksichtigt. Für die optimale Positionierung des Mikrofons am Hörplatz packt Denon sogar einen Papp-Ständer mit in den Karton. Die Bedienung gelingt trotz der Funktionsvielfalt einfach, zumal sich der AVR-X 2200W auch über Denons „AVR Remote“-App für Smartphones sowie das informative Webinterface (Bild unten) – aufzurufen über die IP-Adresse des Receivers – steuern lässt.

Kommunikationsfreudig: Das Info-Menü zeigt alle relevanten Informationen inklusive Kanalmatrix an.

Kommunikationsfreudig: Das Info-Menü zeigt alle relevanten Informationen inklusive Kanalmatrix an.

Klangregelung: Auch über das informative Webinterface lässt sich der manuelle Equalizer bequem einstellen.

Klangregelung: Auch über das informative Webinterface lässt sich der manuelle Equalizer bequem einstellen.

Video und Multimedia

Auf Videoseite ist der AVR-X 2200W mit 4K/60p-Wiedergabe samt 4:4:4-Farbverarbeitung und HDCP 2.2 an allen Buchsen auf der sicheren Seite, die Elektronik schleift 4K-Signale entweder durch oder skaliert gering aufgelöstes Material der analogen und digitalen Eingänge auf UHD-Auflösung. Der Video-Equalizer regelt feinfühlig unter anderem Kontrast, Helligkeit, Schärfe und Farbsättigung, zudem gibt es sechs vordefinierte Bildmodi. Der Mediaplayer versteht sich auf High Resolution Audio Streaming mit DSD-, FLAC-, ALAC- und AIFF-Dateien, zudem vernetzt sich der Denon via DLNA, AirPlay und Bluetooth mit externen Geräten. Neben dem vTuner-Webradio ist auch der Bezahldienst Spotify an Bord.

Ausgedünnt: Auf Phono- und Mehrkanaleingänge muss man genauso verzichten wie auf die meisten Vorverstärkerausgänge; immerhin lassen sich zwei Subwoofer anstöpseln. Acht HDMI-, zwei S/PDIF- sowie vier analoge Eingänge sollten im Alltag aber zu keinen Engpässen führen. Die Antennen für WLAN- und Bluetooth-Empfang sind fest verbaut.

Ausgedünnt: Auf Phono- und Mehrkanaleingänge muss man genauso verzichten wie auf die meisten Vorverstärkerausgänge; immerhin lassen sich zwei Subwoofer anstöpseln.
Acht HDMI-, zwei S/PDIF- sowie vier analoge Eingänge sollten im Alltag aber zu keinen Engpässen führen. Die Antennen für WLAN- und Bluetooth-Empfang sind fest verbaut.

Tonqualität

Bei unserer Messung knüpfte der AVR-X 2200W mit 156 Watt im Stereo-Betrieb (4 Ohm) und teils deutlich über 70 Watt in allen Mehrkanal-Modi an seinen Vorgänger an, so dass auch bei lauten Heimkino-Abenden und stromhungrigen Lautsprecher-Sets keine Leistungsprobleme zu erwarten sind.

Im Hörtest überzeugte der Denon bereits ohne Subwoofer und Einmessung mit seinem luftigen und zugleich zupackenden Klang, der Steely Dans „Gaslighting Abbie“ auch bei hohen Lautstärken mit fast audiophilem Charakter in den Hörraum stellte. Die Audyssey-Automatik verrichtete ihre Arbeit zuverlässig, die Klangkurve „Reference“ sorgte für mehr Durchzeichnung und Fundament, ohne den Klang aufzuhellen. Die „Dynamic EQ“-Schaltung (Loudness) fügte nochmals etwas Druck sowie Details hinzu und darf dank ihres unaufdringlichen Charakters immer an bleiben – auch da sie den Effekt mit höherem Pegel kontinuierlich zurückfährt. So stemmte der Denon den Dolby Atmos Trailer „Amaze“ mit gewaltigen Bässen und großer Räumlichkeit in unseren Hörraum, so dass man sich inmitten der vielen Naturgeräusche befand.

Im Stereo-Betrieb musizierte der Denon mit Christy Barons „She‘s not there“ schön offen, plastisch und konturiert im Bass – so machen Jazz-Aufnahmen Spaß. Die „Restorer“-Schaltung zum Aufpolieren komprimierter Musik reichert den Klang dreistufig mit mehr Höhen an, was auch bei stumpfen YouTube-Songs gut funktioniert.     

700 Euro: Wie in dieser Preisklasse üblich, besteht die schwarz-metallisch schimmernde Frontblende aus Kunststoff; die oberen, scharfen Ecken müssten aber nicht sein. Das Display samt separater dB-Anzeige ist gut lesbar.

700 Euro: Wie in dieser Preisklasse üblich, besteht die schwarz-metallisch schimmernde Frontblende aus Kunststoff; die oberen, scharfen Ecken müssten aber nicht sein. Das Display samt separater dB-Anzeige ist gut lesbar.

Denon_AVR-X2200W-wertung

AuVi_AWARD-Testsieger

Der Testbericht Denon AVR-X2200W (Gesamtwertung: 78, Preis/UVP: 700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2016 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

78 gut

Denons AVR-X 2200W trumpft mit Dolby Atmos sowie DTS:X auf und klingt zudem richtig erwachsen – nicht zuletzt dank guter Leistungsreserven. 3D-Ton-Freunde können allerdings maximal zwei Höhenkanäle ansteuern.

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