Als neues Topmodell hat Velodyne seiner Impact-X-Serie einen Fünfzehnzöller angedeihen lassen. Dieses neue Subwoofer-Monster müssen wir uns natürlich anhören bzw. anfühlen.
Nicht nur wegen des beachtlichen Bekanntheitsgrads bei Subwoofern – sowohl im Stammland USA als auch hierzulande – ist Velodyne etwas Besonderes: Denn dieser Hersteller ist nicht aus Deutschland abgewandert, sondern aus den USA kommend zur heimischen Marke geworden. Hat doch der Firmengründer und Chef des Hamburger Vertriebs Audio Reference, nachdem Velodyne in Amerika finanzielle Probleme hatte, den Hersteller 2019 inklusive allen Fertigungsstätten und Patenten gekauft. Seitdem sind die Norddeutschen dabei, das Produktportfolio zu überarbeiten bzw. zu ergänzen.
Ein Ergebnis dieser Arbeit war die Impact-X-Serie, die zunächst aus dem Impact X10 mit 25-Zentimeter-Treiber und dem Impact X12 mit 30-Zentimeter-Chassis bestand. Um das Ganze nach oben abzurunden und auch massiven Pegel- und Tiefbass-Anforderungen gerecht zu werden, kam zuletzt der 1.600 Euro teure Impact X15 dazu.
Den versahen die Hamburger mit einem würfelähnlichen 35-Kilo-Gehäuse, dessen Front kaum größer ist als das darauf montierte Chassis. Immerhin bringt es gut 120 Liter Volumen mit, was für die gewaltige Membranfläche des Treibers gerade ausreichend ist. Der Impact X15 ist nur in mattem Schwarz lieferbar, was für sein Einsatzgebiet „dedizierters Heimkino“ optimal ist. Dabei muss er sich keineswegs verstecken, denn die Vinylbeschichtung sieht schön aus und ist hochwertig verarbeitet. Zudem sind keinerlei Nähte oder Fugen zu erkennen, das Gehäuse wirkt wie aus einem Guss.
Sämtliche Einstellungen des Impact X15 lassen sich mit der mitgelieferten Fernbedienung vornehmen. Mit der Mode-Taste sind die neun DSP-Modi abrufbar.


Mittlerweile haben sich die Chassisgrößen so eingebürgert, das sie in Produktbezeichnungen zu finden sind wie Velodynes Impact X-Serie: Impact X10, Impact X12, Impact X15, natürlich jeweils mit 10-, 12-, und 15-Zoll-Treiber. Da weiß man sofort, was man bekommt.

Die Stoffabdeckung wird per gummigedämpften Kunststoffnippeln befestigt. Als Wandstärke wählten die Entwickler 22 Millimeter, was für ordentlich Gewicht, aber auch für große Stabilität und geringe Anfälligkeit für störende Vibrationen sorgt. Die Frontplatte ist sogar 30 Millimeter stark.
Technik
Damit auch die von der Membran ins Gehäuseinnere gestrahlte Energie zum Klangergebnis beitragen kann, bekam die Rückwand im unteren Bereich zwei großflächige Bassreflexöffnungen verpasst. Die dahinter sitzenden Rohre weiten sich zu beiden Seiten hin auf, damit möglichst wenig Strömungsgeräusche erzeugt werden. Die Membran des Fünfzehnzöllers ist, wie bei Treibern dieser Größe üblich, aus beschichtetem, kräftigem Papier und somit sehr stabil. Die Gummisicke, an der die Membran außen im Stahlblech-Korb hängt, ist mit 40 Millimetern recht breit geraten und erlaubt damit riesige Hübe. Damit die 75 Millimeter durchmessende Schwingspule genügend Platz dafür hat, bekam das Chassis zwei hintereinandergeklebte Magnete, die zum einen den Bewegungsraum für die Spule nach hinten erweitern, zum anderen dafür sorgen, dass das Magnetfeld, das die Spule antreibt, über die gesamte Länge weitgehend homogen bleibt.
Den Stromhunger sättigt der integrierte Schaltverstärker mit seinen 550 Watt Nennleistung. Für Impulsspitzen – im Tiefbass-Business viel häufiger als lang anhaltende gleichförmige Töne – soll er bis 1.000 Watt zur Verfügung stellen.
Dafür, dass die Eingangssignale passend aufbereitet werden, sorgt ein leistungsfähiger DSP. Er übernimmt zunächst die klassischen Aufgaben wie das zwischen 50 und 180 Hertz variable Tiefpassfilter und die Pegeleinstellung. Beide lassen sich über die mitgelieferte Fernbedienung auch direkt am rückseitigen Bedienpanel einstellen. Letzteres geschieht über so genannte Inkrementalgeber, die zwar mechanisch gerastet sind, aber keine Minimal- und Maximal-Einstellungen kennen. Das ist gewöhnungsbedürftig, in der Praxis aber problemlos. Eine Phasen-Anpassung ist ebenfalls an Bord, allerdings lediglich in Form einer Umschaltung zwischen 0 und 180 Grad.

Seine Fähigkeiten spielt der DSP insbesondere bei den neun voreingestellten Entzerrungen aus, die nur per Fernbedienung erreichbar und per kleinem Display an der unteren Kante der Front angezeigt werden: Modus 1 bis 4 sind dabei den üblichen Voreinstellungen „Music“, „Movie“, „Night Mode“ und „Rock/Pop“ vorbehalten, über deren Sinn man sich trefflich streiten kann. Die Modi 5 bis 9 aktivieren jeweils ein so genanntes Notchfilter, das eine bestimmte Frequenz und deren enge Umgebung wirkungsvoll aussortiert. Das ist zum Ausgleichen von Raumresonanzen gedacht, die je nach Heimkinoabmessungen und Aufstellung für kräftige Überhöhungen im Bassfrequenzgang und damit für mulmige oder dröhnende Wiedergabe sorgen können. Die verfügbaren Notchfilter des Velodyne überstreichen praxisgerecht den Bereich zwischen 40 und 120 Hertz. Sie müssen per Gehör eingestellt werden, eine Messmöglichkeit sieht der Hersteller nicht vor. Die Anleitung erwähnt die Notchfilter und ihre Bedienung bedauerlicherweise nicht. Die Helligkeit des Displays und der LEDs auf der Rückseite lässt sich per Fernbedienung justieren und bei Bedarf sogar komplett abschalten.
Tonqualität
Die untere Grenzfrequenz des Subwoofers beträgt für die minimale wie maximale Tiefpassfrequenz 22,4 Hertz – nicht rekordverdächtig, aber völlig ausreichend. Auch die maximalen Schalldrücke von 107 respektive 109 Dezibel liegen im grünen Bereich. Die Frequenzgänge verlaufen etwas unruhig, was sich aber gehörmäßig nicht auswirken dürfte.
Das zeigte sich im Hörraum schon bei den ersten Tönen: Die Shotgun der alten Dame aus „Ratatouille“ kracht glaubwürdig, und als dann die gesamte Decke einstürzt, wurden die Magenwände der Tester noch fühlbarer massiert. Sprichwörtlich der Knaller aber ist der Blitzschlag, mit dem Ratte Remy und sein Kumpel vom Dach gefegt werden: Der kommt über den Velodyne so nachdrücklich, das auch abgebrühte Tester vor Schreck zusammenzucken. Selbst bei sattem Wiedergabepegel lässt sich der Impact X15 nicht im geringsten beeindrucken und schiebt einfach mehr Bassenergie in den Raum. Um diesen Velodyne an seine Grenzen zu bringen, bedarf es einer immensen Lautstärke, und selbst dann bleiben Verzerrungen auf niedrigem Niveau
Mit Musik, gleichgültig, ob in Stereo- oder Mehrkanal-Form, integriert sich der Impact X15 praktisch perfekt ins Klanggeschehen und fügt genau dieses Extra an Substanz und Fundament hinzu, das die Wiedergabe noch glaubwürdiger und natürlicher wirken lässt.

Der Testbericht Velodyne Impact X15 (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 1.600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Es ist wirklich erstaunlich, was sich an Subwoofer-Leistungs- und Pegelfähigkeit in dem noch kompakt zu nennenden Gehäuse des Velodyne Impact X15 unterbringen lässt. Für dieses Ergebnis sind 1.600 Euro wahrlich nicht zu viel.
Michael Nothnagel

