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    Sony KD-55XD8505 (Test)

    27. September 20165 Minuten Lesezeit

    Nicht alles wird teurer. Im Vergleich zu den Vorgängern der B- und C-Generation (Test in audiovision 9-2014 bzw. 9-2015) ist der Preis für Sonys aktuellen Mittelklässler KD-55 XD 8505 erneut gefallen, obwohl er komplett überarbeitet und modernisiert wurde. Gibt es einen Haken?

    Ausstattung und Praxis

    Sony_KD-55XD8505_PCAbgesehen von der silbernen anstatt goldfarbenen Zierlinie im Rahmen unterscheidet sich die XD85er-Serie auf den ersten Blick kaum von ihren teureren Geschwistern. Allerdings wirkt die Rückseite mangels Abdeckungen für die Schnittstellen und eines ausgeklügelten Kabelmanagements nicht ganz so ordentlich. Die Anschlussmöglichkeiten sind trotzdem identisch. HDR-Inhalte können dabei über alle vier HDMI-Eingänge, drei USB-Ports oder via Netzwerk respektive Internet zugespielt werden. Die kompatiblen Streaming-Dienste – Amazon In-stant Video und Netflix – bringt der Fernseher ab Werk mit. Darüber hinaus stellt das Android-Betriebssystem, welches übrigens demnächst ein Update auf Version 6 (Marshmallow) erhalten soll, im Google Play Store zahlreiche weitere Apps und sogar Minispiele zum Download bereit.

    Sony_KD-55XD8505_Ideal

    Abstriche gegenüber den Flaggschiffen muss man bei der Display-Technik hinnehmen. So verfügt der Mittelklässler über eine herkömmliche Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung, während der XD93 mit einem speziellen „Slim Backlight Drive“ aufwartet (siehe audiovision 5-2016) – hier können aber auch die anderen Vergleichskandidaten nicht mithalten. Ein Garant für satte, brillante Farben ist die auf Nanokristallen beziehungsweise Quantum Dots basierende Triluminos-Technologie. Die Bildwiederholfrequenz beträgt 100 Hertz, wobei die Motionflow-Schaltung bis zu 800 Hertz verspricht (Zwischenbildberechnung). Um die Signalverarbeitung kümmert sich der bewährte X1-Prozessor.

    Bedienbarer Barren: Sonys Signalgeber verfügt über alle wichtigen Tasten und ein Mikrofon zur Sprachsteuerung, auf den Gyrosensor muss man jedoch verzichten.
    Bedienbarer Barren: Sonys Signalgeber verfügt über alle wichtigen Tasten und ein Mikrofon zur Sprachsteuerung, auf den Gyrosensor muss man jedoch verzichten.

    Klanglich sollten Cineasten nicht allzu viel vom XD85 erwarten. Seine beiden Zehn-Watt-Lautsprecher bringen Stimmen und Mitten sauber zu Gehör, jedoch fehlt es ihnen an Dynamik sowie Tiefgang.

    HDR-Video: ein zweischneidiges Schwert
    Unter den 13 Bildmodi, die Sony bei HDMI-Zuspielung offeriert, findet sich auch das „HDR-Video“-Preset. Den Einsatzzweck im SDR-Betrieb können wir uns aber nicht erklären, da es einen unnatürlichen, stark übersättigten Farblook mit rotstichigen Hauttönen hervorruft – kein Vergleich zu Samsungs „HDR+“-Modus. Dafür klettert die Maximalhelligkeit von mageren 235 auf über 420 Candela pro Quadratmeter und liegt damit höher als bei allen anderen Vergleichskandidaten. Spielt man natives HDR-Material zu, legt der Fernseher automatisch die entsprechenden Parameter beziehungsweise den Bildmodus fest; sofern vorab das HDMI-Signalformat im Eingangs-Menü auf „Optimiertes Format“ eingestellt und der obligatorische Neustart durchgeführt wurden.

    Erst dann setzt der KD-55 XD 8505 die erweiterten Farbräume (DCI oder BT.2020) korrekt ein und verleiht HDR-Clips die gewohnte Brillanz. Unsere Testbilder zeigt er dabei in feiner 10-Bit-Quantisierung. Auch Spielfilme von Ultra-HD-Blu-rays wie „Der Marsianer“ oder „Kingsman: The Secret Service“ erscheinen originalgetreu mit satten und dennoch neutralen Farben sowie sauberen Verläufen. Leider treten in dunklen respektive schwarzen Bereichen sichtbare Aufhellungen auf, besonders in den Letterbox-Balken. Unter Umgebungslicht wirkt das Bild außerdem etwas flau und ausgewaschen, was der magere Hellraumkontrast von 283:1 unterstreicht. Der Bildmodus ist bei HDR-Zuspielung übrigens ausgegraut; eine Status-Einblendung wie bei Panasonic gibt es nicht.

    Das Farbraum-Preset „BT.2020“ lässt sich auch im SDR-Betrieb aktivieren. Wirklich gut zur Geltung kommen die erweiterten Farben aber nur bei HDR-Videos.
    Das Farbraum-Preset „BT.2020“ lässt sich auch im SDR-Betrieb aktivieren. Wirklich gut zur Geltung kommen die erweiterten Farben aber nur bei HDR-Videos.

    Bildqualität

    Was den besten Bildmodus angeht, kann sich Sony offensichtlich nicht entscheiden. Machte in unseren letzten Tests meist „Cinema pro“ das Rennen, liefert dieses Mal „Cinema home“ neu-tralere Farben bei gleichzeitig höherer Leuchtkraft; sofern man da überhaupt von „hoch“ sprechen kann. Mit 235 Candela ist der KD-55 XD 8505 der dunkelste aller Probanden, worüber aber teil-weise die geringen Delta-E-Abweichungen von 2,1 beziehungsweise 3,0 (Grautöne) hinwegtrösten. Hier liegt er auf Augen-höhe mit dem Samsung UE 55 KU 6679. Leider sind die restlichen Presets nur unwesentlich heller und/oder zu kühl abgestimmt, so dass es keine wirkliche Alternative zu „Cinema home“ gibt – an sonnigen Tagen helfen also bloß Rollos oder Vorhänge gegen ein ausgewaschenes Bild. Wie sich der 55-Zöller bei HDR-Content verhält, erfahren Sie im Kasten „HDR-Video: ein zweischneidiges Schwert“.

    Genie und Wahnsinn: Der Sony wartet mit einem prall gefüllten Startbildschirm auf, der auf sämtliche Apps und Funktionen verzweigt – zu Lasten der Übersichtlichkeit.
    Genie und Wahnsinn: Der Sony wartet mit einem prall gefüllten Startbildschirm auf, der auf sämtliche Apps und Funktionen verzweigt – zu Lasten der Übersichtlichkeit.
    Der Google Play Store ist eines der Hauptargumente für Android-TVs. Hier finden sich schier unzählige Apps, mit denen man jede Werbepause spielend überbrückt.
    Der Google Play Store ist eines der Hauptargumente für Android-TVs. Hier finden sich schier unzählige Apps, mit denen man jede Werbepause spielend überbrückt.
    Zum Glück gezwungen: Am ausgegrauten Bildmodus „HDR-Video“ erkennt man, ob der Sony tatsächlich HDR wiedergibt. Die Helligkeit wird automatisch maximiert.
    Zum Glück gezwungen: Am ausgegrauten Bildmodus „HDR-Video“ erkennt man, ob der Sony tatsächlich HDR wiedergibt. Die Helligkeit wird automatisch maximiert.

    In absoluter Dunkelheit fallen allerdings die schlechten Schwarzwerte von 0,27 Candela sowie die etwas fleckige Ausleuchtung auf. Mangels Local-Dimming treten um helle Motive herum außerdem Lichthöfe auf; zum Beispiel überstrahlt das Space Shuttle zu Beginn des Weltraum-Thrillers „Gravity“ die Sterne im Hintergrund. Das unterstreicht auch der niedrige ANSI-Kontrast von 594:1. Lob verdienen die gute Detailtreue und Blickwinkelstabilität von Farben.

    1.700 Euro: Sony hat den Preis für die 85er-Serie konsequent nach unten korrigiert. Nichtsdestotrotz ist der KD-55 XD 8505 der teuerste Kandidat im Vergleichsfeld. Das Modell wird auch in 65, 75 und 85 Zoll (Test in 8-2016) angeboten.
    1.700 Euro: Sony hat den Preis für die 85er-Serie konsequent nach unten korrigiert. Nichtsdestotrotz ist der KD-55 XD 8505 der teuerste Kandidat im Vergleichsfeld. Das Modell wird auch in 65, 75 und 85 Zoll (Test in 8-2016) angeboten.

    Sony_KD-55XD8505_Wertung

    Der Testbericht Sony KD-55XD8505 (Gesamtwertung: 72, Preis/UVP: 1700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2016 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Sony KD-55XD8505 (audiovision 09-2016)In den Warenkorb

      Sony KD-55XD8505 (audiovision 09-2016)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    72 gut

    Das Android-Betriebssystem lässt dank unzähliger Apps gewiss keine Langeweile aufkommen. Zudem zeichnet sich der Sony KD-55 XD 8505 durch sein farbenprächtiges Triluminos-Display aus. Leider ist es etwas kontrastarm und im SDR-Betrieb recht dunkel; bei HDR wird die Helligkeit fast verdoppelt.

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