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    Projektoren

    Sony VPL-XW8100ES (Test)

    3. Juni 202613 Minuten Lesezeit

    Bereits der VPL-XW6100ES landete in unserer Referenzklasse. Mit dem VPL-XW8100ES will Sony noch eine Qualitätsschippe drauflegen. Ob das anspruchsvolle Unterfangen gelingt und wo die Unterschiede liegen, klärt dieser Test.

    Sony hat sich als eines der beliebtesten Projektor-Phänomene im Heimkinobereich etabliert. Das japanische Unternehmen wartet seit 30 Jahren regelmäßig mit technischen Neuerungen auf und entwickelt bewährte Technologien weiter. Der auch als Bravia Projektor 9 bezeichnete VPL-XW8100ES besitzt den neu konstruierten XR-Prozessor für Projektoren. Als Preis ruft Sony 26.000 Euro auf – und damit 10.000 Euro mehr als für den VPL-XW6100ES (Bravia Projektor 8), den wir in Ausgabe 2-2025 getestet haben. Äußerlich sind die beiden nicht voneinander zu unterscheiden, die Stellfläche ist mit 46 x 51,7 Zentimeter ebenfalls gleich – und beide bringen ein Gewicht von 14 Kilogramm auf die Waage.

    Bei der Leistungsaufnahme hören die Gemeinsamkeiten auf: Mit 420 Watt beziffert Sony den VPL-XW8100ES, wir messen mit 375 Watt bei maximaler Lichtausbeute allerdings merklich weniger. Im Vergleich zum günstigeren Bruder sind das aber immer noch rund 80 Watt mehr, was wir der nominell höheren Helligkeit von 3.400 Lumen zuschreiben, die der Bravia Projektor 9 besitzen soll. Das neue Topmodell ist in Weiß für helle Wohnzimmer und in Schwarz für düstere Heimkinos, in denen man unnötiges Streulicht durch das Chassis vermeiden will, erhältlich.

    Ausstattung und Technik
    Der VPL-XW8100ES ist ein 4K-Projektor mit drei 0,61 Zoll großen SXRD-Chips, die jeweils eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel besitzen. Das Herzstück ist die Laser-Hybrid-Technologie, die aus blauen Laserdioden und einem Phosphorrad besteht, welches Weiß erzeugt. Die Lebensdauer beziffert Sony mit 20.000 Stunden, bis sich die Helligkeit halbiert haben soll. Die Laser lassen sich in 100 Stufen regulieren, die Lüfter passen sich der ausgegebenen Lichtleistung an. Auf dem höchsten Level ermitteln wir ein Betriebsgeräusch von 34 Dezibel. Damit ist der Bravia Projektor 9 satte sechs Dezibel lauter als der kleine Bruder. Die XR-Deep-Black-Technologie regelt die Laserdioden Bild für Bild, so dass die Leistungsaufnahme in dunklen Szenen reduziert und der Kontrast dynamisch verbessert wird.

    Das 2,1-fache Zoomobjektiv ist motorisch steuerbar, so dass Fokus, Größe, Lage und Lens-Shift mit der hintergrundbeleuchteten Fernbedienung anwenderfreundlich einstellbar sind. Bis zu fünf Bildformate wie 16:9, 1,85:1, 2,00:1, 2,39:1 und 2,55:1 lassen sich via Lens-Memory speichern und auf Knopfdruck abrufen.

    Die große Fernbedienung besitzt eine blau hinterleuchtete Tastatur und Direktwahltasten für die HDMI-Eingänge, diverse Bildmodi und die motorische Objektivsteuerung. Mit dem „Position“-Button ist es möglich, die Lens Memory-Speicher auf Knopfdruck aufzurufen.

    Modernes Zoom-Objektiv
    Der Bravia Projektor 9 ist kompakter und leichter als die Modelle der Mitbewerber in diesem Preissegment. Dadurch kann er einfacher an eine Deckenhalterung montiert werden und erscheint im Wohnzimmer nicht so wuchtig. Erreicht hat Sony das unter anderem mit der Verwendung eines 2,1-fachen Zoomobjektivs, das nicht komplett aus schweren Vollglaslinsen besteht, sondern auch hochwertige leichte Kunststofflinsen enthält. Das mechanische Advanced-Crisp-Focus-Objektiv (ACF) ermöglicht es, die hohe UHD-Auflösung vollständig auf die Leinwand zu transportieren. Das Ergebnis ist eine sehr gute Schärfe auf dem gesamten Leinwandbereich und eine präzise Farbwiedergabe. Einzig beim Reinigen ist höchste Sorgsamkeit angesagt, damit die Frontlinse nicht zerkratzt wird.

    Zwei bewegliche Objektivgruppen und ED-Glas (Extra-low-Dispersion) sorgen für verzerrungsfreie Bilder.
    Optimale Einstellungen für High Dynamic Range
    Wer sich zum ersten Mal mit dem Bravia Projektor 9 befasst, sollte viel Zeit mitbringen, um die bestmögliche Performance auszuloten. Die Menüs sind zwar übersichtlich strukturiert, aber tief verschachtelt. Darüber hinaus interagieren viele Regelungen. Wie beim Bravia Projektor 8 bietet auch der Bravia Projektor 9 ein dynamisches Tone-Mapping mit zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die an verschiedenen Stellen im On-Screen-Menü vorgenommen werden können. Für die bestmögliche HDR-Performance sollte zunächst der Bildmodus „IMAX Enhanced“ ausgewählt werden, weil andere Bildmodi nur ein statisches Tone-Mapping bieten.

    Eingeschaltet wird das dynamische Tone-Mapping im OSD unter „Bild“ in „Kino Schwarz plus“ und heißt „HDR Tone-Mapping“. Hierin sollte die „Laserlichtleistung“ Maximal, „Dyn. HDR-Verstärk.“ Hoch und das „HDR Tone-Mapping“ Modus 3 betragen. Zusätzlich hat sich unter „Experten-Einstellung“ bewährt, „HDR“ auf „Auto“ mit „HDR/HLG“ voreinzustellen, um die bestmögliche Durchzeichnung in hellen und dunklen Filmszenen zu erhalten. Wer den Projektor im Wohnzimmer betreibt, kann Streulicht überdies mit dem „Gamma“ noch etwas entgegensteuern, ohne Lichtausbeute zu opfern.

    Das dynamische „HDR Tone-Mapping“ ist ab Werk deaktiviert und sollte zwingend eingeschaltet werden.
    Ab Werk findet ein statisches Tone-Mapping statt und „West Side Story“ erscheint daher zu dunkel.
    Fertig konfiguriert erscheint auch „West Side Story“ strahlend hell und mit bestechender Farbdarstellung.

    Während die statischen High-Dynamic-Range-Technologien HDR10 und HLG (Hybrid Log Gamma) unterstützt werden, bleiben die dynamischen Derivate Dolby Vision und HDR10+ außen vor. Allerdings ist das nicht sonderlich schlimm, weil der Bravia Projektor 9 ein vollständiges dynamisches Tone-Mapping besitzt, das alle HDR-Signale selbstständig optimiert. Manuelle Anpassungen in einzelnen Filmen sind damit nicht mehr nötig. Für die Kalibrierung stehen alle relevanten Presets zur Verfügung: RGB-Gain/Offset-Regler zum Trimmen von Weißpunkt und Graustufenverlauf, Gamma-Menü und für das Gamut ein sechs Achsen umfassendes Color-Management-System.

    Die Zwischenbildberechnung bzw. Frame Interpolation hört bei Sony schon seit Jahren auf den Marketing-Terminus „Motionflow“. Sie wurde so optimiert, dass sie im Modus „Schwach glätten“ keinen Seifenoper-Effekt mehr erzeugt. Wir halten sie für die beste Zwischenbildberechnung, die aktuell in Projektoren verbaut ist – was nicht wirklich verwundert, denn auch bei Fernsehern ist Sony in dieser Disziplin führend.

    Gamer profitieren von HDMI 2.1 mit einer Wiedergabe von 4K@120 Hz sowie einem Input Lag von gerade einmal 12 Millisekunden, was diesen Projektor voll spieletauglich macht. Darüber hinaus sind im prallvollen Ausstattungspaket enthalten: XR Triluminos Pro für bessere Farben, XR Clear Image, Anamorphot-Kompatibilität, Blanking und eine Steuerungsmöglichkeit mit Control4, Crestron, Savant, AMS im Rahmen der Heimautomatisierung sowie Fernwartungsdienste wie OvrC und Domotz. Auf Streamingdienste und die Wiedergabemöglichkeit von 3D-Inhalten muss hingegen verzichtet werden. Vor allem Letzteres ist bedauerlich, da das Vorgängermodell VPL-XW7000 mit einem kostenpflichtigen Emitter noch 3D-fähig gemacht werden konnte.

    Lens-Memory: Das 16:9-Bild lässt sich auf der Cinemascope-Leinwand anpassen, speichern und per Knopfdruck unter „Bildposition“ aufrufen.
    Lens-Memory: Unter Speicher 1 haben wir das Bild mit einem Seitenverhältnis von 2,39:1 abgelegt.
    Alle Bildsignalanschlüsse sind in die rechte Seite des Projektors eingelassen. Die beiden HDMI-2.1-Schnittstellen (48 Gbps, HDCP 2.3) nehmen Signale bis zu 4K/120 Hz entgegen. Der 12-Volt-Trigger dient der Leinwandsteuerung, via
    Remote und LAN können externe Steuerungssysteme eingebunden werden, der USB-Port ist für Updates vorgesehen.
    EU-Verbot für Sony-Projektoren
    Wer nach dem Lesen dieses Tests mit dem Gedanken spielt, sich den VPL-XW8100 oder den kleinen Bruder VPL-XW6100 zuzulegen, sollte sich beeilen. Denn im Rahmen des Ukraine-Krieges hat die Europäische Union vor einigen Wochen ein Embargo gegen chinesische Firmen verhängt, die in diesen Konflikt involviert sind und Russland „unterstützen“. Eines der von den jüngsten Handelsbeschränkungen betroffenen Unternehmen ist das Werk, das auch für Sony die Projektoren herstellt.

    Auf Nachfrage teilte uns Sony mit: „Um die Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften, einschließlich der jüngsten europäischen Exportkontrollvorschriften und Handelsbeschränkungen, zu gewährleisten, haben wir die unvermeidliche Entscheidung getroffen, den Verkauf der 4K-Home-Cinema-Projektoren VPLXW8100 und VPL-XW6100 in Europa einzustellen, sobald der aktuelle Lagerbestand aufgebraucht ist. Wir verpflichten uns weiterhin zur Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften sowie zu verantwortungsvollen Geschäftspraktiken und arbeiten eng mit unseren Geschäftspartnern zusammen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.“

    Kurzfristig auf eine andere Produktionsstätte auszuweichen, um die Projektoren dort herstellen zu lassen, ist offenbar nicht möglich, weil das vom Embargo betroffene Herstellungswerk Patente auf Fertigungsprozesse und Bauteile der Sony-Projektoren besitzt. Andere Märke wie die USA, die kein entsprechendes Embargo haben, werden weiterhin beliefert.

    Die Sony-Beamer VPL-XW6100 und VPL-XW8100 dürfen nicht mehr in die EU eingeführt werden.

    Installation und Bedienung
    Zum Lieferumfang gehören eine Fernbedienung mit zwei Batterien, eine Objektivklappe als Transportschutz, Netzkabel und ein deutsches Konfigurationshandbuch. Dank der tiefer ins Gehäuse eingelassenen Anschlussports sind die Kabel bei einer Überkopfprojektion unter der Zimmerdecke nicht zu sehen.

    Die Installation geht leicht vonstatten, weil alle Einstellungen bequem mit der Fernbedienung auf der Couch durchführbar sind. Das Zoomobjektiv bietet eine große Flexibilität im Rahmen der Aufstellung. So kann eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Distanz von 3,38 bis 7,10 Meter komplett ausgeleuchtet werden; das Lens-Shift besitzt überdies einen großen Verschiebe-Bereich (Vertikal: ± 85 Prozent / Horizontal: ± 36 Prozent).

    Unser Test-Sample weist ab Werk eine verbesserungswürdige Konvergenz auf, die wir via Panelabgleich aber schnell korrigieren können. Farbige Säume sind danach nicht mehr auszumachen. Die Navigation durch das übersichtliche On-Screen-Menü geht hierbei zügig vonstatten, weil die Fernbedienung eine hintergrundbeleuchtete Tastatur besitzt, auf der alle Bezeichnungen gut lesbar sind.

    Wie beim VPL-XW6100ES finden wir auch beim Bravia Projektor 9 die Tasten für „3D“ und „Advanced Iris“ auf der Fernbedienung, obwohl sie ohne Funktionen sind. Sinnvoll ist hingegen ein „Position“-Button, welcher direkt ins Lens-Memory-Menü führt, um den Bildformatwechsel auf Knopfdruck vorzunehmen. Einmal konfiguriert reicht es aus, unter „Bildposition“ den gewünschten Speicher anzuklicken, um das entsprechende Bildformat auf der Leinwand zu erhalten. So vollzieht sich die oft notwendige Umstellung von 16:9 auf 2,39:1 in Windeseile. Fokus, Bildlage und die Größe passen zum größten Teil bei wiederholter Anpassung. Sogar der Fokus sitzt nach dem Neustart des Projektors.

    Lediglich 20 Sekunden benötigt der Bravia Projektor 9, bis er nach dem Einschalten das zugespielte Bildsignal auf der Leinwand zeigt. Ebenso schnell geht es, bis der Beamer heruntergefahren ist und sich im Stand-by-Modus befindet.

    Unter „Farbkorrektur“ können alle sechs Achsen der Primär- und Sekundärfarben eingestellt werden.
    Motionflow bietet mit der Option „Schwach glätten“ ein Setting, das ohne Soapopera-Effekt auskommt.
    „IMAX Enhanced“ ist einer der Bildmodi, in denen das dynamische Tone-Mapping eingeschaltet werden kann.
    Ohne Laserspeckle
    Es gibt aktuell zwei Lichttechnologien, die in Heimkinoprojektoren verwendet werden: Laser und LED. Während LEDs unkritisch sind in der Farbdarstellung, sorgen RGB-Laserlichtdioden für störendes Laserspeckle, das aussieht wie farbiges Rauschen.

    Gut sichtbar ist der Effekt in Gesichtern und einfarbigen Flächen wie blauer Himmel. Nicht so beim Sony VPL-XW8100ES. Er nutzt zwar blaue Laserdioden, aber kombiniert diese mit einem Phosphor-Element. Diese Kombination emittiert Weiß, das anschließend in Rot, Grün und Blau separiert wird und zu den drei SXRD-Chips gelenkt wird. Diese Laser-Phosphor-Technologie erzeugt kein Laserspeckle. Den HDR-Farbraum DCI-P3 deckt der Sony mit 97 Prozent ordentlich ab, ohne lichtschluckende Filter im Lichtweg zu verwenden, wie sie zum Beispiel einige Marktbegleiter einsetzen.

    Kein Laserspeckle: Der Bravia Projektor 9 liefert präzise Farben ganz ohne Störungen in Gesicht und Hintergrund.
    Sichtbares Laserspeckle: RGB-Laserprojektoren erzeugen farbige Sprenkel, die besonders in Gesichtern und auf der Wand dahinter auffällig sind.

    Licht und Farbe
    Das übersichtliche Menü besitzt teils voneinander abweichende Grundeinstellungen. Während wir zum Beispiel im Bildmodus „Referenz“ ein vortreffliches Gamma 2,2 vorfinden, ist das unter „Kino Film 1“ nicht der Fall. Aus diesem Grund verwenden wir „Referenz“ für die SDR-Kalibrierung. Hier sind nur wenige Korrekturen notwendig, um Farbtemperatur, Graustufenverlauf und Farbraum perfekt zu trimmen. Doch auch hier zeigt sich: Während das Gamma auf „Aus“ mit 2,2 ein hervorragendes Ergebnis liefert, erfordert das Gamma-Preset „2,4“ leichte Anpassungen.

    Im Rahmen der Kalibrierung erzielen wir eine herausragende Lichtausbeute von 2.920 Lumen bei SDR und 3.050 Lumen bei HDR. Damit ist der XW8100ES rund 500 Lumen heller als der XW6100ES. Der kalibrierte Lichtstrom reicht aus, um Bildbreiten mit HD-Signalen bis 5,50 Meter mit 16 Footlambert zu befeuern. Für HDR-Inhalte legen wir 32 Footlambert zugrunde. Diese erzielt der VPLXW8100ES auf 4,00 Meter Leinwandbreite.

    Die Maximalhelligkeit beziffert Sony mit 3.400 Lumen. Diese Angabe können wir unter „Kino Hell“ mit der Farbtemperatur „Benutzerdef. 5“ reproduzieren. Unser Proband liegt sogar 100 Lumen über der Werksangabe, allerdings mit einer zu kühlen Farbtemperatur. Der native Kontrastumfang beträgt nach der Kalibrierung 11.500:1 (On/Off), 6.950:1 (Inbild) und 420:1 (ANSI). Dynamisch lässt sich der Kontrastumfang auf unendlich steigern, weil die Lichtquelle bei einer Schwarzblende die Laser ausschaltet. Mit einem 1-Pixel-Testbild erzielt der dynamische Kontrast satte 33.800:1. Demzufolge beträgt der Schwarzwert 0,27 Lumen (statisch) und lässt sich (dynamisch) auf 0,09 Lumen verbessern.

    Der HDTV-Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgedeckt, so dass sich sehr natürliche Farben ergeben. Die vom Hersteller bezifferten „über 95 Prozent DCI-P3-Abdeckung“ erfüllt unser Proband mit 97 Prozent vorbildlich. Lediglich Grün und Rot verfehlen ihre Zielvorgabe um rund 1,5 Prozent. Praxisrelevant ist diese Abweichung aber nicht, weil sie unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegt. Gamma und Graustufenverlauf sind ebenfalls auf Referenzniveau und ermöglichen eine hohe Farbneutralität und Durchzeichnung von hellen und dunklen Inhalten. Die Farbtemperatur fällt in der Werkseinstellung mit 6.518 Kelvin bereits vorbildlich aus und macht nach der Kalibrierung mit 6.500 Kelvin eine Punktlandung.

    Mit 94 Prozent verzeichnen wir eine sehr gute Ausleuchtung (Color Uniformity) von der Mitte zu den Rändern. Weder Farbverschiebungen noch ein Helligkeitsabfall sind vorhanden.

    UHD-Pixellinien werden vertikal und horizontal reproduziert, allerdings mit farbigen „Schlieren“, die sich durch die Kalibrierung nicht beseitigen lassen – aber nur in Testbildern wie diesem zu sehen sind.
    Nach der Konvergenzanpassung wird das Testbild mit schwarz-weißem Kreuz in UHD-Pixelgröße ohne Farbsäume projiziert.

    Bildqualität
    Die Wiedergabe von 24-Hz-Signalen gelingt dem VPL-XW8100ES fehlerfrei. Abgesehen vom technisch bedingten leichten „Zittern“ bei horizontalen Schwenks ist die Projektion originalgetreu. 50 und 60-Hz-Inhalte werden präzise reproduziert, so dass Fußballübertragungen exzellent aussehen. Wer die Bewegungsschärfe steigern möchte, aktiviert Motionflow auf „Schwach glätten“. Bis zu den Rändern liefert der Sony jetzt ein messerscharfes Bild ohne Seifenoper-Effekt. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, ohne dass es zu Abschattungen kommt. Darüber hinaus sind selbst Schwarz-Weiß-Aufnahmen farbneutral. Die leichten Abweichungen, die wir in unseren Kontrollmessungen auf neun Feldern ermittelt haben, liegen mit maximal 10 Prozent unter der Wahrnehmungsschwelle. Die Skalierung von 720p- und 1080p-Signalen auf die native UHD-Auflösung der Panels gelingt fehlerfrei.

    High Dynamic Range erfordert anfangs ein wenig Aufmerksamkeit, denn nicht alle Bildmodi im Bravia Projektor 9 unterstützen das dynamische Tone-Mapping. Dazu gehören die Presets „Referenz“ und „Benutzer“, die nur eine statische Wiedergabe erlauben. In „IMAX Enhanced“ und „Kino Film 1“ ist hingegen ein Reiter vorhanden (siehe Kasten vorherige Doppelseite), mit dem sich das dynamische Tone-Mapping aktivieren lässt. Wird überdies der HDR-Kontrast auf 89 gesenkt, sind alle Signale bis 10.000 Nits auf der Leinwand erkennbar, ohne dass es zu Lichteinbußen kommt.

    Schwierige Filme wie „Sully“ werden vollständig projiziert, so dass auf den Displays am Times Square alle Inhalte abgebildet werden, während der Flugzeugkapitän dort in der Nacht joggt. Wer hingegen den Bildmodus „Referenz“ für HDR verwendet, sieht diese Inhalte nur, wenn der Kontrast auf 34 reduziert wird. Das geht mit einem massiven Lichtverlust einher. Auf Kontrast 89 wird zwar die maximale Lichtausbeute erreicht, aber die Displays überstrahlen vollständig. Von daher empfehlen wir „IMAX Enhanced“ mit dynamischem Tone-Mapping, um alle Inhalte mit höchster Helligkeit zu erhalten. Einmal eingestellt, greift der Bravia Projektor 9 selbstständig auf den letzten Bildmodus zu, so dass wir uns nach der Konfiguration um nichts weiter kümmern müssen und HDR mit dynamischem Tone-Mapping in bester Qualität erleben. Als Maria in „West Side Story“ auf der Feuerleiter steht, sind alle Schattenbereiche hervorragend durchgezeichnet. Einzelne Streben der Geländer sind bestens auszumachen. Knackiges Schwarz und strahlend helle Spitzlichter gefallen. Als Maria in ihr Zimmer zurückkehrt, strahlen die Lampen prachtvoll und sorgen für warme und natürliche Farben. Die Tageslichtaufnahmen begeistern gleichermaßen, weil die bunten Kleider der Tänzerinnen im Sonnenlicht wunderbar leuchten. Hier spielt der DCI-P3-Farbraum sein Spektrum voll aus. Die Tanzdarbietung „America“ besitzt mit dem VPL XW8100ES eine exzellente Bewegungsschärfe, so dass das gelbe Kleid von Maria alle Applikationen offenbart, einen tollen Faltenwurf zeigt und dabei nicht verschmiert, wenn Motionflow auf „Schwach glätten“ eingestellt ist. So muss HDR aussehen!

    Der Testbericht Sony VPL-XW8100ES (Gesamtwertung: 96, Preis/UVP: 26.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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      SONY VPL-XW8100ES (audiovision 6-2025)

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    AV-Fazit

    96 Sehr gut

    Der Sony VPL-XW8100ES kann sich dank seiner höheren Helligkeit vom bereits hervorragenden VPL-XW6100ES absetzen und erklimmt in unserem Testspiegel eine Spitzenposition. Dieses Plus an Performance lässt sich der Hersteller allerdings auch gut bezahlen.

    Michael B. Rehders

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