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    Sound-Bars & Sound-Decks

    Sony Bravia Theatre Bar 6 (Test)

    2. Juni 20266 Minuten Lesezeit

    Mit der „Bravia Theatre Bar 6“ bringt Sony einen recht günstigen Klangriegel auf den Markt, der 3DTon in Form von Dolby Atmos und DTS:X beherrscht. Was das Soundbar-Subwoofer-Gespann sonst noch drauf hat, zeigt unser Test.

    Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 500 Euro ist die HT-B600, so die technische Modellbezeichnung, gerade noch im Einsteiger-Segment angesiedelt. Trotzdem gehört zum Klangriegel ein kleiner Subwoofer. Externe Rear-Speaker kann man hingegen auch gegen Aufpreis nicht koppeln, dazu muss man zur größeren und doppelt so teuren Bravia Theatre Bar 8 (Test in Ausgabe 9-2024) greifen.

    Äußerlich liefert Sony ein neues Design, das mit stark abgerundeten Ecke für unser Empfinden durchaus schick anmutet – aber letztlich Geschmackssache ist. Die Chassis werden von Metallgittern an Front und Oberseite geschützt, der Rest des Gehäuses besteht aus anthrazit-farbenem Kunststoff. An der Verarbeitung haben wir nichts auszusetzen.

    Ein Display am Gerät gibt es genauso wenig wie das bei Sony bisher übliche Onscreen-Menü, das offenbar dem Rotstift zum Opfer fiel. So bietet die Bar als Feedback nur komplexe Lichterspiele kleiner Lämpchen, deren Bedeutung sich uns nicht immer erschließt und zu Verwechselungen bzw. Missverständnissen in der Kommunikation führen kann.

    Wer das volle Potenzial der Soundbar nutzen möchte, benötigt aber ohnehin die „Bravia Connect“-App (siehe Kasten). Die mitgelieferte Fernbedienung erfüllt ihren Zweck, bietet allerdings nur Tasten für die Alltagsfunktionen. Zudem agiert die Lautstärkeeinstellung recht langsam. Bis auf den Power-Button gibt es an der Bar selbst keine Tasten.

    Decoder- und Chassis-Technik
    Bei den Treibern setzt das 3.1.2-System auf fünf identische (4,6 x 5,4 Zentimeter) Breitbänder, die ihren Dienst als Center, Haupt-Speaker (Front L/R) sowie als Höhenboxen an der Oberseite der Soundbar verrichten. Die letzteren beiden werfen ihren Schall zur Decke, die den Sound zum Hörplatz zurück reflektiert. Sonys exklusive DSP-Tricksereien „S Force Pro Front Surround“ sowie „Vertical Surround Engine“ sollen zudem aus der Klangbar umhüllenden 3D-Sound zaubern.

    Die Fernbedienung besteht aus Plastik, ist kleiner als frühere Geber und besitzt weniger Tasten. Verdrücken kann man sich hier nicht.

    Mehr Kontrolle per App
    Sonys Bravia Theatre Bar 6 wird zwar mit einer Fernbedienung ausgeliefert, ein fehlendes Onscreen-Menü, kein Geräte-Display und doppelte Tastenbelegungen des Gebers mache die Steuerung der Soundbar aber kompliziert – zumindest wenn es um besondere Einstellungen geht. Abhilfe schafft Sonys Bravia Connect-App, die zudem exklusive Funktionen bietet, etwa das Lip-Sync, die Dynamikbegrenzung (DRC), CEC und einen Auto-Standby-Modus.

    Die App wird ferner zur Wahl des Upmixers für das einzige Klangprogramm namens „Sound Field“ benötigt, das sowohl bei Stereo als auch Mehrkanalquellen inklusive 3D-Ton greift – zur Auswahl stehen Dolbys Speaker Virtualizer, DTS Neural:X oder Sonys eigene Kreation „Vertical Surround Engine“. Die Installation der App gelang problemlos, für deren Nutzung ist allerdings ein Account mit persönlicher Registrierung bei Sony nötig.

    Erleichtert die Bedienung: Sonys Bravia Connect-App.

    Bei den Decodern sind Dolby Atmos und DTS:X an Bord, als Mischer stehen Dolbys Speaker Virtualizer, DTS Neural:X sowie Sonys „Vertical Surround Engine“ zur Wahl. Auf das hauseigene Immersiv-Tonformat „360 Reality Audio“ sowie das „360 Spatial Sound Mapping“ muss man bei der Bar 6 verzichten.

    Die Schaltung „Voice“ sorgt für eine bessere Sprachverständlichkeit, „Night“ reduziert für das Leisehören hauptsächlich Bässe, aber kaum Dynamik. Equalizer oder Höhenregler fehlen, die Intensität der Bässe lässt sich in 20 Stufen (von -10 bis +10) einstellen. Synchronisiert mit einem kompatiblen Sony-Bravia-Fernseher kann die Soundbar zudem via Künstlicher Intelligenz unter anderem Dialoge aufwerten und über das TV-Menü gesteuert werden.

    Video und Streaming
    Ein Toneingang in Form eines HDMI-eARC ist mit von der Partie, die Frage nach 4K oder HDR-Formaten erübrigt sich, denn die Bar 6 schleift keine Bildsignale durch, sondern empfängt so lediglich Audio-Informationen von kompatiblen eARC-Geräten. Alternativ darf Ton über Toslink zugespielt werden, Atmos klappt hierüber technisch bedingt aber nur im Format Dolby Digital Plus.

    Beim Streaming setzt die Bar 6 ausschließlich auf Bluetooth (AAC, SBC), es fehlen wichtige Wireless-Standards wie Chromecast oder AirPlay; Netzwerk-Streaming von Festplatte oder Server ist nicht möglich. Zudem gibt es keine Sprachsteuerung.

    Nur noch digital: Via HDMI-Ausgang samt eARC nimmt die Sony Bravia Theatre Bar 6 AV-Signale von kompatiblen Quellgeräten entgegen. Ton kann zudem über die Toslink-Buchse zugespielt werden. Der USB-Port (nicht im Bild) dient nur dem Firmware-Update via Stick.
    Der 40 Zentimeter hohe Aktiv-Subwoofer hat sein 16-Zentimeter-Chassis an der Front hinter einem Metallgitter sitzen. Das Bassreflexrohr ist für eine erhöhte Tieftonausbeute ebenfalls nach vorn ausgerichtet.

    Tonqualität
    Die Bar 6 spielte im Test tonal angenehm und ziemlich druckvoll, viel Volumen im Tiefton sorgte für einen vollen, satten Sound. Der Subwoofer leistete dabei gute Dienste und arbeitete im Test praktisch verzerrungsfrei – sogar den mächtigen „Powerful Bass“ im Dolby-Atmos-Trailer „Amaze“ meisterte der Krawallquader souverän, auch wenn hier größere Modelle tiefer in den Basskeller reichen.

    Die finale Action in „Ghost in the Shell“ (Dolby Atmos) hatte ebenfalls Schmackes und holte die Effekte-Orgie glaubhaft in den Hörraum – selbst bei wenig nachbarschaftlichen Pegeln. Apropos laut: Wie von Geisterhand erhöhte unser Testmuster im Zusammenspiel mit einem Samsung-Fernseher und einem Oppo-Blu-ray-Player den Ton hin und wieder selbstständig – laut Bravia-App auf Stufe 70 von maximal 100.

    Die Klangneutralität großer Standlautsprecher darf man bei den meisten Soundbars natürlich nicht erwarten – und dieser Sony-Vertreter macht diesbezüglich keine Ausnahme. Die Sprachverständlichkeit war trotzdem ausgezeichnet – sogar aus seitlichen Hörwinkeln. Auch Stereo-Musik kann man gut auf der HT-B600 hören. Die Räumlichkeit war etwas größer als die Gehäusemaße und bot ein gutes Stereo-Panorama.

    Das „Sound Field“-Programm ließen wir bei Filmton aktiviert, so formte der Klangriegel ein großes Schallfeld, das nicht nur vorne, sondern auch seitlich sowie zwischen Bar und Hörplatz den Hörraum eindrucksvoll füllte. Natürlich geht das mit dedizierten Surround-Boxen besser, was die Sony-Bar aber nicht gestattet. Entsprechend blieb es hinter unserem Rücken still.

    Zu unserer positiven Überraschung stellen sich mitunter Anflüge von Höhen-Sound ein, die Synthesizer aus „Audiosphere“ oder das Blatt in „Leaf“ (beides Dolby Demo-Clips) vermittelten tatsächlich den Eindruck, dass sich auch an der Decke zumindest marginal etwas tut. Von vollwertigem 3DSound kann zwar keine Rede sein, trotzdem schlug sich der Sound-Riegel im Vergleich mit teils teureren Vertretern in dieser Disziplin wacker.

    Der Testbericht Sony Bravia Theatre Bar 6 (Gesamtwertung: 71, Preis/UVP: 500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • SONY BRAVIA THEATRE BAR 6 (audiovision 7-2025)In den Warenkorb

      SONY BRAVIA THEATRE BAR 6 (audiovision 7-2025)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    71 Gut

    Die Bravia Theatre Bar 6 von Sony bietet großen Sound für wenig Geld und sieht obendrein schick aus. Bei den Anschlüssen gibt es mit eARC und Toslink nur das Nötigste, beim Streaming ist man zudem auf Bluetooth beschränkt.

    Andreas Oswald

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