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    av-Test

    Denon AVR-X 3200W (Test)

    27. Oktober 20156 Minuten Lesezeit

    Im Vergleich zum Vorgänger AVR-X 3100W (Test in audiovision 3-2015) trumpft der AVR-X 3200W mit gleich zwei für das Heimkino fast unverzichtbaren Features auf. Nicht weniger als acht seiner HDMI-Eingänge unterstützen HDCP 2.2 inklusive der Ultra-HD-Standards HDR und BT.2020. Außerdem beherrscht der Neue die 3D-Tonformate Dolby Atmos und DTS:X – Letzteres allerdings erst nach einem Firmware-Update im Herbst. Löblich: Den Preis belassen die Japaner bei 1.000 Euro.

    Ausstattung und Technik

    denon-pcDie tontechnischen Höhepunkte des 7.2-Receivers liegen in den diskret aufgebauten Leistungsverstärkern, die auch mit stromhungrigen 4-Ohm-Lautsprechern ideal zurechtkommen sollen. Des Weiteren weist Denon den 192-kHz/24-Bit-D/A-Wandler als Garant für optimalen Klang aus. Den Stromverbrauch reduziert ein per Knopfdruck zuschaltbarer Eco-Modus (siehe Kasten). Die Endstufen versorgen wahlweise einen zweiten Raum mit einer beliebigen Stereo-Quelle (Zone 2), oder die Frontboxen getrennt nach Bass- und Mittel-/Hochton-Bereich (Bi-Amping). Bei den Höhen-Lautsprechern ist der Denon auf ein 5.2.2-Setup limitiert. Das Menü sieht fünf verschiedene Positionen für die beiden Höhenstrahler vor. Der 500 Euro teurere AVR-X 4200W unterstützt dank Neun-Kanal-Prozessor, mehr Vorverstärker-Ausgängen und zusätzlichem Stereo-Verstärker 7.2.2- und 5.2.4-Arrangements.

    Handlich und gut bedienbar ist die Fernbedienung. Die weißen Tasten glimmen in einem blassen Blau, wenn sie zuvor hellem Licht ausgesetzt waren. Die Eco-Taste zum Stromsparen (siehe Kasten) ist natürlich grün.
    Handlich und gut bedienbar ist die Fernbedienung.
    Die weißen Tasten glimmen
    in einem blassen Blau, wenn sie zuvor hellem Licht
    ausgesetzt waren. Die Eco-Taste zum Stromsparen (siehe Kasten) ist natürlich grün.

    Damit die Höhenboxen auch bei Scheiben ohne Atmos-Ton etwas zu tun haben, gibt es den Dolby-Surround-Upmixer, der sich im Gegensatz zum Onyko aber nicht bei DTS zuschalten lässt. Bis das DTS:X-Update und damit der „Neural:X“-Upmixer einzieht, muss man bei DTS auf die Denon-eigenen Klangprogramme zurückgreifen. Denn die beim Vorgänger vorhandenen Alternativen Neo:X und DSX wurden gestrichen. Dies gilt auch für die Möglichkeit der kostenpflichtigen „Pro“-Kalibrierung.

    Das transparente Setup-Menü präsentiert sich ansprechend und übersichtlich strukturiert.
    Das transparente Setup-Menü präsentiert sich ansprechend und übersichtlich strukturiert.
    Der Videoprozessor skaliert eingehende Videosignale ins 4K-Format mit bis zu 60 Hertz Bildwiederholrate.
    Der Videoprozessor skaliert eingehende Videosignale
    ins 4K-Format mit bis zu 60 Hertz Bildwiederholrate.

    Ansonsten optimiert den Klang wie im Vorgänger Audysseys zweitaufwändigste Einmess­automatik „MultEQ XT“. Sie berücksichtigt zur Entzerrung des Frequenzgangs bis zu acht Positionen im Raum und stimmt sämtliche Lautsprecher inklusive Subwoofer in Pegel, Entfernung und Bassfilterung ab. Wer selbst am Klang schrauben möchte, kann das per Neun-Band-EQ tun, der sich für jeden Lautsprecher außer beim Subwoofer justieren lässt. Lob verdient der Denon für seine Komfort-Extras: So justiert der EQ auf Wunsch alle Boxen zugleich, und mit der Optionstaste lassen sich blitzschnell die Kanal­pegel – separat pro Quelle – einstellen.

    Video und Multimedia

    Der Denon verfügt über einen vollwertigen Videoprozessor, der FBAS-, YUV- und HDMI-Video zu 4K/60p-HDMI-Signalen skaliert und mit flexiblen Bildreglern wie der 100-stufigen Helligkeits- und Kontrastregelung optimiert.

    Über WLAN, AirPlay, Bluetooth, DLNA, Spotify-Streaming und einen USB-Audioplayer kontaktiert der Denon diverse Musikzuspieler im Heimnetzwerk. Dank Web­Interface und Smart­phone-App lässt er sich auch außerhalb der Fernbedienungs-Sichtweite einrichten und steuern. Sein gut gemachtes Internet-Radio vervollständigt die Ausstattung.

    Stromsparen auf Knopfdruck
    Yamaha war 2012 der Erste, der seinen Receivern das Stromsparen beibrachte. Der Eco-Modus reduziert die maximale Verstärker-Leistung, doch die wird für die alltägliche Hintergrundbeschallung ohnehin nicht benötigt. Denon hat vor allem die Handhabung der Technik weiterentwickelt. Während sich der „Eco“-Mode bei Yamaha nur im Menü einschalten lässt, hält der Denon eine Taste auf der Fernbedienung dafür bereit. Drückt man sie, wechselt der AVR-X3200W zwischen den Eco-Modi „Aus“, „An“ und „Auto“; den jeweiligen Zustand zeigt eine Meldung im Display und Bildschirmmenü. Im Auto-Modus schaltet sich das Stromspar-Programm abhängig von der Lautstärke zu bzw. ab.

    Grundsätzlich verschlechtert sich im Eco-Modus nicht der Klang – es sei denn, man erreicht das Leistungslimit, dann wirken Bassimpulse gebremst. Wie unsere Messungen zeigen (Tabelle), senkt der Eco-Modus den Stromverbrauch beträchtlich. Die zur Verfügung stehenden Ausgangsleistungen genügen dennoch locker zum Hören bei gehobener Zimmerlautstärke.

    Im Eco-Mode-Menü kann der Denon-Besitzer neben dem Eco-Mode die Abschaltautomatik einstellen.
    Im Eco-Mode-Menü kann der Denon-Besitzer neben dem Eco-Mode die Abschaltautomatik einstellen.

    EcoMode

    Tonqualität

    In Sachen Power haben die Denon-Entwickler wie beim Vorgänger alles richtig gemacht: Selbst bei gleichzeitiger Auslastung aller Endstufen bricht die Leistung kaum ein, egal ob es vier- oder sechs­ohmige Boxen zu versorgen gilt. Mit rund 560 Watt Gesamtleistung versorgt er auch richtig große Heim­kinos hervorragend, was sich auch im Hörtest positiv bemerkbar macht.

    Wie Audyssey den Frequenzgang entzerrt, kann man sich mittels dieser Equalizer-Kurven anzeigen lassen.Wie Audyssey den Frequenzgang entzerrt, kann man sich mittels dieser Equalizer-Kurven anzeigen lassen.
    Wie Audyssey den Frequenzgang entzerrt, kann man sich mittels dieser Equalizer-Kurven anzeigen lassen.Wie Audyssey den Frequenzgang entzerrt, kann man sich mittels dieser Equalizer-Kurven anzeigen lassen.
    Ein Druck auf die Info-Taste verrät, aus welchen Kanälen das ein- und ausgehende Audiosignal besteht.
    Ein Druck auf die Info-Taste verrät, aus welchen
    Kanälen das ein- und ausgehende Audiosignal besteht.

    Denn der AVR-X 3200W spielt bei unserem Lieblingsalbum von Steely Dan souverän – er begeistert mit schnellem, druckvollem Bass, löst den Mittel- und Hochtonbereich mit offener, detaillierter Spielweise feingliedrig auf und bleibt auch bei hohen Pegeln entspannt. Lediglich bei einigen wenigen Scheiben wie der Konzert-DVD von 3 Doors Down im Zusammenspiel mit klein definiertem Center und Surrounds und ohne Subwoofer klingt der Bass für unseren Geschmack etwas zu schlank. Schaltet man vom Hörmodus „Dolby Digital“ zu „Direct“ mit großen Boxen rundum, gewinnt der Klang an Druck.

    Im zweiten Hördurchgang stellten wir dem Denon einen Subwoofer zur Seite und lauschten dem Klang mit Audyssey. Die Einmessroutine überzeugte bis auf eine bei den Frontboxen leicht abweichende Distanz-Einstellung mit präziser und stimmiger Klangoptimierung. Die Frequenzgang-Grafiken zeigten uns, dass die wärmer klingende der zwei Zielkurven („Reference“) alle Boxen nuanciert korrigiert. Hören konnten wir das Ergebnis aber nicht, da unser 3200W zum Testzeitpunkt diesbezüglich eine fehlerhafte Firmware besaß, die laut Denon aber bis zum Marktstart Mitte September korrigiert werden soll. Experten, die ihren Verstärker von Hand einstellen, empfehlen wir trotzdem, Audyssey eine Einmessung durchführen zu lassen. Denn erst danach stehen die Funktionen Dynamic EQ und Dynamic Volume zur Verfügung: Während Dynamic EQ die Musik stets mit der richtigen Extra-Prise Bässe und Höhen würzt (Loudness), sorgt Dynamic Volume dafür, dass der Dynamik­umfang der Lautstärke angepasst wird, wodurch man Dialogen selbst bei niedrigen Pegeln folgen kann. Beide Schaltungen lassen sich einstellen und so den Hörgewohnheiten des Nutzers anpassen.

    Bei Stereo-Wiedergabe überzeugt uns der Denon unabhängig vom Eingang durch seinen musikalischen Klang. Den potenziell besten liefert dabei der „Pure Direct“-Modus, bei dem der Denon zugunsten höchster Rauscharmut die Videoelektronik und das Display abschaltet.

    1.000 Euro: Wie den Vorgänger gibt es den AVR-X3200W nur in Schwarz. An der Verarbeitung gefallen uns die sauber gerasterten Drehräder für Quelle und Lautstärke, weniger hingegen die scharfen Kanten der Frontblende.
    1.000 Euro: Wie den Vorgänger gibt es den AVR-X3200W nur in Schwarz. An der Verarbeitung gefallen uns die sauber gerasterten Drehräder für Quelle und Lautstärke, weniger hingegen die scharfen Kanten der Frontblende.
    Aufgeräumt und gut bestückt: Bis auf einen Phono-Eingang und Vorverstärker-Ausgänge für die Höhenkanäle lässt der Denon in Sachen Anschlüsse keine Wünsche offen. Die horizontale und einstöckige Anordnung der farbig beschrifteten Schraubterminals vereinfacht das Anschließen der Boxen.
    Aufgeräumt und gut bestückt: Bis auf einen Phono-Eingang und Vorverstärker-Ausgänge für die Höhenkanäle lässt der Denon in Sachen Anschlüsse keine Wünsche offen. Die horizontale und einstöckige Anordnung der farbig beschrifteten Schraubterminals vereinfacht das Anschließen der Boxen.

    denon-tabelle

    Der Testbericht Denon AVR-X 3200W (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 1000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2015 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Denon AVR-X 3200W, Onkyo TX-NR 747, Yamaha RX-A 850, Pioneer VSX-1130 (audiovision 10-2015)In den Warenkorb

      Denon AVR-X 3200W, Onkyo TX-NR 747, Yamaha RX-A 850, Pioneer VSX-1130 (audiovision 10-2015)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    85 sehr gut

    Mit seinen hohen Leistungsreserven, dem guten Klang und der umfangreichen Ausstattung inklusive DTS:X holt sich der Denon AVR-X 3200W den Testsieg.

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