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    Blu-ray-Filme

    Blu-ray-Test: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

    2. April 20124 Minuten Lesezeit

    Blu-ray-Test: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der EinhornIn einer Kritik zu seinem ersten "Indiana Jones"-Abenteuer wurde Steven Spielberg erstmals auf "Tim und Struppi" aufmerksam, wie man im Bonusbeitrag "Die Entstehung von Tim und Struppi" erfährt. Die Rezension zog Parallelen zwischen Spielbergs Film und den "Tim und Struppi"-Comics, womit das Interesse von Hollywoods kommerziell erfolgreichstem Regisseur geweckt war. Die Faszination ließ Spielberg seitdem nicht mehr los, denn die filmische Art der Zeichnungen schien wie für ein großes Leinwand-Abenteuer gemacht. Bereits 1983 erwarb Spielberg die Filmrechte, doch dauerte es fast 30 Jahre bis zur Verwirklichung. Denn erst jetzt war die Computertechnik so weit, dass man der Comicvorlage bei der Kino-Adaption optisch gerecht werden konnte.

    Fotorealismus aus dem Computer
    Denn statt klassischer CGI-Animation wie in "Cars" oder "Toy Story" setzte man auf das fotorealis­tische Motion-Capture-Verfahren, wie man es aus "Der Polarexpress" (2004) oder "Die Legende von Beowulf" (2007) kennt. Diese Technik ermöglicht, menschliche Bewegungen so aufzuzeichnen und in ein von Computern lesbares Format umzuwandeln, dass diese die Bewegungen zum einen analysieren und zum anderen auf im Computer generierte 3D-Modelle übertragen können. Für alle Technik-Fans sei diesbezüglich der Beitrag "In The Vol­ume" (17:53) empfohlen. Hier erfährt man, wie die Bewegungen, Mimik und Gestik der Schauspieler (u.a. Bond-Mime Daniel Craig) am Set aufgezeichnet und auf ihre digitalen Pendants übertragen werden (siehe Bilder unten).

    Der Fotorealismus kommt auch dem 3D-Transfer der Blu-ray zugute. Die Animationen sind stets plas­tisch und dreidimensional bei glaubhafter Raumtiefe und differenzierter Staffelung von Objekten und Figuren. Die Personen wirken realis­tisch, in ihren Bewegungen glaubhaft und zerren den Zuschauer so in die spannende Geschichte.

    Die Story
    Auf dem Flohmarkt entdeckt Jungreporter Tim ein Modell des Segelschiffs Einhorn aus dem 17. Jahrhundert. Darin versteckt findet er eine verschlüsselte Botschaft über den Verbleib des gesunkenen Wracks voller Reichtümer. Die Lösung des Rätsels führt Tim und seinen treuen wie gewitzten Foxterrier Struppi zu Kapitän Haddock, einem Trunkenbold und Nachkommen des Kommandanten der Einhorn. Eine Spur weist weiter bis nach Nordafrika, doch Schurke und Piratennachfahre Sakharin ist dem Trio immer einen Schritt voraus.

    Die Extras
    Noch mehr Informationen zur Animationstechnik bekommt man in den Beiträgen "Die Anima­tion von Tim und Struppi (10:59) sowie "Das graphische Konzept" (8:37), Letzterer zeigt den Weg von ersten Designentwürfen bis hin zur dreidimensionalen Umsetzung am Computer. "Who’s Who"(14:17) lässt dagegen die realen Schauspieler (u.a. Jamie Bell, Andy Serkins, Simon Pegg und Nick Frost) zu Wort kommen, die im kargen Studioset mit Spezialanzügen und Gesichtsbemalung agieren mussten (siehe Bilder). Wer mehr über die Ursprünge der Comics des belgischen Autoren Hergé oder Tims treuen Freund Stuppi erfahren mag, wird mit "Die Welt von Tim und Struppi" (10:45) und "Struppi von A bis Z" (10:10) bestens bedient. Ein Bericht zur Filmmusik von John Williams rundet das gelungene, wenn auch nicht allzu üppige Bonuspaket des Doppel-Disc-Sets ab. Wie immer bei Spielberg-Filmen hält man nach einen Regiekommentar vergeblich Ausschau. Auch als günstigere 2D-Edition erhältlich.

    Fazit: Steven Spielberg inszenierte die Comicbuch-Adaption mit narrativer Finesse und auf höchstem Technik-Niveau dank Motion-Capture-Verfahren. Vor allem in 3D ist das rasante Animationsabenteuer ein Erlebnis.

    Blu-ray-Test: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

    Über 160 Kameras erfassen am Set die reflektierenden Punkt- und Strichmarkierungen
    auf den Schauspielern. Das Motion-Capture-Verfahren übertägt die Bewegungen,
    Gestik und Mimik der Darsteller dann auf ein virtuelles 3D-Abbild.

    Blu-ray-Test: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

    Bild: 2D: Der plastische Cinemascope-Transfer ist meist scharf und detailreich, nur in der Totalen vermisst man etwas Feinzeichnung. Tagszenen besitzen leuchtende Farben und kräftigen Kontrast, Lichter überstrahlen aber nicht. In dunklen Szenen macht sich häufiger Rauschen breit (28:30). 3D: Der 3D-Transfer überzeugt mit geschlossenem, realistischem Bildeindruck bei ausgezeichneter Staffelung von Personen und Objekten. Der Raum reicht tief nach hinten, die schönen Pop-Out-Effekte (38:26) runden die stimmige 3D-Vorstellung ab.

    Ton: Egal ob Meeresgeräusche, Unwetter oder Prügeleien – die vielen präzisen, dynamischen und basskräftigen Effekte begeistern. Auch der sei­dige Score überzeugt mit lebendigem, detailliertem und offenem Klang.

    Extras: Audiokommentar, "Comedy-Making-of" (24:06), "3D-Special Making-of" (14:53), Interviews (18:29), entfallene Szenen (2:13), Outtakes (2:07), Musikvideo Nena (2:39), Trailer, Teaser, "VFX-Making-of ARRI"  (1:13), "VFX-Making-of Scanline" (4:10), "Das Moffels-Lied" (2:27), Teamfoto, Ausschnitte Wickie-Hörspiel (4:13) und Soundtrack (6:48).  
     

    Die Wertung   
    Film 5 von 6 Punkten
    Bildqualität 6 von 6 Punkten
    Tonqualität 6 von 6 Punkten
    Bonusmaterial 4 von 6 Punkten
       
    Die technischen Daten  
    Anbieter Sony
    Originaltitel The Adventures of Tintin: Secret of the Unicorn
    Laufzeit 107 Minuten
    FSK ab 6 Jahren
    Bildformat 2,35:1 (1080/24p)
    Ton Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1
    Ton Englisch DTS-HD Master Audio 7.1
    BD-Live ja

     

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