Im Türkei-Urlaub verliebt sich der unscheinbare Daniel (Christian Ulmen) in die schöne Aylin (Aylin Tezel). Um seine Angebetete für sich zu gewinnen, wandelt sich der zum Frauenversteher erzogene Warmduscher zum Vorzeige-Macho. Unterhaltsam-kurzweilige Mischung aus Beziehungs- und Kultur-Clash-Komödie. Bild: Der Cinemascope-Transfer ist scharf und detailreich, die Szenen im türkischen Hotel-Resort zu Beginn versprühen dank knalliger Farben und kräf-tigem Kontrast feinste Postkarten-Optik. Ton: Die pausenlose wie mannigfaltige Musikuntermalung (6:50, 19:10) kommt für eine Komödie überraschend dynamisch und teils bassgewaltig daher. Einige Dialoge gehen im Klanggetümmel aber unter. Extras: Interviews (11:23), B-Roll (4:35), Trailer. Die Wertung Film 4 von 6 Punkten Bildqualität…
Autor: Sascha Göddenhoff
Zwei in die Jahre gekommene Freunde lassen in einem alpinen Hotelressort ihr Leben Revue passieren. Während der berühmte Komponist Fred (Michael Caine) sich dem süßen Nichtstun hingibt, treibt den geschäftigen Regisseur Mick (Harvey Keitel) sein neuestes Filmprojekt um. Surreale Dramödie mit zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern. Bild: Selten sahen die Alpen so schön aus wie in diesem Film. Farben, Kontrastumfang, Kantenschärfe, Plastizität – hier stimmt einfach alles. Selbst an den nicht immer gut ausgeleuchteten Innenaufnahmen gibt es nichts zu mäkeln. Dicke fünf Punkte. Ton: Bei den Fantasy-Einlagen hört man einige nette Surroundeffekte, meist geben aber die Front-Lautsprecher den Ton an. Extras: Making-of…
„Ich war teilweise 18 Stunden am Tag Hitler“, berichtet Schauspieler Oliver Masucci im Making-of. Denn für seine Verfilmung des Bestsellerromans von Timur Vermes schickte Regisseur David Wnendt seinen Führer-Darsteller auf NPD-Kundgebungen, konservative Stammtische und zu „besorgten Bürgern“. Die Vermischung der dort gemachten Aufnahmen (inwieweit diese gestellt sind, erschließt sich dem Zuschauer bewusst nicht) mit den fiktionalen Szenen verleihen dem Film eine erstaunliche Authentizität. Als Zuschauer ist man oft amüsiert und entsetzt zugleich. 70 Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang erwacht Adolf Hitler im Berlin der Gegenwart. Im tiefsten Frieden unter Angela Merkel und vielen Ausländern startet er, was man am wenigsten…
Der extrovertierte Adam (Bradley Cooper) will unbedingt seinen dritten Michelin-Stern bekommen. Kein leichtes Unterfangen, denn der cholerische Chefkoch treibt seine Mitarbeiter (u.a. Sienna Miller) regelmäßig in den Wahnsinn. Gut gespielte Ensemble-Dramedy – nicht nur für Feinschmecker. Bild: Eine hohe Detailschärfe kommt dem zubereiteten Essen zugute, denn das sieht zum Anbeißen lecker aus. Auch sonst passen Auflösung und Kontrast, nur selten mischen sich unscharfe Szenen (22:11) ein. Ton: Das hektische Treiben in der Küche geben klappernde Töpfe, klirrendes Geschirr und Brat-Geräusche prima wieder – wenn auch etwas frontlastig. Dafür spielt der Score teils groß auf. Extras: „In der Küche mit…
Der vom Leben gezeichnete John Creasy (Denzel Washington) soll eine mexikanische Millionärstochter (Dakota Fanning) beschützen. Als das achtjährige Mädchen am hellichten Tag entführt wird, begibt sich der alkoholkranke Ex-Marine auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Das toll gespielte, schön anzusehende und mit religiöser Symbolik angereicherte Action-drama erscheint mit gut zehnjähriger Verspätung endlich auch hierzulande auf Blu-ray. Bild: Wie zuvor bei „Spy Game“ und „Der Staatsfeind Nummer 1“ setzt Tony Scott durch und durch auf eine farbgefilterte Optik mit ständig variierendem Kontrastumfang. Gegenüber der DVD kommt die Blu-ray schärfer und detailreicher daher, das teils unübersehbare Filmkorn wird besser aufgelöst. Auch in Sachen Kompression…
Um sich zu erholen, reist die mental und körperlich angeschlagene Anna zu Verwandten ans Meer. Dort begibt sich die Zwölfjährige auf eine heilsame Seelenreise. Tiefgründig, berührend und bezaubernd gezeichnet – zu Recht wurde der vorerst letzte Anime des renommierten Studio Ghibli für den Oscar als bester Animationfilm nominiert. Bild: Mit hoher Detail- und Kantenschärfe, perfekt ausbalanciertem Kontrast und kräftigen Farben holt sich der glasklare 1,85:1-Transfer die Höchstwertung. Ton: Nicht nur für ein ruhiges Jugenddrama wurden sowohl der ergreifende Score als auch die detail-reichen Geräusche wunderbar räumlich abgemischt. Extras: Zu über 90 Minuten an Storyboards gesellen sich ein Making-of…
Bei Pixar ist offenbar immer was los – zumindest wenn man dem Bonusmaterial von „Arlo und Spot“ glauben schenkt. Da bauen die Mitarbeiter Dino-Skulpturen aus Müll („Recyclosaurus“), besuchen zu Recherchezwecken eine Farm in Oregon („Auf der Spur von T-Rex“) oder holen sich geistige Inspiration in den Weiten Wyomings („Die Reise der Filmemacher“). Was eigentlich nach Vergnügen klingt, war jedoch harte Arbeit. Denn laut Peter Sohn musste seine erste abendfüllende Regiearbeit in „sehr kurzer“ Zeit fertig werden – was er genau darunter versteht, verrät er leider nicht. Zwar ist „Arlo und Spot“ alles andere als ein inszenatorischer Schnellschuss, dennoch entstand nicht…
Während des amerikanischen Bürgerkriegs verteidigen drei Frauen (u.a. Britt Marlin) in einer gottverlassenen Gegend ihre Farm gegen zwei mordlüsterne Yankees (u.a. Sam Worthington). Düsterer Genrehybrid aus brutalem Kriegswestern und beklemmendem Home-Invasion-Thriller. Bild: Der 1,85:1-Transfer sieht in hellen Szenen scharf, plastisch und klar aus. In dunklen Bereichen fällt leichtes Grießeln auf und die Feinauflösung nimmt etwas ab; Schwarz ist satt. Dicke 4 Punkte. Ton: Sowohl Naturgeräusche als auch der elegische Score spielen weiträumig und luftig. Die wenigen Schüsse (50:08) donnern fast wie aus einer Kanone und sind trotzdem präzise im Hörraum ortbar. Extras: englischer Audiokommentar ohne Untertitel, Making-of (11:15), Trailer. Die Wertung …
Aus unerklärlichen Gründen kehren die Verstorbenen der letzten Jahre ins Leben zurück. Sie sehen normal aus, sind friedlich und wollen ihr altes Leben fortsetzen, was die Verwaltung einer französischen Kleinstadt vor erhebliche Probleme stellt. Ungewöhnlicher wie anspruchsvoller Untoten-Grusel, der gleich für zwei TV-Serien Pate stand. Bild: Der rauscharme 50i-Transfer sieht meist scharf und detailliert aus, allerdings mischen sich öfter mal weiche Einstellungen dazwischen. Dicke 4 Punkte. Ton: Die frontbetonten Geräusche klingt oft etwas künstlich und detailarm. Der Score schallt mit guter Räumlichkeit, tönt bisweilen aber störend laut von links hinten. Der französische Originalton spielt ausgewogener, räumlicher und deutlich natürlicher. Extras:…
Während des Zweiten Weltkriegs reist die ukrainische Scharfschützin Lyudmilla zu Propaganda-Zwecken ins Weiße Haus, wo sie in der Präsidentengattin Eleanor Roosevelt eine Freundin findet. Rückblickend erzählt die Soldatin aus ihrem Leben. Fesselnde Kreuzung aus Biopic und Kriegsdrama. Bild: Das historische Geschehen holt der Cinemascope-Transfer knackscharf und fein aufgelöst auf den Schirm. Die Rückblenden wurden mit überhöhtem Kontrast und entsättigten Farben verfremdet. Ton: Kriegslärm donnert räumlich und dynamisch, aber auch in leisen Szenen überzeugt die 5.1-Abmischung mit detaillierten Umgebungsgeräuschen. Der Score spielt ausladend und wenn nötig wuchtig. Extras: Making-of (33:27), Behind the Scenes (3:34), Trailer. Die Wertung Film 5 von 6…