Autor: Christoph Ebert

Mehr Tote, gewaltigere Explosionen und ein größeres Budget. Das sind die Sequel-Regeln in Hollywood, die genreübergreifend Anwendung finden: von Scifi-Klassikern wie "Star Wars" und "Alien" über Actionkracher à la "Lethal Weapon" bis hin zu Horrorschockern wie "Freitag, der 13te" und "Scream". Doch keine Regel ohne Ausnahme. Wenn die Fortsetzung nicht ins Kino kommt, fällt alles eine Nummer kleiner aus, die prominente Darstellerriege wird durch einen B-Cast ersetzt und der Bezug zum Vorgänger hält sich in Grenzen. Das Endprodukt ist in der Regel ein bis zwei Klassen schlechter als das Original. In diese Kategorie fällt "Smokin‘ Aces 2". Aus nicht ersichtlichen…

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"Was um Gottes Willen war denn das?" Dies dürfte sich die Mehrzahl der Zuschauer am Ende dieser kruden Mischung aus "Pulp Fiction", "Reservoir Dogs", "Natural Born Killers", "Snatch" und "Schnappt Shorty" fragen. Denn Regisseur Joe Carnahan vermischt schräge Charaktere, überzeichnet-durchgeknallte Action, bizarr-deftige Dialoge mit einer immer ernster werdenden Story, die in einer finalen Einstellung gipfelt, bei der man sich fragend (siehe erster Satz) am Kopf kratzt. Die schlichte und einzige Antwort: Das war unterhaltsam – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der im Sterben liegende Mafiaboss Primo Sparazza setzt auf den Las-Vegas-Entertainer Buddy "Aces" Israel ein Kopfgeld von einer Million…

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Das neunfach oscarprämierte Epos erzählt mit großen Gefühlen und hochkarätiger Besetzung eine rührende Liebesgeschichte. Der bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Graf Almasy (Ralph Fiennes) erinnert sich auf dem Sterbebett an eine Affäre in Nordafrika. Bildqualität: Die Nachzieheffekte der DVD-Version von 2008 sind verschwunden. Geblieben ist das konstante Rauschen, das sich vor allem im düsteren Patientenzimmer des Grafen ausbreitet (91:57, 147:41) und auf Kosten der Schärfe geht. Sonnendurchflutete Außenaufnahmen verfügen stets über mehr Durchzeichnung, jedoch kann die Plastizität nicht mit modernen Produktionen konkurrieren, man wünscht sich oft mehr Details (Mauer, 47:40). Tonqualität: Der 5.1-Mix in DTS-HD Master Audio kann sich zwar klanglich…

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Eigentlich hat er es geschafft. Doch dann muss Mister Green, gespielt von Martin Balsam, niesen und Lieutenant Zachary Garber, gespielt von Walter Matthau, sowie das gesamte Kinopublikum wissen, was die Stunde geschlagen hat. Abblende, Abspann. Das Ende des 70er-Jahre-Thrillers "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" (siehe Abschnitt "Das Original auf DVD" unten) ist eines der coolsten der Filmgeschichte. Vermutlich hat Regisseur Tony Scott in seinem Remake deshalb darauf verzichtet. Oder aber weil das Kinopublikum heutzutage einfach einen actionhaltigen Showdown erwartet, egal wie unsinnig der sein mag. Und den bekommt es. Bis es so weit ist, liefern sich die Schauspiel-Schwergewichte Denzel…

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Trotz eines Einspiels von 683 Millionen Dollar zog das neueste Animationsabenteuer aus dem Hause Pixar an den Kinokassen gegenüber "Ice Age 3" mit 884 Millionen den Kürzeren. In Sachen Tiefgang und Emotionen haben die Kreativköpfe von Pixar hingegen die Nase ganz weit vorn. Auch das ein oder andere Tränchen beim Zuschauer ist keine Seltenheit, man denke nur an die tragikomische Liebesgeschichte von Müllroboter "Wall•E". Die Story Dass man aber so schnell wie in "Oben" zum Taschentuch greift, ist selten. Auslöser der Schniefattacke sind die rührendsten zehn Minuten des vergangenen Kinojahres: Herzerwärmend und fast ohne Worte schildert eine Montage das Leben…

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Die ‚Humor kennt keine Grenzen‘-Weisheit trifft auf "Year One" nicht zu. Während es die neueste Komödie von Geisterjäger Harold Ramis in den USA auf sechs Millionen Besucher brachte, verirrten sich hierzulande gerade mal 60.000 ins Kino. Und das obwohl die Story gesellschaftsunabhängig ist, sie spielt nämlich im Jahr 1. Nachdem Neandertaler Zed (Krawall-Comedian Jack Black) sein Dorf abgefackelt hat, wird er zusammen mit seinem jungfräulichen Kumpel (Michael Cera) in die Wildnis verbannt. Von nun an begibt sich das trottelige Dick-und-Doof-Duo auf eine turbulente Reise quer durch die Bibelgeschichte und die Anfänge der Zeitrechnung. Wie bei Komödien leider nicht unüblich setzt…

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"Als ich das Drehbuch las, hatte ich keine Ahnung was auf den nächsten Seiten passieren würde". Mit diesem Statement im Making-of bringt Schauspielerin Mary Steenburgen den größten Reiz von "Nobel Son" auf den Punkt. Reiz Nummer 2 der schwarzen Krimikomödie, die vor Plot-Twists nur so strotzt: ein Staraufgebot, das man bei einer Independent-Produktion nicht alle Tage sieht. So geben sich neben Mary Steenburgen unter anderem Alan Rickman, Bill Pullman, Eliza Dushku, Danny DeVito, Ted "Cheers" Danson und "Ghostbuster" Ernie Hudson die Ehre. Professor Eli Michaelson (herrlich: Alan Rickman) ist als Wissenschaftler ein Genie und als Mensch ein Schwein. Just…

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Der pseudo-dokumentarische Stil, mit dem Rob Reiner 1983 in "This is Spinal Tap" das Rock’n’Roll-Business auf die Schippe nimmt, gilt als die Geburtsstunde der Mockumentary. Zusammengesetzt ist der Begriff aus dem englischen ‚to mock‘ (sich lustig machen) und ‚documentary‘. Im Mittelpunkt steht die fiktive britische Rockband Spinal Tap. Die Gruppe hat ihre besten Zeiten lange hinter sich und durchlebt auf schmerzhafte Weise die Schattenseiten ihrer Berufszunft. Die satirischen Seitenhiebe am Fließband, die zur großen Unterhaltung des Zuschauers ein Rock-Klischee nach dem anderen breittreten, gibt es wie auf vorangegangenen DVD-Fassungen nur im englischen Original mit deutschen Untertiteln. Dass es ohne Spinal…

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Die neue 8k-Abtastung, die Warner für "Der unsichtbare Dritte" vornahm, basiert auf den original VistaVision-Negativen. Bei dieser ausgestorbenen Aufnahmetechnik lief der Film quer vor der Kamera und später dem Projektor. Jeweils zwei 35mm-Negative wurden belichtet. Daraus ergibt sich ein Seitenverhältnis von 1,96:1, eine gegenüber 35mm um bis zu 2,66-fach größere Bildfläche und ein deutlicher Qualitätsgewinn. Der spiegelt sich auch im aufwändig restaurierten Endergebnis wider. Man mag kaum glauben, dass es sich hier um einen 50 Jahre alten Film handelt. Allerdings ist der Thriller um einen Werbefachmann (Cary Grant), der ahnungslos in verdeckte Ermittlungen der amerikanischen Spionageabwehr tappt, nicht wie stellenweise…

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In Kevin Smiths autobiographisch angehauchtem Regiedebüt muss sich der Supermarktangestellte Dante zusammen mit seinem Kumpel vom Video­laden mit verärgerten Kunden herumschlagen. Der Erfolg der für 27.000 Dollar auf 16mm und in Schwarz-weiß gedrehten Slackerkomödie kam so überraschend, dass der Film nicht synchronisiert wurde. Bildqualität: Angesicht der Produktionsbedingungen verwunderte es kaum, dass die verrauschte und detailarme DVD von 2008 kaum besser als eine VHS-Aufnahme aussah. Die Qualitätssteigerung durch das Blu-ray-Format fällt minimal aus, lediglich die Kompressionsartefakte wurden reduziert, stehende Rauschmuster sind jedoch nach wie vor präsent. Entgegen der Cover-Angabe beträgt das Format nicht 1,85:1, sondern 1,78:1. Tonqualität: Surroundeffekte gibt es keine…

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