Egal ob "Heat", "Collateral" oder "Miami Vice" – Gesetzeshüter und Gesetzesbrecher stehen oft im Zentrum von Michael Manns Schaffen. Was liegt da näher, als das Leben von einem der bekanntesten Gangster der USA zu verfilmen: John Dillinger (Johnny Depp). Dabei konzentriert sich "Public Enemies" auf die letzten 13 Monate von Dillingers Leben, in denen er mit spektakulären Banküberfallen zur nationalen Berühmtheit und zum Staatsfeind Nr. 1 wird – und die Aufmerksamkeit des FBI (u.a. Christian Bale) auf sich zieht. Trotz packender Story und hochkarätigen Darstellern will der cineastische Funke nicht ganz überspringen. "Public Enemies" ist ein sehr guter Film, aber…
Autor: Christoph Ebert
Die Auseinandersetzung zwischen zwei Fürsten und einem machtbesessenen General gipfelt im China des 3. Jahrhunderts in der Schlacht am Red Cliff. John Woos fernöstliche "Braveheart"-Variante wurde für den westlichen Markt von fünf auf zweieinhalb Stunden gekürzt. Bild: In den zahlreichen Kriegsszenen lassen sich dank hoher Detailzeichnung viele Einzelheiten erkennen. Hin und wieder könnte die Kantenschärfe etwas besser sein. Die vielen Computeranimationen fügen sich gut ins Bild ein. Ton: Die Kampfszenen versetzen den Zuschauer dank einhüllender Surroundkulisse mitten ins Schlachtengetümmel. Auch ruhigere Szenen bieten eine gute Räumlichkeit. Der von Pauken und Trommeln dominierte Score nutzt stets alle Boxen. Extras: Interview mit…
Nach dem Tod von Stanley Kubrick übernahm Steven Spielberg die Regie der auf einer Kurzgeschichte von Brian Aldiss basierenden Story des Roboter-Kindes David (Haley Joel Osment). Sein verkanntes Meisterwerk über einen künstlichen Jungen auf der Suche nach der "Blauen Fee", die ihn zum Menschen machen soll, geht der Frage nach, wann künstliche Intelligenz menschlich wird. Mehr zum Thema künstliche Intelligenz in Hollywood finden Sie hier. Bild: Litt die DVD von 2002 noch unter großflächigem Rauschen, wird das grobe Filmkorn auf Blu-ray meist artefaktfrei reproduziert. Am eingeschränkten Kontrastumfang, dem begrenzten Schärfegrad und der durchwachsenen Detailzeichnung hat sich leider nicht viel geändert.…
Die attraktive und beruflich erfolgreiche Marnie (Kristin Bell) trifft der Schlag, als sie erfährt, wen sie bald zur Schwägerin bekommt: ihre Erzfeindin aus High-School-Zeiten. Fortan versucht sie alle Beteiligten zu überzeugen, dass die Braut ein hinterlistiges Biest ist. Trotz Starbesetzung erschreckend unlustige Zickenterror-Komödie. Bild: Kontraststark, bunt, scharf, detailreich und frei von Artefakten und Rauschfiltern – so müssten alle aktuellen Komödien aussehen. Dicke fünf Punkte. Ton: Mit Ausnahme einer Handvoll Umgebungsgeräusche (Basketballspiel bei 3:11, Grillenzirpen bei 84:30) und dem Score sind die Rears zum Nichtstun verdammt. Extras: "Am Set mit dem Regisseur" (7:03), "Kleine Kämpfe unter Frauen" (3:02), "Antworten auf Fragen…
In einem Gespräch seiner Eltern erfährt der kleine Nick von der Schwangerschaft seiner Mama. Und weil die Schulkameraden erzählen, dass fortan der Nachwuchs im Mittelpunkt steht, gerät der kleine Kerl in Panik. Amüsante Verfilmung der illustrierten Lausbubengeschichten von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé. Bild: Das von kräftigen Farben geprägte Bild ist bereits während Innenaufnahmen weitgehend scharf und plastisch. Zu Hochform läuft der Transfer bei hellen Außenaufnahmen (Wald bei 31:31) auf, die eine tolle Detailzeichnung zeigen. Ton: Den Schulalltag untermalt der 5.1-Mix mit zahlreichen Umgebungsgeräuschen (Kinderlärm bei 65:46). Extras: Audiokommentar, Making-of (34:09), Interviews (13:15), "Casting" (7:27), "Die Streiche der Erwachsenen" (7:26),…
Nach dem gescheiterten Jura-Examen wird der 23-jährige Goethe (Alexander Fehling) zur Strafe vom Vater ans Reichskammergericht in Wetzlar geschickt. Dort lernt der Charmebolzen die hübsche Lotte (Miriam Stein) kennen und lieben. Doch dem jungen Glück steht der Gerichtsrat Kestner (Moritz Bleibtreu) im Weg. Frisch-sympathisches Porträt des Dichterfürsten in seiner Sturm-und-Drang-Zeit. Bild: Helle, teils sonnendurchflutete Tageslichtaufnahmen von Gebäuden und Landschaften sehen dank toller Schärfe, hoher Tiefenwirkung und vielen Details (Dorfgasse bei 36:01) klasse aus. Auch am Computer hinzugefügte Bildelemente wie Häuserzüge von Städten fügen sich harmonisch ins Bild. An der Höchstwertung schrammt der Transfer jedoch vorbei, weil zahlreiche Abendszenen – egal…
Wer sich im Extras-Menü den englischen Originaltrailer anschaut, gewinnt den Eindruck, "The American" wäre ein reißerischer Actionthriller im Stil der "Bourne"-Filme. In Wahrheit ist es eine poetische Killerballade, in der nicht viel gesprochen und noch weniger geballert wird – und in die Luft fliegt schon gleich gar nichts. Stattdessen bekommt der Zuschauer viele schöne Landschaftsaufnahmen der italienischen Abruzzen und des dazu passenden Dorfes zu sehen. Das verwundert nicht, denn hinter der Kamera stand der holländische Fotograf Anton Corbijn, der an Bewegtbildern bislang nur Musikvideos und die schwarz-weiße Musiker-Biographie "Control" gedreht hat. Der Amerikaner Jack (George Clooney) ist Auftragskiller und Meister…
Bereits vor zehn Jahren tauchte in der "Spy Kids"-Reihe die Figur des von Rache angetriebenen mexikanischen Federale-Agenten Machete auf. Doch erst 2007 bekam das Publikum Lust auf den rasenden Rächer. Denn "Machete" gehörte neben "Werewolf Women of the SS" und "Hobo with a Shotgun" zu den Fake-Trailern aus der B-Movie-Hommage "Grindhouse", die aus dem Doppelpack "Death Proof" von Tarantino und "Planet Terror" von Robert Rodriguez bestand. Und die Hommage an die Exploitationfilme der 70er hält, was der Trailer versprach: spritzende Blutfontänen, coole Oneliner und blanke Busen. Das alles ist so überzeichnet, dass man es nicht ernst nehmen kann (oder soll)…
Das geniale Grindhouse-Double-Feature von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez vereint die Filme "Planet Terror" und "Death Proof" in gekürzter Form und reichert sie mit Fake-Trailern wie "Werewolf Women of the SS" an. Mehr zum Thema "Grindhouse-Kino" finden Sie hier. Bild: Bei "Planet Terror" sieht das Bild aus, als hätte man eine abgenudelte Filmkonserve im Bahnhofskino gefunden und auf Blu-ray gebannt. Unzählige Verschmutzungen, Rauschen jenseits von Gut und Böse und Filmrisse visualisieren den Grindhouse-Look. Auch bei "Death Proof" gibt’s 45 Minuten Schmuddel-Look, danach eine normale Optik, die aber kaum über DVD-Niveau liegt. Ton: Krachende Schusswechsel, Explosionsgewitter und der räumliche Score geben…
Samuel Alex (Steven Seagal) jagt auf dem Balkan Waffen- und Drogenhändler. Als es in den eigenen Reihen Verluste zu beklagen gibt, sinnt der knallharte Interpol-Agent auf Rache. Maue B-Action vor bekannter Ostblockkulisse mit einem sich kaum noch bewegenden Hauptdarsteller. Bild: Dank digitalem 4k-Dreh (Red One Camera) bieten Außenaufnahmen eine tolle Detailzeichnung und hohe Plastizität. Auch Innenaufnahmen geben nur selten Anlass zur Klage, einzig bei schlechter Ausleuchtung macht sich der Digitaldreh in Form von leichten Bewegungsunschärfen bemerkbar. Trotzdem sah ein Seagal-Film nie besser aus. Ton: Der 5.1-Mix bietet zwar jede Menge Action auf allen Lautsprechern, jedoch wirkt das Sound-Design nicht so…