Autor: Christoph Ebert

Mit "Wall•E" stellte sich das Animationsstudio Pixar seiner bisher größten Herausforderung: Es galt, den Zuschauer an eine Geschichte zu fesseln, in der kaum gesprochen wird und die Hauptfiguren zwei verliebte Roboter mit vermeintlich begrenztem Mienenenspiel sind. Doch Pixar löste die schwierige Mission mit Bravour, denn schon nach wenigen Minuten sieht man in dem kleinen Roboter Wall•E nicht mehr eine seelenlose Maschine, sondern hat ihn als fühlendes Wesen fest ins Herz geschlossen. Seine vereinnahmende Körpersprache, die traurig dreinblickenden Kameraobjektive oder die knuffigen Töne aus dem Sounddesign-Repertoire von Oscar-Gewinner Ben Burtt ("Star Wars") sind ein cineastisches Lehrbeispiel, wie man mit wenigen Mitteln…

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Peter Sellers sorgte in seiner Paraderolle als trotteliger Inspektor Clouseau in sechs "Rosaroter Panther"-Filmen (1964 bis 1982) für Lachkrämpfe beim Publikum. In seinem ersten Fall soll er den unbezahlbaren Diamanten ‚rosaroter Panther‘ vor dem Meisterdieb Phantom (David Niven) beschützen. Doch Clouseau hat keine Ahnung, dass seine Ehefrau (Capucine) mit dem Gauner gemeinsame Sache macht. Bildqualität: Angesichts der guten Kantenschärfe glaubt man kaum, hier eine über 40 Jahre alte Produktion vor Augen zu haben. Insbesondere die plastischen Aufnahmen der alpenländischen Winterlandschaft von Cortina d’Ampezzo (Bergkette, 53:54) wirken sehr detailreich. Jedoch trüben regelmäßig heftiges Rauschen sowie ein hoher Verschmutzungsgrad inklusive Filmrisse auf…

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In meditativen Bildern, atmosphärischen Klängen und ganz ohne Worte fängt "Baraka" sowohl die Schönheit der Natur als auch das geschäftige Treiben in Großstädten ein. Die spektakulären Aufnahmen mit vielen faszinierenden Zeitraffer-Einstellungen wurden mit einer computergesteuerten Kamera auf 65mm gedreht und ziehen den Zuschauer unwiderstehlich in ihren Bann. Bildqualität: Dank der weltweit ersten 8K-Abtastung und aufwändiger Postproduktion (siehe Kasten) ist "Baraka" die derzeitige Bild-Referenz auf Blu-ray-Disc. Noch nie haben wir eine derart hohe Detail- und Kantenschärfe gesehen. Die plastischen, kontrastreichen und farbkräftigen Bilder sprühen nur so vor Einzelheiten und laden aufgrund ihrer enormen Plastizität immer wieder ein, darin zu versinken. Nur…

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Von "The Player" (1992) über "Get Shorty" (1995) bis hin zu "Bowfingers große Nummer" (1999) und "Scream 3" (2000) – in schöner Regelmäßigkeit kürt die Hollywood’sche Traumfabrik Filmdrehs zum Mittelpunkt der Handlung. Doch selten gelang ihr das so unterhaltsam und augenzwinkernd wie in der Kriegsfilmparodie "Tropic Thunder". Der exzentrische Regisseur Damien Cockburn will das teuerste und tollste Vietnam-Drama aller Zeiten drehen. Deshalb verpflichtet er drei absolute Super­stars: den eitlen Charakter-Mimen Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), den unterbelichteten Actionheld Tug Speedman (Ben Stiller) und den weinerlichen Comedian Fats Portnoy (Jack Black). Als der Dreh aus dem Ruder läuft, setzt der Regisseur…

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Wie Leadsänger Campino zu Beginn des Konzertmitschnitts augenzwinkernd bemerkt, war sein erster Gedanke nach einem Fußbruch im April 2008: "Aua". Der zweite: "Scheiße….Rock am Ring". Doch der Frontmann ließ sich von einer lädierten Haxe nicht aufhalten und rockte im Juni mit XXL-Gips und seinen Bandkollegen das Open-Air-Festival auf dem Nürburgring. Zweieinhalb Jahre hatten die Punkrocker nicht mehr auf einer großen Bühne gestanden und so war ihnen der Spaß beim Gig vor 80.000 Menschen in jedem Augenblick anzumerken. Das 30 Songs umfassende Set kann man dank "Hier kommt Alex", "Kauf Mich!" oder "Wünsch Dir was" als Greatest-Hits-Performance bezeichnen. Der verlustfrei komprimierte…

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Inwieweit der Tod von Joker-Darsteller Heath Ledger zum Erfolg des Films beigetragen hat, wird man nie erfahren. Fakt ist: Kein Film war dieses Jahr so erfolgreich (siehe Kasten rechte Seite) und bei den Fans so beliebt (Platz 4 in der Internet-Movie-Database). Eigentlich wollte Batman (Christian Bale) zusammen mit Polizeichef Gordon (Gary Oldman) und Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) den Verbrechern von Gotham City ein für allemal das Handwerk legen. Doch als der diabolische Joker auf der Bildfläche erscheint und die Stadt mit Terror­anschlägen übersät, kommt alles ganz anders. Während Christopher Nolans Inszenierung der Perfektion nahekommt, kann man dies von den…

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"Wir sind die Polizei, wir können tun und lassen, was wir wollen", gibt Tom Ludlow (Keanu Reeves) nach 29 Minuten und 32 Sekunden zu Protokoll. Getreu diesem Motto bringt der unter starkem Alkoholkonsum leidende Detective die Gangs­ter von Los Angeles zur Strecke. Sein Vorgesetzter (Forest Whitaker) hält ihm stets den Rücken frei. Zumindest solange, bis Ludlow in Verdacht gerät, einen Kollegen umgebracht zu haben. Was sich simpel anhört, entpuppt sich als komplexer und überaus spannender Cop-Thriller. Kein Wunder, basiert "Street Kings" doch auf einer Kurzgeschichte von "L.A. Confidential"-Autor James Ellroy, die bis zur letzten Einstellung dem Grundsatz "es gibt kein…

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In Michael ‚Bully‘ Herbigs sensationell erfolgreicher (11,7 Millionen Kino­besucher) Westernparodie erleben ein bayrischer Apachenhäuptling, sein schwuler Zwillingsbruder und ein Trapper tolle Abenteuer. Die Blu-ray enthält den Kinocut und die sieben Minuten längere Extra-Large-Version. Bildqualität: Der von erdigen Farbtönen dominierte 2,20:1-Transfer (das 2,35:1-Kinoformat wurde leicht geöffnet) bietet eine wechselhafte Schärfe, die nicht immer auf HD-Niveau liegt. Hauptproblem ist eine elektronische Nachschärfung, die in detailreichen Tageslichtszenen (und davon gibt es einige) dem Bild einen unschönen Video­look verleiht. Insgesamt liegt die Qualität zwar klar über der DVD-Version, kann aber mit Westernkollegen wie "Todes­zug nach Yuma" nicht konkurrieren. Der Prolog in der Extra-Large-Fassung wurde…

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"Mensch Eddie, was hast du da nur wieder für einen Murks abgeliefert", möchte man dem ehemaligen Beverly Hills Cop angesichts des deutschen Titels zurufen. Denn trotz cleverer komödiantischer Grundidee – unter Fachleuten auch High-Concept-Comedy genannt – dürften sich bei dieser Science-Fiction-Komödie nur Kinder im Vorschulalter (oder jünger) amüsieren. Zu allem Überfluss sind auch die Spezialeffekte mies. Um eine verlorengegangene Sonde wiederzufinden, landet eine Crew von Außerirdischen samt einem Raumschiff, das aussieht wie Eddie Murphy in New York. Von nun an stakst Eddie Murphy im weißen Disco-Outfit grobmotorisch und grimassierend durch die Straßen von Manhattan und stellt allerlei Unsinn an. Hochverdient…

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Ursprünglich war die Geschichte über den zynischen Nachtclubbesitzer Rick, der in seinem Etablissement Nazi-Widerstandskämpfern zur Flucht in die USA verhilft, als Propagandamaterial gegen das Dritte Reich konzipiert. Entsprechend gelangte 1952 nur eine gekürzte und in der Synchronisation stark verfälschte Fassung in die deutschen Kinos. Erst Mitte der 70er ermöglichte eine Neusynchronisation den Zugang zur authentischen Fassung des inzwischen zum Kultfilm avancierten Melodrams. Auch als Collector’s Edition mit zusätzlicher Dokumentation über den Filmmogul Jack L. Warner, 48-seitigem Fotoheft und 10 Poster-Reproduktionen in Postkartengröße erhältlich. Bildqualität: Dank einer aufwändigen Einzelbildrestauration erstrahlt das von Schmutz und Rauschen befreite Meisterwerk in nie für möglich…

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