David McVicars Inszenierung von Figaros Hochzeit spielt im post-revolutionären Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts. Den belebenden Esprit und die emotionale Tiefe, mit der Antonio Pappano das Ensemble dirigiert, schlägt sich auch im 5.0-Mix nieder. Gesang und Instrumente, die sich mit fast gleicher Intensität über alle Boxen verteilen, sorgen für einen einhüllenden Klang – die Ortung geht jedoch flöten. Das Bild des Zwei-Disc-Sets ist scharf und detailreich. Extras: Inhaltsangabe, Interviews (7:03), Booklet. Die Wertung Musik 5 von 6 Punkten Bildqualität 5 von 6 Punkten Tonqualität 4 von 6 Punkten Bonusmaterial 2 von 6 Punkten Die technischen Daten …
Autor: Andreas Oswald
Noch heute gilt Woodstock als großartigstes Open Air Festival aller Zeiten. 32 Bands und Solisten, unter ihnen Jimi Hendrix, Janis Joplin und Joe Cocker, machten das Wochenende im Sommer 1969 zum Höhepunkt der US-Hippie-Bewegung. Auch die oscarprämierte Doku über das Festival schrieb Geschichte. Über 20 Kameraleute erstellten 100 Stunden Material. Per Splitscreen-Technik wurden bis zu drei Perspektiven nebeneinander montiert. Da lediglich 16mm-Kameras zum Einsatz kamen, liegen Schärfe und Detailzeichnung nur auf bescheidenem Niveau. Allerdings ist die neu angefertigte 2k-Abtastung nahezu frei von Drop-outs und gibt die verschiedenen Bildformate (von 4:3 mit seitlichen Balken über 1,85:1 bis Cinemascope) so wieder, wie…
Nachdem ein Irrer in einem Imbissladen kaltblütig mehrere Menschen erschießt, sind die vom Killer verschonten Gäste traumatisiert. Das einfühlsame Drama beleuchtet, wie die Überlebenden – unter anderem ein spielsüchtiger Fahrschullehrer (Forest Whitaker), eine überforderte Kellnerin (Kate Beckinsale), zwei verstörte Teenager – versuchen den Amoklauf zu verarbeiten. Bild: Dank guter bis sehr guter Durchzeichnung verfügt der defekt- und rauschfreie 1,78:1-Transfer über eine hohe Detailfülle (Baum, 35:07). Doch die geringe Kantenschärfe lässt das Bild über weite Strecken weich und flau wirken. Ton: Während des immer wieder in Rückblenden gezeigten Amoklaufs erschüttern druckvolle Schüsse ein ums andere Mal den Zuschauer. Auch der Score…
An einer Klosterschule im New York der 60er-Jahre kollidieren die Egos des liberalen Paters Flynn und der strengen Direktorin Aloysius. Der Konflikt eskaliert, als der Geistliche mit einem schweren Vorwurf konfrontiert wird. Für fünf Oscars nominiertes Drama über die Macht von Gerüchten. Bild: Die vielen Close-ups sind zwar nicht rattenscharf, aber dennoch detailreich (Gesicht, 60:39). Auch Halbtotalen sind meist schön durchgezeichnet (Laub, 57:14). Die Schwarzwerte sind top und Filmkorn wird fein reproduziert. Ton: Wind, der hier eine wichtige Rolle spielt, weht mal säuselnd, mal kräftig über alle Boxen. Auch der Score von Howard Shore ("Herr der Ringe") nutzt regelmäßig die…
Nachdem eine Bande diebischer Zwerge durch ein Zeitloch in seinem Schrank gelandet ist, schließt sich der elfjährige Kevin den ‚Kleinkriminellen‘ an. Auf ihrer Reise treffen sie u.a. auf Napoleon und Robin Hood. Terry Gilliams kultige Fantasykomödie ist ein witziger Trip durch die Weltgeschichte. Bild: Angesichts des Alters überrascht das Bild mit guter Schärfe und hoher Detailzeichnung (Stroh, 12:25). Doch es rauscht zuweilen heftig (Feld, 13:15), immer wieder blitzen Dropouts auf und der Bildstand ist ab und an unruhig. Ton: Der 5.1-Upmix klingt undifferenziert (Dialoge übersprechen in die Front- und Rearkanäle) und dumpf. Der frontlastige Originalton verfügt über eine höher Klangtreue.…
Anlässlich des 70. Geburtstags der Blues-Legende John Mayall scharten sich im Juli 2003 Ex-Mitglieder von Mayalls Band The Bluesbreakers um den Meister. Auch Eric Clapton spielte erstmals seit 37 Jahren wieder mit seinem Mentor. Die Vocals und die heulenden Blues-Gitarren verteilen sich während der 16 Songs gut gestaffelt über die Stereofront. Aus den Rears erklingt etwas Hall. Das 1080i-Bild ist schön scharf, rauscht in dunklen Bereichen aber stark. Extras: drei Bonussongs (25:37), Interview (12:03). Die Wertung Musik 5 von 6 Punkten Bildqualität 4 von 6 Punkten Tonqualität 4 von 6 Punkten Bonusmaterial 2 von 6 Punkten Die…
Den Ringzyklus, den das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar zwischen 2007 und 2009 darboten, lehrte Bayreuth das Fürchten. Für "Die Walküre" wurden Dirigent Carl St. Clair und das Ensemble mit stehenden Ovationen bedacht. Der detailreiche 5.1-Mix zeichnet sich durch eine hervorragende Klangtreue aus. Jedoch übersprechen Gesangsstimmen zuweilen stark auf den linken Frontlautsprecher. Optisch überzeugt das Wagner-Epos aufgrund starken Rauschens in dunklen Bereichen hingegen nur bedingt. Extras: 32-seitiges Booklet. Die Wertung Musik 5 von 6 Punkten Bildqualität 4 von 6 Punkten Tonqualität 4 von 6 Punkten Bonusmaterial 1 von 6 Punkten Die technischen Daten Anbieter Arthaus…
Im Rahmen ihres Comebacks mit dem siebten Studioalbum "Warpaint" gaben die Black Crowes im März 2008 alle elf Songs jener LP im Wiltern Theater in Los Angeles zum Besten. Dazu gesellen sich zwei alte Stücke und vier Coverversionen. Der 5.1-Mix spiegelt die 1A-Live-Qualitäten der Crowes gut wieder. Einer differenzierten Stereofront steht jedoch ein schwammiger Rear-Sound gegenüber. Der 1080i-Transfer quittiert die mäßige Ausleuchtung mit Rauschen und verminderter Detailschärfe. Helle Szenen sind hingegen top. Extras: 10-seitiges Booklet. Die Wertung Musik 5 von 6 Punkten Bildqualität 4 von 6 Punkten Tonqualität 4 von 6 Punkten Bonusmaterial 1 von 6 Punkten …
Im amerikanischen Bürgerkrieg erhält der junge Colonel Robert Shaw (Matthew Broderick) den Auftrag, das erste nur aus schwarzen Soldaten bestehende Regiment (u.a. Denzel Washington & Morgan Freeman) zu befehligen. Das packende Kriegsdrama heimste 1990 drei Oscars ein. Bild: Zwar sieht das 20 Jahre alte Schlachtengemälde besser aus als auf DVD, doch HD-Feeling kommt angesichts der durchschnittlichen Schärfe kaum auf. Ferner macht sich in hellen Bildbereichen oft Rauschen breit (Himmel, 88:35). Ton: Basskräftige Kanonenschüsse und krachende Musketen vermitteln ein räumliches Schlachtenerlebnis. Die Präzision moderner Produktionen erreicht der 5.1-Upmix jedoch nicht. Extras: Regiekommentar, interaktive Landkarte, "Die wahre Geschichte geht weiter" (45:18), "Stimmen…
Der berühmt-berüchtigte Rapper Notorious B.I.G. wurde 1997 in Los Angeles auf offener Straße ermordet. Das von P Diddy aufwändig produzierte Biopic (siehe Fakten-Check) über sein turbulentes Leben liegt hier in der Kinofassung und dem fünf Minuten längeren Director’s Cut vor. Bild: Die unzähligen Close-ups begeistern mit toller Schärfe und hoher Plastizität. Einige Einstellungen wie düstere Konzertauftritte fallen in puncto Detailzeichnung etwas ab. Ton: Die vielen Hip-Hop-Songs klingen dank impulsiv-pumpender Beats klasse, verteilen sich jedoch meist nur über die Stereofront; Surroundeffekte kommen nur selten vor. Extras: Zwei Audiokommentare, Bild-in-Bild-Spur, Making-of (27:22), "Die Texte von B.I.G." (9:32), "Die Filmbesetzung" (9:05), "Trainingslager"…