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    Samsung UE65KS9590 (Test)

    11. August 20168 Minuten Lesezeit

    Wimmelte es vor knapp einem Jahr in unserer Bestenliste nur so von Samsung-Fernsehern, hat dem TV-Marktführer mittlerweile die Konkurrenz – vor allem Sony und Panasonic – einige Plätze abgeknöpft. Nun fordert der Nachfolger des einstigen Spitzenreiters UE 65 JS 9590 (Test in audiovision 4-2015) die Japaner zur Revanche heraus. Holt er den Pokal zurück nach Südkorea?

    Ausstattung und Praxis

    Samsung_UE65KS9590_PCDer ohnehin schon schlanke Rahmen der Vorgänger ist bei den neuen Modellen auf wenige Millimeter zusammengeschrumpft und umrandet lediglich den gebogenen Bildschirm. Abgesehen davon durchlief der KS 9590 im Vergleich zum 9090er (audiovision 5-2016) ein dezentes Facelift. Dank der aufgeräumten Rückseite macht er auch mitten im Raum stehend eine gute Figur, obgleich die Kabelführung eleganter beziehungsweise unauffälliger hätte gelöst werden können. Alternativ ermöglichen Vesa-Gewinde (400 x 400) die Wandmontage. Gedanken über die Position des Anschlussfelds muss man sich dabei nicht machen: Wie bei Samsungs gehobenen Fernsehern üblich, wurden sämtliche Schnittstellen  inklusive der (Twin-)Tuner-Buchsen in die One-Connect-Box ausgelagert. Der 200 Gramm leichte Quader findet sogar in engen Zwischenräumen Platz.

    Anschlussplan: Einsteigern liefert der Samsung-TV eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anschließen von Wiedergabegeräten wie Blu-ray-Player oder Spielekonsole.
    Anschlussplan: Einsteigern liefert der Samsung-TV eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anschließen von Wiedergabegeräten wie Blu-ray-Player oder Spielekonsole.
    Schneller Zugriff: Fährt man beispielsweise über die Netflix-App, werden automatisch Film- und Serienempfehlungen eingeblendet. Hier gibt es auch HDR-Inhalte.
    Schneller Zugriff: Fährt man beispielsweise über die Netflix-App, werden automatisch Film- und Serienempfehlungen eingeblendet. Hier gibt es auch HDR-Inhalte.
    Klein, aber fein: Die App-Auswahl fällt im Vergleich zu manchem Konkurrenten nicht gerade groß aus, allerdings hat Samsung an alle wichtigen Internet-Dienste gedacht.
    Klein, aber fein: Die App-Auswahl fällt im Vergleich zu manchem Konkurrenten nicht gerade groß aus, allerdings hat Samsung an alle wichtigen Internet-Dienste gedacht.

    Die Stromversorgung und Signalverarbeitung übernimmt das TV-Gerät selbst. Dazu spendiert ihm Samsung neben dem Netzteil die bewährte SUHD-Remastering-Engine sowie zahlreiche Bildverbesserungsschaltungen – angefangen bei „Supreme Motion“ über „Precision Black Pro“ bis hin zum „Peak Illuminator Ultimate“. Letztere Technologie deutet auf vollflächiges LED-Backlight hin, welches natürlich mit Local-Dimming aufwartet und deshalb eine besonders gute Kontrastdarstellung gewährleistet; die untergeordneten Modelle besitzen lediglich eine Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung. Der „Picture Quality Index“ von 2.700 (statt 2.400) ist der höchste aller bisher getesteten Samsung-Fernseher. Ob sich das tatsächlich auf die Bild-qualiät auswirkt, verraten wir später. In jedem Fall erfüllt der KS 9590, wie bereits sein günstigerer Bruder, die „Ultra HD Premium“-Norm, die unter anderem erweiterte Farbräume (Wide Color Gamut DCI und Rec.2020) sowie eine Maximalhelligkeit von mehr als 1.000 Candela pro Quadratmeter vorschreibt. Eine echte Innovation (was von uns mit dem entsprechenden Logo honoriert wird) stellt das per Firmware-Update nachgereichte „HDR+“-Feature dar, welches unter anderem auch normale TV-Signale in HDR konvertiert (siehe Kasten „HDR+: Das Plus an Bilddynamik“). Die HDR-Zuspielung klappt übrigens via USB, Netzwerk, Internet (Amazon, Netflix) und HDMI.

    Samsung_UE65KS9590_Ideal

    Nischenprodukt: Samsungs neue Smart Remote punktet im TV-Betrieb mit einer einfachen Handhabung, Cineasten und Bildtüftler vermissen aber ein paar Tasten.
    Nischenprodukt: Samsungs neue Smart Remote punktet im TV-Betrieb mit einer einfachen Handhabung, Cineasten und Bildtüftler vermissen aber ein paar Tasten.

    Kein 3D, kompaktere Fernbedienung
    Die TV-Technik hat sich in den letzten Monaten rasant weiterentwickelt. Allerdings bedeutet neuer nicht immer besser, was vor allem Freunde der dritten Dimension zu spüren bekommen: Samsung wirft die 3D-Fähigkeit bei seinen 2016er-Modellen über Bord. Das gilt wohl oder übel auch für die klassische Fernbedienung. Zwar lobt der Hersteller die neue, kompakte „Premium Smart Remote“ in höchsten Tönen, aus unserer Sicht ist sie aber etwas zu aufgeräumt. So fehlen Direkttasten, um mit einem einzigen Knopfdruck ins Menü oder in die Quellenwahl zu gelangen. All das führt unter dem Strich zu drei Punkten Abzug, was dem UE 65 KS 9590 leider einen Platz in unserer Referenzklasse verwehrt.
    Ohnehin wäre er darin sehr einsam, konnte seit der Überarbeitung unseres Testverfahrens in audiovision­ 4-2016 doch kein Gerät die 90 Punkte knacken. So setzt sich der 65-Zöller in der Bestenliste trotzdem an die Spitze; nicht zuletzt dank der exzellenten Bildqualität. Gegenüber dem Vorgänger legt er nämlich in fast allen Disziplinen nach – angefangen bei den Farben über den Kontrast bis hin zur Helligkeit. Noch nie haben wir Filme mit einer solchen Dynamik erlebt, die mittels „HDR+“ sogar gesteigert werden kann. Mehr dazu im Kasten „HDR+: Das Plus an Bilddynamik“.

    Tizen trumpft auf: Das neue Betriebssystem besticht durch eine farbenfrohe Oberfläche, die Wege zum Bildmenü und zur Eingangswahl könnten aber kürzer sein.
    Tizen trumpft auf: Das neue Betriebssystem besticht durch eine farbenfrohe Oberfläche, die Wege zum Bildmenü und zur Eingangswahl könnten aber kürzer sein.

    Wer die Signalquelle oft wechselt, dürfte allerdings über die etwas holprige Bedienung stolpern; das gilt gleichermaßen für Bildtüftler beim Durchstöbern der Menüs. Denn die neue „Premium Smart Remote“ verzichtet auf Direkttasten, so dass selbst einfache Befehle mehrere Klicks erfordern. Für den Tuner- beziehungsweise TV-Einsatz ist sie dank der durchdachten Mehrfachbelegung dennoch bestens geeignet. Außerdem gibt es eine Universalfernbedienungs-Funktion zum Steuern von Xbox und Co. Die Kommunikation erfolgt via Bluetooth.

    Kleiner Quader, großer Auftritt: Die One-Connect-Box misst gerade einmal 20,5 x 2,2 x 9 Zentimeter und findet so selbst in engen Schubladen Platz. Bis auf den CI+ Slot beherbergt sie sämtliche Schnittstellen.
    Kleiner Quader, großer Auftritt: Die One-Connect-Box misst gerade einmal 20,5 x 2,2 x 9 Zentimeter und findet so selbst in engen Schubladen Platz. Bis auf den CI+ Slot beherbergt sie sämtliche Schnittstellen.
    Passend zum TV-Design: Die optionale Soundbar wird entweder auf den Standfuß gesetzt oder bei Wandmon­tage mit einer kleinen Halterung am Fernseher befestigt.
    Passend zum TV-Design: Die optionale Soundbar wird entweder auf den Standfuß gesetzt oder bei Wandmon­tage mit einer kleinen Halterung am Fernseher befestigt.
    Gesprochene Wörter erkennt der Samsung-Fernseher zwar korrekt, jedoch sucht er in diesem Beispiel bei YouTube nach Amazon Instant Video statt die App zu öffnen.
    Gesprochene Wörter erkennt der Samsung-Fernseher zwar korrekt, jedoch sucht er in diesem Beispiel bei YouTube nach Amazon Instant Video statt die App zu öffnen.
    Neben neutralen Graustufen gefallen beim Samsung UE 65 KS 9590 auch die satten, originalgetreuen Mischfarben. Lediglich Orange tanzt leicht aus der Reihe.
    Neben neutralen Graustufen gefallen beim Samsung UE 65 KS 9590 auch die satten, originalgetreuen Mischfarben. Lediglich Orange tanzt leicht aus der Reihe.

    Der Funkstandard kommt auch bei der Audioübertragung zum Einsatz – sei es nun ein Kopfhörer oder ein ganzes Boxensystem. Samsungs optionale Soundbar wird ebenfalls auf diese Weise mit dem UE 65 KS 9590 verbunden. Die TV-Lautsprecher an sich leisten 60 Watt (RMS) und erzeugen einen sehr dynamischen Klang mit sattem Brustton, doch treten bei höheren Pegeln leichte Verzerrungen auf.

    HDR+: Das Plus an Bilddynamik
    Das Thema HDR bringt zahlreiche Veränderungen bei der Leuchtdichte des Displays sowie bei Gammaverlauf und Farbraum mit, die reichlich Diskussionsstoff liefern. Wirken HDR-Bilder auch in sehr heller Umgebung ausgewogen oder können hier dunkle Abstufungen absaufen? Kann man auch SDR-Clips auf einem leistungsstarken HDR-TV dynamikreicher darstellen? Auf solche und ähnliche Situationen reagiert der Samsung UE 65 KS 9590 und liefert interessante Bildeinstellungen, etwa den neuen Spezialmodus „HDR+“ oder die justierbare Tonwert-Funktion „Optimalkontrast“.

    Schon mit SDR-Videos erreicht der Samsung im farbneu­tralen Bildmodus „Film“ sehr ordentliche Leuchtdichten von rund 580 Candela pro Quadratmeter im zehnprozentigen Weißfeld wie auch im Vollbild. Wechselt man das Smart-LED-Preset von „Gering“ auf „Hoch“, steigt die Leuchtdichte zumindest bei Spitzlichtern bereits deutlich auf 705 Candela an.

    Die Zuspielung von HDR-Signalen zieht automatisch die Smart-LED-Einstellung „Hoch“ nach sich, wirkt aber wesentlich stärker und steigert die Leuchtdichte kleiner Weißfenster auf sagenhafte 1.429 Candela (APL 10% im Bildmodus „HDR Film“). Interessant ist Samsungs neuer Spezialmodus „HDR+“: Obwohl er messtechnisch die Leuchtdichte verschieden großer Weißfelder nicht weiter steigert, wirkt sich die damit verknüpfte Anpassung der Tonwertjustage raffiniert auf Helligkeitsverlauf, Bilddynamik und Farbdarstellung aus. Dunkle Abstufungen gewinnen an Kontur, Farben leuchten voller und mittlere Kontraste heller – ideal für Tageslichtsituationen. Im Expertenmenü setzt die Funktion „Optimalkontrast“ noch eins drauf und lässt eine sommerliche HDR-Szene im dunklen, vereinzelt mit Sonnenstrahlen durchzogenen Wald eine Klasse plastischer, farbenprächtiger und subjektiv heller wirken. Strukturen der vom Licht abgewandten Baumrinde kommen klarer heraus. Die weiteren Stufen „Mittel“ und „Hoch“ können aber mit voll ausgesteuerten HDR-Clips bereits zum Übersteuern von Spitzlichtern führen. Hierbei handelt es sich also um eine Art Dynamik-Modus, der aber ohne Blaustich oder Schärfetricks daherkommt und sehr natürlich wirkt. Beide Funktionen („HDR+“ und „Optimalkontrast“) stellt Samsung auch für SDR-Material bereit: Mit dem Bildmodus „HDR+“ wechselt der TV auf die hellste Backlight-Einstellung, das Smart-LED-Preset „Hoch“ und den erweiterten Farbraum „Nativ“. Auch die drei Stufen der Funktion „Optimalkontrast“ (Preset „Aus“) entfalten ihre Wirkung in ähnlicher Manier.

    Geheimwaffe: Im Bildmenü des KS 9590 findet sich unter „Spezialmodus“ die neue „HDR+“-Schaltung, die SDR- wie HDR-Inhalte dynamischer wirken lässt.
    Geheimwaffe: Im Bildmenü des KS 9590 findet sich unter „Spezialmodus“ die neue „HDR+“-Schaltung, die SDR- wie HDR-Inhalte dynamischer wirken lässt.
    Erstaunliche Wirkung: Im „HDR+“-Modus verbessert der KS 9590 die Konturen der dunklen Baumstämme. Farben leuchten intensiver, Details wirken schärfer.
    Erstaunliche Wirkung: Im „HDR+“-Modus verbessert der KS 9590 die Konturen der dunklen Baumstämme. Farben leuchten intensiver, Details wirken schärfer.

    Bildqualität

    Im Samsung UE 65 KS 9590 findet selbst unser bisheriger Spitzenkandidat Panasonic TX-65 DXW 904 (Test in audiovision 3-2016) seinen Meister, wenn auch nur bei HDR-Zuspielung und in kleineren Helligkeitsbereichen. Groß- beziehungsweise vollflächige Weißfelder erreichen unabhängig vom Quellmaterial maximal 600 statt 880 Candela – wer beim Wechsel von dunklen zu hellen Szenen nicht jedes Mal die Augen zusammenkneifen möchte, der wird sich damit gewiss zufriedengeben. Lässt das Bild etwas Dynamik vermissen, kann „HDR+“ im Zusammenspiel mit der „Optimalkontrast“-Funktion wahre Wunder vollbringen (siehe Kasten oben). Ungeachtet der enormen Leuchtkraft kommt ein brillanter Schwarzwert von 0,0034 Candela zustande.

    Wie der satte ANSI-Kontrast von 1.716:1 beweist, leistet die Local-Dimming-Schaltung ebenfalls hervorragende Arbeit. Zu Beginn des Kinohits „Gravity“ beispielsweise bringt sie die Sterne buchstäblich zum Strahlen, ohne dass diese im hellen Schein der Erde absaufen. Lob verdient auch die für einen LCD-TV überaus gleichmäßige Ausleuchtung, wobei es in völlig dunklen Bildern zu leichten Wolkeneffekten kommt. Kritischer finden wir allerdings den schmalen Blickwinkel: Die Helligkeit wird aus seitlicher Perspektive nahezu halbiert, der Kontrast nimmt sogar um 57 Prozent ab. Dennoch hat Samsung im Vergleich zum japanischen Konkurrenten die Nase vorn.

    Farben verlieren ab etwa 30 Grad sichtbar an Brillanz, liegen bei frontaler Betrachtung aber auf Top-Niveau (Delta-E-Werte unter 1,5). Animations- oder Zeichentrickfilme können mit dem stark erweiterten Farbraum-Preset „Nativ“ aufgepeppt werden; auf den Weißpunkt und die Graustufen wirkt sich das erfreulicherweise nicht aus. Die 24p-Darstellung gelingt dem KS 9590 perfekt. mr/ur/ff

    TV_SAM_UE65KS9590_seitl_L2

    Samsung_UE65KS9590_Wertung

    AuVi_AWARD-Innovation

    AuVi_AWARD-Highlight

    Stromsparer-2016

    Der Testbericht Samsung UE 65 KS 9590 (Gesamtwertung: 88, Preis/UVP: 4500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2016 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Samsung UE 65 KS 9590 (audiovision 07-2016)In den Warenkorb

      Samsung UE 65 KS 9590 (audiovision 07-2016)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    88 sehr gut

    Die TV-Entwicklung der letzten Monate kommt fast einem Wettrüsten gleich: Hat jüngst Panasonic die Oberhand gewonnen, holt sich Samsung mit dem KS 9590 den ersten Platz zurück. So liegen seine Schwarzwerte trotz phänomenaler Leuchtreserven auf Top-Niveau. Wir sind gespannt, wo sich nächste Ausgabe LGs brandneuer OLED platzieren wird.

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