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    av-Test

    Sony KD-65 X 8505 B (Test)

    11. Dezember 20156 Minuten Lesezeit

    Es ist gar nicht allzu lange her, da brachte Sony die Preise für Ultra-HD-Fernseher zum Purzeln. Die letzten anderthalb Jahre sind die TV-Geräte günstiger und besser geworden. Wie schlägt sich der größte 4K-Einsteiger der Japaner im Vergleich zur Konkurrenz?

    Ausstattung und Praxis

    sony-pcDer „4K X-Reality Pro“-Prozessor rechnet sämt-liche Signale auf 3.840 x 2.160 Pixel hoch und gibt diese mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde wieder (HDMI 2.0), im Vergleich zum Full-HD-Flaggschiff W 955 B (audiovision 5-2014) erreicht die Motionflow-Technologie allerdings nur eine Bildfrequenz von 200 statt 400 Hertz – das macht sich besonders in rasanten Actionstreifen bemerkbar. Die „X-tended Dynamic Range“-Schaltung zur Kontrast- und Dynamikerhöhung bleibt ebenfalls dem vermeintlich kleinen Bruder sowie der übergeordneten X9-Reihe vorbehalten. Das Farbmanagement beschränkt sich lediglich auf den manuellen Weißabgleich.

    Verrenkungsgefahr: Da Sony die Lautstärke- und Programmwippe weit unten positioniert, ist beim Hantieren mit den Fernbedienungen ein akrobatischer Daumen von Vorteil.
    Verrenkungsgefahr: Da Sony die Lautstärke- und Programmwippe weit unten positioniert, ist beim Hantieren mit den Fernbedienungen ein akrobatischer Daumen von Vorteil.

    Immerhin kommen Zeichentrick-Freunde und ambitionierte Fotografen in den Genuss des farb-erweiternden Triluminos-Displays, wobei sich der dazugehörige Regler hinter dem Menüpunkt „Farbbrillanz“ versteckt. Allgemein finden wir die Benutzeroberfläche von Sony zu verschachtelt, zumal je nach Einstellung im Optionsmenü verschiedene Bildmodi zur Verfügung stehen (siehe Kasten „Bildmodi und Bildtuning“); dafür trösten die relativ kurzen Reaktionszeiten ein wenig darüber hinweg. Der Smart-View-Signalgeber besticht neben dem großen Touchpad vor allem durch das eingebaute NFC-Modul: Bei Berührung mit einem kompatiblen Tablet oder Smartphone wird der Display-Inhalt des mobilen Geräts auf den TV-Bildschirm gespiegelt.

    sony-ideal

    Bildmodi und Bildtuning
    Sonys Scroll-Bar-Menü listet zahlreiche Bildeinstellungen, wirkt aber unübersichtlich. Von den zehn Bild­modi im Menü „Szenenwahl“ liefern leider sieben farblich verfälschte und oft stark blaustichige Bilder. Nur der Bildmodus „Grafik“ zeigt ähnlich neutrale Ergebnisse wie der farblich überlegene Bildmodus „Kino“. Letzterer lässt sich im Menü „Bild“ von „Kino 1“ auf „Kino 2“ umstellen, der allerdings mit einem erweiterten Farbraum verknüpft ist. Hier liefert Sonys Triluminos-Technik satte Farben, insbesondere bei Rot, Grün sowie Cyan und Magenta.

    Was bei knallbunten Animationsfilmen reizvoll sein kann, wirkt in natürlichen Kinoszenen oft überzogen. Bildtüftler können deshalb im Menü „Farbbrillanz“ die auf „Hoch“ voreingestellte Erweiterung des Farbraums auf „Mittel“ und „Niedrig“ mildern oder ausschalten.

    Interessante Resultate liefert die in Zeile 19 des Bildmenüs versteckte Motionflow-Schaltung. In Stellung „Aus“ verwischen schnelle Motive, was insbesondere bei Sportübertragungen stört. Die folgende Stufe „Echtes Kino“ ändert daran nichts und zeigt auch Kinofilme unverändert im 24p-Modus: Die rotierenden Roulette-Stege im animierten Vorspann von „Casino Royale“ zeigen eine deutlich verwischte Doppelkante.

    Im Motionflow-Modus „Klar“ sinkt die Bildhelligkeit auf 77 Prozent ab, was sich aber durch das Erhöhen der Hintergrundbeleuchtung vom Preset „7“ auf den Maximalwert „10“ kompensieren lässt. Dann verbraucht der TV ebenso viel Strom wie zuvor. Kinofilme erscheinen wiederum im originalen 24-Hertz-Modus, nun aber mit einer schärferen und weniger weit versetzten Doppelkante. Mit 60 Hertz zugespielte NTSC-Filmstreifen wirken zudem flüssiger, weil der Sony jetzt das 3:2-Pulldown-Ruckeln beseitigt (Inverse Telecine).

    Auch bei TV-Material mit 50 oder 60 Bewegtphasen pro Sekunde präsentiert der Sony im Modus „Klar“ eine optimale Detailschärfe. So lassen sich selbst die Nummernschilder schnell durch das Bild fahrender Autos gut ablesen. In den Modi „Standard“ und „Weich“ erreicht die Bildhelligkeit wieder 100 Prozent, wobei feine Muster beim TV-Schwenk nur ganz leicht verwischen. Allerdings glättet vor allem der Modus „Weich“ Kinofilme stark und verändert die originale Bildwirkung. Dabei können Artefakte wie Pixelwolken an bewegten Kanten auftauchen, weshalb dieser Motionflow-Modus Geschmacksache bleibt.

    Satte Farben: Im Preset „Kino 2“ zeigt der Sony X85 besonders intensive sowie stark erweiterte Farben. Der Modus „Kino 1“ (Bild) ist nahezu perfekt abgestimmt, erzielt aber dennoch eine ordentliche Sättigung.
    Satte Farben: Im Preset „Kino 2“ zeigt der Sony X85 besonders intensive sowie stark erweiterte Farben. Der Modus „Kino 1“ (Bild) ist nahezu perfekt abgestimmt, erzielt aber dennoch eine ordentliche Sättigung.

    Was das Smart-TV-Angebot anbelangt, lässt das Sony Entertainment Network keine Wünsche offen. Hier kann der Nutzer auf zahlreiche Online-Videotheken, TV-Mediatheken, Video-, Musik- und Nachrichtenportale, Mini-Spiele oder soziale Netzwerke zugreifen – einzig die Sortierung der Apps sorgt für Kopfschütteln. So befinden sich zum Beispiel der Web-Browser und Skype ganz am Schluss. Der X85 ist übrigens der einzige Testkandidat, dem eine (abnehmbare) Kamera beiliegt. Die Wiedergabe eigener 4K-Dateien gelingt wahlweise über den Mediaplayer oder als Stream über den „PlayMemories Online“-Cloud-Speicher.

    Standesgemäß: Der X85 ist mit allen wichtigen Schnittstellen inklusive Twin-Tuner bestückt. Die am häufigsten genutzten Anschlüsse befinden sich seitlich.
    Standesgemäß: Der X85 ist mit allen wichtigen Schnittstellen inklusive Twin-Tuner bestückt. Die am häufigsten genutzten Anschlüsse befinden sich seitlich.

    Dank des langen Resonanzkanals werden laut Sony „Audiofrequenzen so präzise wie in einem viel größeren Lautsprecher wiedergegeben“. Die nach unten abstrahlenden Boxen klingen angenehm vollmundig, in Sachen Dynamik und Tiefgang bleiben sie aber hinter den voluminöseren Wedge-Modellen zurück. Mehr Bass bringt der optionale Wireless-Subwoofer SWF-BR 100.

    Bildqualität

    Der ab Werk aktive Lichtsensor begrenzt die Helligkeit in dunklen Räumen auf 90 Candela. Schaltet man ihn ab, schafft der farblich beste Bildmodus „Kino 1“ bis zu 344 Candela pro Quadratmeter. Das reicht auch tagsüber für ein brillantes Großbild, zumal der Kontrast unter Auflicht mit 500:1 ebenfalls ordentlich ausfällt (siehe Messwert „Leuchtdichtefaktor“). Via Satellitentuner zeigt der X 8505 B ein Bild ohne Overscan, sofern man den Anzeigebereich auf „+1“ oder „Vollpixel“ festlegt. Die gute 4K-Skalierung und das saubere De-Interlacing sichern eine scharfe Detaildarstellung, die je nach Motionflow-Einstellung auch bei Bewegung nur leicht verwischt (siehe Kasten).

    Bei den Farben steht der 65-Zöller dem teureren Curved-Bruder S9 kaum nach (audiovision 12-2014): Weder Farbnuancen noch Graustufen weichen großartig ab, weshalb er fast Referenzniveau erreicht – die erhöhte Sättigung wirkt angenehm. Freunde knalliger Farben erfreuen sich am Preset „Kino 2“, wobei rote Früchte und das türkise Meer in „Casino Royale“ schnell synthetisch erscheinen.

    Unsere Kontrastmessungen liegen im grünen Bereich und dokumentieren eine knackige Differenzierung in dynamikreichen Szenen. Doch bei den düsteren Innenaufnahmen der Mühle aus „Krabat“ zeigt der Sony leicht bläuliches Restlicht, selbst mit aktiver Kontrastspreizung („Verb. Kontrastanhebung“). Sie wirkt aufgrund der vielen hellen Spitzlichter kaum. In der düsteren Montenegro-Szene aus „Casino Royale“ senkt der Sony zunächst die Hintergrundbeleuchtung und damit das Restlicht in den schwarzen Letterbox-Balken auf ein Fünftel ab und spreizt den Videokontrast stark. Mit der Einblendung des weißen Schriftzuges „Montenegro“ muss er allerdings zwangsläufig Kontrastspreizung und Hintergrundlicht wieder auf normale Werte zurücksetzen. Das Restlicht ist wieder sichtbar, ebenso leichte Pumpeffekte. Wer sich daran stört, sollte die Schaltung deaktivieren. Nichts ändern lässt sich an einer leichten Wolkenbildung, die gelegentlich beim Schwenk vor einem gleichmäßigen Hintergrund erkennbar ist.

    Zentrum der Unterhaltung: Das Sony Entertainment Network (SEN) vereint alle Smart-TV-Apps auf einer Seite. Besitzer eines 4K-Bravia-Fernsehers bekommen in „PlayMemories Online“ 15 Gigabyte Cloud-Speicher geschenkt.
    Zentrum der Unterhaltung: Das Sony Entertainment Network (SEN) vereint alle Smart-TV-Apps auf einer Seite. Besitzer eines 4K-Bravia-Fernsehers bekommen in „PlayMemories Online“ 15 Gigabyte Cloud-Speicher geschenkt.

    Bildqualität 3D

    Sony setzt beim X85 auf die passive 3D-Technik mit Polfilter-Gläsern; zwei Brillen sind im Lieferumfang enthalten. Dank UHD-Auflösung sollten eigentlich scharfe 3D-Full-HD-Bilder möglich sein, doch wie bei den letzten Sony-Tests halbiert der KD-65 X 8505 B die vertikale Bildauflösung und reduziert obendrein den Kontrast. Das ist nicht nur in Testbildern erkennbar, die statt Linienpaaren eine undifferenzierte Fläche zeigen. Auch Menü-schriften von Blu-rays wirken ausgefranst, und im 3D-Streifen „Der große Gatsby“ vermissen wir die bei Samsung klar gezeichneten Bartstoppeln in Tobey Maguires Gesicht. Hier verschenkt Sony Potenzial bei der ansonsten recht hellen und flackerfreien 3D-Darstellung. Schon bei leicht schräger Kopfhaltung schränken Doppelkonturen das Filmvergnügen ein.

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    AuVi_AWARD-Preistipp

    AuVi_AWARD-Stromsparer15

    Der Testbericht Sony KD-65 X 8505 B (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2015 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • LG 65 UB 950 V, Samsung UE 65 HU 7590, Sony KD-65 X 8505 B (audiovision 2/2015)In den Warenkorb

      LG 65 UB 950 V, Samsung UE 65 HU 7590, Sony KD-65 X 8505 B (audiovision 2/2015)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    80 sehr gut

    Wer satte Farben mag, wird das knackige und plastische Bild von Sonys Triluminos-Display lieben. Die 3D-Wiedergabe überzeugt hingegen nur bedingt und auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit ist noch Luft nach oben.

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