Panasonic DMP-UB314 (Test)

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Der Signalgeber des DMP-UB314 ist nicht beleuchtet, aber klar gegliedert und liegt relativ gut in der Hand. Die Netflix-Taste liegt zu zentral und kann versehentlich mal gedrückt werden. Auch haben wir eine Untertitel-Taste vermisst.

Panasonics neuer UHD-Einsteiger DMP-UB314 kommt mit einer  reduzierten Ausstattung daher. Da stellt sich die Frage, ob darunter auch die AV-Qualität leidet

Vor gut einem Jahr hat Panasonic den 350 Euro teuren UB404 auf den Markt gebracht (Test in audiovision 4-2017). Nun setzt man mit dem UB314 einen drauf beziehungsweise drunter. Denn der jüngste 4K-Scheibendreiher markiert bei den Japanern den neuen Einstieg ins UHD-Blu-ray-Player-Segment. Doch wer jetzt auf eine XXL-Ersparnis gehofft hat, den müssen wir enttäuschen. Der preisliche Unterschied fällt mit 20 Euro denkbar gering aus. Im Netz bekommt man beide Player übrigens schon für weniger als 200 Euro.       

Schlichtere Optik

Trotzdem fallen bereits auf den erste Blick Unterschiede zum UB404 auf. An den kompakten Abmessungen hat sich mit 320 x 45 x 193 Millimeter (Breite / Höhe / Tiefe) zwar nichts geändert, doch statt dem „3D Glas-Cut-Design“ samt aufklappbarer Frontblende orientiert sich das Gehäuse des UB314 eher am LG-Kollegen UP970 (Test in audiovision 10-2017). Allerdings muss man die front-seitige USB-2.0-Buchse nicht wie beim südkoreanischen Rivalen freifriemeln. Ein Display gibt es nicht, nur eine rote Leuchte zeigt an, ob sich der Player im Standby (Licht aus) oder im Betrieb befindet.

Bei unserem Schüttel-Test schepperte nichts im Inneren, die vier winzigen Gummifüße sind allerdings eine klassische Einsteiger-Lösung. Auf dem Gehäusedeckel sitzen Drucktasten für „Auswurf“ und „An/Aus“, mehr kann man am Player nicht bedienen. Selbst Panasonics Günstigster darf sich mit der „Ultra HD Premium“-Zertifizierung brüsten.

Weniger geht kaum: Neben einer HDMI-Buchse findet sich auf der Rückseite lediglich eine USB- und eine LAN-Schnittstelle. Der Lüfter bläst die Abluft meist relativ leise aus dem Gehäuse. Das Netzteil sitzt im Gerät.

Auf der Rückseite offenbaren sich weitere Defizite gegenüber dem UB404. Statt zwei verfügt der UB314 nur über einen HDMI-Port, auch der optische Digitalausgang fiel dem Rotstift zum Opfer. An den zweiten USB-Kontakt (3.0 Super Speed) darf man dank 5V/900mA-Buchse auch externe Festplatten hängen. Hinzu kommt eine LAN-Buchse, eine WLAN-Verbindung ist ebenfalls möglich.

Das Laufwerk erkennt die meisten Disc-Formate, verweigert aber DVD-Audio und SACD. Zudem sind Positionierungsgeräusche der Lasereinheit hörbar und das Summen der drehenden Scheiben ist je nach Abtastposition mal mehr, mal weniger deutlich zu vernehmen. Recht flott ist es aber: So starteten unsere Testscheiben „Die Alpen von oben“ und „Findet Nemo 3D“ in guten 18 respektive 24 Sekunden, das komplexe Java-Menü der Blu-ray „The Amazing Spider-Man“ lud der Player in ordentlichen 43 Sekunden. Beim Start aus dem Standby ist der UB314 in 17 Sekunden einsatzbereit, mit aktivierter Schnellstart-Funktion sind es nur 11 Sekunden. Letztere erhöht jedoch den Stromverbrauch im Standby von 0,3 auf 7,3 Watt.

Der UB314 zeigt nicht nur die Bild- und Tondaten der Disc an, sondern auch, was die HDMI-Buchse ausgibt.

Auch die Fernbedienung muss auf eine Beleuchtung verzichten, zudem verleitet die zentral platzierte „Netflix“-Taste zu Fehleingaben. Dafür liegt der Steuerstab recht gut in der Hand und ist klar nach Funktionsgruppen gegliedert. Das Onscreen-Menü wirkt modern und übersichtlich, lobenswert ist das „Wieder-gabeinfofenster“, das nicht nur über die Audio- und Videosignale der abgespielten Disc informiert, sondern auch darüber, was der Player an den Fernseher weitergibt.

UHD-Bild mit HDR-Feinjustage

Bei der wichtigsten Disziplin, der Bildqualität, muss man hingegen keine Abstriche gegenüber den größeren Modellen machen. Der UB314 liefert gestochen scharfe Bilder, feinauflösende 4K-Videos wie „Postcards from Stockholm“ der „Best of 4K“-Blu-ray sehen atemberaubend aus. Auf Wunsch gibt der UB314 auch Bilder mit 4:4:4-Farbauflösung (12 Bit) aus und konvertiert 4:2:0-Material (10 Bit) von UHD-Blu-ray auf 4:4:4 hoch. Apropos konvertieren: 1080p-Material von Blu-ray verwebt der Player erstklassig zu 4K-Bildern, auch feine Details in Test-Mustern werden sauber durchgezeichnet. Selbst Blu-rays und DVDs in Halbbildern transformierte der UB314 ohne Zeilenflimmern zu 4K.

HDR mit 10 Bit und die elektro-optische Transferfunktion HDR-EOTF stehen für eine feinere Quantisierung dunkler Abstufungen und helle Spitzlichter. Dazu muss sich der Player über Metadaten mit dem Display auf die höchstmögliche Bildqualität einigen. Mit dunkleren TVs oder Projektoren oder aufgrund schlecht angepasster HDR-Einstellungen kann das Bild mitunter zu düster oder anderweitig suboptimal ausfallen.

Hier schafft der UB314 Abhilfe, denn er bietet die Option der „Dynamik­bereichsanpassung“ zur Optimierung des HDR-Bildes an den HDR-Fernseher bzw. die Lichtverhältnisse: So hebt die Funktion die Helligkeit in dunklen Bildbereichen an, bringt damit die Farben mehr zum Leuchten und zeichnet Schattendetails besser durch. Der Menüpunkt taucht nur auf, wenn HDR-Material an einem HDR-TV anliegt.

Neben HDR10 versteht sich der UB314 als Neuerung auch auf die Hybrid Log Gamma-Kodierung (HLG). Wird diese vom Fernseher nicht unterstützt, schafft die HLG/PQ-Konvertierung Abhilfe für Fernseher, die ausschließlich HDR10 akzeptieren. Dolby Vision und HDR10+ werden hingegen erst von zukünftigen Playern (mehr dazu im Panasonic-Report auf Seite 32) unterstützt. Ein Highlight ist die Möglichkeit, HDR-Inhalte je nach Qualität und Helligkeit eines angeschlossenen SDR-Displays manuell nachjustieren zu können. Die Option der „Dynamikbereichsanpassung“ dient zur Optimierung des HDR-Bildes an den HDR-TV (Details im Kasten linke Seite). Erstklassig arbeitet zudem Panasonics umfangreicher Video-Equalizer. 

Die Optimierungsmöglichkeiten des Panasonic-Video-Equalizers sind vorbildlich. Neben Standard-Settings wie Kontrast und Helligkeit verfügt der DMP-UB314 über seltene Eingriffsmöglichkeiten: So gibt es unter anderem Regler zur Anschärfung feiner und mittel­feiner Details sowie für Farbdetails und Konturen. Zudem steht eine Tonwert-Justage bereit, mit der sich dunkle und helle Bildbereiche betonen oder abschwächen lassen. Auch bei der Rauschreduktion bieten sich verschiedene Eingriffsmöglichkeiten. Zudem kann man seine optimierten Werte für zwei Displays speichern („Satz 1“, „Satz 2“).

Anpassung Schärfe: In diesem Menü gibt es vier Regler zur Anschärfung feiner und mittelfeiner Details, für Farbdetails und Konturen.

Zur Rauschreduzierung verfügt der Panasonic über drei Regler, die analoges Rauschen („zufälliges Rauschen“) und Kompressionsartefakte beheben sollen.

Anpassung Farbe / Luminanz: Neben Kontrast und Helligkeit kann man das Bild mit den Reglern Gamma-Weiß und -Schwarz anpassen.

Multimedia und Internet

Ins Netzwerk verknüpft der Japaner via Ethernet und WLAN, dank DLNA-Client greift er auch auf Inhalte zu, die auf einer NAS-Festplatte oder auf Panasonics Blu-ray-Recordern liegen. UHD-Clips von Amazon und Netflix streamt der Player in nativer Auflösung, auf YouTube muss man aber verzichten (zumindest zum Testzeitpunkt, nach unseren Informationen ist aber keine Integration zu einem späteren Zeitpunkt geplant). Über USB werden 4K-Clips im MP4- und HEVC-Format abgespielt. Zudem verarbeitet der Mediaplayer hochauflösende Audioformate wie DSD, ALAC, WAV und FLAC. JPEG- und MPO-Fotos stellt der UB314 in UHD-Auflösung dar, auf Wunsch auch in einer Diaschau.       

Der Testbericht Panasonic DMP-UB314 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 330 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

80 sehr gut

Panasonics neuer UHD-Einsteiger UB314 machte seine Sache mit einem erstklassigem 4K-Bild, zahlreichen HDR-Features und umfangreicher Multimedia-Ausstattung richtig gut. Allerdings bietet der kaum teurere UB404 aus gleichem Haus ein hübscheres Gehäuse und mehr Anschlüsse.
Christoph Steinecke

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