Epson EH-LS100 (Test)

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Epsons Ultrakurzdistanz-Projektor EH-LS100 schickt sich an, den Großbildfernseher im Wohnzimmer abzulösen. Ein nahe Wandaufstellung, Laserlicht und 2K-Auflösung machen das möglich.  Ganz aus dem Nichts kommt das Bild allerdings nicht, denn mit 49,4 x 43,7 x 18,8 Zentimetern fällt der schwarze und nicht übermäßig edel anmutende Beamer recht groß aus.

LCD, Laser und 2K-Auflösung

Bei der Projektion setzt Epson auf LCD-Panels, als Lichtquelle kommt eine Laser-Lampe zum Einsatz, die mit 4.000 Lumen (Herstellerangabe) nicht nur hell, sondern auch lange leuchtet: 20.000 im Normal- und 30.000 Stunden im Eco-Betrieb gibt Epson an. Auch die Garantie von 5 Jahren beziehungsweise 12.000 Lampenstunden kann sich sehen lassen. Der relativ leise Eco-Betrieb ist übrigens vorzuziehen, denn im helleren Lichtmodus blies der Lüfter unseres Testgeräts ziemlich laut.

Für einen Projektor klotzt der EH-LS100 mit vielen Anschlüssen, die meisten davon kommen aus der PC-Welt.

Mit 4K-Auflösung und HDR kann der EH-LS100 nicht dienen, selbst 3D bleibt außen vor. Die WUXGA-Auflösung mit 1.920 x 1.200 Pixel im Seiten-verhältnis 16:10 ist zudem Heimkino-untypisch und verrät die Herkunft des Geräts aus dem Präsentations-Bereich. Beim Filmegucken bedeutet dies zusätzliche schwarzen Balken oben wie unten, zudem erschwert es die Wahl der Leinwand. Projektionsflächen von 70 bis 130 Zoll kann der Epson ausleuchten, der minimale Wandabstand beträgt nur knapp 6 Zentimeter. Das vergleichsweise grobe LCD-Pixelraster erfordert hingegen einen ausreichend großen Sitzabstand zur Leinwand.

Auspacken, aufstellen, Film gucken? Ganz so einfach ist es nicht, denn bevor man sich dem cineastischen Vergnügen widmen kann, muss das Bild erst einmal auf die Leinwand eingepasst werden: Da der EH-LS100 auf optischen Zoom sowie eine optische Lens-Shift-Funktion verzichtet, strahlt der Beamer stets ein starres Bild ab, was eine punktgenaue Platzierung des Geräts in Höhe und Abstand zur Wand erfordert. Zwar lässt sich das projizierte Bild auf digitalem Weg horizontal wie vertikal verschieben und auch herauszoomen (1,35-fach). Der Haken dabei: Verkleinert man das Bild, ergibt sich abhängig vom Zoom-Grad eine mehr oder weniger große, schwarz-gräuliche Umrandung, denn die ausgeleuchtete Grundfläche bleibt stets dieselbe; nur das Bild darin lässt sich verkleinern sowie hin- wie herschieben.

Ausgebügelt: Um eine schiefe Bildgeometrie auszugleichen, lassen sich mittels „Bogenkorrektur“ die Bildecken ziehen bzw. drücken und gebogene Bildseiten begradigen.

Die Grundschärfe wird über einen verstecken Hebel hinter der Staubfilter-Klappe fokussiert, was einwandfrei funktionierte. Die nächste Hürde folgte aber prompt, denn die Projektion eines exakt rechteckigen Bildes ist eine Kunst für sich; im Test war die Oberkante geringfügig „verbogen“. Für solche Fälle stehen im Menü gleich drei Korrekturfunktionen für die Bild­geometrie bereit: „H/V-Keystone“, „Quick Corner“ und eine „Bogenkorrektur“ (siehe Bild). Gleichzeitig nutzen lassen sich die Features allerdings nicht. Zudem verursachen solche Anpassungen Kollateralschäden in Form von geometrischen Verzerrungen sowie Moiré-Effekten in feinen Mustern. Beim Filmegucken fällt dies je nach Maß der Entzerrung nur gering bis gar nicht auf. Je weniger man solche Bild-Verzerrer jedoch nutzen muss, umso besser.

An Anschlüssen gibt es neben 3 HDMI-Buchsen (eine mit MHL) zahreiche Interfaces aus der PC-Welt, darunter USB, VGA (In/Out) und RS232 sowie Ethernet (WiFi ist nachrüstbar), die unter einer abschraubbaren Haube versteckt sind. Auf den grell tönenden 16-Watt-Lautsprecher sollte man nur in Notfällen zurückgreifen. Zum Lieferumfang gehört eine handliche Fernbedienung, steuern lässt sich der Beamer aber auch über Epsons iProjection-App.

Das Menü lässt dem Nutzer etliche Optionen zur Optimierung, u.a. sind vier vordefinierte Bildmodi dabei.

Hell, scharf und bunt

Der Epson lieferte bereits in den Werkseinstellungen sehr helle und farbintensive Bilder, die kräftig aufleuchteten. Trotz des steilen Projektionswinkels überzeugte die knackige Schärfe der detailreichen Projektion. Zudem konnte die homogene Ausleuchtung der Bildfläche punkten; störende Lichthöfe bzw. Flecken verkniff sich der Japaner. Bewegungen verliefen hart und mit originalen Film-Look, denn eine Bewegungsglättung bekam der EH-LS100 nicht spendiert.

Als deutliches Manko entpuppte sich jedoch der maue Kontrast, der mit mäßigem Schwarz zu kämpfen hatte, das im Grunde grau aussah. So verloren die Bilder besonders bei dunklen Filmszenen viel an Plastizität, Tiefe und damit Realismus.        

Der Testbericht Epson EH-LS100 (Gesamtwertung: gut, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

gut

Der Laser-Beamer EH-LS100 liefert riesige wie helle Bilder aus winziger Distanz zur Leinwand. Die WUXGA-Auflösung ist aber nicht ganz Heimkino-gerecht und der Preis eher hoch.
Andreas Oswald

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