Blu-ray-Test: München

0

munichMit gut 10-jähriger Verspätung erscheint Steven Spielbergs dramatischer Politthriller um die geheimen Vergeltungsmanöver der Israelis nach dem Olympiade-Attentat 1972 endlich auf Blu-ray. Würde Hollywoods erfolgreichster Filmemacher die arabischen Terroristen verteufeln oder das erbarmungslose Vorgehen des Mossad anprangern? Diese Frage bewegte im Vorfeld zu „München“ viele Gemüter. Die Antwort: weder noch. Der Film bezieht keine Stellung zum regelmäßig eskalierenden Nahostkonflikt. Nach zweieinhalb Stunden entlässt er den Zuschauer mit der simplen Bibel-Botschaft: „Du sollst nicht töten.”   

Doch dieser Umstand macht „München” nicht etwa schlechter, ganz im Gegenteil. Der Grund: die handwerkliche Perfektion, mit der Spielberg die Zuschauer an den (Heim-)Kinositz fesselt: angefangen mit der sich in Rückblenden offenbarenden Story über die internationale Darstellerriege (Eric Bana, Daniel Craig, Geoffrey Rush, Moritz Bleibtreu) bis hin zu den nach allen Regeln der Post-Production-Kunst verfremdeten Bilder von Kameramann Janusz Kaminski.

Letztere werden auch im Bonusmaterial thematisiert, das um einiges umfangreicher ausfällt als auf der elf Jahre alten DVD, die lediglich eine fünfminütige Einführung von Spielberg und den Beitrag „München: Die Mission, das Team” enthielt. Etwas zu meckern haben wir dennoch: Trotz neuer 4K-Abtastung erscheint keine 4K-Scheibe.     

Bild: Die Bildqualität ist um Klassen besser als auf der DVD. Dies liegt sowohl am Medium als auch an der neuen 4K-Abtastung. Eine Hochglanz-Referenz-Optik sollte man aber nicht erwarten. Denn um 70er-Jahre-Flair zu vermitteln, fotografierte Spielberg die Story in gebleichten, meist gelb gefilterten Farben. Auch die starke Körnung bestimmter Szenen geht auf sein Konto, ebenso der überzogene Kontrastumfang.

Ton: Wie auf der DVD gibt es nur Dolby Digital, aber weniger stark komprimiert (640 statt 384 Kbit/s). Während der Attentate fliegen einem die Kugeln mit hoher Präzision um die Ohren und der Bass der Explosionen drückt den Zuschauer in den Sitz. John Williams Score setzt hingegen nur bei dramatischen Szenen räumliche Akzente.

Extras: „Einführung von Steven Spielberg” (4:34), „Erlebnisse am Set“ (14:24), „Die Mission, das Team” (13:10), „Porträt einer Ära“ (13:17), „Die internationale Besetzung“ (12:41), „Schnitt, Ton und Musik“ (12:22), „Erinnerungen an ein Ereignis“ (8:36).

 

Die Wertung 
Film 6 von 6 Punkten
Bildqualität 5 von 6 Punkten
Tonqualität 5 von 6 Punkten
Bonusmaterial 4 von 6 Punkten
Die technischen Daten
Anbieter Paramount
Bildformat 2,35:1 (1080/24p)
Tonspur Deutsch Dolby Digital
Tonspur Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel deutsch, englisch

 

Diesen Artikel teilen

Antworten

[pro_ad_display_adzone id=25883]