UHD-Blu-ray Premiere

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Ginge es nach der eingeschworenen Heimkino-Gemeinde, hätten erste Ultra-HD-Blu-ray-Player schon zu Weihnachten in den Verkaufsregalen stehen sollen. Jetzt liefert Samsung den an Einsteiger gerichteten UBD-K 8500 (500 Euro) und Panasonic den aufwändiger bestückten DMP-UB 900 (800 Euro) aus – zeitgleich mit den ersten UHD-Scheiben. Samsung legt den Fox-Blockbuster „Der Marsianer“ bei, Panasonic spendiert mit „San Andreas“ und „Mad Max: Fury Road“ gleich zwei Titel von Warner; die attraktiven Zugaben sind allerdings limitiert. Das zum Marktstart am 7. April nicht sonderlich üppige Angebot an Ultra-HD-Scheiben dürfte in den kommenden Monaten merklich anwachsen.

Über die technische Qualität der Silberlinge wurde im Vorfeld viel diskutiert, da die Mehrzahl der Filme (wie die drei erwähnten Titel) nicht auf einer 4K-Abtastung basieren. Für die Herstellung kommen „2K-Digital-Intermediates“ zum Einsatz, ein digitales Full-HD-Format (2.048 x 1.080 Pixel), das seit Jahren die Kette der industriellen Postproduktion bestimmt. Deshalb bilden native Ultra-HD-Produktionen mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten auf absehbare Zeit die Ausnahme.

Trotzdem sorgen die feinere Quantisierung von HDR, der erweiterte Farbraum sowie die verbesserte Kompression für eine Steigerung der UHD-Bildqualität. Dies haben wir eindrucksvoll beim Fox-Titel „Der Marsianer“ im direkten Vergleich zur ebenfalls beiliegenden Blu-ray-Version überprüfen können. Der Auftakt ist jedenfalls vielversprechend; wir sind schon gespannt, wie gut die ersten UHD-Discs aussehen, die von einem 4K-Master stammen.

Die Preisentwicklung

Während die 4K-Scheiben mit rund 30 Euro in etwa so viel kosten wie seinerzeit die ersten Blu-ray-Discs, sind die Scheibendreher im historischen Vergleich echte Schnäppchen. Schließlich schlugen die ersten Blu-ray-Player im Herbst 2006 mit 1.000 bis 1.500 Euro zu Buche.

Technisch unterstützt die Ultra-HD-Blu-ray neben der namengebenden Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln nun auch Bildraten bis 60 Hertz. Zudem verbessern HDR (High Dynamic Range mit 10-Bit), die feinere Gammafunktion HDR-EOTF (SMPTE ST2084) sowie erweiterte Farb-räume (Rec.2020-Container) die Dynamik und die Feinheit der Abstufungen im Bild. Dazu werden jedoch HDR-kompatible UHD-Displays benötigt. Den höchsten Qualitätsstandard für HDR-TVs definiert die „Ultra HD Premium“-Spezifikation der UHD Alliance, die der Panasonic TX-65 DXW 904 erstmals erfüllt; und das mit Bravour (Test in audiovision 3-2016).

Fehlerfrei waren unsere Sehtests allerdings nicht, denn Samsungs Ultra-HD-Player übersteuert im RGB-Farbmodus helle Kon-traste und zeigt anders als über YCbCr nur 8-Bit. Ärgerliches Detail beim Panasonic: Obwohl er mit HEVC auf Discs zurechtkommt, scheitern unsere Abspielversuche über den Mediaplayer. Der Samsung hat hier keine Probleme und beherrscht zudem die UHD-Wiedergabe mit 50 Hertz. Das Upscaling von DVD und Blu-ray gelingt beiden Geräten perfekt. Auch an der Ultra-HD-Blu-ray-Wiedergabe gibt es so weit nichts auszusetzen. Allerdings bietet das neue Medium insbesondere im Hinblick auf das Chroma-Upsampling sowie eine eventuelle 4:2:2-Wiedergabe noch Luft nach oben. Hier werden die Player erst in Zukunft zeigen, was sie wirklich leisten. Deshalb behalten wir beim Sehtest jeweils einen Punkt ein.

Apps und Anpassungen

4K-Inhalte holen die Geräte mit Apps für Amazon Instant Video, Netflix und YouTube aus dem Internet – ideal für ältere UHD-Fernseher, denen das nicht oder nur eingeschränkt gelingt. Die Video-Equalizer stehen bei allen Quellen zur Verfügung, wobei Panasonic dem DMP-UB 900 feinere Werkzeuge als Samsung spendiert.

Auch bei der HDR-Konvertierung ist der Panasonic flexibler: Er erlaubt eine Anpassung an ältere (meist dunklere) oder besonders helle TV-Modelle. Beim Samsung lässt sich HDR hingegen weder manuell abschalten noch die SDR-Ausgabe justieren. Dies kann nicht nur bei Fernsehern, sondern auch in Kombination mit einem HDR-fähigen Projektor wie dem Sony VPL-VW 520 ES (audiovision 1-2016) zu problematischen und nicht korrigierbaren Ergebnissen führen. Hier könnte vermutlich ein Firmware-Update beim Samsung Abhilfe schaffen. Mit dem alternativen HDR-Standard „Dolby Vision“ können beide Player übrigens nichts anfangen. Das ist aber nicht tragisch, denn bislang gibt es noch keine adäquaten Inhalte auf UHD-Blu-ray. ur/mr/ff

Hier geht es zu den Tests der beiden Ultra-HD-Blu-ray-Player:

Panasonic DMP-UB 900

Samsung UBD-K 8500

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