Yamaha BD-A 1020 (Test)

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Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 Euro

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €Passend zu den hauseigenen Aventage AV-Receivern ist Yamahas neuer Universal-Player BD-A 1020 auf optimale Audio-Wiedergabe getrimmt, liefert aber auch eine Top-Bildqualität.

Farblich abgestimmt auf die Aventage Receiver wie den Yamaha RX-A 3020, gibt es den neuen BD-A 1020 in Schwarz und Titanium. Im Vergleich zum Vorgänger BD-A 1010 hat er ein Kilogramm abgespeckt, ist einen Zentimeter flacher und spart sich die analogen 7.1-Tonausgänge. Yamahas Universal-Player spielt auch SA-CDs und DVD-Audio-Scheiben, verarbeitet viele Multimedia-Dateien und greift per WLAN auf YouTube-HD-Videos im Internet zu. Gegenüber seinem Vorgänger ist der 3D-Player etwas leiser, da er ohne Lüfter auskommt. 

Ausstattung und Bedienung

Die geschwungene, zweiteilig aufgebaute Front mit dezent hervorstehenden Bedienknöpfen wirkt sehr edel. Auch der Schubladenmechanismus hinterlässt einen soliden Eindruck, schließt die Klappe aber recht laut. Nach dem Positionieren des Lasers schnurrt das gekapselte Laufwerk leise vor sich hin. Bei den ersten Titeln verursacht der Antrieb gelegentlich ein tonales Geräusch, doch hört man dieses nur in leiser Umgebung. Die Rückseite des Yamaha mit vergoldeten AV-Schnittstellen wirkt edel, die simple Plastik-Fernbedienung eher weniger. Nicht gefallen hat uns die grelle, hellblaue "Pure Direct-Taste". Sie erinnert etwas zu aufdringlich daran, dass gerade entweder das Display oder die Videoschaltkreise abgeschaltet sind. Eine dezente Mini-LED, wie sie Yamaha zur Anzeige der SA-CD-Wiedergabe einsetzt, hätte hier ausgereicht.

Stereoton von der SA-CD gibt der BD-A 1020 in voller Auflösung (192 kHz/32-bit Audio DAC) analog aus, Mehrkanalton als DSD-Stream digital über HDMI. Für ältere AV-Receiver wird der SA-CD-Ton auf Wunsch in hochaufgelösten PCM-Ton umgewandelt (siehe Kasten nächste Seite). Als Extra überrascht der Yamaha mit einer intelligenten Lip-Sync-Funktion, die separate Verzögerungszeiten für normale Blu-ray-Discs und 3D-Scheiben berücksichtigt.

Videoseitig stehen komplette manuelle Einstellmöglichkeiten für den HDMI-Farbmodus (YCbCr 4:4:4, YCbCr 4:2:2, RGB und RGB gespreizt) und die Ausgangsauflösungen (576i bis 1080p) sowie eine automatische Ausgabe in der nativen Auflösung des Quellmaterials zur Verfügung. Das ab Werk auf "PAL" eingestellte TV-System sollte auf "Multi" umgestellt werden, da der Yamaha sonst NTSC-Scheiben ruckelnd mit 50 Hertz ausgibt. Die sechs Bildregler im Benutzer-Modus lassen sich leider nur bei DVDs mit laufendem Bild anpassen. Bei Blu-rays muss man sie "blind" im Stop-Modus betätigen, auf 3D-Discs wirken sie gar nicht. In via Netzwerk oder USB zugespielten HD-Videos funktionieren die Regler wiederum bei laufendem Bild.

 

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €

Leichtgewicht: Die Fernbedienung
bietet übersichtlich gruppierte Tasten
mit gut lesbarer Beschriftung.

Multimedia

Der Yamaha unterstützt zahlreiche Videoformate (AVCHD, DivX HD, MP4 und MPEG über Netzwerk, zusätzlich MOV und WMV über USB). Den DivX-HD-Kurzfilm "Big Buck Bunny" gibt er korrekt mit 24 Hertz aus, während MP4-Filme über USB gelegentlich mit falscher Bildwechselfrequenz erscheinen. Dann muss man im Setup schon mal das TV-System manuell umstellen. YouTube-HD-Videos zeigt das Gerät maximal in 720p-Qualität, auch wenn es sie im Format 1080p mit 60 Hertz ausgibt. Clips wie  wie den "Hobbit"-Trailer in 4k kann es nicht mit 24 Hertz abspielen und PAL-HD-Videos laufen nur dann ruckelfrei, wenn man das TV-System manuell umstellt. Neben "Picasa" und "Netflix", das in Deutschland nicht vertreten ist, stehen keine weiteren Internet-Portale bereit. BD-Live-Extras entsprechender Discs stellen kein Problem dar, sofern ein freier USB-Speicher angesteckt ist. Gut gefällt die scharfe Diaschau mit Begleitmusik und automatischer Bildformaterkennung. Der direkte Zugriff auf das letzte Foto einer langen Liste ist leider genauso wenig möglich wie das Abspielen von 3D-Fotos im MPO-Format. Dafür verarbeitet der Player von MP3 und WAV über AAC bis hin zum verlustfreien FLAC und WMA alle wichtigen Audiodateien.

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €

Alles vergoldet: Neben den hochwertigen Cinchbuchsen für analogen Stereoton
sind auch die anderen AV-Schnitt­stellen vergoldet. Im Unterschied zum Vorgänger
verzichtet der neue BD-A 1020 auf analoge 7.1-Tonausgänge.

 

 

   

Bildqualität

Der Yamaha BD-A 1020 überzeugt mit feiner DVD-Vollbildwandlung, die schon im Modus "Auto" fast alle Stolpersteine aus "Space Cowboys" und "Sechs Tage sieben Nächte" meistert. Letztes Flimmern beim Anflug des Düsenfliegers auf Tahiti verschwindet im De-Interlacing-Modus "Film" restlos. Die feine Skalierung lässt die Propeller des Sportfliegers glatt, aber auch eine Spur weicher erscheinen. Bei einer um einen Punkt angehobenen Schärfe gelingt dennoch ein detailgetreues und filmisch feines DVD-Upscaling. 1080i-Material auf Blu-ray wandelt der neue Yamaha automatisch in perfekte Vollbilder um, egal ob es sich um TV-Inhalte oder um Dokumentationen im Format 1080/30p handelt. Hier sowie bei Kinofilmen sorgt die neutrale Schärfestellung "0" für eine originalgetreue Bildqualität. Den CTI-Regler für schärfere Farbkanten sollte man meiden, sonst wirken Farbübergänge grob. Einen Fehler leistet sich der Player im HDMI-Farbmodus "RGB": Hier produziert er aufgrund fehlerhafter Farb-Codierung einen deutlichen Grünstich bei DVDs und Blu-ray-Discs. Das ist aber eigentlich kein Problem, da praktisch alle Fernseher und Projektoren auch mit YCbCr zurechtkommen – und hier stimmen die Farben. Kleine Abzüge gibt es für die Bildregler, die nicht bei 3D wirken.

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €
Separate Einstellung: Als Extra bietet der neue Yamaha getrennte
Lip-Sync-Einstellungen für 2D- und 3D-Videos.
Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €
Getrennte Platinen: Die Audioplatine sitzt in der Mitte über dem
gekapselten Laufwerk und ist mit hochwertigen
A/D-Wandlern von Burr Brown bestückt.


 

Tonqualität

Im BD-A 1020 setzt Yamaha die neuen PCM-1795-Wandler von Burr Brown mit 32 Bit Wort­breite sowie rauscharme Operationsverstärker für eine hochauflösende Stereo-Wiedergabe ein. Der Aufwand lohnt sich für alle, die ihre CDs oder SA-CDs über eine hochwertige Analog-Anlage hören. Stones-Klassiker wie "Jumpin‘ Jack Flash" auf SA-CD kann man in der tollen Qualität des Master­tapes erleben. Sagenhafter Tiefgang im Bass und ein treibendes Schlagzeug in Original-Dynamik lassen beim Album "Mensch" auf Herbert Grönemeyers 2002 erschienener SA-CD die Tester staunen. Die unkomprimierte Qualität der aufwändigen Studio­produktion kommt aber erst bei hohen Lautstärken voll zur Geltung. Digitalen Mehrkanalton von Blu-ray, DVD-Audio oder SA-CD gibt der Yamaha über HDMI als Bistreamton, PCM-Ton oder DSD-Datenstrom aus, wobei alle drei Hochbit-Formate fantastisch klingen.

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €

Preiswert und flexibel: Mit 480 Euro zählt der neue Yamaha BD-A 1020 zu den
günstigeren Universal-Playern auf dem Markt.
Das Gerät hat WLAN integriert und kommt ohne Lüfter aus.

Mehrkanalton auf SA-CD

Solange im Audiomenü die analoge SA-CD-Ausgabe aktiviert ist, bleibt der HDMI-Ausgang bei der Wiedergabe stumm bzw. gibt im CD-Modus nur die zusätzlich auf SA-CD vorhandene CD-Spur (PCM-Stereoton mit 16 Bit, 44,1 KHz) aus. Deshalb muss man die bevorzugte Wiedergabe von "Analog" auf "HDMI" und die SA-CD-Priorität von "Stereo" auf "Multi­kanal" umstellen. Der HDMI-Ausgang kann für ältere Receiver auf PCM-Ton (maximal 24 Bit bei 176,4 kHz) oder für kompatible AV-Receiver auf DSD-Datenstrom (Direct Stream Digital) eingestellt werden. Vor dem Einlegen der Scheibe muss man einmal die Taste "SA-CD/CD" betätigen, sonst wird nur die CD-Schicht abgetastet.

Zwischen DSD- und PCM-Ton sind am Yamaha RX-A 3020 keine Klangunterschiede feststellbar. Technisch gesehen wandelt der AV-Receiver Bitströme im Format DSD intern in PCM-Ton um, da er sonst kein Bass- und Lautsprecher­management umsetzen kann. SA-CD-Perlen mit Mehr­kanalton sind zum Beispiel die im Jahr 2005 erschienene Jubiläumsausgabe des Dire-Straits-Klassikers "Brother in Arms" oder Pinks Floyds 2003 erschienenes Album "Dark Side of The Moon". Heute erscheinen mangels Unterstützung durch die großen Musik-Labels wenige Pop-Alben auf SA-CD, dafür aber interessante Jazz-, Blues- und Klassik-Produktionen. DVD-Audio-Scheiben fristen nur noch ein Nischendasein, während auf Blu-ray-Disc immer mehr Live-Konzerte auf den Markt kommen (siehe Tests Seite 57). Da der Yamaha BD-A 1020 all diese Formate beherrscht, liegen anspruchsvolle Musik- und Surroundton-Fans bei ihm genau richtig.

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €
Flexible SA-CD-Tonausgabe: Der Yamaha BD-A 1020 gibt
SA-CD-Ton für ältere AV-Receiver als PCM-Ton hoher Auflösung aus
oder versorgt moderne Geräte mit DSD-Ton über HDMI.

 

   

Fazit:

Yamaha hat mit dem BD-A 1020 einen soliden 3D-fähigen Universal-Player auf die Beine gestellt. Er besticht durch klangstarken analogen Stereo-Ton und offeriert dem Musikliebhaber Mehrkanalton auf Scheiben aller Art. Udo Ratai

Technische Ausstattung und Bewertung


Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €

Yamaha BD-A 1020 – Blu-ray-Player für 480 €

 

 

 

   

Der Testbericht Yamaha BD-A 1020 (Gesamtwertung: 83, Preis/UVP: 480 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2013 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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