KEF T Series T 205 (Test)

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KEF T Series T 205 – 5.1-Boxenset für 1.600 Euro

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €Flache Boxen sehen gut aus, haben aber in Sachen Sound nicht den besten Ruf. Doch das neue 5.1-Set von KEF legt einen überzeugenden Sound hin – selbst in XL-Wohnzimmern.    

Flache Fernseher sehen toll aus, erzeugen aber leider einen ebenso flachen Klang. Abhilfe schaffen 5.1-Boxensets, wobei die Nachfrage nach optisch passenden, ebenfalls flachen Lautsprechern steigt. Doch selbigen mangelt es nicht selten an Tiefbass und Schalldruck.

Dass flache Sets durchaus das Zeug zu höheren Weihen haben, beweist das T 205 von KEF: Seine fünf Boxen sind nur 3,5 Zentimeter tief und damit für die Wandmontage wie geschaffen. Trotzdem gelingt dem Set ein erwachsener, mitreißender Klang.

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €
Ungewöhnlich: Etwas Fummelei ist nötig, um die Lautsprecherkabel
mit einem Sechskant-Schlüssel (beiliegend) in den Klemmen zu arretieren.

Technik

Die in England entwickelten und in China gefertigten Boxen stecken in hochwertigen Alu-Gehäusen. Für freie Aufstellung gibt es Standfüße mit rutschfestem Gummi; allerdings neigen die 60 Zentimeter hohen Frontboxen zum Umkippen. Besser ist die Wandmontage, für die Halterungen beiliegen.

Um das flache Design der T-Serie zu ermöglichen, entwickelte KEF mit großem Aufwand neue Tief-/Mitteltöner, die bei einem Durchmesser von 115 Millimetern nur 27 Millimeter tief sind (siehe Kasten). In den Frontboxen und im Center sitzen je zwei Tief-/Mitteltöner, die von einer Zweieinhalb-Wege-Weiche angesteuert werden. Der linke Treiber überträgt die tieferen Frequenzen bis rund 700 Hertz, der rechte Treiber übernimmt den Bereich darüber bis rund 1.500 Hertz weitgehend allein. So treten nur wenige Auslöschungen auf, was sich im guten Rundstrahlverhalten niederschlägt: Der Ton kommt auch bei seitlich sitzenden Zuhörern an.

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €
Wenig einzustellen: Pegel und obere Grenzfrequenz muss man am AV-Receiver einstellen.
Der Equalizerschalter liefert in der Position "+12 dB" die tiefste untere Grenzfrequenz von 33 Hertz.

Der Hochtöner wurde ebenfalls extra für die T-Serie entwickelt. Vor der 25 Millimeter großen Kalotte sitzt eine Schalllinse, die ein besonders weites Abstrahlverhalten ermöglichen soll. Das kommt gerade bei Wandmontage zupass, denn durch sie werden Bass- und Grundtonbereich der Boxen betont, was oft wenig räumlich klingt.

Komplettiert wird das Set durch den kompakten Subwoofer mit seinem 25 Zentimeter großen Tieftöner und schlauer Digitaltechnik. Er entzerrt per dreistufigem Equalizer die Tiefbasswiedergabe und schiebt die untere Grenzfrequenz bis zu erstaunlichen 33 Hertz hinunter. Die Leistung für den Zehn-Zoll-Treiber stellt eine hocheffiziente Class-D-Endstufe mit 250 Watt zur Verfügung. Der Sub verzichtet auf Pegeljustage oder Tiefpass-Filterung; die empfohlene Übernahmefrequenz von 120 Hertz und die Aussteuerung muss der AV-Receiver übernehmen. Kritik setzt es für die dünne Rückwand, die beim Klopftest etwas hohl klingt.

 

Zusatzinfo: Flachmembrantechnik der T-Serie von KEF

Die Konstruktion flacher Treiber oder einer flachen Membran ist eine gewagte Sache. Schließlich sorgt die Konusform einer herkömmlichen Trichtermembran für Stabilität und ermöglicht so eine unverzerrte kolbenförmige Bewegung auch bei höheren Pegeln. Zudem braucht das Magnetsystem mit Schwingspule und Zentrierspinne Platz und Raum für die Membranauslenkung bei lauten Pegeln – Lautsprecher lassen sich eben nicht einfach flach klopfen.

KEFs Ingenieure entwickelten eine doppelschichtige, 115 Millimeter große Flachmembran, die einen enormen Membran­hub von bis zu vier Millimetern erlaubt. Für die Festigkeit der Flachmembran sorgt wie im Modellbau ein Netz aus dünnen Versteifungsstreben. Die Höhe der Magnete wurde minimiert, die Membranaufhängung platzsparend außerhalb des Magnetsystems angebracht und zudem eine invers geformte Spezialsicke entwickelt. Trotz des knappen Einbauvolumens konnte KEF einen hohen Wirkungsgrad realisieren. In Kombination mit der hohen mechanischen Belastbarkeit der Treiber sind deshalb Schalldruckreserven möglich, die übliche flache Boxen kaum erreichen. Die englischen Lautsprecherspezia­listen geben für die mit zwei Tiefmitteltönern bestückte Frontbox T 301 einen Wirkungsgrad von 88 dB/2,83 Volt bei freier Aufstellung bzw. 91 dB bei Wandmontage an – eine verblüffende Leistung für so flache Boxen, die in unseren Labormessungen aber eindrucksvoll bestätigt wurde.

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €

Patentierte Technik: Um den nur 27 Millimeter flachen Treiber zu bauen,
musste KEF fast alle Teile der aufwändigen Chassiskonstruktion neu entwickeln.

 

Tonqualität Surround

In unserem 40 Quadratmeter großen Hörraum verschwinden die KEF-Boxen optisch fast. Zunächst sollen sie bei freier Aufstellung auf kleinen Ständern ihre Fähigkeiten zeigen. Als Übernahme­frequenz zum Subwoofer wählen wir zu Beginn 150 Hertz, was der im Labor ermittelten unteren Grenzfrequenz der Frontboxen entspricht. Schon der Dolby-Digital-Soundtrack zu "Werner, volles Rohr" ertönt mit kraftvollem Sound und toller Dynamik und macht richtig Spaß. Neben der verblüffenden Pegelfestigkeit gefällt die klare räumliche Staffelung und die beeindruckende dreidimensionale Abbildung, etwa wenn das Motorrad von links nach rechts durchs Bild röhrt oder von hinten klar ortbare Halleffekte ertönen. Allerdings klingen die Stimmen der Akteure zu dünn, und ein homogenes Zusammenspiel mit dem Subwoofer mag selbst dann nicht so recht klappen, wenn dieser zwischen den Frontboxen steht.

Also ein neuer Versuch, diesmal mit der vom Hersteller empfohlenen Übernahmefrequenz von 120 Hertz, was schon mal deutlich besser klingt. Zwar zeigen die Satelliten bei dieser Frequenz bereits einen Pegelabfall, doch Stimmen tönen sonorer und der Motorradmotor kerniger. In der Dokumentation "Arktis Nordost" klingt der Sprecher allerdings immer noch dünn, und die vom Eisbrecher zermalmten Eisschollen knacken weniger druckvoll als gewohnt. Ein längeres Einspielen der Satelliten bringt hier hörbaren Zugewinn, denn mit der Zeit sinkt die untere Grenzfrequenz leicht nach unten – jedes Hertz an gewonnenem Tiefgang füllt die kleine Lücke im Übergang zum Subwoofer auf.

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €

Gute Sprachverständlichkeit auf allen Plätzen: Nach rechts ist das Rundstrahlverhalten
des KEF-Centers perfekt, nach links treten nur leichte Einbrüche auf.

Im nächsten Schritt unseres Hörtests hängen die KEF-Boxen wie vorgesehen an der Wand, was naturgemäß einen Zugewinn an Grundtonenergie mit sich bringt. Nun ist es soweit: Das Klangbild ras­tet voll ein, die Frontboxen verschmelzen erstaunlich homogen mit dem Subwoofer. Ein Quantum an Auflösung und Räumlichkeit geht dabei zwar verloren, doch dafür ertönen Stimmen mit vollem Brustton. Der hervorragend produzierte englische Original-Soundtrack zu "Titan AE" lässt die Tester staunen, denn nun krachen und splittern die riesigen Kristalle des im Weltall schwebenden Eisfelds verblüffend druckvoll, untermalt vom gewaltigen Grummeln des kompakten, aber pegelfesten Subwoofers. Bei den Stimmen tritt nun sogar ein winziger Grundtonbauch auf, der aber angenehm warm klingt und eine leichte Schärfe aus dem Klangbild entfernt. Die kleine Pegelanhebung im Bereich um 1.000 Hertz wird so geschickt verdeckt.

Mit Live-Jazz in Dolby TrueHD von der Demo-Disc "The Sound of High Definition" legen Auflösung, Dynamik und Raumabbildung weiter zu. Man traut seinen Augen und Ohren kaum, wenn das Mini-Quintett samt Subwoofer den großen Hörraum mit noch mehr Dynamik und Raumambiente füllt. Selbst der tiefe gezupfte Kontrabass schwingt beim Titel "They Can’t Take That Away From Me" locker, der Gesang erklingt voller Kraft, aber doch mit der gebotenen Lässigkeit.

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €
Perfekt für die Wandmontage: Die ultraflachen KEF-Boxen
machen sich mit ihren hochwertigen Alu-Gehäusen prima
an der Wohnzimmerwand; passende Halterungenliegen bei.
Der kompakte Subwoofer sollte zwischen den Frontboxen stehen.

Tonqualität Stereo

Auch Musik klingt bei Wandmontage der Boxen am besten. Dann gelingt es Front und Center sogar, einen großen Konzertflügel glaubhaft zu intonieren, etwa in Beethovens Sonate No. 8, C-Moll, Op.13. So saubere und klar gesetzte Klavieranschläge hätte den Flachboxen vorher niemand zugetraut. Das dynamische Schlagzeug beim Titel "Walking on the Moon" von The Yuri Honing Trio begeistert, die Snare klingt richtig fett und das Saxophon vollmundig, wobei feinste Anblasgeräusche klar aufgelöst werden. Selbst bei sehr hohen Pegeln jenseits von 100 Dezibel bleibt das KEF-Set gelassen. Dem Subwoofer gelingt sogar in der tiefsten Equalizer-Position ein facettenreicher Klang, da er keine Lieblingsfrequenz kennt, sondern sehr breitbandig agiert. Nur wer genau hinhört, erkennt am etwas zurückhaltend gesetzten Punch im Kickbass, dass hier ein Sub-Sat-System spielt. Insgesamt beeindruckt das Set aber auch bei Musik mit hoher Auflösung, Dynamik und Pegelfestigkeit.

 

Fazit

KEFs wohnzimmerfreundliches, ultraflaches Boxenset T 205 ist wirklich erstaunlich. Bei Wandmontage oder wandnaher Aufstellung läuft es zu ungeahnter Höchstform auf und spielt über alle Erwartungen gut. Diese Kombination ist uns eine Highlight- und  eine Innovation-Auszeichnung wert.       

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €
KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €
 
KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €
 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

KEF T Series T 205 - 5.1-Boxenset für 1.600 €

 

 

Der Testbericht KEF T Series T 205 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 1600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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