Teufel System 8 THX Ultra 2 (Test)

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Teufel System 8 THX Ultra 2 – 5.1-Boxenset für 3.550 Euro

Test Teufel System 8 THX Ultra 2 - 5.1-Boxenset für 3.550 €Renovierung bei Teufel: Das Theater 8, günstigstes Boxenset des Hauses für THX Ultra 2, präsentiert sich jetzt mit modernster Technik und deutlich kompakter.   

THX und Teufel sind Begriffe, die für viele deutsche Heimkino-Fans eng verbunden sind. Boxen­sets mit dem Zertifikat aus Kalifornien prägten die Geschichte und den Erfolg des Berliner Direktversenders. Großen Anteil daran hatte das Theater 8 THX Ultra 2, das über Jahre Test- und Verkaufs­erfolge einheimste. Nun kommt seine Neuauflage, die mit einer kleinen Namenskorrektur einhergeht: Das Set heißt jetzt nicht mehr Theater, sondern System 8 THX Ultra 2. Es kostet 3.550 Euro.

Test Teufel System 8 THX Ultra 2 - 5.1-Boxenset für 3.550 €
Praktisch: Mit der Fernbedienung lassen sich Pegel und Phase
des Subwoofers bequem regeln. Die Taste "THX" fixiert die Einstellung auf dieNormwerte.

Technik

Teufel entwickelte die Boxen komplett neu. Im Vergleich zum alten Set kommen sie moderner und wohnzimmerfreundlicher daher, weil deutlich kleiner: Front und Center sind nur gut 20 Zentimeter hoch und 47 Zentimeter breit, der Subwoofer misst 70 Zentimeter. Erstaunlich, denn die strenge THX-Norm Ultra 2 verlangt Maximalpegel, für die bislang voluminösere Schallwandler nötig waren. Möglich macht die kompakten Maße eine Technik, die die Crew um Technik-Chef Markus Romeis mit Hilfe des Klippel-Messsystems entwickelte.
Wie schon beim hochgelobten System 5 (audiovision 11-2009) setzt Teufel statt normaler Konus-Membranen flache Schwingeinheiten ein. Damit lassen sich nach Überzeugung der Berliner die für THX erforderlichen Pegel und Klangeigenschaften einfacher erreichen. Die Frontboxen und der Center, alle vom Typ S800 FCR, verwenden zwei solcher Flachmembranen mit 13 Zentimetern Durchmesser als Tieftöner und ein Acht-Zentimeter-Chassis als Mitteltöner. THX Ultra 2 mit nur einem Mitteltöner pro Box? Das gab es noch nie, denn eine weitere strenge THX-Anforderung ist eine kontrollierte und gleichförmige Abstrahlung. Deshalb hatten alle Ultra 2-Boxen, die uns bisher unterkamen, zwei Mitteltöner, die einen oder gar zwei Hochtöner in die Mitte nahmen. Nur so ließ sich der Schall im mittleren Frequenzbereich genügend richten, um die THX-Norm einzuhalten.
Es geht aber offensichtlich auch anders, wie Teufel beweist. Denn hier sitzen nur besagter Mitteltöner und eine 25-Millimeter-Hochtonkalotte zwischen den beiden Basschassis. Entscheidend für die gewünschte Abstrahlung dürfte der Abstand zwischen den Chassis sein, denn die beiden Treiber befinden sich erheblich weiter voneinander entfernt als normalerweise üblich.

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Am Subwoofer finden sich Cinch- und Lautsprecher-
Anschlüsse sowie der Regler
 für die Trennfrequenz. Die weiteren Bedienelemente legte
Teufel auf die Fernbedienung.

Auch die beiden Mitteltöner der Surroundboxen S800 D besitzen Flachmembranen, hier mit zehn Zentimetern Durchmesser. Sie sitzen zusammen mit den 25-Millimeter-Hochtönern auf den Schmalseiten der Gehäuse. Die Surrounds sind als Dipole aufgebaut und auf Wandmontage ausgelegt; Distanzstücke bewahren den 13-Zentimeter-Tieftöner auf der Rückseite vor dem direkten Wandkontakt.
Das eigentliche Meisterstück liefert Teufel mit dem Subwoofer ab. Absolut betrachtet wirkt er zwar recht voluminös, doch in Anbetracht der Tatsache, dass er die THX Ultra 2-Norm in Sachen Tiefgang und Pegel einhält, halten sich seine Maße in Grenzen. Das im Downfire-Prinzip eingebaute Chassis fällt mit 30 Zentimetern Durchmesser denn auch nicht üppig aus. Immerhin versprechen die 600 Watt Verstärkerleistung eine ganze Menge Pegel und Tiefbass-Vergnügen.

Zusatzinfo: Dipol-Lautsprecher

Nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist der Sinn eines Dipol-Lautsprechers fürs Heimkino. Mit seiner Hilfe soll der typische Lautsprecher-Aufbau im Kino nachgeahmt werden, bei dem eine ganze Reihe von Boxen neben und hinter den Zuschauern die Surroundkanäle wiedergibt. Das ist zu Hause natürlich nicht praktikabel. Also behilft man sich mit einem Kniff: Die zuständigen Boxen strahlen nicht in den Raum, sondern nach vorn und nach hinten gleichzeitig ab. So wird der Schall aus vielen Richtungen von den Wänden reflektiert, was die Kino-Verhältnisse nachahmt. Verbessern lässt sich der Effekt, wenn Vorder- und Rückseite der Boxen phasengedreht arbeiten, denn dann wird zur Seite, also zum Zuhörer hin, gar kein Schall abgestrahlt. Damit trotzdem tiefe Frequenzen hörbar werden, setzt Teufel – wie viele andere Hersteller auch – zusätzlich einen Tieftöner ins Gehäuse. 

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Dipol-Lautsprecher
setzen auf die Reflexion der Wände.

Tonqualität Surround

Dieses Versprechen löst der Subwoofer in unserem Messlabor ein: Bei 27 Hertz unterer Grenzfrequenz und einem Maximalpegel von 106 Dezibel darf man eine ordentliche Zwerchfellmassage erwarten. Front und Center zeigen einen sehr ordentlichen Frequenzgang, der nur im Mitteltonbereich ein wenig wellig wirkt. Dass die Surroundboxen kein Ausbund an Linearität sind, ist für Dipol-Lautsprecher normal und kein Grund zur Besorgnis.
Beim ersten Hörtest ohne Frontabdeckungen spielt das Set aber zu aggressiv. Erst mit aufgesetzten Stoffgittern klingt es präsent, dynamisch und mit präziser Räumlichkeit. Richtig mitreißend ertönt so die Szene im Abschleppwagen aus "Terminator – Die Erlösung" (DTS-HD Master Audio): Das Abschleppstahlseil zischt sirrend über die Köpfe hinweg, und die futurstischen Motorräder krachen schwungvoll in die Autos. Wenn der dicke Harvester-Robot über den drei Flüchtlingen dröhnt, um sie auf der Brücke zu stoppen, flattern die Hosenbeine, und das Sofa bebt. Das ist Heimkino-Spaß vom Feinsten, zumal die Dialoge der englischen Tonspur bei all dem Krach prima verständlich bleiben.

Teufel System 8 THX Ultra 2 - 5.1-Boxenset für 3.550 €

Vorbildlich ist das Rundstrahlverhalten des Centers von Teufel.
Auch für weit seitliche Sitzplätze ist so perfekte Sprachverständlichkeit garantiert.

Beim Toto-Konzert "Falling in Between" beeindrucken die Teufels ebenfalls durch dynamisches Spiel und setzen die kalifornischen Virtuosen wunderbar in Szene. Steve Lukather und seine Mitspieler performen auf den Punkt und mit hoher Akribie. Der letzte Funke allerdings mag  nicht überspringen, denn insgesamt klingt das Set bei Musik etwas angestrengt und nicht luftig genug. Auch bei reduzierter Lautstärke bleibt dieser Eindruck bestehen, eine gewisse Lässigkeit fehlt weiterhin.
Dafür gibt sich die Teufel-Kombi überaus pegelfest. Selbst bei sehr weit aufgedrehter Lautstärke unserer AV-Receiver-Referenz, Pioneers SC-LX 90 (Susano) lässt sich im Bass kein Aufweichen und im Mittel-Hochtonbereich keine Kompression bemerken, von Verzerrungen findet sich keine Spur. So muss das sein bei einem Set mit THX Ultra 2-Zertifikat, das auch unseren 40 Quadratmeter großen und akkustisch optimierten Hörraum mehr als ausreichend beschallt.

Teufel System 8 THX Ultra 2 - 5.1-Boxenset für 3.550 €
Das passt perfekt ins moderne Wohnzimmer: Saubere Hochglanz-
Lackierung und kompakte Abmessungen kennzeichnen
das neue System 8 von Teufel.

Tonqualität Stereo

Nicht unbedingt die stärkste Seite des Teufel-Sets – aber dafür ist es auch nicht konstruiert – ist der Stereo-Betrieb, wo sein etwas burschikoser Ton beispielsweise "Jazz at the Pawnshop" leicht kantig und nicht besonders fein aufgelöst wirken lässt. Auch Frauenstimmen wie die von Thérèse Juel mit "Tiden Bara Gar" ertönen etwas zu nasal und leicht belegt. An der Präzision im Bass und der fein gestaffelten, sauber zu ortenden Raumabbildung gibt es dagegen wieder nichts zu kritisieren.

Zusatzinfo: Mit oder ohne Frontbespannung?

Viele Heimkino-Fans wollen ihre Lautsprecher nicht nur hören, sondern auch die Chassis in aller Pracht bewundern. Deshalb nehmen sie häufig beim Aufstellen als Erstes die Frontbespannung ab. Ob sie ihren Ohren aber damit einen Gefallen tun, ist fraglich, wie auch dieser Test wieder beweist. Zwar ergeben sich in unseren Messungen mit und ohne Bespannung kaum Unterschiede, doch im Hörtest sieht die Sache anders aus: Mit Bespannung tönen die Teufelboxen ausgewogener, weshalb man sie im Interesse des guten Klangs lieber an Ort und Stelle lassen sollte.

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Nicht immer nachweisbar: An dieser Box, die nicht zum Teufel-Set gehört,
fanden wir messtechnische Unterschiede mit (braun) und ohne
Frontbespannung (rot). Bei den Teufels sind die Unterschiede nur hörbar,
jedoch nicht messbar.

 

Fazit

Mit dem System 8 Ultra 2 präsentiert Teufel ein kompaktes und schickes Heimkino-Lautsprecherset reinsten Wassers. Musik beherrscht es durchaus – aber Filmton kann es noch besser.   (mino)

Teufel System 8 THX Ultra 2 - 5.1-Boxenset für 3.550 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Teufel System 8 THX Ultra 2 - 5.1-Boxenset für 3.550 €

 

 

Der Testbericht Teufel System 8 THX Ultra 2 (Gesamtwertung: 83, Preis/UVP: 3550 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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