Jamo C 80 Sub (Test)

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Jamo C 80 Sub – Subwoofer für 1.400 Euro

Jamo C 80 Sub kleinWie man sich täuschen kann: Der Subwoofer von Jamo sieht ganz harmlos aus – und lässt doch die Wände wackeln.

1968 gründete der Schreiner Preben Jacobsen mit seinem Schwager Julius Mortensen die Boxenschmiede Jamo. Die Dänen achten von jeher auf gute Verarbeitung und elegante Formen – wie der C 80 Sub der Concert-Serie einmal mehr zeigt.

Technik

Im kompakten, schön geschwungenen Gehäuse des Subwoofers sitzen zwei 25,4 Zentimeter große Langhub-Tieftöner. Den Wirkungsgrad von Bassreflex-Systemen erreichen sie zwar nicht, steigen aber tiefer in den Frequenzkeller und klingen selbst im subsonischen Bereich sauber und unverzerrt. Um Gehäuseresonanzen zu unterdrücken, baut Jamo die Alu-Membranen einander gegenüber ein.

Jamo C 80 Sub Anschlussterminal
Versteckt: Die Aktivelektronik und das Anschlussterminal sind auf der Unterseite des Subwoofers platziert.

Für den Antrieb sorgt eine Aktiv-Elektronik mit 1.800 Watt. Die Verstärkertechnologie "Bridged Amplifier Switched Hybrid" steuert dabei die Transistoren mit einer signalabhängigen Versorgungsspannung und kombiniert die klanglichen Vorzüge analoger Verstärker mit der Effizienz digitaler Endstufentechnik. Deshalb genügen kompakte Maße für Elektronik und Kühlkörper. Dank intelligenter Bewegungsrückkopplung wird der Tiefgang bis 20 Hertz entzerrrt, dazu die Impulswiedergabe der Tieftöner permanent überprüft und nachgeregelt. Da der extreme Tiefgang des Jamo bei wandnaher Aufstellung zu viel Tiefbass produzieren kann, senkt ihn eine einstellbare "Boundary Gain Compensation" um bis zu zehn Dezibel.



Flexibel: Der Tiefbass lässt sich absenken – praktisch vor allem, wenn der
Jamo nah an der Wand steht, denn dort würde der Bass sonst zu laut und könnte dröhnen.

 

Tonqualität

Schon das Einpegeln mit Bassrauschen aus dem Onkyo SN-TX 806 verursacht wohlige Schauer: Beim C 80 Sub erinnert das tieffrequente Rauschsignal an einen großen Heizölkessel mit offener Tür. Tiefste Bassimpulse unterfüttern das Rumpelsignal hörbar und lassen die Nadel eines guten analogen Schallpegelmikrofons tanzen. Die Messung bescheinigt dem Jamo eine Grenzfrequenz von 20 bis 17 Hertz, selbst darunter überträgt er spürbare subsonische Bassenergie – unglaublich für einen Subwoofer von nicht mal 45 Zentimetern Höhe!
Beim Liveact von Nine Inch Nails auf der Blu-ray "The Sound of High Definition" in Dolby
TrueHD wackeln regelrecht die Wände. Zum satten Tiefbassteppich gesellen sich wuchtige Drums und der treibende Rhythmus des Schlagzeugs. Der Jamo meistert abgründig vollen Tiefbass ebenso gut wie knochentrockenen Kickbass und entfaltet eine ungeheure Dynamik und starke Klangfarben. Auch der gezupfte Kontrabass beim "Jazz Ensemble" mit Ramsey Lewis erklingt druckvoll, dabei aber fein schwingend.

Jamo C 80 Sub rückseite

Im kompakten, geschwungenen Gehäuse sitzen zweo 25,4 Zentimeter große Langhub-Tieftöner. 

Nur bei Explosionen mit Schallanteilen unterhalb von 20 Hertz stößt der Jamo an seine Grenzen. Das liegt unter anderem am Fehlen eines steilen Subsonicfilters, das diese Bereiche komplett abregeln könnte. Abhilfe schafft die variabel regelbare Wandkompensation: Stellt man den Regler auf Linksanschlag, werden tiefste Bässe um bis zu zehn Dezibel reduziert. Das steigert die Pegelfestigkeit in großen Heimkinos, wenn aktuelle Soundtracks auf Blu-ray enorme Tiefbässe  abverlangen. Bei der Vorführung der Waffensysteme in "Iron Man" jagen selbst mit reduziertem Tiefbass noch erschreckend heftige Druckwellen durch den Hörraum und lassen die Hosenbeine der Zuhörer flattern.

Fazit

Ein echtes Highlight: Der Jamo C 80 Sub ist relativ klein, spielt aber abgründig tief und selbst bei hohen Pegeln sauber und klirrfrei. Dazu bietet er fein justierbare Tiefbassregler und stößt sogar in subsonische Bereiche vor. In wirklich großen Räumen sollte man aber zwei aufstellen.

Jamo C 80 Sub

 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Jamo C 80 Sub

Jamo C 80 Sub

 

 

Der Testbericht Jamo C 80 Sub (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 1400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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