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    Projektoren

    Xgimi Horizon 20 Max (Test)

    17. August 20265 Minuten Lesezeit

    Mit dem flüsterleisen Horizon 20 Max will Xgimi in eine neue Ära der Bildqualität starten. Ob das ambitionierte Vorhaben gelingt, offenbart dieser Test.

    Für stolze 3.000 Euro liefert das chinesische Unternehmen Xgimi einen kompakten Beamer in Würfeloptik mit verbautem Gimbal, der 5,4 Kilogramm auf die Waage bringt. Mit einer Stellfläche von 29,8 x 19 Zentimeter passt er auf jeden Tisch und ist überdies für den mobilen Einsatz wie geschaffen. Zum Lieferumfang gehört ein grauer Transportkoffer, der den Bildwerfer samt Fernbedienung und Kabel aufnimmt. Die Leistungsaufnahme ist mit von uns gemessenen 195 Watt lobenswert niedrig für einen Beamer, der mit 5.700 Lumen beworben wird.

    Ausstattung und Technik
    Der XGIMI Horizon 20 Max besitzt den 0,47 Zoll großen Full-HD-Chip von Texas Instruments. Dieser kann 4K-Signale via XPR-Shift projizieren. Das Herzstück ist der RGB-Triple-Laser mit Speckle-Reduktion. Eine Angabe über die Lebensdauer macht der Hersteller nicht, sie dürfte aber bei rund 20.000 Stunden liegen, bis sich die Lichtausbeute halbiert. Die HDR-Formate Dolby Vision und HDR10+ werden unterstützt, zudem wertet ein dynamisches Tone-Mapping die statischen Varianten HDR10 und HLG auf. Darüber hinaus ist der Beamer für IMAX-Enhanced zertifiziert und es gibt den „Filmmaker-Modus“. Das Betriebssystem Google TV bietet die komplette Auswahl an Apps und Streamingdiensten. Ein Sechs-Achsen-Colormanagement-System für den Farbraum ist ebenso vorhanden wie ein 2-Punkte- und 11-Punkte-Weißabgleich für die Korrektur von Weißpunkt, Graustufenverlauf und Gamma. Alle 3D-Formate werden unterstützt (siehe Kasten). Eine Zwischenbildberechnung namens „MEMC“ funktioniert vortrefflich für HDR und SDR, aber nicht für 3D-Signale.

    Mit der silber-schwarzen Fernbedienung gelingt die Navigation im dunklen Heimkino komfortabel, weil fast alle Tasten illuminiert sind. Lediglich die Direktwahltasten für YouTube, Netflix, Prime Video und Shortcut sind nicht hintergrundbeleuchtet.

    Das rückseitige Anschlussfeld ist übersichtlich gestaltet. Zwei HDMI-Schnittstellen, zwei USB-Ports, Audioausgang, SPDIF und ein Power-Knopf finden sich hier.
    3D in voller Auflösung
    Während unseres Tests stellten wir fest, dass der Horizon 20 Max die vertikale Auflösung halbiert – und zwar für alle zugespielten Bildsignale inklusive 3D. Unsere Makroaufnahmen von Testbildern bestätigen das. Die Ursache dafür ist im On-Screen-Menü zu finden und heißt: „Projector Super Frame“. Ist das Feature eingeschaltet, wird XPR-Shift deaktiviert, um 1080p-Wiedergabe bis zu 240 Hz zu ermöglichen. Allerdings kommt es zu besagter Halbierung der Bildzeilen. Dem begegnen wir, indem wir die Funktion ausschalten. Jetzt werden alle Inhalte in SDR, HDR und 3D mit voller Auflösung reproduziert. Die 3D-Brillen synchronisieren sich via Rotblitz mit dem Projektor. Die Gläser schlucken das Rot zuverlässig, so dass sich farbneutrale und helle 3D-Bilder ergeben.

    „Projector Super Frame“ muss deaktiviert sein, damit 3D-Blu-ray-Filme mit voller Auflösung projiziert werden.

    Das ordentlich klingende Soundsystem von Harman/Kardon mit 2 x 12 Watt, ein Autofokus und ein Gaming-Modus mit VRR sowie einer Verzögerungszeit von 1 Millisekunde (1080p@240Hz) komplettieren das Ausstattungspaket und machen den Beamer auch für Zocker attraktiv.

    Installation und Bedienung
    Aufstellung und Bildausrichtung gehen leicht von der Hand, weil der Xgimi Horizon 20 Max die Schärfe selbstständig auf der Leinwand einstellt. Dank des motorischen 1,6-fachen Zoomobjektivs wird eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Entfernung von 3 bis 3,75 Meter vollständig ausgeleuchtet. Ein optisches Lens-Shift ermöglicht, dass das Bild vertikal (+/- 120 Prozent) und horizontal (+/- 45 Prozent) elektrisch verschoben werden kann. Das erhöht die Aufstellungsflexibilität, weil der Beamer leicht außermittig unterhalb oder oberhalb der Leinwand platziert werden kann.

    Die Installation der Smartfunktionen erfolgt in Sekundenschnelle per QR-Code und Smartphone. Beim Horizon S Max (Test in Ausgabe 5-2025) kritisierten wir noch, dass beim Signalwechsel die Farbräume nicht mit umgeschaltet werden. Dieses Manko wurde beim Xgimi Horizon 20 Max behoben. Wechseln wir von einer SDR-Serie zu einem HDR-Spielfilm und zurück, schaltet der Proband zuverlässig in den korrekten Farbraum.

    Google TV bietet alle wichtigen Streaming-Apps wie Disney+, Netflix, YouTube und Prime Video, die sich in der Leiste ganz leicht neu anordnen lassen.
    Die Makroaufnahme belegt, dass mit den korrekten Einstellungen der Schriftzug Stadtrundfahrt, das Hamburg-Wappen und die Barke vollständig aufgelöst sind.

    Licht und Farbe
    Die beworbene Maximalhelligkeit von 5.700 Lumen übertrifft unser Testgerät um 31 Lumen im Bildmodus „Hohe Leistung“ – allerdings mit einem Grünstich und einem heftigen Betriebsgeräusch von 40 Dezibel. Im „Film“-Modus ist unser Testgerät mit 22 Dezibel hingegen kaum hörbar und erreicht kalibriert noch immer satte 3.220 Lumen. Das reicht aus für Bildbreiten bis 5,80 Meter (SDR) und 4,10 Meter (HDR). Der statische Kontrast beträgt 1.810:1 (On/Off), 1.796:1 (Inbild) und 420:1 (ANSI), was in dieser Preisklasse exzellente Werte sind. Dynamisch lässt sich der Kontrast von 13.600:1 bis 630.000:1 steigern. Weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund leidet dann jedoch unter einem starken Rot/Magentafarbstich, und es entstehen Schleierwolken um Buchstaben, die ohne dynamische Helligkeitsregelung nicht vorhanden sind. Daher raten wir von der Nutzung der „Dynamischen Schwarzwertverbesserung“ ab. Die Farbräume Rec.709 (100 Prozent) und Rec.2020 (99 Prozent) werden exzellent abgedeckt. Erstrebenswert wäre ein besserer Schwarzwert, da dieser mit 1,79 Lumen eher nach Grau aussieht – vor allem in komplett abgedunkelter Umgebung. Demgegenüber finden wir die gleichmäßige Ausleuchtung mit 97 Prozent herausragend, weil die Helligkeitsabnahme zu den Seiten unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt.

    Bildqualität
    Sämtliche Bildsignale werden originalgetreu mit 24, 50, 60 Hz projiziert. Mit der Zwischenbildkompensation auf „Niedrig“ lässt sich die Bewegungsschärfe weiter steigern, ohne dass es zum Seifenoper-Effekt kommt. Leichtes Laserspeckle und der DLP-Regenbogeneffekt sind sichtbar. Zudem ist ein leichter Grauschleier in Nachtaufnahmen zu konstatieren, der sich aber lichtet, sobald helle Elemente im Bild erscheinen. „Top Gun: Maverick“ in Dolby Vision begeistert mit satten Farben, hoher Helligkeit und knackiger Schärfe bis zum Rand. Dem steht „Sully“ in HDR10 mit dynamischem Tone-Mapping nicht nach. Im Quellmaterial vorhandene Bildsignale werden demzufolge von 0 bis 6.000 Nits reproduziert.

    Der Testbericht Xgimi Horizon 20 Max (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 3.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2026 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • XGIMI HORIZON 20 MAX (audiovision 2-2026)In den Warenkorb

      XGIMI HORIZON 20 MAX (audiovision 2-2026)

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    AV-Fazit

    87 Sehr gut

    Der komfortabel zu bedienende und toll ausgestattete Xgimi Horizon 20 Max punktet mit hoher Lichtausbeute, prächtigen Farben und einer exzellenten Bewegungsschärfe; einzig beim Schwarzwert gibt es Luft nach oben.

    Michael B. Rehders

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