Mit dem auch als Bravia 3 bekannten K-65S3 bietet Sony einen preiswerten Einsteiger-Fernseher an, der in sechs Größen von 43 bis 85 Zoll verfügbar ist und damit im Schlafzimmer wie im voluminösen Heimkino einziehen kann. Der Flachmann verzichtet auf Mini-LEDs (diese kommen erst ab dem Bravia 5 zum Einsatz) und vertraut stattdessen auf eine direkte LED-Beleuchtung. Der 65-Zöller hat eigentlich eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.250 Euro, aber zum Testzeitpunkt bot Sony ihn auf seiner eigenen Homepage für gerade mal 850 Euro an.
Der Bravia 3 verfügt über das bei Sony bekannte flexible Fußkonzept. So lassen sich die beiden dunklen Kunststoff-Füße weiter außen oder weiter innen montieren. Je nach gewählter Version muss der TV-Tisch rund 118 bzw. 45 Zentimeter breit sein. Der Rahmen besteht ebenfalls aus Kunststoff. Mit einer Tiefe von 7,2 Zentimeter ist der K-65S3 alles andere als ein flacher Fernseher. Möchte man den 22 Kilo schweren Apparat an der Wand befestigen, so profitiert man von der unterstützten VESA-Norm 300 x 300 Millimeter.





Ausstattung und Praxis
Dass der Bravia 3 bei den Features nicht ganz mit den höherpreisigeren Sony-Fernsehern konkurrieren kann, zeigt bereits der erste Blick in die Ausstattungstabelle. Das Display beherrscht nur eine Bildschirmwiederholrate von 50 Hertz. Folglich unterstützt keine der vier HDMI-Buchsen die 4K-Wiedergabe mit 120 Hertz, auch die variable Bildwiederholrate (VRR) fehlt. Der automatische Low-Latency-Modus (ALLM) ist hingegen an Bord. Auf eine Kopfhörerbuchse muss man verzichten, zwei USB-Ports nehmen Kontakt zu Speichersticks mit Fotos und Videos auf.
Die TV-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 sind als Single-Varianten ausgelegt. Damit kann man während TV-Aufnahmen auf USB-Festplatte nicht flexibel umschalten. Als Prozessor werkelt im Bravia 3 der 4K HDR Prozessor X1. Das ist nicht das schnellste Triebwerk der Japaner, das Bedientempo ist trotzdem ordentlich. Zur Rauschunterdrückung und zum Hervorheben von Details setzt der 65-Zöller erweiterte Algorithmen ein. Außerdem vergleicht der K-65S3 Muster in Bildern mit in einer Datenbank gespeicherten Vorlagen, um den bestmöglichen Farbton, die optimale Sättigung und Helligkeit für jedes einzelne Pixel zu finden.
Der Bravia 3 läuft auf der Basis von Android 12, als Oberfläche vertraut der Fernseher auf Google TV. Das App-Angebot fällt hier traditionell üppig aus, an Bord findet man unter anderem Disney+, Joyn, Netflix, Amazon Prime Video, HD+ und Sony Pictures Core, Paramount+ und Zattoo (siehe auch App-Vergleich auf Seite 46). Durch das Anlegen individueller Benutzerkonten unter Google TV profitieren unterschiedliche Familienmitglieder von persönlichen Programmvorschlägen. Die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet und intuitiv bedienbar. Die Steuerung gelingt bei Bedarf per Google Assistant. So kann man per Sprachbefehl im smarten Zuhause die Zimmertemperatur regeln und das Licht einschalten. Über externe Alexa-fähige Geräte wie kompakte Lautsprecher kann man den Flachmann ebenso aktivieren, Kanäle wechseln oder die Lautstärke anpassen.
Ausgeliefert wird der Sony mit zwei Fernbedienungen – einer einfachen mit Zifferntasten und einem moderner wirkenden Signalgeber, der Direktwahltasten für beliebte Streaming-Dienste bereitstellt. Zur kabellosen Signalübertragung unterstützt der Japaner Chromecast und Apple AirPlay 2. Siri gestattet ebenfalls die Steuerung per Stimme. Seit kurzem ist auf Sony-TVs die App Apple Fitness+ verfügbar. Über sie kann man Daten wie Timer und Trainingsanleitungen auf dem Bildschirm sehen. Besitzer einer Apple Watch können zudem Herzfrequenz und verbrauchte Kalorien auf dem Panel kontrollieren.



Bild- und Tonqualität
Wir starten unseren Bildcheck mit einer UHD-Dokumentation über Singapur im „Standard“-Modus. Farben reproduziert der Sony natürlich, Farbübergänge gelingen dabei stufenlos und harmonisch. Die Schärfe ist gut, ohne dass sie einen vom Hocker haut. Im „Brillant“-Setting packt der Bravia 3 noch ein bisschen was drauf, allerdings leidet jetzt die Farbnatürlichkeit. Wir verraten nichts Neues, wenn wir den „Kino“-Modus empfehlen. Der ist brav, geht farblich keine Experimente ein, verspricht dafür jedoch den authentischsten Look. Für unseren Geschmack sehen die Aufnahmen mitunter zu langweilig aus, etwas mehr farbliche Brillanz darf es gerne sein. Die Entspiegelung des Displays geht in Ordnung, die seitliche Blickwinkelstabilität kann mit der eines OLEDs freilich nicht mithalten, ist für einen LCD-Flachmann dieser Preisklasse aber durchaus gelungen. Bei der Bewegungsschärfe kommt der Japaner nicht an teurere Geräte mit 100-Hertz-Display ran. Experimentiert man in den Bewegungseinstellungen jedoch ein wenig mit „Glätte“ und „Klarheit“, gelingen auch auf dem 50-Hertz-Panel geschmeidige Kamerafahrten.
Egal, wie man an den Einstellungen schraubt: Von richtigem Schwarz ist der K-65S3 ein sichtbares Stück entfernt. Selbst bei frontaler Draufsicht ist der Bildschirm an den Seiten fleckig und zum Teil stark hinterleuchtet. Bei seitlicher Betrachtung hellt das Grau weiter auf. Cinemascope-Balken verschmelzen im Dunkeln nicht mit der Umgebung.
Im „Brillant“-Modus messen wir im 10-Prozent-Weißfeld lediglich 360 Candela, genauso wie im „Kino“-Setting. Hier bringt es der 65-Zöller im 50- und 100-Prozent-Weißfeld jeweils auf 407 Candela. Das „Standard“-Setting schafft in Spitzlichtern 405 Candela. Mit einem Wert von 1.430:1 fällt der ANSI-Kontrast ordentlich aus. Der Bravia 3 unterstützt die HDR-Formate HLG, HDR10 und Dolby Vision, aber kein HDR10+. Für hohe Dynamik und Brillanz ist seine maximale Leuchtkraft allerdings zu gering.
Das Soundsystem leistet 20 Watt und unterstützt Dolby Atmos. Die spezielle Form der so genannten X-Balanced-Speaker soll Verzerrungen reduzieren. Stimmen sind klar, die virtuelle Surround-Sound-Funktion steigert die Plastizität signifikant, dadurch geht die Klarheit aber spürbar verloren. Die Spielfreude ist insgesamt gut, das Bassfundament fällt solide aus.


Der Testbericht Sony K-65S3 (Bravia 3) (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 1.250 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2026 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Als preiswerter TV-Einsteiger schlägt sich der K-65S3 bzw. Bravia 3 mit natürlichen Farben und guter Bedienung wacker. Für anspruchsvolle Home-Cineasten liefert er aber ein zu dürftiges Schwarz und eine zu geringe Panel-Helligkeit.
Jochen Wieloch

