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    Projektoren

    ViewSonic X2-4KE Pro (Test)

    8. März 20266 Minuten Lesezeit

    Der neue X2-4KE Pro kommt intelligenter als sein Vorgänger X2-4K daher. Welche weiteren Vorteile Viewsonics neuester Beamer-Streich besitzt, klärt unser Test.

    Dank integriertem Google TV verfügt der 1.600 Euro teure X2-4KE Pro nicht nur über den Funktionsumfang eines Fernsehers, via Sprachsteuerung können beliebig viele Apps und Streamingdienste aus dem Play-Store hinzugefügt werden. Seine Gaming-Tauglichkeit zeigt das Gerät bereits am X-Box-Design mit den typischen grünen Elementen am Rand. Die Standfläche beträgt 35,5 x 25,1 Zentimeter bei einem Gewicht von 3,6 Kilogramm, die Leistungsaufnahme von 161 Watt ist ebenfalls gering. Für den Transport kann eine Transporttasche (PJ-CASE-009) für 50 Euro erworben werden.

    Ausstattung und Technik
    Der ViewSonic X2-4KE Pro ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor mit einem 0,65 Zoll großen Full-HD-Chip, der via XPR-Shift bis zu 3.840 x 2.160 Pixel projizieren kann. Als Lichtquelle wird auf RGBR-LEDs gesetzt, die maximal 3.300 LED-Lumen liefern sollen (siehe Kasten). Die Lebensdauer beziffert der Hersteller mit sagenhaften 60.000 Stunden.

    Ein statisches Tone-Mapping ist für die HDR-Formate HDR10 und HLG zuständig, eine Unterstützung für Dolby Vision und HDR10+ gibt es hingegen nicht. Auf eine Zwischenbildberechnung muss ebenfalls verzichtet werden.

    Riesige Bilder in kleinen Räumen ermöglicht das 1,2-fache Zoomobjektiv mit Weitwinkelcharakter. Eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand kann bereits aus einer Entfernung von 1,73 bis 2,01 Meter komplett ausgeleuchtet werden. 3D-Filme werden via Grün-Blitz mit einer 3D-Brille synchronisiert. Wi-Fi und USB-C bieten eine flexible Konnektivität. Streaming vom Smartphone ist auf Knopfdruck ebenso möglich wie Bluetooth-Kopfhörer zur Unterhaltung anzubinden.

    Zum ViewSonic X2-4KE PRO gehört eine handliche Fernbedienung, deren Tastatur illuminiert ist, so dass die Navigation in dunkler Umgebung exzellent funktioniert. Direktwahltasten für die HDMI/USBC-Eingänge, Bildmenü, Smartfunktionen, Lautstärke und Sprachsteuerung sind vorhanden.

    Alle Schnittstellen befinden sich auf der Rückseite des X2-4KE PRO. Von den zwei HDMI-Anschlüssen unterstützt einer eARC, um den Ton zum AV-Receiver zu übertragen. Während der USB-Anschluss nur für Service-Dienste gedacht ist, können via USB-C Signale vom Smartphone oder PC übertragen werden. Audio Out ist für den Anschluss eines Kopfhörers vorgesehen und RS232 kann zur Steuerung des Projektors verwendet werden.
    ANSI- oder LED-Lumen?
    Viewsonic macht für seinen X2-4KE Pro zwei Helligkeitsangaben: 2.500 ANSI-Lumen und 3.300 LED-Lumen. Während bei ANSI genau definiert ist, wie die Lichtausbeute gemessen wird, existiert für LED-Lumen kein solcher Standard. Eine Marketingangabe ist die LED-Lumen-Angabe aber nicht, weil diesem Wert wissenschaftliche Untersuchungen zugrunde liegen. An dieser Stelle kommt der Helmholtz-Kohlrausch-Effekt ins Spiel. Er beschreibt, dass das menschliche Auge für bestimmte Wellenlängen des Lichts empfindlicher ist. Dazu gehören schmalbandige Laser- und LED-Farbspektren. Im Vergleich zum breitbandigen Lichtspektrum einer UHP-Lampe nimmt der Betrachter bei identischer Lichtausbeute die Farben von einem RGB-LED-Projektor als heller wahr.

    Während Schwarz und Weiß bei gleicher Luminanz unverändert bleiben, erscheinen die gesättigteren Farben im CIE-Diagramm heller (Helmholtz- Kohlrausch-Effekt).

    Ein Soundsystem von Harman/Kardon mit 2 x 6 Watt liefert überraschend guten Stereo-Ton auf dem Niveau günstiger TV-Lautsprecher. Eine Warping-Funktion zur Anpassung des Bildes an Panoramaleinwände, Auto-Keystone, X-Box-Support bis 1.440p mit 120 Hz oder 1080p/240Hz mit 4,2 Millisekunden Input Lag, Sleep-Timer, Auto-Keystone und Dynamic Black zur Kontraststeigerung komplettieren das Ausstattungspaket.

    Installation und Bedienung
    Auf verstellbare Füße muss verzichtet werden, stattdessen ist eine in zwei Stufen ausklappbare „Mittelleiste“ verbaut, um den Projektor vorne anzuheben. Dank des Offsets kann der X2-4KE Pro auf Höhe der Leinwandunterkante oder über Kopf unter der Zimmerdecke installiert werden. Die passende Halterung (PJ-WMK-007) kostet rund 80 Euro. Bildgröße und Fokus lassen sich bequem oberhalb des Objektivs einstellen. Die Regler dafür befinden sich unter einer glänzenden Schiebeklappe.

    Für die Einrichtung benötigen wir rund 30 Minuten. In dieser Zeit werden alle Updates für Projektor und Google TV durchgeführt sowie die ausgewählten Streamingdienste installiert. Ist dieses Prozedere abgeschlossen, geht alles flott von der Hand. Die Navigation durch das On Screen-Display gelingt zügig, weil auf der beleuchteten Fernbedienung alle Tasten bestens in dunkler Umgebung zu sehen sind. Einmal eingestellt, schaltet der Proband selbstständig in die zuvor genutzten Bildmodi. Das Hochfahren dauert gerade mal 5 Sekunden, bis das Viewsonic-Logo erscheint. Das Herunterfahren geht noch schneller: In 3 Sekunden befindet sich der Beamer im Standby.

    Google TV bietet alle Streamingdienste, die wir von unserem Fernseher kennen. Die Apps können in der Leiste beliebig verschoben werden.
    Unter „Farbverwaltung“ haben wir die Sättigung von Grün auf 125 erhöht, um den Farbeindruck in HDR-Filmen zu verbessern.

    Licht und Farbe
    Im Modus „Max. Helligkeit“ ermitteln wir 2.310 Lumen, erwartungsgemäß mit zu hohem Grünanteil bei rund 7.700 Kelvin. Für präzise Farben nutzen wir den Farbmodus „Film“. Hier bedarf es nur geringer Anpassungen, um mit 6.500 Kelvin die kalibrierte Maximalhelligkeit von 1.225 Lumen zu erzielen. HDR ist mit 1.250 Lumen nur geringfügig heller. Die Lichtausbeute reicht aus für Bildbreiten bis 3,60 Meter (HDTV) und 2,50 Meter (HDR). Der statische Kontrast ist mit 1.700:1 (On/Off), 1.680:1 (In-Bild) und 230:1 (ANSI) auf gutem Niveau in dieser Preisklasse. Dynamisch lässt sich der On-Off-Kontrast auf 3.500:1 steigern. Der Schwarzwert beträgt demzufolge 0,36 Lumen (dynamisch) und 0,74:1 (statisch), was zu leicht aufgehellten dunklen Szenen führt.

    Der Rec.709-Farbraum wird mit 99 Prozent sehr gut abgedeckt, während DCI-P3 mit 86 Prozent noch ausreichend ist. Die nur mittelprächtige Ausleuchtung von 85 Prozent ist dem extremen Weitwinkelobjektiv zuzuschreiben. Dieses sorgt für leichte Abschattungen an den Rändern.

    Bildqualität
    Spielfilme und Sportübertragungen stellt der Proband mit originalgetreuen 24, 50, 60 Hz dar. Demzufolge vermissen wir die fehlende Zwischenbildberechnung nicht. Das Bild ist bis in die Ecken scharf. Die HDTV-Farben sind durchweg natürlich. HDR-Signale werden von 0 bis 1.000 Nits reproduziert. Informationen darüber werden nicht mehr dargestellt, weil sich diese oberhalb des Schwellenwertes befinden. In „Sully“ kommt es daher zu gelegentlichem Clippen, weil manche Szenen mit über 4.000 Nits gemastert wurden. Demgegenüber sorgt das statische Tone-Mapping in „Elvis“ und „West Side Story“ für ein helles Bild, in dem alle Inhalte projiziert werden, die sich auf dem Quellmaterial befinden. In „Elvis“ überzeugen Blau und Rot vollauf, Grün haben wir allerdings schon kräftiger gesehen. Nach Erhöhung der Sättigung sieht die Leuchtreklame unter dem Handy-Club hingegen wie gewohnt aus.

    Der Testbericht ViewSonic X2-4KE Pro (Gesamtwertung: 73, Preis/UVP: 1.600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • VIEWSONIC X2-4KE PRO (audiovision 5-2025)In den Warenkorb

      VIEWSONIC X2-4KE PRO (audiovision 5-2025)

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    AV-Fazit

    73 Gut

    Mit dem X2-4KE PRO hat Viewsonic einen smarten 4K-HDR-Projektor herausgebracht, der in kleinen Räumen knackscharfe XXL-Bilder mit natürlichen Farben darstellt. Beim Schwarzwert und Kontrast muss man hingegen Kompromisse eingehen.

    Michael B. Rehders

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