Toshiba 47 XL 975 – 3D-LED-TV für 1.400 Euro
Beim Toshiba handelt es sich mit 1.400 Euro um den günstigsten Testteilnehmer. Er lockt mit optimiertem Stromverbrauch, acht beigelegten Polfilter-Brillen und coolen Extras wie Intel-WiDi.
Ausstattung und Bedienung
Per Intel-WiDi lässt sich der Bildschirminhalt eines Laptops oder PCs drahtlos zum TV übertragen. Voraussetzung ist, dass die Rechner-Hardware die Funktion unterstützt und der Toshiba über den WLAN-Stick WLM-20U verfügt, der rund 35 Euro kostet. Die neueste Software beschert dem Toshiba eine USB-Aufzeichnung mit flexiblem Aufnahmetimer und variabler Speichergröße. Der Mediaplayer überzeugt via USB mit großer Dateikompatibilität, per Netzwerkstream versteht er sich aber nur auf wenige Videodateiformate und zeigt Fotos verpixelt. 3D-Fotos akzeptiert er, sie wirken allerdings unscharf. Das Internetportal Toshiba-Places bietet rund 30 Apps, 1080p-YouTube-Clips erscheinen aber nur in 720p-Qualität. Die Senderliste ist brauchbar sortiert, übersichtlich und flott zu bedienen. Es fehlen aber Sortierfilter, um Sender rasch in ABC-Reihenfolge bringen zu können. Das gelingt dafür mit dem neuen PC-Senderlisteneditor, den man unter www.setedit.de/ToshibaEdit_de gratis herunterladen kann. Beim Kopieren der Daten auf einen USB-Stick ist jedoch Vorsicht geboten, da man bei Fehlern ins Servicemenü gerät, was zum Ausfall des TVs führen kann. Die Umschaltzeiten bewegen sich mit gut zwei Sekunden im Mittelfeld.
Schick: Die Fernbedienung punktet mit kontrastreicher Beschriftung,
allerdings geht es am Steuerkreuz arg eng zu.
Optimal: Durch die horizontale Platzierung der Buchsen
finden am TV auch massive HDMI-Kabel gut Platz.
Bildqualität Fernsehen
Ein ausgewogenes Bild erzeugen die beiden Hollywood-Modi. Die Farben wirken glaubwürdig, auch wenn im Vergleich zu einem neutralen Display auffällt, dass sie wegen der erhöhten Farbtemperatur (7.500 statt 6.500 Kelvin) etwas bläulich erscheinen und Brauntöne ins Rötliche abgleiten. Am Tag setzt sich der Toshiba dank hoher Lichtreserven gut durch, allerdings spiegelt sein Bildschirm stark. Bei 1080i-Sendern wie Servus TV HD überzeugt vor allem im Bildformat ‚Nativ‘ die Feinzeichnung, während sich bei 720p-Sendungen leichte Säume und bei SDTV-Sendern etwas zu wenig Feinheiten offenbaren. Rasante Actionszenen in Spielfilmen verwischen bei reduzierter Grundhelligkeit nicht. Mit TV-Material und PC-Spielen (50/60 Hertz-Material) fallen an schnellen Motiven leichte Schatten und Doppelkonturen auf. Bei der Zuspielung via HDMI zeigen sich kleine Schwächen: 576i/p-Signale weisen leichte Nachzeichnung, großen Bildbeschnitt und zu wenig Details auf, während bei hochskalierter Zuspielung ein Letterbox-Zoom fehlt und die Farbpegel nicht stimmen (siehe Blu-ray). Der Ton ist passabel: Der Brustton klingt bei Zimmerlautstärke satt und sauber, Dialoge sind gut verständlich, nur bei Musik fallen leichte Verfärbungen im Mitteltonbereich auf.
1.400 Euro: Durch die bündige Front sieht der TV aus, als hätte
er keinen Rahmen. Erst eingeschaltet zeigt sich die
knapp einen Zentimeter schmale Einfassung.
Bildqualität Blu-ray
Mit Testbildern ergeben sich Auffälligkeiten: Der Toshiba schärft mittelfeine Details an, während feinste Details an Kontrast verlieren und deshalb weniger prägnant als im Original erscheinen. Der bei hochskalierten DVD-Signalen und Blu-ray gleichermaßen vorhandene Farbpegelfehler lässt Grüntöne zu hell und Rottöne zu dunkel erscheinen. Mit dem Farbmanagement-Menü "ColourMaster" kann man das Manko beheben, allerdings braucht man dafür spezielle Farbfolien, wie sie beispielsweise auf der Testscheibe "Digital Video Essentials HD Basics" enthalten sind. Im Intro von "Casino Royale" gleiten die Ornamente mit guter Schärfe über den Bildschirm, stottern aber bei abgeschalteter Filmglättung stärker als im Original. Dunkle Szenen wie die Innenaufnahmen der verwunschenen Mühle aus "Krabat" zeigt der Toshiba bei optimalem Blickwinkel sauber: Die streifenweise Regelung des Hintergrundlichts arbeitet unauffällig und sorgt für ausreichenden Kontrast. Bei leicht versetzten Blickwinkeln vermindert sich der Kontrast aber überdurchschnittlich stark und schwarze Bildbereiche hellen sich auf.
Fazit:
Mit Farbfehlern, Schwächen bei der 24p-Darstellung und starker Blickwinkelabhängigkeit erreicht der Toshiba nur ein befriedigendes Testurteil. Insgesamt ist er aber ein gut ausgestatteter TV, dessen Vorzüge im günstigen Preis und im hellen, augenfreundlichen Polfilter-3D-Bild liegen. Florian Goisl
Technische Ausstattung und Bewertung
Der Testbericht Toshiba 47 XL 975 (Gesamtwertung: 67, Preis/UVP: 1400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2012 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

