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    Sony VPL-VW 90 ES (Test)

    1. April 20116 Minuten Lesezeit

    Sony VPL-VW 90 ES – 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €Der neue 3D-SXRD-Projektor von Sony punktet mit höchstem Kontrast und toller Bewegungsschärfe bei Video und Film.

    Mit diesem 3D-Projektor haben wir bereits positive Erfahrungen gesammelt: Er machte uns als erster die Faszination des 3D-Großbilds deutlich (audiovision 11-2010). Allerdings handelte es sich um ein Vorserien­exemplar, und Sony hatte für die Serie noch Änderungen angekündigt. Nun ist das Serienmodell des VPL-VW 90 für 6.500 Euro verfügbar – und wie versprochen folgt der detaillierte Test.

    Installation

    Der Sony zeichnet sich durch höchste Flexibilität aus. Sein Lens-Shift gestattet das Verschieben des Bildes um rund eine Bildhöhe und eine halbe Bildbreite, wodurch man in vielen Fällen um die komplizierte Deckenmontage herumkommt. Dank seines großen, 1,6-fachen Zooms eignet sich der Beamer auch für feststehende Cinema­scope-Leinwände. Linsenversatz, Zoom und Focus lassen sich bequem per Fernbedienung steuern. Schaltet man den Projektor ab, fährt automatisch eine Staubschutzklappe vors Objektiv. Nur die verstellbaren Füße sind nicht optimal – um sie zu justieren, muss man das Gerät anheben.

    Ausstattung und Bedienung

    Sony setzt beim VW 90 auf SXRD-Panels, also auf reflektive LCD-Pixel. 3D-Bilder kommen mit Shutterbrille zustande. Für einen höheren Maximalkontrast sorgt eine dynamische Blende ("Advanced Iris 3"). Ein Highlight ist die von einigen Sony-Fernsehern bekannte Motionflow-Technik: Sie verbessert die Bewegungsschärfe, indem sie Zwischenbilder und Dunkelphasen einfügt (Dark Frame Insertion). Vergleichsweise kompliziert gestaltet sich beim Sony die Bildeinstellung: Das Menü enthält viele Bildregler, zudem speichert der Projektor nahezu jeden Einstellwert in Abhängigkeit der Bildwiederholrate ab. Die Fernbedienung ist übersichtlich, nur eine Direkttaste fürs Bildformat fehlt. 

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €

    Übersichtlich: Die blau beleuchtete Fernbedienung überzeugt.
    Nur Direkttasten fürs Bildformat fehlen.

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €

    Schick: Das voluminöse Gehäuse ist mit einer schwarzblauen
    Metallic-Oberfläche und Motor-Objektivschutz versehen.

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €
      Bis auf S-Video sind am Projektor alle wichtigen Anschlüsse vorhanden.

    Licht und Farbe

    Ein voluminöses Gehäuse und eine 200 Watt starke UHP-Lampe sorgen für eine leise Kühlung. Genügend Licht bietet der Sony dennoch: Bei voller Lampenleistung bringt er es auf 680 Lumen, sodass sich 2,6 Meter breite Bildwände in Kinohelligkeit (16 Footlambert) ausleuchten lassen. Allerdings sollte man möglichst weitwinklig projizieren, da der Projektor in Telestellung rund ein Drittel seiner Helligkeit einbüßt. Als optimaler AV-Modus empfiehlt sich "Kino 3", der laut Sony "Produktion/Bearbeitung in Studioqualität simuliert". Die Grundfarben stimmen in dieser Einstellung perfekt mit dem EBU-Farbraum überein, während der natürliche Farbumfang sehr groß ist. Anders als in der Anleitung beschrieben, entlockt man dem Sony mit der Farbtemperatur "Niedrig 2" die natürlichsten Farben. Manuell lässt sich eine konstantere und stimmigere Farbtemperatur von 6.500 statt 6.800 Kelvin erzielen (siehe "Ideale Einstellungen").

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €

    Bildqualität SD-Signale

    Mit TV-Bildern macht der Sony eine gute Figur: Der Bildbeschnitt ist abschaltbar, eventuelle Störungen am Bildrand kann man per Blanking-Funktion in Ein-Pixel-Schritten maskieren. Laufschriften und Sportsendungen gelingen mit aktivierter "Bewegungsverstärkung" unverwischt, bei Filmen eliminiert die Funktion zudem das Filmruckeln (Judder). Bei DVD-Filmen (HDMI-576i) überzeugt die Vollbildverwebung: Nur selten kommt es zu kurzem Zeilenflimmern, etwa am Lattenzaun im achten Kapitel von "Space Cowboys". Für optimale Bildschärfe sollten SD-Signale aber ohnehin hoch­skaliert zugespielt werden, was angesichts der vollständigen Formatumschaltung problemlos klappt.

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €
    Ordentlich: Das Bild ist auch in den Ecken scharf, wobei feinste Details an Kontrast verlieren.

     

     

    Bildqualität HDTV

    Die Bildschärfe bei Blu-ray-Wiedergabe überzeugt, feinste Pixelmuster landen mit leicht reduziertem Kontrast, aber gleichmäßigem Fokus auf der Bildwand. Teilweise treten in feinen Mustern leichte Einfärbungen oder Säume auf, sodass der Sony nicht ganz an die Abbildungsqualität des Samsung heranreicht. Wirklich störende Farbsäume und Farbflecken zeigt der VW 90 ES im Gegensatz zu einigen anderen D-ILA oder LCD-Projektoren aber nicht. Schwarz-Weiß-Streifen wie "Casablanca" oder "Psycho" werden bei optimaler Einstellung farbneutral projiziert; allerdings kann das der Samsung dank perfekt homogener Farbbalance über die gesamte Bildfläche hinweg und dem etwas reineren Weiß einen Tick besser. Farbige Szenerien wie im vierten Kapitel von "Casino Royale" gelingen dagegen mit bester Farbtreue. Die Nase vorn hat der Sony auch bei der 24p-Darstellung. Wie schon der kleine Bruder HW 15 (Test in audiovision 3-2010)  liefert der  VW 90 ES eine Bewegungsschärfe, wie man sie sonst nur vom 35-Millimeter-Kino kennt: Die feinen Speichen im Roulettekessel im Intro des James-Bond-Films rotieren mit klarer Doppel­kante und ohne Bewegungsartefakte über den Bildschirm. Auf die dynamische Blende, die unter Umständen zu Regelartefakten führt, kann man beim Sony getrost verzichten. Der Im-Bild-Kontrast liegt auch ohne sie derart hoch, dass weitere Verbesserungen kaum mehr zu einer merklichen Steigerung der Bildqualität führen würden: Dunkle Szenerien wie im dritten Kapitel von "Krabat" entfalten eine perfekte Bildtiefe, die Letterboxbalken des Cinemascope-Films sind selbst in dunklen Szenen kaum sichtbar

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €
      Startklar: Zwei 3D-Shutterbrillen sind im Lieferumfang des Sony-Projektors enthalten,
    der Synchronsender ist eingebaut.

    Zusatzinfo: Das Farbmanagement des Sony

    Im Sony-Menü finden sich flexible Möglichkeiten zur Bildjustage. Wir geben Ihnen einige nützliche Hinweise zu den wichtigsten Farbreglern:

    Farbtemperatur: Zur Auswahl stehen neun vordefinierte Farbtemperaturen, wovon sich fünf per RGB-Regler editieren lassen. Anders als in der Bedienungsanleitung angegeben, entsprechen "Niedrig 1" und "Niedrig 2" nicht Farbtemperaturen von 6.500 bzw. 6.000 Kelvin, sondern von 7.400 und 6.800 Kelvin. Eine optimale Farbbalance (D65-Punkt) erreicht man mit "Benutzerdef. 4" bei veränderten RGB-Werten.

    Farbraum: Der Farbraum "normal", in der Anleitung als "sRGB" bezeichnet, entspricht exakt dem EBU-Farbraum, der sich gleichermaßen für DVD und Blu-ray eignet. Mit "Wide 3" erzielt der Projektor den größten Farbumfang.

    RCP: Im RCP-Menü kann man Farbton (RCP-Farbton) und Farbsättigung (RCP-Farbe) von sechs Farben ändern. Die Grob­auswahl des zu bearbeitenden Farbtons trifft man per "Farbenwahl", den genauen Ton legt man mit "Position" fest. Mit "Bereich" lässt sich regulieren, wie stark benachbarte Farbtöne korrigiert werden. Da der Sony ohnehin stimmige Grundfarben bietet, ist das RCP-Menü eine tolle Spielerei, wird für korrekte Farben aber nicht gebraucht.

    Gammakorrektur: Im Gamma-Menü sind insgesamt elf Gamma-Kennlinien hinterlegt: "Aus" und "Gamma 3" entsprechen etwa einem Wert von 2,2. Eine dunklere Charakteristik erzielt man mit den Voreinstellungen "Gamma 4" und "Gamma 5". Alle Voreinstellungen lassen sich zusätzlich mittels zweier Regler editieren.

    Panel-Abgleich: Mit der digitalen Konvergenz-Kontrolle kann man Farbsäumen zu Leibe rücken. Wahlweise lässt sich die RGB-Farbdeckung generell oder feinräumig (135 Zonen) in Ein-Pixel Schritten justieren, was bei unserem Muster aber nicht nötig war. 

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €
    Der natürliche Farbraum des Sony ist sehr groß, die Grautreppe kann perfekt auf D65-Standard gebracht werden.

     

     

     

    Fazit

    Der Sony ist der Star im Heimkino: Extrem kontrastreich, flexibel, leise und bewegungsscharf, vereint er viele Vorzüge eines optimalen Projektors. Schwächen hat er nur wenige: Im Vergleich zum Samsung ist er schwieriger einzustellen und nicht ganz so abbildungsscharf. Auch fällt im 3D-Modus die Helligkeit stark ab.

    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €

     

    Technische Ausstattung und Bewertung

     
    Sony VPL-VW 90 ES - 3D-SXRD-Projektor für 6.500 €

     

     

     

    Der Testbericht Sony VPL-VW 90 ES (Gesamtwertung: 83, Preis/UVP: 6500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2011 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Sony VPL-VW 90 ES (audiovision 4/2011)In den Warenkorb

      Sony VPL-VW 90 ES (audiovision 4/2011)

      PDF-Download €1,99

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