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    Sanyo PLV-Z 700 (Test)

    1. April 20096 Minuten Lesezeit

    Sanyo PLV-Z 700 – LCD-Projektor für 1.500 Euro

    Gut und günstig: Für 1.500 Euro bietet Sanyos LCD-Projektor PLV-Z 700 volle HD-Auflösung und tolle Ausstattung.

    Preiswerte Projektoren sind auf dem Vormarsch: Zum Mitsubishi HC 5500 (audio­vision 11-2008) gesellt sich der Sanyo PLV-Z 700 für ebenfalls 1.500 Euro. Nur 200 Euro mehr kostet der DLP-Vertreter InFocus X 10 (Test Seite 40). Alle überzeugen mit schönen Bildern und guter Ausstattung.

    Ausstattung und Bedienung

    Der Sanyo bringt einen motorischen Objektivschutz und Lens-Shift-Regler mit – Komfort, den der weniger flexible InFocus nicht bietet. Die umfangreichen Bildjustagen und die Irisregelung des Sanyo stammen vom Vorgänger PLV-Z 2000; die neueste LCD-Technologie und die 120-Hertz-Bildverarbeitung bleiben aber dem Topmodell des Hauses, dem PLV-Z 3000 für 2.300 Euro, vorbehalten. Neben dem 2-fach-Zoom erleichtert vor allem der weiträumige Lens-Shift die Installation enorm. Das projizierte Bild lässt sich fast ohne Qualitätsverlust um bis zu eine Bildbreite horizontal und um beinahe zwei Bildhöhen vertikal verschieben.


    Zweimal HDMI 1.3b: Die beiden digitalen Schnittstellen sind für Deep Color vorbereitet.
    Die VGA-Buchse versteht PC-Signale mit WXGA oder SXGA-Auflösung,
    die beiden YUV-Eingänge verarbeiten HDTV-Formate bis maximal 1080i.

    Fernbedienung

    Bewährt: Die übersichtliche und beleuchtete Fernbedienung ist praxisgerecht.
    Am Projektor selbst findet sich ein komplettes Bedienfeld.

    Licht und Farben

    Leichte Verwirrung stiften die Namen der Voreinstellungen. Laut Anleitung, die Sanyo auf eine CD-ROM verbannt, eignet sich "Brilliant Cinema" für helle Räume, liefert also keinen optimalen Schwarzwert im dunklen Kino; "Kino hell" dagegen ist für die kontrastreiche Wiedergabe in dunklen Räumen vorgesehen. Die weiteren Modi "Lebendig", "Dynamisch" und auch "Natürlich" können wir wegen ihrer zu kühlen Farbtemperatur jenseits von 10.000 Kelvin nicht empfehlen.
    Für gesteigerten Kontrast sorgt eine blitzschnelle und leise Irisblende. Sie verdunkelt die maximal 533 Lumen helle Projektion in Abhängigkeit vom Bild. Gleichzeitig sorgen zwei dynamische Lampenmodi und die ebenfalls dynamische Gammakorrektur für eine erhöhte Kontrastwahrnehmung. Nerven kann jedoch, dass sich auch Lautstärke und Tonhöhe des Lüfters mit dem Bildinhalt ändern. Abhilfe schaft der Sparmodus ohne dynamische Lampensteuerung, dann bläst der Lüfter nur noch mit 21 Dezibel. Allerdings reduziert sich die Bildhelligkeit mit statischer Iris auf etwa 340 Lumen.
    Eine Spielwiese für Tüftler bietet das Farbmanagement mit den einzeln programmierbaren Grund- und Mischfarben oder die Neun-Band-RGB-Gammajustage. Ohne Messtechnik lässt sich jedoch mit beiden nichts anfangen.

    ideale Einstellungen

     

    Bildqualität Standardsignale

    Schon die analogen Videoschnittstellen liefern gute Großbild-Qualität. Zu verdanken ist das dem geringen Bildbeschnitt (Overscan) und der weitgehend flimmerfreien Vollbildwandlung bei TV- und Kinobildern. Den vidoetechnisch schwierigen Schwenk über den Strand in "Sechs Tage, sieben Nächte" meistert der Sanyo gut, in hellen Szenen zeigt er ausgewogene Farben und natürliche Hauttöne. DVDs sollte man trotzdem per HDMI zuspielen, denn Bilder gelangen so mit bester optischer Fokussierung und ohne Overscan auf die Leinwand.
    Iris und Lampensteuerung funktionieren einwandfrei, das Bild erscheint frei von störenden Regelprozessen. Selbst düstere Szenen wie in "Der Herr der Ringe" wirken erstaunlich gut durchgezeichnet. Angesichts des maximalen Im-Bild-Kontrasts von nur 770:1 ist das eine reife Leistung. Alles lässt sich so aber natürlich nicht aufpeppen. Gerade im dunklen Heimkino erreichen dynamikreiche und auch ganz dunkle Szenen nicht die Tiefe und Plastizität von Top-Projektoren.

     

    Stark: Dank seiner Lichtstärke wird der InFocus X 10 zum Quell heller Freude
    – selbst in nur leicht verdunkelten Räumen.

    Bildqualität HDTV

    Den scharfen Bildeindruck unterstreichen Testbilder mit 1.920 x 1.080 Pixeln. Bei normalem Sehab­stand (ca. doppelte Leinwand­breite) zeigen nicht mal feinste Testmuster Farbsäume, das Bild erinnert fast an die Abbildungsschärfe einer 1-Chip-DLP-Projektion wie beim InFocus X 10. Nur auf einer XXL-Leinwand lässt sich das gröbere LCD-Punkteraster erkennen, das der PLV-Z 700, anders als der größere PLV-Z 3000, nicht mit Microlinsen kaschiert.
    Für HDTV-Satellitenfernsehen im Format 1080i ist die Videoverarbeitung bestens gerüstet. Sie fügt HDTV-Halbbilder zu flimmerfreien, scharfen Kinobildern zusammen und zeigt auch Sport­übertragungen und HDTV-Dokumentationen ohne Treppenstufen. Bei schnellen Bewegungen verschmieren die Bilder allerdings. So erscheinen in einer unserer Testszenen die Mauersteine eines Kanals extrem scharf, das fahrende Schiff unscharf. Solche Motive können derzeit aber nur wesentlich teurere LCD-Projektoren besser zeigen.

    Gute Konvergenz: Feine Muster zeigen in der Mitte und in den äußersten Ecken des Bildes
    fast keine Farbsäume. Auch die Schärfe des Sanyo ist für einen
    Drei-Chip-LCD-Projektor überdurchschnittlich gut.

    Spielfilme tangiert das weniger. Zugespielt im Kinoformat 1080/24p, gleiten die Roulette-Räder im Vorspann von "Casino Royale" sauber über die Leinwand. In der kritischen, weil düsteren Montenegro-Szene, in der viele Beamer beim Kamera­schwenk über Baumkronen und Büsche verschmieren, macht sich die "erweiterte Schärfekorrektur" im zweiten Menüblatt bezahlt: Der Sanyo arbeitet perfekt. Auch die dynamische Gammakorrektur wirkt hier Wunder. Ohne bricht die Bild­dynamik ein. Ohne die schlauen Hilfsmittel ist der Kontrast des Sanyo halt beschränkt.

    Für Profis: Im Farbmanagement lassen sich bis zu acht
    Farben aus Testbildern herauspicken und in Sättigung, Phase und Helligkeit nachregeln.

    Zusatzinfo: Farbtemperatur und Iris

    In den Lampenmodi "A1" und "A2" wirken sich die Iris und die bildabhängige Lampensteuerung auf die Farbtemperatur aus. Die Grafik rechts zeigt den Farbtemperaturverlauf im Bildmodus "Kino hell" mit der Farbtemperatur "Voreinstellung". Im Bildmenü lassen sich optional noch die wärmeren Modi "niedrig 1" und "niedrig 2" sowie die kühleren Modi "hoch 1" und "hoch 2" anwählen.
    Die Iris verstellten wir im Irismodus "fest" manuell von "0" (offene Blende) bis "-63" (maximal geschlossene Blende). Bei geschlossener Iris können leichte Farbabweichungen ("Shading") sichtbar werden. Sie geben Grauflächen an den Rändern einen leichten Stich ins Grüne oder Rosafarbene. Wird die Iris auf Werte von "-40" oder höher geöffnet, so verschwinden sie komplett. Zwischen den beiden dynamischen Iris-Modi 1 und 2 lassen sich praktisch keine Unterschiede erkennen.

    Im "Modus Kino hell" beeinflussen die Iris und die beiden
    dynamischen Lampenmodi A1 und A2 die Farbtemperatur.
    Je nach Blendenöffnung schwankt diese deshalb zwischen
    etwas kühlen 7.300 und korrekten 6.500 Kelvin.

       

     

    Fazit

    Wie der Mitsubishi zum gleichen Preis entpuppt sich der Sanyo PLV-Z 700 als komfortabler und guter Projektor. Gerade seine außergewöhnlich scharfe HDTV-Projektion überzeugt, und den begrenzten Kontrast des LCD-Panels kompensiert Sanyo mit einer geschickten Regeltechnik. Unsere Empfehlung an Einsteiger: die LCDs von Mitsubishi oder Sanyo für kleinere Räume, den DLP-Beamer von InFocus für große und helle Wohnzimmer.

    Technische Ausstattung und Bewertung

     

     

     

    Der Testbericht Sanyo PLV-Z 700 (Gesamtwertung: 74, Preis/UVP: 1500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2009 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Sanyo PLV-Z 700 (audiovision 4/2009)In den Warenkorb

      Sanyo PLV-Z 700 (audiovision 4/2009)

      PDF-Download €1,99

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