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    av-Test

    Onkyo SKS-HT978 THX (Test)

    7. Dezember 20155 Minuten Lesezeit

    Hiesigen Heimkino-Fans ist Onkyo vor allem als Hersteller von Heimkino-Receivern ein Begriff. Das könnte sich jetzt ändern, denn das japanische Unternehmen bietet mit dem SKS-HT978 jetzt ein ausgewachsenes 5.1-Lautsprecherset für 700 Euro an, das zudem nach der neuen THX-Norm I/S-Plus zertifiziert ist (siehe Kasten).   

    Technik

    onkyo-pcAlte HiFi-Hasen wissen, dass Onkyo in Sachen Lautsprecherbau kein unbeschriebenes Blatt ist: Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren konnten die Japaner Verkaufserfolge mit der SC-Serie feiern. Ganz gestrichen wurden HiFi-Lautsprecher – und später auch Heimkino-Boxen – nie, blieben aber immer unauffällig.

    Das lässt sich vom neuen Onkyo-Set auch abseits des günstigen Preises und des THX-Zertifikats nicht sagen. So schimmern beispielsweise die weißen Membranen der Tieftöner gut sichtbar durch die mit schwarzem Stoff bezogenen Frontbespannungen, was optisch edel wirkt und als Zitat an die ähnliche aussehenden Boxen-Klassiker von vor 40 Jahren verstanden werden soll. Zudem ist es nicht nur Show, setzt Onkyo bei den Bass-Chassis für diese Preisklasse erstaunlich hochwertiges Membranmaterial aus mehreren Lagen ein. Diese bestehen aus dem Kunststoff Polyethylen-Naphthalat, Baumwollgewebe und Aramidfasern (ein Handelsname für Aramidfasern ist Kevlar), was laut Hersteller für eine hohe innere Dämpfung – und damit für Resonanzarmut – bei geringem Gewicht sorgen soll.

    Die Rückwände der Onkyo-Boxen bestehen aus schwarz durchgefärbtem MDF. Sowohl die Frontboxen als auch Center und Surrounds lassen sich über Blechösen an die Wand hängen.
    Die Rückwände der Onkyo-Boxen bestehen aus schwarz durchgefärbtem MDF. Sowohl die Frontboxen als auch Center und Surrounds lassen sich über Blechösen an die Wand hängen.

    Die Frontboxen und der Center haben als d´Appolito-Konstruktion je zwei dieser 13-Zentimeter-Chassis verbaut, die die 25-Millimeter-Gewebekalotte in die Mitte nehmen. Die Surrounds verwenden den gleichen Hochtöner, müssen sich aber mit einem Basstreiber begnügen. Alle Boxen des Onkyo-Sets (einschließlich Subwoofer) sind geschlossen aufgebaut. Das ist heutzutage eher ungewöhnlich, kann man doch mit Hilfe einer Bassreflexöffnung aus dem gleichen Gehäuse-volumen eine voluminösere Basswiedergabe herausholen. Für THX-Lautsprecher ist es aber eine notwen-dige Voraussetzung, da man nur mit dieser Bauweise die exakt definierte, flach abfallende Flanke im Bassbereich, welche die Norm vorschreibt, realisieren kann. Der Verlauf sorgt zusammen mit den entsprechenden Filtern im THX-Receiver für einen sauberen Übergang zum Subwoofer und – quasi nebenbei – für eine gegenüber Bassreflex verbesserte Impulswiedergabe.

    Optische Anmutung und Verarbeitung gehen in Ordnung, gespart wurde nur an unauffälligeren Stellen. So sind die Rückseiten der Boxen nicht mit Folie überzogen, sondern bestehen aus schwarz durchgefärbtem MDF.  Außerdem ist die Schallwand des Subwoofers nicht lackiert, was man aber erst bei abgenommener Frontabdeckung sieht.

    Tonqualität Surround

    Die geschlossene Bauweise des Subs lässt die eher mittelmäßige untere Grenzfrequenz von 40 Hertz als nicht so wichtig erscheinen, denn durch den nicht sonderlich steilen Verlauf spielt er auch darunter hörbar mit. Erstaunliche 111 Dezibel zaubert er aus seiner 30-Zentimeter-Membran, und das mit nur 125 Watt Verstärkerleistung – alle Achtung. Die Frequenzgänge der – aufrecht zu betreibenden – Frontlautsprecher und des liegend gemessenen Centers verlaufen erfreulich linear, die Surround-boxen zeigen allerdings eine Anhebung bei 800 Hertz. Zudem ist der Hochtonbereich zwei Dezibel leiser als der Rest. Insgesamt liegt der Wirkungsgrad des Sets mit unter 83 Dezibel recht niedrig, es benötigt also kräftige Endstufen – und die dürften der potenziellen Zielgruppe eines 700-Euro-Sets vermutlich fehlen.

    Neue THX-Norm
    Man mag zu THX stehen, wie man will, eines steht fest: Das Bestreben von Tomlinson Holman, die Qualität der Tonwiedergabe – zunächst im Kino und dann auch im Wohnzimmer – zu steigern und dem anzunähern, was sich der Filmregisseur beim Abmischen vorgestellt hat, war erfolgreich. Ohne die THX-Norm wäre der Druck auf die Gerätehersteller, die Qualität ihrer Produkte auf ein gutes Niveau zu bringen – und es bei Generationswechseln auch dort zu belassen – bei Weitem nicht so groß gewesen.

    Allerdings hat man gerade bei Lautsprechern die Anforderungen nach und nach abgeschwächt, um immer mehr Modelle mit dem THX-Logo auszeichnen zu können. Nach THX-Ultra und THX-Select kommt jetzt THX-IS-Plus, das sich in erster Linie an kompakte Wohnzimmer-Kinos richtet. So dürfen bei der neuen Norm die Verzerrungen bereits ab einer Lautstärke von 105 dB nennenswert ansteigen, wobei sich dies auf einen geringeren Hörabstand bezieht als bei den anspruchsvolleren THX-Normen, nämlich zwei bis zweieinhalb Meter. Das Volumen des Raums, den die Lautsprecher zufriedenstellend beschallen müssen, hat sich auf 1.000 Kubikfuß (etwa 30 Kubikmeter) halbiert. Das entspricht einem Raum von vier Metern Länge, drei Metern Breite und einer Deckenhöhe von zweieinhalb Metern. Bei Frequenzgang und Abstrahlverhalten haben sich die Anforderungen allerdings nicht geändert, die unterliegen den gleich harten – und durchaus sinnvollen – Vorschriften der Amerikaner.

    Zusätzlich wird diese Lizenz ausschließlich an komplette Systeme erteilt, wie zum Beispiel das hier getestete von Onkyo, aber auch 2.1-Systeme können das I/S-Plus-Logo tragen. Einzelne Lautsprecher lassen sich nach THX I/S Plus hingegen nicht zertifizieren.

    THX--Logo
    Als erstes von uns getestetes Produkt trägt das Onkyo-Boxenset dieses neue THX-Logo.

    Im Hörraum erstaunte das Onkyo-Set mit einem ausgewogenen, erwachsen wirkenden Klang. So kommt die Abschleppwagenszene aus „Terminator – die Erlösung“ selbst mit hoher Lautstärke verzerrungsarm und mit sattem, sauberem Bass beim Hörer an. Dass das Set dabei nicht annähernd so dynamisch wirkt wie teurere Kombis, wollen wir allerdings nicht verschweigen. Auch „Away From the Sun“ von 3 Doors Down hatten die Tester schon impulsiver gehört, dafür gefällt die Verfärbungsarmut des Sets, das sich bei Stimmen und Instrumenten keine groben Fehler leistet. Hört man bei feinerem Material, beispielsweise Jane Monheits „They Can´t Take that Away From Me“, genauer hin, tritt eine geringfügig gläserne Klangfärbung zutage – die sich im Test nach einiger Einspielzeit aber verringerte.   

    Tonqualität Stereo

    Auch im Stereo-Betrieb muss beim Onkyo-Set der Subwoofer stets mitspielen, sonst klingt es dünn. Mit Tiefton-Unterstützung erfreut das Set bei „Jazz at the Pawnshop“ aber mit angenehmem Klang und einer glaubwürdigen räumlichen Abbildung, unterschlägt allerdings feinere Details. Hier haben teurere Vertreter die Nase meist weit vorn. Höhere Pegel bereiten hingegen keine Probleme, das Set bleibt entspannt und unverzerrt. (mino)

    onkyo_komplett
    Dem sauber verarbeiteten Onkyo-Set, sieht man seinen dreistelligen Preis nicht an. Die weißen Tieftöner-Membranen sind als Sandwich gefertigt und enthalten Aramidfasern.

    onkyo-wertung

    Der Testbericht Onkyo SKS-HT978 THX (Gesamtwertung: 70, Preis/UVP: 700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2015 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Onkyo SKS-HT978 THX (audiovision 4/2015)In den Warenkorb

      Onkyo SKS-HT978 THX (audiovision 4/2015)

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    AV-Fazit

    70 gut

    Kaum zu glauben, wie viel 5.1-Sound Onkyo für 700 Euro offeriert – dafür gibt es einen Preistipp. Dass es trotz THX-Zertifikat nicht so dynamisch und detailreich aufspielt wie die vielfach teurere Konkurrenz, versteht sich von selbst.

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