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    av-Test

    Heco Aleva GT-Set (Test)

    19. April 20166 Minuten Lesezeit

    Bei der auf der Internationalen Funkausstellung vorgestellten Aleva GT-Serie setzt Heco auf eine äußerst solide Bauweise: So haben die Schallwände eine Dicke von 25 Millimetern, was auch bei Lautsprechern höherer Preisklassen nur selten anzutreffen ist. Zudem sind die Gehäuse aufwändig innen versteift, so dass klangschädi-gende Vibrationen kaum eine Chance haben. Glücklicherweise hat dieser Materialeinsatz keine negativen Auswirkungen auf die Optik, sowohl die für die Front eingesetzten Standlautsprecher, die Aleva GT 402, als auch Center (Aleva GT Center 32) und Surrounds (Aleva GT 202) präsentieren sich relativ schlank und elegant. Wie wir es von Heco kennen, ist auch dieses Lautsprecherset professionell und hochwertig verarbeitet.

    Technik

    Heco_AlevaGT-Set_PCSämtliche Chassis der Aleva GT-Serie entwarfen die Entwickler aus Pulheim bei Köln komplett neu. Das Kraftpapier-Material für die Membranen der Tief- und Tiefmitteltöner änderte Heco dabei wohlweislich nicht, denn diese Papiersorte ist durch ihre hohe Festigkeit vergleichsweise resistent gegen Resonanzen. Zudem sind die daraus gefertigten Schwingeinheiten leichtgewichtig, was der Impulswiedergabe zugutekommt.

    Aufgrund von neuen Erkenntnissen aus ausgefeilten Akustik-Simulationsprogrammen wurde die Formgebung der Membran modifiziert. Besonders auffällig ist die flache Staubschutz-kalotte des in Front, Center und Surround verwendeten 13-Zentimeter-Tiefmitteltöners, die besonders wenig resoniert. Des Weiteren bekam der Treiber einen stabilen Aluminium-Druckgusskorb, dessen stromlinienförmige Streben Strömungsgeräusche im Inneren der Box auch bei großen Hüben verhindern sollen.

    Ähnlich viel Aufwand stecken die Pulheimer in den Hochtöner: Seine 28-Millimeter-Textilkalotte ist in einer besonders breiten Sicke aufgehängt, was ihren maximalen Hub erheblich vergrößert. Die Kalotte strahlt in einen kurzen, in die Aluminium-Frontplatte integrierten Hornvorsatz, der ihr Rundstrahlverhalten verbessern soll.

    Die erstaunlich schmale Front des Subwoofers Aleva GT Sub 322A erreichten die Entwickler mit einem Trick: Sein 30-Zentimeter-Chassis sitzt nicht vorn, sondern auf der Seite, was akustisch unkritisch ist, da tiefe Frequenzen gleichmäßig in alle Richtungen abgestrahlt werden. Mit 320 Watt ist der Verstärker des Subs ausreichend kräftig, um auch in großen Heimkinos satte Pegel zu erzielen.

    Aufwändig: Sowohl Tiefmittel- als auch Hochtöner des Aleva GT-Sets werden von einem Doppelmagneten angetrieben.
    Aufwändig: Sowohl Tiefmittel- als auch Hochtöner des Aleva GT-Sets werden von einem Doppelmagneten angetrieben.

    Rundum-Strahler
    Auf den ersten Blick ist es erstaunlich: Da ist beim Subwoofer des Aleva GT-Sets das Chassis auf der Seite montiert und trotzdem werden die von ihm produzierten tiefen Töne ohne Einschränkungen hör- und fühlbar. Wie ist das möglich?

    Bei näherer Betrachtung wird das etwas klarer: Selbst wenn sich die Membran eines Lautsprechers nur entlang einer Achse bewegt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass auch nur Schall entlang dieser Achse abgestrahlt wird. Das passiert nur, wenn die Wellenlänge des Schalls klein gegenüber der Membran ist oder sich zumindest in der gleichen Größenordnung befindet. Ist die Wellenlänge größer als die Membran, kann sich der Schall sozusagen um die Membran und das Gehäuse herumbiegen, die sich fortbewegenden Luftdruck-Schwankungen, aus denen Schall besteht, nehmen Membran und Gehäuse nicht als Hindernis war.

    Wenn man nun noch beachtet, dass die Wellenlänge bei 20 Hertz etwa 17 Meter beträgt und die bei 100 Hertz immer noch 3,40 Meter, wird klar, warum es relativ gleichgültig ist, auf welcher Seite eines Gehäuses ein Subwoofer-Chassis eingebaut ist. Sein Schall findet immer ungehindert den Weg zu den Ohren des Hörers.

    Tonqualität Surround

    Homogen und mit geringer Welligkeit verlaufen die Frequenzgänge von Front-, Center- und Surroundboxen. Alle drei weisen einen sanften Anstieg zu hohen Frequenzen auf, der bei drei Kilohertz beginnt und bei 20 Kilohertz immerhin etwa sieben Dezibel mehr Pegel bewirkt. Bei den Frontlautsprechern ist dieser Pegelanstieg nicht ganz so ausgeprägt, zumindest wenn die Brücke am Anschlussterminal nicht auf „+2 dB“ steht, sondern auf „linear“. In dieser Stellung haben wir die Brücke bei Messungen und im Hörtest belassen.

    Der Frequenzgang des Subwoofers nimmt sich in der höchsten Stellung des Tiefpassfilters (150 Hertz) etwas ungewöhnlich aus: Er zeigt bei 80 Hertz eine Spitze und fällt zu tiefen und hohen Frequenzen hin deutlich ab. Zum Glück lässt sich dieses Verhalten mit dem bordeigenen Bass-Equalizer entschärfen, der Frequenzen um 50 Hertz um bis zu neun Dezibel anhebt und so den Frequenzgang linearisieren kann.

    Variabel: Bei den Frontboxen Aleva GT 402 lässt sich mit dem Versetzen einer Brücke im Anschlussterminal der Hochtonbereich um zwei Dezibel anheben.
    Variabel: Bei den Frontboxen Aleva GT 402 lässt sich mit dem Versetzen einer Brücke im Anschlussterminal der Hochtonbereich um zwei Dezibel anheben.

    Trotz der kleinen Ungereimtheiten bei den Messungen macht Mehrkanal-Ton mit dem Set richtig Spaß: Es spielt Omar Hakims „Listen Up“ (DTS-HD) lust- und temperamentvoll wie aus einem Guss. Die Schläge der Bassdrum kommen präzise, der E-Bass knurrt dazu wohlgefällig. Zudem sortieren die Hecos sämtliche Instrumente genau so, wie es sich der Aufnahme-Ingenieur gedacht hat: Man sitzt mitten in der Band, und kann alle Klänge aus nächster Nähe genießen. Ungeduldige Heco-Neubesitzer seien allerdings gewarnt: Dem Set taten einige Stunden Einspielzeit hörbar gut: Es gewann spürbar ein Luftigkeit und Lockerheit und legte einiges an Schärfe ab. Die erwähnte Hochtonanhebung macht sich übrigens nur mit etwas pointierter Luftigkeit bemerkbar, keinesfalls mit störenden Verfärbungen.

    Auch Filmsoundtracks sind ein Genuss. So zischt im Actionspektakel „Fantastic Four“ der Superheld die Fackel beängstigend real durch die Straßen von New York um Dr. Doom herum und legt seine Feuer-wand. Der wiederum lässt den Zuhörern seine Blitze mit Schmackes um die Ohren – und in die Magengrube – krachen. Das Schöne daran: Die Hecos klingen auch nach längerem
    Hören nie aufdringlich oder lästig.

    Auch bei ruhigeren Einstellungen wie Gandalfs Einzug ins Auenland in „Der Herr Der Ringe“ gefällt das Heco-Set, denn es holt selbst kleine Details mühelos an die akustische Oberfläche.

    Tonqualität Stereo

    Durchaus erwachsen und mit für die kleinen Chassis erstaunlichem Basspegel und Basstiefe tritt die Aleva GT 402 im Stereobetrieb auf. Von James Newton Howards „Slipping Away II“ lässt sie sich selbst bei höheren Pegeln nicht zu unsauberem Spiel hinreißen und knallt Bassdrum und E-Bass mit Lust heraus. Die Stimme von Clair Marlo in „It‘s Just The Motion“ erklingt sanft, aber präzise umrissen und stabil, Bass, Schlagzeug und Gitarre sortieren sich sauber um Frau Marlo herum – so wird auch Zweikanaliges zum echten Genuss. mino

    Aleva-5.1-Set-komplett
    Verführerisch: Hinter dem schlanken, eleganten Äußeren des Heco-Sets verbirgt sich ein gerüttelt Maß hochwertiger Lautsprechertechnik. Die hochglänzend lackierte Aleva-Serie ist in Weiß und Schwarz erhältlich.

    Heco_AlevaGT-Set_Wertung

    Der Testbericht Heco ALEVA GT-SET (Gesamtwertung: 75, Preis/UVP: 2450 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2014 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Heco Aleva GT-SET (audiovision 2/2014)In den Warenkorb

      Heco Aleva GT-SET (audiovision 2/2014)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    75 gut

    Für überschaubares Geld bietet das Aleva GT-Set von Heco nicht nur hochwertige, in höchst sauber verarbeitete Gehäuse verpackte Technik, sondern auch ein Klangbild, das bei aller Luftigkeit auch einiges an Impulsivität und eine präzise räumliche Abbildung mitbringt.

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