Die unverbindliche Preisempfehlung ist gegenüber dem Vorgängermodell um 50 Euro auf 450 Euro gestiegen. Dafür sollen Noise Cancelling und Klang deutlich zugelegt haben („Mehr als leise. Überragender Sound.“ – Zitat Sony-Webseite). Wir hören genau hin.
Äußerlich hat sich bei dem faltbaren, schlichteleganten Over-Ear-Kopfhörer wenig getan: Der Kopfbügel läuft jetzt spitz-abgerundet zu und die Ohrpolster sind etwas dicker geworden – größere Lauscher werden allerdings weiterhin nicht komplett umschlossen.
Zusammen mit dem nun erhöhten Anpressdruck sitzt der WH-1000XM6 straffer als das XM5-Modell, was auf Dauer und mit Brille zu einem unangenehmen Druckgefühl führen kann; auch der Kopfbügel macht sich bemerkbar. Am linken Hörer befinden sich der neu versenkt-rundlich gestaltete Power-Knopf und die haptische Noise-Cancelling-Taste; rechter Hand werden über eine große Touchfläche mit Gesten beispielsweise Lautstärke, Musikwiedergabe, die praktische Quick-Attention-Funktion und die Rufannahme gesteuert.
Über die App lassen sich tiefergehende Features regeln, etwa die Bedienung per Kopfgesten, die Bluetooth-Verbindungsqualität (genutzt wird Version 5.3) und die Klanganpassung per 10-Band-Equalizer. Letzterer bietet fünf kryptisch benannte Voreinstellungen („schwer“, „klar“, „hart“, „weich“, „Spiel“) und benutzerdefinierte Slots – der Sound ist damit wunderbar feinfühlig auf den eigenen Geschmack anpassbar.
Das mit einem Bass-Boost bei Musik einhergehende Active Noise Cancelling funktioniert sehr gut, ein laut werkelnder Geschirrspüler um die Ecke in der Küche verschwindet bis auf ein leichtes Rauschen aus dem Raum; natürlich gibt es auch einen Transparenz-Modus mit unterschiedlichen Stufen.
Der EQ macht‘s!
Der standardmäßige Klang ohne Korrektur ist abgerundet-angenehm, aber mitunter etwas fad. Ein bisschen mehr Bass und mutigere Höhen über den Equalizer eingestellt und schon ist der samtige Schleier weg. Jetzt machen Pop- („Everybody Wants To Rule The World“ – Tears For Fears), Elektronik- („Empress Of The Damned“ – Gunship), Rock- („Age Of Machine“ – Greta Van Fleet) und Filmmusik („Der Herr der Ringe“ – Howard Shore) richtig Spaß. Wie beim XM5-Vorläufer gilt ergo: Wohlfühlsound ohne störende Kanten!


Der Testbericht Sony WH-1000XM6 (Gesamtwertung: Sehr gut, Preis/UVP: 450 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Zum Vorgänger leicht verbessertes, sehr gutes Noise Cancelling und nach dezenter EQ-Korrektur starker Klang – dafür mehr Anpressdruck.
Oliver Schultes

