Dangbei erweitert seine smarte Heimkinoprojektoren-Serie mit dem DBOX02 Pro, der über 40 Prozent preiswerter ist als der DBOX02 und zusätzlich das Laser-Speckle reduzieren soll.
Mit 1.100 Euro ist der neue Dangbei DBOX02 Pro satte 800 Euro günstiger als der normale DBOX02, den wir vor gut einem Jahr in unserem Testlabor begrüßen durften. Dank des Gimbal kann er um 360 Grad gedreht und sogar zur Zimmer decke ausgerichtet werden. In Verbindung mit seiner Stellfläche von 26,2 x 21,5 Zentimetern und einem Gewicht von 4,8 Kilogramm bietet er auch für den mobilen Einsatz ein hohes Maß an Flexibilität. Mit einer Leistungsaufnahme von 149 Watt ist er überdies lobenswert genügsam.
Ausstattung und Technik
Der Dangbei DBOX02 Pro ist ein DLP-Projektor mit 0,47 Zoll großem Single-Chip und nativer Full-HD-Auflösung, der Bildsignale bis 3.840 x 2.160 Pixel via XPR-Shift-Technologie auf die Leinwand wirft. Als Lichtquelle haben die Chinesen eine neue Laser-Vibe-Technologie implementiert. Hierbei handelt es sich um die klassische Blaue-Laser-Phosphor-Kombination plus rote Laserdioden, um ein möglichst natürliches Farbspektrum zu erzielen. „Vibe“ sorgt zusätzlich für eine Vibration der Lichtquelle, um das unschöne Laser-Speckling-Phänomen zu eliminieren. 2.000 Lumen beträgt laut Hersteller die maximale Lichtausbeute. Über die Lebensdauer macht Dangbei keine Angabe, aufgrund der verbauten Lichttechinik dürfte sich die Helligkeit aber erst nach über 20.000 Stunden halbieren.
Ein Sechs-Achsen-Farbmanagement ist ebenso vorhanden wie rudimentäre Gammaparameter, RGB-Gain/Offsetregler und ein 11-Punkte-Weißabgleich, um die Farben und das Gamma weiter zu trimmen.
Die nicht hinterleuchtete Fernbedienung bietet Direktwahltasten für YouTube, Netflix und Prime Video sowie einen Lautstärkeregler und einen Knopf für die Sprachsteuerung. Der rote Button an der Seite dient zur Fokussierung des Bildes.

Die Synchronisation von Projektor und 3D-Brillen findet via Grünblitz statt, der zuverlässig von den Brillen unterdrückt wird. Dadurch ergibt sich ein scharfes und farbintensives Bild. Crosstalk-Effekte können wir nicht ausmachen. Die räumliche Tiefe in „Avatar: The Way Of Water“ ist überragend. Die Tiefenstaffelung wird homogen reproduziert, Pop-out-Effekte erscheinen spektakulär. Immer wieder treten Gegenstände aus der Leinwand heraus oder fliegen uns um die Ohren.

High Dynamic Range wird vom DBOX02 Pro unterstützt. Ein dynamisches Tone-Mapping sorgt dafür, dass auch statische HDR10-Filme ausreichend hell dargestellt werden. HDR10+ ist ebenfalls implementiert, von Dolby Vision fehlt hingegen jede Spur. Eine Dynamic-Black-Funktion verbessert zusätzlich Kontrast und Durchzeichnung.
Das Betriebssystem Google TV bietet alles, was das Streaming-Herz begehrt, inklusive WOW, DAZN, Netflix, YouTube, Disney+, Apple TV+ und die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen. Die auf den Namen MEMC getaufte Zwischenbildkompensation offeriert drei Presets zur Bewegungsverbesserung. Die 3D-Wiedergabe (siehe Kasten), Autofokus, automatische Bildanpassung und das 2 x 12-Watt-Audiosystem stocken die Ausstattung weiter auf.
Installation und Bedienung
Bei der ersten Inbetriebnahme führt ein Menü durch alle relevanten Einstellungen. Dazu gehören: Internetverbindung, Google TV einrichten und die Anpassung des Bildes an die Leinwand. Via Autofokus und automatischem Geometrieausgleich führt der Dangbei DBOX02 Pro diese Aufgaben eigenständig durch, die Schärfe sitzt hierbei perfekt bis zum Rand.
Das Objektiv besitzt eine Festbrennweite mit einem Projektionsverhältnis von 1,27:1. Eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand kann entsprechend aus einer Distanz von 3,18 Metern vollständig ausgeleuchtet werden. Für größere oder kleinere Bilder wird der Projektor einfach vor- oder zurückgezogen. Die Navigation durch das übersichtlich aufgebaute On-Screen-Menü gelingt zügig.


Licht und Farbe
Die Maximalhelligkeit wird mit 2.000 Lumen exakt eingehalten. Dafür muss lediglich in das Preset „Hohe Leistung“ geschaltet werden, das aber mit über 40 Dezibel viel zu laut ist. Wir kalibrieren deshalb den „Benutzer“-Modus, in dem man den DBOX02 Pro mit 23 Dezibel kaum hört. Die Lichtausbeute beträgt 1.560 Lumen. Den statischen On/Off-Kontrast ermitteln wir mit 880:1, dieser Wert kann dynamisch auf 2.822:1 gesteigert werden, ohne dass es zu störendem Bildpumpen kommt. 830:1 (In-Bild) und 251:1 (ANSI) haben hingegen Luft nach oben. Der Schwarzwert erscheint mit 0,55 Lumen angenehm dunkel. Nach dem Trimmen der Farben werden die Farbräume Rec.709 mit 100 Prozent und DCI-P3 mit 85 Prozent abgedeckt. Die Ausleuchtung fällt mit 98 Prozent exzellent aus, so dass weder Abschattungen noch Verfärbungen auf der Fläche vorhanden sind.
Bildqualität
24-Hz-Signale wandelt der 0,47-Zoll-Chip in 60 Hz, so dass ein leichtes Ruckeln auftritt. Wenn man die Zwischenbildberechnung auf „Niedrig“ stellt, verschwindet besagtes Ruckeln – ohne dass es zum Seifenoper-Effekt kommt. HDR-Signale werden bis zu 10.000 Nits reproduziert. Lediglich in „Sully“ kommt es zu leichtem Clipping auf den Displays am Times Square.
Das dynamische Tone-Mapping macht einen meist guten Job. Im Zusammenspiel mit unseren Farbanpassungen stellen sich ob der satten Rot- und Blaufarbtöne regelmäßig HDR-Wow-Momente ein. Laser-Speckle ist dank der neuen LaserVibe-Technologie kein Thema. Zudem glänzt der DLP-Regenbogen-Effekt fast vollständig durch Abwesenheit. Die Nachtaufnahmen in „West Side Story“ sind frei von Farbblitzen, besitzen aber einen leichten Grauschleier, der sich bei zunehmenden hellen Inhalten lichtet.


Der Testbericht Dangbei DBOX02 Pro (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 1.100 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der Dangbei DBOX02 Pro überzeugt nicht nur mit seinem günstigen Preis, sondern auch mit einer guten 4K-Bilddarstellung, natürlichen Farben, 3D-Unterstützung und tollem HDR. Beim Kontrast und Schwarzwert ist hingegen Luft nach oben.
Michael B. Rehders

