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    av-Test

    Panasonic TX-55 CSW 524 (Test)

    9. März 20165 Minuten Lesezeit

    Sonderlich groß ist die Auswahl an Full-HD-Geräten bei Panasonic nicht (mehr): Bekam man früher sogar einen 60- oder 65-Zöller, markiert nun der TX-55 CSW 524 mit rund 140 Zentimetern respektive 55-Zoll-Bilddiagonale sowie einem Preis von 1.200 Euro die Obergrenze. Als Schnäppchen geht er trotzdem nicht durch, zumal der Hersteller an vielen Stellen der Ausstattungsliste den Rotstift angesetzt hat. Also besser gleich zu einem unwesentlich teureren UHD-Einstiegsmodell greifen?

    Ausstattung und Praxis

    panasonic-pcEhrlich gesagt fühlen wir uns beim CSW 524 ein wenig in der Zeit zurückversetzt. Ist man nämlich die 4K-Auflösung gewohnt, wirkt das Bild aus kurzer Distanz ziemlich pixelig – dazu später mehr. In puncto Bedienung besinnt sich Panasonic ebenfalls auf alte Tugenden: Obwohl das Modell der aktuellen Generation entstammt, wird es – wie der OLED-Fernseher TX-65 CZW 954 (audiovision 12-2015) – mit dem Betriebssystem der Vorgänger ausgeliefert. Dieses läuft zwar weitgehend flüssig, ist allerdings nicht so intuitiv und übersichtlich aufgebaut wie das Firefox OS. Immerhin lässt sich der Startbildschirm personalisieren; entweder komplett in Eigenregie oder mittels fertiger Designs.

    panasonic-ideal

    Die Taste „Apps“ auf der Fernbedienung führt direkt zum Smart-TV-Portal. Hier stehen neben dem über USB und Netzwerk fütterbaren Media-player, der bis auf DivX-Clips alle gängigen Dateiformate abspielt, zahlreiche Internet-Dienste zur Auswahl. Die populärsten Online-Videotheken, zum Beispiel Amazon Instant Video, Maxdome und Netflix, sind bereits installiert. Natürlich darf YouTube nicht fehlen; die Anwendung nutzt die volle Auflösung.

    Dienst nach Vorschrift: Die Fernbedienung des Panasonic TX-55 CSW 524 bietet keine besonderen Funktionen. Am Cursorfeld geht es recht eng zu, so dass man gelegentlich die falsche Taste erwischt.
    Dienst nach Vorschrift: Die Fernbedienung des Panasonic TX-55 CSW 524 bietet keine besonderen Funktionen. Am Cursorfeld geht es recht eng zu, so dass man gelegentlich die falsche Taste erwischt.

    Die „TV Anywhere“-Funktion zum Streamen von Fernsehsendungen auf ein Mobilgerät bleibt den übergeordneten Geschwistern vorbehalten. Dafür beherrscht der CSW 524 den TV-Empfang via Netzwerk, sofern ein TV-over-IP-Server die Sat-, Kabel- oder DVB-T(2)-Signale einspeist. Zum Glück leistet der integrierte Tuner gute Dienste, denn am Fernseher selbst sind bloß zwei HDMI-Quellen anschließbar. Ferner gibt es lediglich einen USB-Port. Ein Highlight ist das adaptive Backlight-Dimming.

    Vom Audiosystem kann man das leider nicht behaupten: Die Lautsprecher klingen ziemlich flach und verfärben schon bei leichter Pegelanhebung, ruhige Passagen bringen sie aber sauber zu Gehör.

    Als wäre es gestern gewesen: Obwohl der CSW 524 mit Panasonics altem Betriebssystem arbeitet, präsentiert sich das Smart-TV-Portal dank zahlreicher Apps modern.
    Als wäre es gestern gewesen: Obwohl der CSW 524 mit Panasonics altem Betriebssystem arbeitet, präsentiert sich das Smart-TV-Portal dank zahlreicher Apps modern.
    Fertige Fassaden: Über die „Home Screen Collection“ stehen verschiedene Startbildschirm-Designs zum Download bereit. Man kann aber auch selbst Hand anlegen.
    Fertige Fassaden: Über die „Home Screen Collection“ stehen verschiedene Startbildschirm-Designs zum Download bereit. Man kann aber auch selbst Hand anlegen.

    Bildqualität

    Abgesehen vom niedrigeren Auflösungsvermögen steht der TX-55 CSW 524 weder seinen UHD-Brüdern noch den Konkurrenzmodellen (ab Seite 26) in etwas nach. Mit maximal 437 Candela beziehungsweise 342 Candela im neutralsten Bildmodus „True Cinema“ verfügt der 55-Zöller über ausreichende Helligkeitsreserven und punktet außerdem mit satten Kontrastwerten von 449:1 (ANSI) bis 4.704:1 im Zwei-Prozent-Weißfeld auf schwarzem Grund; unter Auflicht schafft er immerhin noch 657:1. Die adaptive Backlight-Steuerung zeigt keine nennenswerten Verbesserungen, zumal sich die Local-Dimming-Stärke nicht anpassen lässt. Ein typisches Problem ist der schmale Blickwinkel: Je seitlicher man sitzt, desto flauer und dunkler wirkt das Bild. Der Kontrast nimmt um ganze 75 Prozent ab.

    Fein-Analyse: Farben und Graustufen
    Panasonic spricht mit der CS520-Serie Kunden an, die eine einfache Bedienung und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Das Menü mit lediglich fünf Bild­modi wirkt vergleichsweise aufgeräumt; Spezialeinstellungen zu erweiterten Farben fielen ebenso dem Rotstift zum Opfer wie eine Local-Dimming-Technik. Bis auf den hellsten, aber blaustichigen Bildmodus „Dynamisch“ (12.000 Kelvin mit maximal 437 Candela) scheinen auch die Bildmodi „Kino“ (6.700 Kelvin), „Normal“ (8.000 Kelvin) und „Benutzer“ (8.100 Kelvin) auf den ersten Blick durchaus brauchbar zu sein. Doch alle vier Bildmodi leisten sich neben kleineren Farbabweichungen eine viel zu dunkle Rotdarstellung. Hier liegen die Delta-E-Abweichungen zwischen zwölf in den Bildmodi „Kino“ und „Normal“ und indiskutablen 19 in „Kino“ und „Dynamisch“. Einzig das Preset „True Cinema“ ist von diesem Rotmangel verschont und glänzt zum Glück auch bei allen anderen Grund- und Mischfarben mit erfreulich niedrigen Farbabweichungen (Durchschnitt-Delta-E bei den EBU-Farben liegt bei 2,8).

    Den tollen Farben stehen allerdings etwas warme Graustufen gegenüber: Die Farbtemperatur liegt zwischen 5.835 Kelvin (Weiß) und 5.500 Kelvin (Dunkelgrau). Zum Vergleich wechselten wir vom Farbtemperatur-Preset „Warm 2“ auf das etwas kühlere „Warm 1“. Bis auf das minimal blaustichige Cyan stellt der etwas frischere Bildeindruck dieses Presets eine sinnvolle Alternative dar. Dunkle Graustufen treffen mit 6.600 Kelvin die Vorgabe besser, auch wenn Weiß mit 7.000 Kelvin etwas zu kühl erscheint (siehe Grafiken unten).

    Nicht optimal: Im standardmäßigen Farbtemperatur-Preset „Warm2“ sind die Farben ausgewogen, dunkle Graustufen wirken aber etwas gelblich (5.500 Kelvin).
    Nicht optimal: Im standardmäßigen Farbtemperatur-Preset „Warm2“ sind die Farben ausgewogen, dunkle Graustufen wirken aber etwas gelblich (5.500 Kelvin).
    Mehr Frische: Bis auf die leichte Cyan-Abweichung sind die etwas kühler wirkenden Farben und Graustufen des Presets „Warm1“ eine interessante Alternative.
    Mehr Frische: Bis auf die leichte Cyan-Abweichung sind die etwas kühler wirkenden Farben und Graustufen des Presets „Warm1“ eine interessante Alternative.

    Der CSW 524 verfügt über nur zwei HDMI-Eingänge und einen USB-Port. Zudem wirkt der Kunststoff nicht gerade hochwertig.
    Der CSW 524 verfügt über nur zwei HDMI-Eingänge und einen USB-Port. Zudem wirkt der Kunststoff nicht gerade hochwertig.
    Gut für Bildtüftler: Panasonic spendiert dem CSW 524 ein komplettes Farbmanagement, über das sich Farbton, Sättigung sowie Luminanz separat einstellen lassen.
    Gut für Bildtüftler: Panasonic spendiert dem CSW 524 ein komplettes Farbmanagement, über das sich Farbton, Sättigung sowie Luminanz separat einstellen lassen.

    Lob verdient Panasonic für die ordentliche Feinzeichnung. Sowohl HDTV- als auch SDTV-Inhalte erscheinen angenehm scharf, wobei Letztere zusätzlich vom abschaltbaren 16:9-Overscan profitieren. Störende Pixelmuster konnten wir aus normaler Entfernung nicht feststellen. Die Filmglättung „24p Smooth Film“ sollte jedoch deaktiviert werden, da sie sichtbare Artefakte hervorruft. mr/ur/ff

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    Der Testbericht Panasonic TX-55 CSW 524 (Gesamtwertung: 66, Preis/UVP: 1200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2016 erschienen.

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    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Panasonic TX-55 CSW 524 (audiovision 02-2016)In den Warenkorb

      Panasonic TX-55 CSW 524 (audiovision 02-2016)

      PDF-Download €1,99

    Av-Fazit

    66 befriedigend

    Ein Comeback werden Full-HD-TVs nicht mehr feiern, der Panasonic TX-55 CSW 55 ist aber noch gut in Form. Zwar kosten die fehlende 3D- und UHD-Unterstützung viele Punkte, für Blu-ray-Abende oder Sportübertragungen bringt er aber die besten Voraussetzungen mit: Kontrast und Bewegungsschärfe übertreffen gar manchen 4K-Kollegen.

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