Mit dem TV-55Z80B schickt Panasonic seinen günstigsten OLED ins Rennen. Welche Einbußen muss man bei Ausstattung und Bildqualität hinnehmen?
Panasonics Einstiegs-OLED-Serie des Jahrgangs 2025/2026 hört auf den Namen Z80B. Die Reihe umfasst die Bildschirmgrößen 48, 55 und 65 Zoll und reicht preislich von 1.300 bis 1.900 Euro. Für den von uns getesteten 55-Zöller verlangen die Japaner 1.450 Euro. Der Apparat mit selbstleuchtenden Pixeln steht auf zwei seitlichen Metallfüßen. Das Gehäuse ist inklusive Anschlüssen 4,7 Zentimeter tief, das Panel kommt auf nur wenige Millimeter. Der Metallrahmen wirkt hochwertig. Die VESA-Norm 300 x 200 Millimeter erlaubt eine Montage an der Wand.
Ausstattung und Praxis
An den Features des TV-55Z80B erkennt man, dass der Panasonic kein Spitzen-OLED ist. So sind die TV-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 lediglich als Single-Varianten verbaut, zudem kann der Apparat keine Sendungen auf USB-Festplatte aufzeichnen. Ebenfalls verzichtet der 55-Zöller auf einen Penta-Tuner und damit auf die Empfangswege TV>IP und IPTV; ein Umgebungslichtsensor fehlt, ebenso das Zusammenspiel mit Auracast (siehe Kasten).
Von den drei HDMI-Ports unterstützen zwei den Standard 2.1 mit Variable Refresh Rate (VRR), Auto Low Latency Mode (ALLM) und 4K-Wiedergabe mit 120 Hertz. Gamer profitieren von AMD FreeSync Premium und der G-Sync-Kompatibilität. Das spezielle Game Control Board erlaubt es, individuelle Spiele-Einstellungen flott vorzunehmen.
Schwarz und schwer: Der große Steuerstab ist mit Direktwahltasten für Amazon Prime Video, Netflix und das Internet ausgestattet. Außerdem kann man von hier aus den Sprachassistenten öffnen und eine beliebige App auf eine separate Taste ablegen.


Der von uns hier getestete Z80B wird im Gegensatz zu den Serien Z95B, Z95A, Z93A, Z90B, Z90A, Z85A, W95B, W95A, W93B, W93A und W90A nicht unterstützt. Panasonic hat unter anderem den kabellosen Ohrhörer Technics EAH-AZ100 im Portfolio (Test in der letzten Ausgabe), der sich mittels Auracast mit den aufgeführten Fernsehern der Japaner verbindet.

Zur Bewältigung von Rechenaufgaben vertraut Panasonic auf den HCX-Prozessor, der nicht so leistungsfähig ist wie die „Pro AI MK II“-Variante. Künstliche Intelligenz spielt bei der Bild- und Tonbearbeitung des TV-55Z80B deshalb eine geringere Rolle als bei Panasonics Top-OLEDs. Als Betriebssystem kommt Fire TV zum Einsatz. Anwender dürfen sich über ein breites App-Portfolio im Bereich Filme, Spiele und Musik freuen, unter anderem sind Netflix, Paramount+, Joyn, WOW, Magenta TV, Apple TV+, HD+, Disney+, Netzkino und DAZN an Bord. Fire TV ist intuitiv zu bedienen, reagiert schnell und stellt individuelle Programmvorschläge bereit, sofern personalisierte Benutzerkonten eingerichtet sind. Das Display lässt sich mit Kunstwerken, Fotos und anpassbaren Alexa-Widgets verschönern. Als Sprachassistentin steht Alexa abrufbereit. Die Inhalte von iPhones und iPads transportiert man kabellos via Apple AirPlay 2 zum Panasonic. Chromecast gestattet das Spiegeln des Bildschirms von mobilen Endgeräten. Der schwarze Signalgeber ist recht schwer, liegt aber gut in der Hand und bietet Direktwahltasten für Amazon Prime Video, Netflix und einigem mehr.
Bild- & Tonqualität
Der TV-55Z80B offenbart im Bildcheck alle OLED-Qualitäten. Seine Farben sind kräftig, die Blickwinkelstabilität ist top und das dargestellte Schwarz wirkt ungemein satt und verleiht der TV-Performance eine ungeheure Souveränität. In hektischen Sequenzen bleibt der Flachmann ruhig, die Bewegungskompensation arbeitet bei Bedarf effektiv. HD-Inhalte skaliert der Panasonic sehenswert mit guter Schärfe und toller Plastizität auf 4K hoch. Bei SD-Material darf man hingegen keine Wunder erwarten.


Einer der wesentlichen Unterschiede gegenüber teureren und entsprechend leistungsfähigeren OLEDs: Mit maximal 623 Candela im „Dynamisch“-Modus ist die Spitzenhelligkeit vergleichsweise limitiert. Im farblich besten „Filmmaker“-Setting schafft der Japaner 503 Candela in Spitzlichtern. Bei zunehmendem Weißanteil rutscht die Helligkeit auf 218 (50 Prozent Weißfeld) bzw. 135 Candela (bildschirmfüllendes Weiß) ab. Der ANSI-Kontrast fällt mit 11.750:1 aber mehr als ordentlich aus.
Mit HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision beherrscht der TV-55Z80B alle relevanten High-Dynamic-Range-Formate. Ob der ermittelten Panel-Helligkeit ist der Panasonic allerdings kein plakativer Strahlemann. Wenn überhaupt sollte man nur in sehr hellen, sonnendurchfluteten Räumen zum „Dynamisch“-Modus greifen – in diesem Fall muss man jedoch mit farblichen Abweichungen leben. Im „Filmmaker“-Modus liefert der Japaner stattdessen ein extrem natürliches Bild, das der Realität nahe kommt. Die Dynamik ist akzeptabel.
Um den Ton des TV-Boliden kümmert sich ein 20 Watt starkes 2.1-System, der Tieftöner verfügt über zusätzliche 12 Watt. Dolby Atmos gehört zur Ausstattung. Keine Sorgen muss man sich um die Sprachverständlichkeit machen, Stimmen kommen in Dokumentationen, Filmen, Nachrichtensendungen und Talkshows klar zur Geltung. Die akustische Räumlichkeit ist ebenfalls gefällig, bei Musik und Actionstreifen sollte man darauf achten, dass man die normale Zimmerlautstärke nicht deutlich übersteigt. Sonst leidet die tonale Klarheit, der 55-Zöller spielt dann nicht mehr so präzise auf.


Der Testbericht Panasonic TV-55Z80B (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 1.450 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2026 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Beim TV-55Z80B muss man bei der Ausstattung mit Lücken leben. Das gilt – abgesehen von der Maximalhelligkeit – jedoch nicht bei der Bildqualität. Der Panasonic-OLED liefert sattes Schwarz, kräftige Farben und eine tolle Blickwinkelstabilität.
Jochen Wieloch

