In der Regel verstecken Hersteller von In-Ears das für den Klang entscheidende (Wechsel-)Bauteil irgendwo unten in der Schachtel oder in einem verschweißten Kunststoffbeutel. Die Rede ist von den Silikonaufsätzen, die die Kopfhörer im Gehörgang verankern und abschließen und somit die Basswiedergabe respektive das Noise Cancelling maßgeblich beeinflussen. Nicht so beyerdynamic bei seinem 250 Euro teuren Amiron 300: Hier liegen 5 Paar farbcodierte Silikonstöpsel (XS, S, M, L, XL) prominent in der Schachtel neben dem Lade-Case und ein Erklärtext weist auf die Wichtigkeit des Findens der perfekten Größe hin. Gut so! In der App lässt sich der Klang via 5-Band- Equalizer weiter formen (5 Voreinstellungen oder eigene Kurven), wobei wir mit der Grundeinstellung „Aus“ bereits rundum zufrieden waren. Zusammen mit dem Akku des handschmeichelnden Lade-Case ergibt sich eine Gesamtlaufzeit von 26 bis 38 Stunden (ANC on/off). Das Noise Cancelling (6 Stufen + adaptiv + Winderkennung) reduziert die meisten Geräusche zuverlässig auf ein Minimum, in leisen Musikpassagen tritt allerdings ein dezentes Rauschen auf. Die Bedienung erfolgt über Touchflächen an beiden Hörern oder via App.
Gefälliger Allrounder
Im Hörtest schlagen sich die Amiron 300 ausgezeichnet. Christian Bruhns „Captain Future“-Soundtrack groovt ebenso lässig-knackig wie Billy Prestons „Right Now“. Auch das Heavy-Metal-Kontrastprogramm mit Gojiras „Magma“-Album und Judas Priests „Painkiller“-Klassiker wird wuchtig in die Gehörgänge gepumpt. Subtilere Töne wie John Williams‘ Filmsoundtrack zu „Die Geisha“ beherrschen beyerdynamics In-Ears ebenfalls. Unterm Strich ein kraftvoll-spritziger Allrounder.

Der Testbericht Beyerdynamic Amiron 300 (Gesamtwertung: Sehr gut, Preis/UVP: 250 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Das Noise Cancelling mit leichtem Rauschteppich ist „nur“ gut, dafür überzeugt der Klang schon in der Grundeinstellung mit satten Bässen, angenehmen Mitten und feinen Höhen.
Oliver Schultes

