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    Projektoren

    Optoma UHZ68LV (Test)

    25. Juni 20269 Minuten Lesezeit

    Mit dem UHZ68LV bringt Optoma die nächste Projektoren-Generation auf den Markt, um XXL-Leinwände mit moderner HDR-Technologie zu befeuern.

    Für stramme 4.500 Euro bringt Optoma seinen neuen 4K-HDR-Projektor UHZ68LV in den Handel – dort firmiert er auch schon mal unter der Bezeichnung UHZ5000. Bis auf den Namen sind die Geräte aber identisch. Die Stellfläche beträgt 49,8 x 33,1 Zentimeter, die Waage zeigt 9,2 Kilogramm. Das Gehäuse gibt es ausschließlich mit schwarzem Finish. Die aufgeräumte Oberseite ist aus Kunststoff und gefällt mit seiner Klavierlackoptik. Hier ist eine große und für unser Empfinden etwas zerbrechlich anmutende Klappe integriert, unter der sich Regler für Zoom, Fokus und Lens-Shift befinden. Die Leistungsaufnahme beziffert der Hersteller mit 345 Watt. Unsere Messung liegt mit 295 Watt im hellsten Lichtmodus deutlich darunter.

    Ausstattung und Technik
    Beim Optoma UHZ68LV handelt es sich um einen 1-Chip-DLP-Projektor mit nativer Full-HD-Auflösung, der via XPR-Shift-Technik 3.840 x 2.160 Pixel wiedergibt. Als Lichtquelle ist ein Dual Laser aus roten und blauen Dioden verbaut, die bis zu 5.000 Lumen liefern sowie 95 Prozent des DCI-P3-Farbraums abdecken sollen. Ungeachtet des Lichtstroms beziffert der Hersteller die Lebensdauer mit 30.000 Stunden. Dolby Vision und HDR10+ optimieren jedes einzelne HDR-Bild, natürlich werden auch die statischen Varianten HDR10 und HLG unterstützt. Ein vollständiges Sechs-Achsen-Farbmanagement ist hinterlegt, ebenso die üblichen Gain-/Offset-Regler sowie ein 11-Punkte Equalizer für Graustufen und Gamma. Freunde von 3D-Filmen kommen ebenfalls auf ihre Kosten (siehe Kasten Seite 26). Die im Datenblatt und auf der Webseite des Herstellers aufgeführten ISF-Modi „Tag“ und „Nacht“ sind in unserem Test-Exemplar ausgegraut, den beworbenen „Filmmaker“-Modus konnten wir gar nicht erst finden.

    Die handliche Fernbedienung besitzt eine hintergrundbeleuchtete Tastatur, so dass auch in dunkler Umgebung die Symbole gut zu erkennen sind. Neben dem Home-Knopf gibt es eine weitere Taste, um direkt ins Bildmenü zu gelangen.

    HDR10+ besitzt wie alle anderen Modi die Möglichkeit, auf den „Helligkeitsmodus“ zuzugreifen. Hier können die Laser individuell bis 100 Prozent angepasst werden. Überdies bietet „DynamicBlack“ in drei Stufen eine dynamische Luminanzregelung.
    „Dolby Vision Vivid“ ist das hellste von drei Presets. Im OSD kann HDR noch ein wenig getrimmt werden.
    Der UHZ68LV besitzt drei HDMI-Eingänge auf der Rückseite, von denen nur HDMI-3 e/ARC unterstützt. Eine Kopfhörerbuchse, LAN und S/PDIF für die Tonübertragung sind vorhanden. Drei USB-Schnittstellen sowie ein Anschluss für den 3D-Emitter komplettieren das Anschlussfeld.
    Dual-Laser für mehr Helligkeit
    Um die Vorteile der Dual-Laser-Technologie besser einordnen zu können, werfen wir zunächst einen Blick auf die Problematik der Single-Laser. Diese nutzen eine Kombination aus blauen Laserdioden und einem Lumineszenz-Material. Das ist allgemein eher als gelbes Phosphorrad bekannt, um Weiß zu emittieren. Anschließend wird das Bild via Farbrad sequenziell in RGB projiziert. Diese doppelte Filterung kostet Lichtausbeute, weil beide Räder transparente Segmente besitzen, durch welche die blaue Strahlung auf den DMD-Chip gelenkt wird. Da das blaue Licht wesentlich stärker ist als die anderen Anteile, wird es stark gefiltert für eine gleichmäßige RGB-Farbbalance. Die Folge ist eine geringere Lichtausbeute.

    Die neue Dual-Laser-Technologie wirkt dem entgegen. Sie setzt auf eine zusätzliche Bank von roten Laserdioden. Dadurch werden sattere Rottöne und eine höhere Lichtleistung erzielt, weil das Kombimodul die blaue Strahlung nicht mehr so stark reduzieren muss. Das Ergebnis ist am Ende eine höhere Lichtausbeute.

    Dual-Laser-Technologie: Zusätzlich zum blauen ist ein roter Laser verbaut, um die Lichtausbeute zu erhöhen.

    Es gibt weder Smartfunktionen noch Apps, dafür zwei 5-Watt-Lautsprecher und eine dreistufige Zwischenbildberechnung namens „Pure Motion“. Diese befindet sich im Preset „PureEngine Ultra“, zusammen mit Kontrast-, Licht-, Color- und Detailschärferegelungen, die ein Feintuning des Bildsignals ermöglichen. Keystone, 4-Ecken-Korrektur und Dynamic Black komplettieren die Ausstattung.

    Installation und Bedienung
    Nach dem ersten Einschalten des Projektors öffnet sich ein Assistent, mit dessen Hilfe die Inbetriebnahme in wenigen Minuten erledigt ist. Dank des großen Offsets kann der UHZ68LV auf Höhe der Leinwandunterkante oder Überkopf an der Oberkante platziert werden. Mittels des Lens-Shifts lässt sich das Bild großzügig auf der Leinwand vertikal und horizontal verschieben. Das 1,6-fache Zoomobjektiv ermöglicht es, den Projektor in einer Distanz von 3,00 bis 4,80 Meter aufzustellen, um eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand komplett auszuleuchten. Fokus, Bildverschiebung und Zoom werden manuell eingestellt. Bei einem Projektor in dieser Preisklasse wäre ein motorisches Objektiv mit Lens-Memory allerdings wünschenswert, um ihn für größere Cinemascope-Leinwände komfortabel zu nutzen. Das Menü ist übersichtlich strukturiert, selbsterklärend beschriftet, und die Navigation geht mit der kleinen Fernbedienung, die eine illuminierte Tastatur besitzt, zügig vonstatten.

    Für SDR-2D, SDR-3D, HDR, HDR10+ und Dolby Vision können separate Anpassungen erfolgen, da es eigene Bildmodi für diese Signale gibt. Wird dem UHZ68LV zum Beispiel ein Film in Dolby Vision zugespielt, schaltet er von selbst in das passende Preset. Am Ende der Vorführung fährt der Projektor in rekordverdächtigen vier Sekunden in den Standby-Modus. Nach dem Einschalten dauert es genauso lange, bis das zugespielte Bildsignal auf der Leinwand erscheint.

    Licht und Farbe
    Ausgeliefert wird der UHZ68LV im Bildmodus „Lebendig“, der mit einer Farbtemperatur von 7.500 Kelvin satte 3.390 Lumen auf die Leinwand knallt. Im Bildmodus „Hell“ wird die beworbene Maximalhelligkeit mit 4.800 Lumen um gerade mal 4 Prozent verfehlt. Da hier eine dynamische Helligkeitsregelung in Kraft ist, die bei einer Schwarzblende die Lichtquelle abschaltet, kalibrieren wir dieses Preset. Mit nur wenigen Anpassungen erzielen wir eine Lichtausbeute von 3.500 Lumen. Der Graustufenverlauf ist mustergültig, was mit unserer 0,4-DeltaE-Messung im Durchschnitt bestätigt wird. Die Farbtemperatur liegt demzufolge über den gesamten Verlauf bei 6.500 Kelvin. Die Lichtausbeute ist so enorm, dass sie für Bildbreiten bis 6 Meter (SDR) und 4,20 Meter (HDR) ausreicht – oder kleinere Leinwänden bei Umgebungslicht.

    3D auf der Leinwand
    Der Optoma UHZ68LV bietet gleich zwei Möglichkeiten, um 3D-Filme zu schauen. Bei der ersten Variante kommt der DLP-Link ins Spiel, der via Grünblitz die 3DBrille mit dem Projektor synchronisiert. Alternativ kann die RF-Technologie von Optoma verwendet werden. Hierfür bedarf es eines externen Emitters, der mit dem Beamer verbunden wird.

    Mit über 3.500 Lumen Lichtausbeute macht 3D mit diesem Optoma enorm viel Spaß. So hell, scharf, brillant und farbenfroh haben auch wir dreidimensionale Bilderwelten selten erlebt. „Avatar: The Way Of Water“ wird ohne Ghosting projiziert, der Grünblitz dabei komplett von den Brillengläsern absorbiert. Die Tiefenstaffelung ist herausragend. Leider ruckelt das Bild leicht, weil es von 24 Hz in 60 Hz gewandelt wird.

    „PureEngine Ultra“ erlaubt tiefergehende Anpassungen. Leider bleibt wie beim BenQ 4100i die zugeschaltete Zwischenbildberechnung wirkungslos.
    „11 Punkte RGB-Balance“: Hierbei handelt es sich um einen Equalizer, um den RGB-Graustufenverlauf und Gamma von 5 bis 100 Prozent anzupassen.
    „CMS“: Das Color-Management-System dient der Einstellung von Primär- und Sekundärfarben innerhalb der verschiedenen Farbraummodelle.
    Eine herausragende Schärfe attestiert der Detailausschnitt aus unserer Hamburg-Panoramaaufnahme. Einzelne Streben vom Geländer werden komplett reproduziert, ebenso sind alle Falten im geöffneten Schiebedach des Doppeldecker-Busses zu sehen.

    Der statische Kontrast beträgt für SDR und HDR nach der Kalibrierung 1.340:1 (On/Off), 1.142:1 (In-Bild) und 235:1 (ANSI), was der üblichen Performance von DLP-Projektoren in dieser Preisklasse entspricht. LCOS- und LCD-Lichtwerfer schneiden diesbezüglich um einiges besser ab. Dynamisch lässt sich der Kontrast des UHZ68LV immerhin auf 1.640:1 steigern, ohne dass es durch die Laserregelung zu störendem Helligkeitspumpen kommt. Den beworbenen Kontrast von 3.200.000:1 erzielt unser Proband hingegen mit einem Trick: Er schaltet die Laser einfach aus. Praxisnah ist das nicht, sorgt aber zumindest bei Schwarzblenden für Wow-Effekte, weil es im Raum kurzzeitig stockdunkel ist.

    Die Farbraumabdeckung von Rec.709 (100 Prozent) und DCI-P3 (99 Prozent) gelingt unserem Testgerät praktisch perfekt. Die Ausleuchtung liegt im Durchschnitt bei 91 Prozent. Lediglich in den Ecken verzeichnen wir leichte Abschattungen, weil der Helligkeitsabfall an diesen Stellen bis zu 20 Prozent beträgt.

    Bildqualität
    Sofort fällt uns auf, wie leise der Optoma UHZ68LV für einen so hellen Projektor ist. Mit 31 Dezibel hört man ihn zwar, aber sobald Filmton erklingt, finden wir das Betriebsgeräusch unkritisch.

    Der DLP-Chip von Texas Instruments wandelt alle Bildsignale in 60 Hz, was das typische 3:2-Pulldownruckeln zur Folge hat. Mit „PureMotion“ lässt sich aber gut gegensteuern. Die Zwischenbildberechnung eliminiert das Ruckeln und verbessert die Bewegungsschärfe. Auf Stufe „1“ haben wir mit allen von uns zugespielten Inhalten keine Fehler feststellen können. Bis zum Rand ist alles gestochen scharf. Der DLP-Regenbogen-Effekt fällt trotz
    der hohen Lichtausbeute angenehm milde aus. Nur selten haben wir ein Farbblitzen entdeckt, so dass auch empfindliche Personen mit einem Kauf liebäugeln können.

    Nachtaufnahmen und Cinemascope-Balken sind eher Grau, was dem suboptimalen Schwarzwert von 2,61 Lumen zuzuschreiben ist. Zwar relativiert sich der Wert auf Bildgrößen jenseits der 4 Meter oder im Wohnzimmer bei kontrolliertem Umgebungslicht, aber im dunklen Heimkino auf einer 3,30 Meter breiten Leinwand ist das Ergebnis in dieser Disziplin nicht berauschend. Zumindest den Grauschleier im laufenden Bild können wir via „DynamicBlack1“ und Anpassungen unter „PureEngine Ultra“ beseitigen. Sobald helle Spitzlichter vorhanden sind, stellt sich ohnehin ein brillantes Bild ein. Vor allem Farben werden in nur selten gesehener Pracht auf die Leinwand gefeuert. Dank der hohen Lichtausbeute strahlen rote und grüne Neonschriftzüge in „Elvis“ (HDR10+) wunderbar authentisch und Schattenbereiche sind hervorragend durchgezeichnet. Das Tone-Mapping sorgt dafür, dass Signale von 0 bis 1.000 Nits auf der Leinwand abgebildet werden. In schwierigen Filmen wie „Sully“ bleiben die Displays am Times Square teilweise leer, weil deren Inhalte mit über 4.000 Nits gemastert sind und demzufolge oberhalb von 1.000 Nits ins Weiß clippen. Mit „Top Gun: Maverick“ in Dolby Vision gibt sich der Optpma UHZ68LV hingegen keine Blöße. Hautfarben, blauer Himmel, goldene Sonnenuntergänge, der in Rot getauchte Radarraum auf dem Flugzeugträger versprühen vollwertiges HDR-Feeling. Und wenn die Flugzeuge durch die enge Felsenlandschaft donnern, sind die stationierten Abwehrraketen glasklar erkennbar.

    Die verbauten Lautsprecher sind im Grunde nur ein Notbehelf, falls der Projektor mal unterwegs genutzt wird. Zumindest bieten die zwei 5-Watt-Boxen klare Mitten und Höhen. Stimmen und Effekte tönen glaubwürdig. Auf Tiefbass muss natürlich verzichtet werden.

    Der Testbericht LG OLED65B59LA (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 4.500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • OPTOMA UHZ68LV (audiovision 8-2025)In den Warenkorb

      OPTOMA UHZ68LV (audiovision 8-2025)

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    AV-Fazit

    81 Sehr gut

    Der Optoma UHZ68LV bietet eine exzellente Farbraumabdeckung, eine hohe Maximalhelligkeit und tolle Schärfe – so dass er auch für richtig große Leinwände bestens geeignet ist. Einzig beim Schwarzwert muss man Kompromisse eingehen.

    Michael B. Rehders

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