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    av-Test

    Elac Sub 2090 (Test)

    12. Mai 20165 Minuten Lesezeit

    Die meisten Subwoofer auf dem Markt sind mit einem einzigen Tiefton-Chassis ausgerüstet. Das hält den Entwicklungsaufwand überschaubar und kostet weniger als der Einsatz mehrerer Chassis. Technisch hat diese Bauweise allerdings auch Nachteile. Der größte: Wird eine Bassmembran beschleunigt, wirkt ein Impuls gleicher Größe auch auf das Gehäuse, und zwar in entgegengesetzter Richtung. Das Gehäuse bewegt sich also genau entgegen der Membran, was deren Schallabstrahlung entsprechend vermindert.

    Elac_Sub2090_PCDies lässt sich mit der sogenannten impulskompensierten Bauweise verhindern, bei der zwei gleiche Chassis auf den gegenüberliegenden Seiten des Subwoofers montiert werden. Die Impuls-wirkung beider Membranen auf das Gehäuse gleichen sich so komplett aus. Auf genau diese Bauweise setzt Elac beim neuen Subwoofer SUB 2090. Seine beiden Chassis mit je 30 Zentimetern Durchmesser sind in Boden und Deckel montiert. Noch mehr Stabilität verleihen die Elac-Entwickler ihrer Konstruktion, indem sie die Magneten der beiden Chassis über eine massive Metallstange miteinander verschrauben. So sind keinerlei Bewegungen zwischen den Chassis mehr möglich.

    Ober- und unterhalb der Chassis verschraubt Elac jeweils eine massive Holzplatte. Damit schlägt der Hersteller mehrere Fliegen mit einer Klappe: Zum einen wirkt das zwischen den Platten und den Membranen befindliche Luftvolumen als Druckkammer, die die Ankopplung an den Raum im oberen Bassbereich verbessert. Zum anderen ist die Membran des oberen Chassis gegen neugierige Finger und herabfallende Gegenstände zuverlässig geschützt. Und nicht zuletzt werden die Chassis dadurch komplett aus dem Sichtfeld des Anwenders genommen, was dem Subwoofer eine Optik gibt, die eher an ein Möbelstück als an ein Stück Technik erinnert. Das gilt im Übrigen auch für die schwarze Hochglanz-Oberfläche, die in Glätte und Tiefenwirkung echtem Pianolack nahekommt.

    Dank seiner XLR-Anschlüsse lässt sich der SUB 2090 auch über symmetrische Kabel mit Signalen versorgen. Hochpegel-Anschlüsse bringt er nicht nur für die Frontkanäle, sondern auch für den Center mit.
    Dank seiner XLR-Anschlüsse lässt sich der SUB 2090 auch über symmetrische Kabel mit Signalen versorgen. Hochpegel-Anschlüsse bringt er nicht nur für die Frontkanäle, sondern auch für den Center mit.

    Technik

    Wie beim kleinen Bruder 2070 (Test in audiovision 6/2015) lässt sich auch der SUB 2090 ausschließlich über die Smartphone-App „SUB CONTROL“ justieren (siehe Kasten „Klangtuning per App“). 

    Neben Cinch- und XLR-Eingängen verfügt der SUB 2090 auch über Anschlussbuchsen für Lautsprecher-Pegel, und zwar nicht nur für die Frontlautsprecher, sondern auch für den Center. Darüber hinaus bietet er eine USB-Buchse, die zum Anschluss des „Wireless Set Stereo“ vorgesehen ist. Dieses bietet eine drahtlose Übertragung der Signale zum Subwoofer, muss aber zusätzlich gekauft werden.

    Klangtuning per App
    Per kostenloser Smartphone-App Sub Control erledigt der Besitzer des Sub 2090 von Elac sämtliche Justagen bequem vom Sofa aus. Das macht richtig Spaß, auch weil die Bedienung einfach und verständlich ist. Die Menüs sind zudem so gestaltet, das jeder, der auch nur einigermaßen vertraut mit dem Umgang eines Smartphones ist, ohne Anleitung damit klarkommt.

    Besonders gefällt die übersichtliche und feinfühlige Einstellung der Tiefpass-Trennfrequenz sowie des Equalizers. Letzterer verfügt zwar nur über ein Filterband, das ist dafür allerdings parametrisch, also in Frequenz, Anhebung/Absenkung und Filtersteilheit einstellbar. Die automatische Raumeinmessung nutzt das Smartphone-Mikrofon zur Messung, jegliche zusätzliche Verkabelung wird so unnötig. Zur Durchführung sind zwei Messungen nötig: Beim ersten Mal muss der Anwender das Smartphone direkt an den Subwoofer halten, der einprogram­mierte Testtöne wiedergibt. Damit erhält das Programm einen Überblick, wie der Subwoofer ohne Raumeinflüsse spielt. Auch etwaige Frequenzgangschwächen des Smartphone-Mikrofons werden damit erfasst. Die zweite Messung geschieht am Hörplatz und legt die Korrekturwerte für die jeweiligen Messfrequenzen fest. Der ganze Vorgang dauert jeweils nur wenige Sekunden. Im Test (mit einem iPhone 6) funktionierte die Automatik übrigens sehr gut, mit aktivierter Korrektur verbesserte sich das Klangergebnis hörbar.

    Linkes Bild: Neben der Lautstärke-Justage kann man unter vier Klangprogrammen wählen. Mittleres Bild: Der Frequenzgang des variabel einstellbaren Tiefpass-Filters wird grafisch veranschaulicht. Rechtes Bild: Für optimale Messungen kalibriert die App das Mikrofon im Smartphone.
    Linkes Bild: Neben der Lautstärke-Justage kann man unter vier Klangprogrammen wählen.
    Mittleres Bild: Der Frequenzgang des variabel einstellbaren Tiefpass-Filters wird grafisch veranschaulicht.
    Rechtes Bild: Für optimale Messungen kalibriert die App das Mikrofon im Smartphone.

    Tonqualität

    Mit einer unteren Grenzfrequenz von 20 Hertz sowohl bei maximaler als auch bei minimaler Tiefpass-Einstellung sowie 109 respektive 108 Dezibel Maximalpegel zeigt sich der Elac im Mess-labor mehr als nur erwachsen und streift damit die Grenzen des technisch sinnvoll Machbaren. Dieses Poten-zial unterstrich er im Hörtest überdeutlich, er spielt mit einer Souveränität und Gelassenheit, die wirklich fasziniert. Zudem begeistert er mit einer unglaublichen Wucht und Spritzigkeit: Bei der Abschleppwagenszene aus „Terminator – Die Erlösung“ krachen die Robots nur so in die Schrottautos, die Explosionen donnern furchterregend, aber keinen Wimpernschlag länger, als das Material es vorsieht – Heimkino-Action vom Allerfeinsten.

    Mit musikalischer Kost ist der Elac erst recht in seinem Element, die Bassdrum von Stewart Copland auf „Certifiable“ von Police kommt knackig und treibend, der uralte Fender Prescion-Bass von Sting urkräftig und wohlig knurrig. Einmal mehr lässt der Elac den Effekt erleben, den ein richtig guter Subwoofer auf die räumliche Darstellung von Musik hat: Ist er aktiv, wird der Raum deutlich weiter und tiefer, die Wiedergabe hat erkennbar mehr Live-Charakter. mino

    Elac-Sub-2090

    Elac_Sub2090_Wertung

    AuVi_AWARD-Referenz

    AuVi_AWARD-Highlight

    Der Testbericht Elac Sub 2090 (Gesamtwertung: 92, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2016 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Elac Sub 2090 (audiovision 04-2016)In den Warenkorb

      Elac Sub 2090 (audiovision 04-2016)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    92 sehr gut

    3000 Euro sind eine Menge Geld für einen Subwoofer. Aber der Elac SUB 2090 belohnt diese Investition mit einer Klangqualität der Referenzklasse und einer modernen Bedienung per App.

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