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    av-Test

    Elac Debut-Set (Test)

    3. Februar 20166 Minuten Lesezeit

    Mit einer frisch gegründeten Dependance versucht Elac seit September, den Markt in den USA für sich neu zu erschließen. Und will dabei mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: So nahm das Kieler Unternehmen die Neugründung zum Anlass, auch einen der weltweit renommiertesten  Lautsprecherentwickler, nämlich Andrew Jones, zu verpflichten. Der hatte sich unter anderem bei Pioneer, TAD und KEF einen Namen gemacht.

    Seine erste Aufgabe bei Elac America war nicht etwa ein neues Top-Produkt – hier ist Elac bereits extrem gut aufgestellt. Jones sollte eine neue Einstiegs-Lautsprecherserie schaffen, um damit auf breiter Front in den amerikanischen Markt einsteigen zu können. Und gleichzeitig eine Schwäche im bisherigen Programm auszubügeln, denn gerade auf dem deutschen Markt waren die Kieler im Einstiegs-Sektor nie so erfolgreich wie in den höherpreisigen Segmenten.

    Technik

    elac-pcAndrew Jones ging das Problem konsequent an und entwickelte die neue Lautsprecherserie mit dem Namen Debut von Grund auf, ohne auf bestehende Technologie aus Norddeutschland zurückzugreifen. Zumindest im Hochtonbereich war dieser Schritt ohnehin unvermeidlich: Die „JET“ benannten Air Motion Transformer, die Elac in den meisten Lautsprecherserien einsetzt, sind einfach zu teuer. Jones setzt hier auf eine Kalotten-Konstruktion mit 25 Millimeter durchmessender Membran aus sehr feiner, leichter Seide. Vor diese setzte er ein vergleichsweise enges, tiefes Waveguide, um im unteren Übertragungsbereich der Kalotte (sie arbeitet in allen Boxen ab etwa drei Kilohertz) das Rundstrahlverhalten zu kontrollieren und an das der Tiefmitteltöner perfekt anzupassen. Die Konstruktion wird nach vorne durch ein feinmaschiges Gitter abgeschlossen, das neben seiner mechanischen Schutzwirkung im oberen Übertragungsbereich Feintuning in Sachen Frequenzgang und Rundstrahlverhalten betreibt.

    Durchaus ungewöhnlich für diese Preisklasse ist der Einsatz von geflochtenen Aramidfasern als Membran-material für die Tiefmitteltöner. Dieses Material – auch bekannt unter den Markennamen Nomex und Kevlar von DuPont – ist im Vergleich zu Papier erheblich steifer und hat eine deutlich höhere innere Dämpfung. Allerdings ist es auch deutlich aufwändiger herzustellen und zu verarbeiten. In den Frontlautsprechern F5 kommen drei solcher Chassis mit je 13 Zentimeter Durchmesser zum Einsatz, von denen zwei ausschließlich für den Bass verantwortlich sind. Das oberste Chassis arbeitet bis 3 Kilohertz und sorgt für den passenden Anschluss zum Hochtöner. Der Center C5 wartet mit zwei Dreizehner-Bässen auf, die den Hochtöner ganz konventionell in die Mitte nehmen. Die Surrounds B6 bringen nur einen Tieftöner mit, der hat dafür einen Durchmesser von 16 Zentimetern.

    Keinerlei Bedienelemente bringt der Elac-Subwoofer mit. Sämtliche Einstellungen lassen sich über eine Smartphone-App vornehmen.
    Keinerlei Bedienelemente bringt der Elac-Subwoofer mit. Sämtliche Einstellungen lassen sich über eine Smartphone-App vornehmen.

    Anstatt einer Bassreflexöffnung weist der Subwoofer S12 EQ eine Passivmembran auf, die ebenso wie das angetriebene Chassis 30 Zentimeter durchmisst. Letztere ist vorn eingebaut, der Passivstrahler im Boden des Woofer-Gehäuses. Sämtliche Einstell-Möglichkeiten lagerte Elac in eine Smartphone-App aus, die auch eine – verlässlich funktionierende – automatische Einmessung enthält (siehe Kasten „Subwoofer-Einstellung per Smartphone“).

    Subwoofer-Einstellung per Smartphone
    Bei Elac hält das Smartphone-Zeitalter jetzt auch bei Subwoofern Einzug: Der S12 EQ lässt sich nur noch mit Hilfe der App SUB CONTROL justieren, die der Hersteller für iOS und Android anbietet. Das ist zur gehörmaßigen Justage des Subwoofer-Klangs natürlich erheblich praktischer als die bislang üblichen Regler auf der Rückseite des Woofer-Gehäuses und auch intuitiver als mit einer beigelegten Fernbedienung. Das gilt zumindest für die Elac App, die der Hersteller übersichtlich und einfach verständlich gestaltete.

    Zudem nutzten die Kieler die Gelegenheit, um einen analog nur sehr aufwändig zu realisierenden vollparametrischen Equalizer mit ins Einstell-Portfolio aufzunehmen. Bei dieser Equalizer-Art lassen sich nicht nur die Frequenz, bei der angehoben oder abgesenkt werden soll, und der Umfang der Anhebung/Absenkung einstellen, sondern auch die Breite der Frequenzgang-Änderung, die sogenannte Güte. So kann der Anwender eine störende Raumresonanz gezielt aus dem Spiel nehmen oder den Bereich oberhalb von 20 Hertz leicht pushen, ganz wie es der Raum oder der persönliche Geschmack erfordert.

    Auch eine automatische Raumeinmessung integrierte Elac in die App. Diese nutzt das Mikrofon des Smartphones und funktionierte im Test zuverlässig.

    Der im S12 EQ integrierte parametrische Equalizer kann auf Wunsch eine störende Raumresonanz gezielt abschwächen. Die Elac-App ermöglich eine zielgenaue, einfache Justage.
    Der im S12 EQ integrierte parametrische Equalizer kann auf Wunsch eine störende Raumresonanz gezielt abschwächen. Die Elac-App ermöglich eine zielgenaue, einfache Justage.

    Tonqualität Surround

    Mit einer unteren Grenzfrequenz von 21 Hertz und einem Maximalpegel von 106 Dezibel produziert der Subwoofer durchaus eindrucksvolle Messwerte. Die Frequenzgänge von Front, Center und Surrounds zeigen ein paar eher belanglose Welligkeiten und bieten kaum Anlass zu Kritik. Etwas erstaunlich ist die mit 80 Dezibel ziemlich geringe Empfindlichkeit der Frontlautsprecher. Um ihnen hohe Pegel zu entlocken, sollte der Verstärker über eine gewisse Leistungsfähigkeit verfügen.

    Die von Grund auf neu entwickelte Seidenkalotte bekam eine vergleichsweise lange und schmale Schallführung vorgesetzt, um das Rundstrahlverhalten zu optimieren.
    Die von Grund auf neu entwickelte Seidenkalotte bekam eine vergleichsweise lange und schmale Schallführung vorgesetzt,
    um das Rundstrahlverhalten zu optimieren.

    Völlig unproblematisch, um nicht zu sagen richtig gut, ist das Rundstrahlverhalten des Centers, der im Mitteltonbereich nur wenig von den für seine Bauweise sonst so typischen Einbrüchen bei größeren Winkeln zeigt. „Billige“ Plätze im Heimkino gibt‘s mit ihm also nicht.

    Schon bei den ersten Tönen macht die 5.1-Kombi klar, dass sie keineswegs um oberflächliche Aufmerksamkeit buhlt und sich mit Effekthascherei in den Vordergrund spielt. Für das Debut-Set steht das wiederzugebende Material im Vordergrund, nicht die Technik. Tim Reynolds und Dave Matthews beispielsweise gibt es bei ihrem „Lie in Our Graves“ sehr unmittelbar wieder und vermittelt die Live-Atmosphäre ausnehmend glaubwürdig. Zudem fällt es den Elacs leicht, Stimmen und Instrumente in Breite und Tiefe im Raum zu positionieren, wie sie mit dem San Francisco Orchester bei „Appalachian Spring“ von Aaron Copeland mühelos unter Beweis stellten.

    Auch wenn der Lautstärkeregler ob des niedrigen Wirkungsgrades etwas weiter nach rechts gedreht werden muss, bewältigt das Elac-Set Filmton mit Kino-Pegeln anstandslos, ohne merk-liche Kompression oder gar Verzerrungen. Bei der Abschleppwagen-Szene aus „Terminator – die Erlösung“ beispielsweise integriert sich der Subwoofer nahtlos ins klangliche Gesamtgeschehen und überzeugt mit tiefreichender, knackiger und sauberer Wiedergabe.

    Tonqualität Stereo

    Die Elac-Frontlautsprecher kommen bei normalen Lautstärken mühelos ohne Subwoofer zurecht, ihr Bass kommt voluminös, sauber und mit erstaun-lichem Tiefgang. Im Stimmenbereich beweisen die F5 Charakter, sie arbeiten beispielsweise Inga Rumpfs Gesang beim Jazzklassiker „You Go To My Head“, den sie zusammen mit der NDR-Radiophilharmonie interpretiert, fein säuberlich und ohne störende Verfärbungen heraus. An impulsschnellen Verstärkern beweisen sie zudem einiges an Temperament. mino

    Die Strukturfolien-Oberfläche der Debut-Serie von Elac wirkt edel, fast wie gebürstetes Aluminium. Die Verarbeitung der Boxen ist bis ins Detail sauber.
    Die Strukturfolien-Oberfläche der Debut-Serie von Elac wirkt edel, fast wie gebürstetes Aluminium. Die Verarbeitung der Boxen ist bis ins Detail sauber.

    elac-wertung

    AuVi_AWARD-Preistipp

    Der Testbericht Elac Debut-Set (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 2200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2016 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Elac Debut-Set (audiovision 01-2016)In den Warenkorb

      Elac Debut-Set (audiovision 01-2016)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    84 sehr gut

    Debüt gelungen: Die neue Einstiegs-Boxenserie von Elac beweist bei Filmton und Musik in dieser Klasse ungeahnte Qualitäten – das verdient eine „Preistipp“-Auszeichnung.

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