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    Acer V 7500 (Test)

    23. Dezember 20157 Minuten Lesezeit

    Bei unserem letzten Test mit drei günstigen Kurzdistanz-Projektoren lag ebenfalls ein DLP-Projektor von Acer vorn. Der 1.000 Euro teure H 7550 ST (ST steht für Short Throw) leistete sich allerdings einige Farbabweichungen und kam nicht über 68 Punkte hinaus, was einem „Befriedigend“ entspricht. Im Vergleich eignet sich das mit normaler Brennweite und 1,3-fach-Zoom bestückte Modell V 7500 besser für das fest installierte Heimkino: Zum gleichen Preis bringt es die hilfreiche Lens-Shift-Funktion sowie eine hellere 260-Watt-Lampe mit.

    Ausstattung und Praxis

    acer-pcDas kleine Rändelrad am Objektiv schiebt die Bildunterkante ausgehend von der Tischkante um sechs Prozent der Bildhöhe nach unten beziehungsweise maximal 21 Prozent nach oben. Zudem beeindruckt die bis in die Ecken scharfe und verzeichnungsfreie Optik des Acer – in dieser Preisklasse ist das eine reife Leistung! Bei einer sauber waagerecht ausgerichteten Projektion werden deshalb die Trapez- oder die 4-Ecken-Korrektur des V 7500 gar nicht gebraucht. Im mobilen Einsatz sind diese Regler hingegen ebenso willkommen wie der ordentlich klingende integrierte Lautsprecher. Der analoge Tonausgang des Acer versorgt sogar eine externe Stereoanlage mit Signalen der beiden HDMI-Eingänge oder einer analogen Quelle.

    acer-ideal

    Eingang Nummer eins ist MHL-kompatibel und zapft HD-Inhalte von Smartphones und Tablets direkt an oder greift darauf drahtlos über den 70 Euro teuren WLAN-Dongle MWA 3 zu (siehe Kasten). Bereits mitgeliefert sind eine Kabelabdeckung mit gummigelagerter Garage für den Dongle sowie ein dazu passendes, kurzes HDMI-Verbindungs-kabel. Ein Paar 3D-Brillen vom Typ E4W schlägt mit 60 Euro zu Buche. Sie lassen sich per USB-Kabel aufladen, sitzen angenehm leicht auf der Nase und ermöglichen eine originalgetreue 24p-Darstellung von 3D-Filmen mit 144 Hertz (also pro Auge flackerfreie 72 Hertz).

    Die handliche Fernbedienung ist zwar unbeleuchtet, steuert aber flott durch messerscharf projizierte Menüs. Hier stehen ein komplettes Farbmanagement sowie Feinjustagen zu Gamma und Farbtemperatur zur Verfügung. Leider spart sich der Acer bei Quellen im HDMI-Farbmodus RGB die Bildregler für Sättigung sowie Farbton und schließt das Menü selbsttätig nach zu kurzer Zeit.

    Als unangenehm empfanden wir den Geruch, den zumindest unser jungfräuliches Testmuster auch nach Tagen freisetzte. Hinzu kommt die Geräuschentwicklung: Lüfter und Farbrad produzieren in beiden Lampenmodi ein leichtes Pfeifen sowie einen Summton.

    Licht und Farbe

    Anders als bei den Mitbewerbern von Viewsonic und Optoma überrascht der Acer mit einer bei Einsteiger-DLPs selten anzutreffenden Kombination aus Lichtstärke und akkuraten Farben. Im besten Bildmodus „sRGB“ schafft er 1.720 Lumen und leuchtet gut vier Meter breite Leinwände aus. Selbst im Sparmodus der Lampe bringt er es auf 1.270 Lumen, was immer noch für 3,5 Meter Leinwandbreite reicht. Trotz der enormen Helligkeit, wie wir sie bislang bei nur wenigen Testkandidaten zu sehen bekamen, gelingt eine satte und ausgewogene Farbdarstellung. Im Unterschied zum Bruder Acer H 7550 ST ist der Farbraum bei Grün und Cyan kaum eingeschränkt, weshalb blaugrüne Farben ebenso satt wie Rot und Gelb erscheinen. Nur Blau liegt leicht daneben, was für das menschliche Auge aber kaum zu erkennen ist. Graustufen wirken homogen, weiße Bildinhalte treffen mit einer Farbtemperatur von 6.530 Kelvin die Vorgabe nahezu perfekt (siehe auch Delta-E-Werte in der Tabelle). Keiner der sechs Bild-Presets des V 7500 liegt weit neben der Norm. Der Projektor birgt sogar noch leichtes Verbesserungspotenzial: Bei aktivierter Funktion „LumiSense“ steuert ein Lichtsensor in der Front die Lampe je nach Umgebung. Im dunklen Heimkino wechselt er dann automatisch auf den Sparmodus der Lampe und zeigt in diesem Preset sogar noch etwas feiner balancierte Farben.

    Gewöhnungsbedürftig: die Tastenbelegung der Acer-Fernbedienung und die abrupte Menü-Abschaltung.
    Gewöhnungsbedürftig: die Tastenbelegung der Acer-Fernbedienung und die abrupte Menü-Abschaltung.

    Gelb- und Ockertöne liegen allerdings zum Teil etwas weiter neben der Norm. Bei unserem Sehtest-Klassiker „Casino Royale“ wirken Hauttöne des Bond-Darstellers Daniel Craig orange überfärbt und etwas zu dunkel. Profis können dies im Farbmanagement kompensieren oder Kleinigkeiten wie das leicht in Richtung Rot verschobene Gelb nachtrimmen. Zu dunkle Farben passt der Helligkeitsregler an, der in Acers Farbmanagement „Unabh. Farbeinst.“ heißt.

    Auch der Im-Bild-Kontrast geht für so einen hellen DLP in Ordnung: Mit einem kleinen Weißfeld auf schwarzem Grund schafft er 1.825:1, EBU- und ANSI-Kontrast erreichen sehr gute Werte von 970 respektive 460:1. In der düsteren Montenegro-Szene erscheinen die Letterbox-Streifen nicht satt schwarz, sondern schimmern leicht blaugrün. Oben rechts sind rötliche Aufhellungen erkennbar. Hier bleiben Defizite bestehen, denn anders als beim Bruder H 7550 ST verzichtet der V 7500 auf die dynamische Lampen- und Gamma-Steuerung „Dynamic Black“. In den hellen Strandszenen auf den Bahamas brilliert der Acer hingegen mit fantastisch hellen und stets kontrastreich wirkenden Bildern.

    MHLi-Funktionalität und mehr
    Auch der neue Acer V 7500 ist mit einem MHL-fähigen HDMI-Eingang bestückt und speziell dafür vorbereitet. Dazu liegt bereits ein kurzes HDMI-Verlängerungskabel bei und an der abnehmbaren Kabelabdeckung nimmt eine Gummihalterung entsprechende Sticks wie den 70 Euro teuren Wireless Cast Adapter MWA 3 auf. Mit dem MWiHD 1 Wireless Kit steht sogar die praktische „Acer Wireless“-Option zur Verfügung. Dank der USB-5V-Versorgung am Terminal kann auch der 35 Euro teure Chromecast-Dongle von Google oder der Amazon Fire TV Stick (50 Euro) verwendet werden.

    In Schalterstellung „MHL“ nimmt der Funk-Dongle HD-Inhalte von kompatiblen Smartphones und Tablets entgegen. Im Zusammenspiel mit dem Google Chromcast-Empfänger mutiert der Acer V 7500 sogar zum Smart-TV-Projektor und greift drahtlos auf Internetportale wie Netflix oder YouTube zu. Zur Bedienung dient das eigene Smartphone. Sowohl für iOS- und Android-Geräte als auch für Windows- und Mac-OS-Systeme stehen die „Acer eDisplay App“ beziehungsweise die entsprechende PC-Software auf der Acer-Webseite zum Download bereit.

    Drahtlos auf Empfang: Der separat erhältliche WLAN-Dongle MWA 3 steckt gummigelagert in der seitlichen Kabelab­deckung des Projektors.
    Drahtlos auf Empfang: Der separat erhältliche WLAN-Dongle MWA 3 steckt gummigelagert in der seitlichen Kabelab­deckung des Projektors.
    Smart TV Projektor: Mithilfe eines Google-Chromecast-Empfängers verzweigt der Acer V 7500 drahtlos auf beliebte Internetportale wie Netflix oder You Tube.
    Smart TV Projektor: Mithilfe eines Google-Chromecast-Empfängers verzweigt der Acer V 7500 drahtlos auf beliebte Internetportale wie Netflix oder You Tube.

    Schärfe und Videoverarbeitung

    Lob verdient der starke Videoprozessor, der flimmernde Halbbildvideos (Kino- und TV-Material in 576i bzw. 1080i) bei aktiviertem Filmmodus stets sicher in ebenso scharfe wie ruhige Vollbilder umwandelt. Eine Bewegungsglättung für Kinofilme fehlt allerdings und beim flotten Schwenk über den Fußballplatz verschmieren weiße Spielfeld-Linien und entwickeln leichte Farbsäume.

    Herausragend: Dank des hohen Im-Bild-Kontrasts und der akkurat fokussierenden Zoom-Optik projiziert der Ein-Chip-DLP selbst feinste Linienmuster messerscharf.
    Herausragend: Dank des hohen Im-Bild-Kontrasts und der akkurat fokussierenden Zoom-Optik projiziert der
    Ein-Chip-DLP selbst feinste Linienmuster messerscharf.
    Feintuning für Bildtüftler: Im erweiterten Bildmenü stehen gut abgestimmte Regler für den Weißpegel sowie ein komplettes Farbmanagement zur Verfügung.
    Feintuning für Bildtüftler: Im erweiterten Bildmenü stehen gut abgestimmte Regler für den Weißpegel sowie ein komplettes Farbmanagement zur Verfügung.
    Flexibel und mobil einsetzbar: Der Acer gibt den Ton einer analogen Quelle sowie der beiden HDMI-Inputs mit dem integrierten Lautsprecher wieder oder leitet ihn an eine Stereoanlage. Dabei wird sogar digitaler DTS-Ton dekodiert und in analogen Stereoton gewandelt.
    Flexibel und mobil einsetzbar: Der Acer gibt den Ton einer analogen Quelle sowie der beiden HDMI-Inputs mit dem integrierten Lautsprecher wieder oder leitet ihn an eine Stereoanlage. Dabei wird sogar digitaler DTS-Ton dekodiert und in analogen Stereoton gewandelt.

    Im Schwarz-Weiß-Intro von „Casino Royale“ sind wir von der Bildleistung des Acer V 7500 überaus angetan: Alle Graustufen erscheinen farbneutral, homogen und kontrastreich. Trotz der satten Projektionshelligkeit blitzen um die hellen Lampen im dunklen Büro nur geringe Regenbogenartefakte auf. Das in dieser Szene herausgestellte Filmkorn haben wir selten so scharf gesehen, ebenso die feinen Spielkartenmuster im animierten Vorspann. Die Rouletteräder rotieren in sauberer 24p-Darstellung mit leicht verschmierten Stegen. Spielt man die Szene via Blu-ray-Player in 3D-Animation zu, erscheinen sie mit knackscharfer Dreifachkante. Die hohe Detailschärfe und Bildhelligkeit beeindrucken auch im 3D-Streifen „Avatar“. Doch diesmal leuchten die Farben der fliegenden Fabelwesen im nächtlichen Urwald weitaus schwächer und wirken deutlich fahler als in der 2D-Fassung des Fantasy-Klassikers.

    1.000 Euro: Der Clou bei diesem starken Einsteiger-DLP von Acer ist die Lens-Shift-Funktion. Das RGB-Farbrad reduziert Regenbogenblitzer und optimiert die Farben. Vorne links sitzt der Lautsprecher, oben rechts misst ein Sensor das Umgebungslicht.
    1.000 Euro: Der Clou bei diesem starken Einsteiger-DLP von Acer ist die Lens-Shift-Funktion. Das RGB-Farbrad reduziert Regenbogenblitzer und optimiert die Farben. Vorne links sitzt der Lautsprecher, oben rechts misst ein Sensor das Umgebungslicht.

    acer-wertung

    AuVi_AWARD-Preistipp

    AuVi_AWARD-Testsieger

    Der Testbericht Acer V7500 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 1000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2015 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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