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    av-Test

    Panasonic DMP-UB404 (Test)

    15. Mai 20176 Minuten Lesezeit

    Ein Jahr nach dem Start der Ultra-HD-Blu-ray schickt Panasonic seinen dritten UHD-Player ins Rennen. Der DMP-UB404 markiert bei den Japanern den UHD-Einstieg und ist mit 350 Euro nicht nur deutlich günstiger als seine beiden Brüder UB900 und UB704 (Test in 4-2016 und 11-2016), er schrumpfte auch physisch. Trotzdem steckt in dem Winzling viel Technik aus den großen Modellen, obendrauf gibt es sogar neue Features wie Hybrid Log Gamma und eine HDR-Anpassung. Ganz ohne den Rotstift ging es aber nicht. 

    Kompakt, aber „Premium“

    panasonoc_dmp-ub404_proconDas Gehäusevolumen wurde um rund 50 Prozent reduziert, so passt der UB404 mit einer Breite von 32 Zentimetern beinahe in jedes Regalfach. Optisch lehnt der Kleine an das Aussehen seiner Player-Kollegen an, das „3D Glas-Cut-Design“ (aus Plastik) der aufklappbaren Frontblende wirkt hochwertig und der simple Blechdeckel – der UB704 bietet hier ein Hochglanz-Finish – robust. Bei unserem Schüttel-Test schepperte nichts im Inneren, die vier winzigen Gummifüße sind aber eine klassische Einsteiger-Lösung. Klappt man die Blende auf, kommt ein USB-2.0-Port zum Vorschein, der SD-Kartenleser des UB704 fehlt indes. Gestrichen wurde auch das Gerätedisplay, nur eine rote Leuchte zeigt an, ob sich der Player im Standby (Licht aus) oder im Betrieb befindet. Auf dem Gehäusedeckel sitzen zwei Drucktasten für „Auswurf“ und „An/Aus“, mehr kann man am Player nicht bedienen. Das THX-Logo des UB900 blieb schon dem UB704 verwehrt und findet sich natürlich auch nicht beim UB404, was aber kein Beinbruch ist. Viel wichtiger: Selbst Panasonics Kleinster darf sich mit der „Ultra HD Premium“-Zertifizierung brüsten und erfüllt damit die derzeit höchsten Anforderungen der UHD Alliance in Sachen Helligkeit, Farben und Kontrast.

    Der UB404 zeigt nicht nur die Bild- und Tondaten der Disc an, sondern auch, was die HDMI-Buchse ausgibt.
    Der UB404 zeigt nicht nur die Bild- und Tondaten der Disc an, sondern auch, was die HDMI-Buchse ausgibt.

    Auf der Rückseite findet man zwei HDMI-Ausgänge, wobei der zweite für die Audioausgabe gedacht ist. Entlockt man ihm auch Videobilder, gibt der Player an beiden HDMI-Ports nur noch 2K-Bilder ohne HDR aus. An dem zweiten USB-3.0-Kontakt  darf man dank 5V/900mA-Buchse auch externe Festplatten hängen. Hinzu kommen eine LAN-Buchse sowie ein Toslink-Ausgang.

    Der Panasonic DMP-UB404 verzichtet auf analoge Schnittstellen, bietet dafür aber zwei HDMI-Ausgänge. Einer davon ist für die Audio-Ausgabe gedacht, kann jedoch auch mit Full-HD-Videosignalen belegt werden. Der Lüfter bläst die Abluft meist leise aus dem Gehäuse.
    Der Panasonic DMP-UB404 verzichtet auf analoge Schnittstellen, bietet dafür aber zwei HDMI-Ausgänge. Einer davon ist für die Audio-Ausgabe gedacht, kann jedoch auch mit Full-HD-Videosignalen belegt werden. Der Lüfter bläst die Abluft meist leise aus dem Gehäuse.

    Das Laufwerk erkennt die meisten Disc-Formate, verweigert aber DVD-Audio und SACD. Zudem sind Positionierungsgeräusche der Lasereinheit hörbar und das Summen der drehenden Scheiben ist je nach Abtastposition mal mehr, mal weniger deutlich zu vernehmen. Recht flott ist es aber: So starteten unsere Testscheiben „Die Alpen von oben“ und „Findet Nemo 3D“ in guten 17 respektive 23 Sekunden, das komplexe Java-Menü der Blu-ray „The Amazing Spider-Man“ lud der Player in ordentlichen 41 Sekunden. Beim Start aus dem Standby ist der UB404 in 17 Sekunden einsatzbereit, mit aktivierter Schnellstart-Funktion sind es nur 11 Sekunden. Letztere erhöht jedoch den Stromverbrauch im Standby von 0,3 auf 7,6 Watt.

    Die Fernbedienung muss auf eine Beleuchtung ebenso verzichten wie auf einige Direkttasten (z.B. für Untertitel); die zentral platzierte „Netflix“-Taste verleitet zu nervigen Fehleingaben. Dafür liegt der Steuerstab gut in der Hand und ist klar nach Funktionsgruppen gegliedert. Das Onscreen-Menü wirkt modern wie übersichtlich, lobenswert ist das „Wieder-gabeinfofenster“, das nicht nur über die Audio- und Videosignale der abgespielten Disc informiert, sondern auch darüber, was der Player an den Fernseher weitergibt.

    Der Signalgeber des DMP-UB404 ist nicht beleuchtet, aber klar gegliedert und liegt gut in der Hand.
    Der Signalgeber des DMP-UB404 ist nicht beleuchtet, aber klar gegliedert und liegt gut in der Hand.

    UHD-Bild mit HDR-Feinjustage

    Bei der Bildqualität muss man keinerlei Abstriche gegenüber den größeren Modellen machen. Der UB404 liefert gestochen scharfe Bilder, feinauflösende 4K-Videos wie „Postcards from Stockholm“ der „Best of 4K“-UHD-Blu-ray sehen atemberaubend aus. Auf Wunsch gibt der UB404 auch Bilder mit 4:4:4-Farbauflösung (12 Bit) aus und konvertiert 4:2:0-Material (10 Bit) von UHD-Blu-ray auf 4:4:4 hoch. Apropos konvertieren: 1080p-Material von Blu-ray verwebt der Player erstklassig zu 4K-Bildern, auch feine Details in Test-Mustern werden sauber durchgezeichnet. Selbst Blu-rays und DVDs in Halbbildern transformierte der UB404 ohne Zeilenflimmern zu 4K. Die „24p/25p Umwandlung“ zum ruckelfreien Abspielen von 60i-Material mit originaler 24p-Bildrate (Inverse Tele-cine) bleibt aber den größeren Modellen vorbehalten.

    Neues Feature: Der UB404 erlaubt die Anpassung des Dynamikbereichs von HDR-Bildern in 24 Stufen.
    Neues Feature: Der UB404 erlaubt die Anpassung des Dynamikbereichs von HDR-Bildern in 24 Stufen.

    Vielfältiger Video-Equalizer
    Die Optimierungsmöglichkeiten des Panasonic-Video-Equalizers sind vorbildlich. Neben Standard-Settings wie Kontrast und Helligkeit verfügt der DMP-UB404 über seltene Eingriffsmöglichkeiten: So gibt es unter anderem Regler zur Anschärfung feiner und mittel­feiner Details sowie für Farbdetails und Konturen (Bild rechts). Zudem steht eine Tonwert-Justage bereit, mit der sich dunkle und helle Bildbereiche betonen oder abschwächen lassen (Bild links unten). Auch bei der Rauschreduktion bieten sich verschiedene Eingriffsmöglichkeiten. Zudem kann man seine optimierten Werte für zwei Displays speichern („Satz 1“, „Satz 2“).

    Anpassung Schärfe: In diesem Menü gibt es vier Regler zur Anschärfung feiner und mittelfeiner Details, für Farbdetails und Konturen.
    Anpassung Schärfe: In diesem Menü gibt es vier Regler zur Anschärfung feiner und mittelfeiner Details, für Farbdetails und Konturen.
    Anpassung Farbe / Luminanz: Neben Kontrast und Helligkeit kann man das Bild mit den Reglern Gamma-Weiß und -Schwarz anpassen.
    Anpassung Farbe / Luminanz: Neben Kontrast und Helligkeit kann man das Bild mit den Reglern Gamma-Weiß und -Schwarz anpassen.
    Zur Rauschreduzierung verfügt der Panasonic über drei Regler, die analoges Rauschen („zufälliges Rauschen“) und Kompressionsartefakte beheben sollen.
    Zur Rauschreduzierung verfügt der Panasonic über drei Regler, die analoges Rauschen („zufälliges Rauschen“) und Kompressionsartefakte beheben sollen.

    Neben HDR-10 versteht sich der UB404 als Neuerung auch auf die Hybrid Log Gamma-Kodierung (HLG). Wird diese vom Fernseher nicht unterstützt, schafft die HLG/PQ-Konvertierung Abhilfe für Fernseher, die ausschließlich HDR-10 akzeptieren. Das Konkurrenzformat Dolby Vision wird vom UB404 allerdings nicht unterstützt. Ein Highlight ist die Möglichkeit, HDR-Inhalte je nach Qualität und Helligkeit eines angeschlossenen SDR-Displays manuell nachjustieren zu können – was schon die größeren Brüder beherrschten. Neu ist die Option der „Dynamikbereichsanpassung“ (Bild links) zur Optimierung des HDR-Bildes an den HDR-TV bzw. die Lichtverhältnisse im Wohnzimmer: So hebt die Funktion die Helligkeit in dunklen Bildbereichen an, bringt damit die Farben mehr zum Leuchten und zeichnet Schattendetails mehr durch. Die Anpassung erfolgt dynamisch und berücksichtigt auch den Wechsel zwischen hellen und dunklen Szenen. Zur manuellen Justage gesellen sich vier vordefinierte Presets, die man bequem über die „HDR Setting“-Taste der Fernbedienung erreicht. Erstklassig arbeitet zudem Panasonics umfangreicher Video-Equalizer (siehe Kasten oben).

    Multimedia und Internet

    Ins Netzwerk verknüpft der Japaner via Ethernet und WLAN, dank DLNA-Client greift er auch auf Inhalte zu, die auf einer NAS-Festplatte oder auf Panasonics Blu-ray-Recordern liegen. UHD-Clips von Amazon, Netflix (in HDR) und YouTube streamt der Player in nativer Auflösung, über USB werden 4K-Clips im MP4- und HEVC-Format abgespielt. Zudem verarbeitet der Mediaplayer hochauflösende Audioformate wie DSD, ALAC, WAV und FLAC. JPEG- und MPO-Fotos stellt der UB404 in UHD-Auflösung dar, auf Wunsch auch in einer Diaschau.        ao

    panasonic-dmp-ub404-front

    panasonic_dmp-ub404_wertung

    Der Testbericht Panasonic DMP-UB404 (Gesamtwertung: 88, Preis/UVP: 350 Euro) ist in audiovision Ausgabe 04-2017 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    AV-Fazit

    88 sehr gut

    Panasonics kleinster UHD-Scheibendreher erwies sich im Test als Großer: Mit erstklassigem 4K-Bild, zahlreichen HDR-Features und umfangreicher Multimedia-Ausstattung steht er seinen teureren Brüdern kaum nach.

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