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    av-Test

    Quadral Chromium Style-Set (Test)

    29. Oktober 20156 Minuten Lesezeit

    Styling im Sinne von schlank samt trendigem Design präsentiert sich das Chromium-Style-Set von Quadral eigentlich nicht. Aber in Weiß oder Schwarz hochglanzlackiert und mit flüssigen Formen versehen, dürften sie trotzdem das Herz manch besserer Hälfte erweichen, auch ausgewachsene Boxen im Wohnzimmer zuzulassen.

    Technik

    quadral-pcDoch die Chromium-Style-Boxen sind alles andere als aufgehübschte Standardware, sondern bringen Material amtlicher Qualität mit, was neben dem optischen auch ein hochwertiges Akustik-Erlebnis verspricht.

    In Sachen Hochtöner hat Quadral traditionell eine außergewöhnliche Lösung parat. So auch hier, denn sowohl in die Frontlautsprecher Style 8 als auch im Center Style 1 Base und in den Surrounds Style 2 verbaute der Hersteller aus Hannover einen Bändchen-Treiber. Dessen hauchdünne, extrem leichte Membran aus Aluminiumfolie soll hohe Frequenzen besonders präzise wie unverzerrt wiedergeben. Die Entwicklung eines solchen Hochtöners ist mit erheblichem Mehraufwand gegenüber einer normalen Hochtonkalotte verbunden.

    Das eindrucksvolle Chassis des Quadral-Subs lässt sich im Betrieb nicht beobachten, da es nach unten abstrahlt.
    Das eindrucksvolle Chassis des Quadral-Subs lässt sich im Betrieb nicht beobachten, da es nach unten abstrahlt.

    Weniger exotisch, aber ebenfalls erwähnenswert sind die restlichen Chassis, die Quadral-Entwickler Sascha Reckert in der Neuauflage der Chromium-Style-Serie einsetzt.

    Die Membranen der Tief- und Mitteltöner beispielsweise werden aus mit Titan beschichtetem Polypropylen-Kunststoff gefertigt. Sie sollen durch diesen Materialmix kaum Eigenresonanzen aufweisen und so über ihren eigentlichen Einsatz-bereich hinaus störungsfrei arbeiten. Der Übergang zum Hochtöner kann so in der Weiche recht einfach gehalten werden. Die Körbe der Tief- und Mitteltöner bestehen aus resonanzarmem, stabilem Kunststoff. Bei den Surrounds ist jeweils ein entsprechendes Chassis im Einsatz, beim Center deren zwei. Die sind zudem nicht einfach parallel geschaltet, stattdessen spielt einer der Tieftöner bis 300 Hertz, während der andere bei 3,4 Kilohertz Anschluss zum Hochtöner schafft. Bei den Frontboxen ist das 15-Zentimeter-Chassis aus Center und Surrounds als Mitteltöner eingesetzt. Den Tiefton-Part übernehmen je zwei darunter eingebaute Achtzehner. Auf Bi-Wiring-Anschlussterminals verzichtete Quadral, dafür baute der Hersteller besonders stabile Ausführungen ein, die große Kabelquerschnitte aufnehmen und auf einer dicken Aluminium-Platte montiert sind. Über das tolle Anfassgefühl hinaus bieten diese Anschluss-Terminals den Kabeln bombenfesten Halt.

    Echt schräg

    Wer den Eindruck hat, die Style 8 stehe nicht ganz gerade, unterliegt keiner optischen Täuschung: Quadral baut bei ihr den Gehäuseboden um einige Grad schräg ein, so dass das gesamte Gehäuse sich leicht nach hinten neigt. Somit zielt der Hochtöner genau auf die Ohren eines auf einem Sofa sitzenden Zuhörers, ohne dass die Box dafür ungebührlich hoch ausfallen muss.

    Der zum Set gehörige Subwoofer Qube 12 ist ein alter Bekannter: Schon in Ausgabe 1-2013 stellte er seine Qualitäten unter Beweis. Sein 30-Zentimeter-Chassis ist mit einer steifen Papiermembran langhubig ausgelegt. Die schlitzförmige Bassreflexöffnung integrierte Quadral auf der Rückseite oben. Darunter sitzt das Anschluss- und Bedienfeld, das als Besonderheit einen symmetrischen XLR-Eingang mitbringt. Diese Verbindungsart ist bei langen Kabeln weniger störanfällig als normale Cinch-Strippen.

    Bändchen-Hochtöner
    Auf den ersten Blick ist es einfach, einen Hochtöner zu bauen: Eine kleine, leichte Membran, eine schlanke Schwingspule und ein Magnet – fertig. Doch der Teufel steckt im Detail. Zwar würde ein solches Konstrukt hohe Töne von sich geben, die Frage ist nur wie. Denn es soll dies ja unverzerrt, mit glattem Frequenzgang und kontrolliertem Rundstrahlverhalten tun. Dies unter einen Hut zu bekommen kann einen Boxen-Entwickler eine Weile beschäftigen.

    Erst recht, wenn er sich abseits ausgetretener Pfade bewegt und einen Bändchen-Hochtöner einsetzen will. Bei diesem ist eine dünne Folie aus leitfähigem Mate­rial in einem kräftigen Magnetfeld aufgehängt und direkt vom Strom des Tonsignals durchflossen. Meist wird die Aluminiumfolie noch zieharmonikaförmig gefaltet, damit sie elastisch wird und auch größere Hübe ausführen kann. Zudem vergrößert sich dadurch die Abstrahlfläche. Zwei Vorteile hat eine solche Konstruktion: Zum einen ist das schwingende Element extrem leicht, zum anderen wirkt hier der Antrieb direkt und vollflächig auf das schallabstrahlende Element, ohne Umweg über eine ausgeklebte Schwingspule, die eine Membran eben nur über die Klebestellen in Bewegung versetzt.

    Es gibt natürlich auch Nachteile: Der Magnet muss erheblich kräftiger ausfallen als bei normalen Chassis, um nennenswerten Schalldruck zu erzeugen. Außerdem kommen übliche Verstärker nicht mit einem solchen Bändchen zurecht, denn sein elektrischer Widerstand liegt im Zehntel-Ohm-Bereich und stellt praktisch einen Kurzschluss dar. Es muss also ein Übertrager mit einer für Verstärker verträglichen Impedanz vorgeschaltet werden.
    Zum Glück rechtfertigt das Ergebnis den Aufwand, wie man beim Chromium-Style-Set von Quadral sehen bzw. hören kann, denn es überzeugt durch seine sehr luftige, saubere Hochtonwiedergabe.

    Durch das Schutzgitter ist das gefaltete Bändchen des Quadral-Hochtöners aus hauchdünner Aluminium-Folie zu erkennen.
    Durch das Schutzgitter ist das gefaltete Bändchen des Quadral-Hochtöners aus hauchdünner Aluminium-Folie zu erkennen.

    Tonqualität Surround

    Den großen Hub konnte der Qube 12 im Messlabor ausspielen: Seine 106 Dezibel Maximalschalldruck lassen für den Hörtest einiges erwarten, ebenso wie seine untere Grenzfrequenz von 27 Hertz. Die Frequenzgänge von Frontboxen, Center und Surrounds verlaufen weitgehend linear, die vorhandenen Unregelmäßigkeiten beeinträchtigen den Klang nicht. Das Rundstrahlverhalten des Centers könnte hingegen etwas regelmäßiger verlaufen, der beste Hörplatz bei ihm ist definitiv die Mitte.

    Von dort ist durchweg Angenehmes zu hören: Der Sub beeindruckt mit Kontrolle und Pegelfestigkeit, das Krachen der Dampfgeysire in „Ice Age – Jetzt taut‘s“ bringt er mit Autorität und Durchsetzungskraft, selbst bei hohen Pegeln. Damit haben auch die anderen Team-Mitglieder wenig Probleme, sie behalten stets die Übersicht und lassen sich nicht zu ungebührlichen Verzerrungen hinreißen. „Away from the Sun“ von 3 Doors Down geben sie ebenfalls mit Drive und der gehörigen Portion Aggressivität wieder. Allenfalls ein wenig mehr Dynamik würde man sich hier wünschen, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau.

    Noch mehr in seinem Element ist die Quadral-Kombi, wenn es um die Darstellung feiner Details geht, sensationell gelang ihr die Atmosphäre beim Einzug von Gandalf ins Auenland, da fühlt man sich wirklich mittendrin statt nur dabei. Erste Sahne auch George Benson und Al Jarreau bei ihrem „Givin‘ it Up“, das die Boxen aus Niedersachsen engagiert wie gefühlvoll darboten. Besonders fasziniert die punktgenaue und mühelos reproduzierte Räumlichkeit in Breite und Tiefe.

    Für Heimkino ausgelegt ist das Anschlussfeld des Qube 12. Mit seinem symmetrischen Eingang ist er auch für längere Anschluss-Kabelstrecken gerüstet.
    Für Heimkino ausgelegt ist das Anschlussfeld des Qube 12. Mit seinem symmetrischen Eingang ist er auch für längere Anschluss-Kabelstrecken gerüstet.

    Tonqualität Stereo

    Auch im Stereo-Betrieb macht die luftige und dennoch präzise Spielweise der Style 8 richtig Spaß. Bei „Jazz at the Pawnshop“ fasziniert die natürliche Live-Atmosphäre und die selbstverständliche, fest umrissene räumliche Darstellung des Klanggeschehens. Dass die Standboxen auf die Unterstützung eines Subwoofers nicht angewiesen sind, machen sie mit John Illsleys „Railway Track“ mit Wucht und Präzision deutlich. (mino)

    Hochglanzlackierte Oberflächen, geschwungene Formen: Das Chromium-Style-Set überzeugt durch schickes Aussehen und hervorragende Verarbeitung. Und natürlich mit richtig gutem Klang.
    Hochglanzlackierte Oberflächen, geschwungene Formen: Das Chromium-Style-Set überzeugt durch schickes Aussehen und hervorragende Verarbeitung. Und natürlich mit richtig gutem Klang.

    quadral-wertung

    AuVi_AWARD-Highlight

    Der Testbericht Quadral Chromium Style (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 4500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2015 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Quadral Chromium Style (audiovision 11-2015)In den Warenkorb

      Quadral Chromium Style (audiovision 11-2015)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    87 sehr gut

    Für Auge und Ohr bietet Quadrals Chromium-Style-Set eine Menge. Neben seiner sehr homogenen, luftigen Wiedergabe überzeugt es mit sauberem, tiefreichendem Bass und Pegelqualitäten. Ein echtes Heimkino-Highlight.

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